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Münchner Kindl

Wie kam München zu seinem Namen?

Vielleicht bist du dieser lustigen Figur schon einmal auf den Münchner Straßen begegnet? Sie heißt „Münchner Kindl“ und ist auch im Stadtwappen von München zu sehen. Dort ist aber eigentlich kein Kind abgebildet, sondern ein Mönch – also ein Mann, der zur Kirche gehört.

Stadtwappen München. © Münchner Stadtmuseum

Woran erkennst du, dass das Bild kein Kind, sondern einen Mönch zeigt?

Genau! – An der Kleidung!
Den weiten Mantel mit Kapuze nennt man eine „Kutte“.

Früher sah das Wappen zwar etwas anders aus. Aber der Mönch war schon immer darauf zu sehen.

Altes Stadtwappen München. © Münchner Stadtmuseum

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Mönch in der Darstellung zu einem Kind. Damit hatte die Stadt ein besonderes Markenzeichen: Überall in der Welt konnte man sie am „Münchner Kindl“ erkennen!

Doch warum ist der Mönch im Wappen?
München wird zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahr 1158 erwähnt.

Augsburger Schied
Gründung-Urkunde der Stadt München. Kollotypie auf Karton (Ausschnitt), um 1888. © Münchner Stadtmuseum

Man nennt diese Urkunde den „Augsburger Schied“. Das Wort „Schied“ kennst du vielleicht vom „Schiedsrichter“ oder der „Schiedsrichterin“. Das ist eine Person, die zum Beispiel bei Sportwettkämpfen Entscheidungen trifft. Auch Kaiser Friedrich Barbarossa hat vor langer Zeit eine wichtige Entscheidung getroffen. Es ging damals um einen Streit zwischen Herzog Heinrich dem Löwen und Bischof Otto von Freising. Die Entscheidung ist in der Urkunde festgehalten. Du kannst eine Kopie davon im Münchner Stadtmuseum in der Ausstellung „Typisch München!“ sehen. Willst du mehr zu dem Streit wissen, dann schau dir den Film zur Stadtgründung an.

Heute sagen wir zum „Augsburger Schied“ auch „Stadtgründungsurkunde“. Einen kleinen Ausschnitt aus dieser Urkunde siehst du in dieser Abbildung.

Gründung-Urkunde der Stadt München. Kollotypie auf Karton (Ausschnitt), um 1888. © Münchner Stadtmuseum

Hier steht nicht „München“, sondern … – Kannst du es lesen? Schau ganz genau auf die letzten beiden Wörter.
„Ap[ud] munich[en]“ steht dort.

„Apud“ heißt auf lateinisch „bei“. Was, denkst du, heißt dann „apud munichen“? Klicke die richtige Antwort an.

Alter Peter, München. © Museumspädagogisches Zentrum, München

Sprich das Wort „Mönch“ und den Namen der Stadt langsam und deutlich nacheinander aus. Fällt dir die Ähnlichkeit auf? Man sagt daher auch: Das ist ein „sprechendes Wappen“, denn der Mönch mit dem Buch in seiner Hand weist direkt auf den Namen des Ortes: „Munichen“ – München.

Warum steht das so in der Urkunde?
Vor fast 900 Jahren, als die Urkunde entstand, sagten die Menschen: „Wir sind bei den Mönchen“ und meinten damit eine kleine Ansiedlung von Mönchen in der Nähe der Isar. Wir wissen nicht genau, wo sie lag. Sie könnte dort gewesen sein, wo heute die Peterskirche (der „Alte Peter“) steht.

Mönche halfen bei Krankheiten mit Heilkräutern und gaben Tipps zum Anbau von Obst und Getreide. Manche konnten auch lesen und schreiben. Sie verkündeten den christlichen Glauben und spendeten Trost.

Weil Mönche in der Gegend lebten, wo die Stadt München entstand, ist bis heute ein Mönch im Münchner Wappen zu finden. Bestimmt bist du dem Wappen schon in der Stadt begegnet. Es ist zum Beispiel vorne auf den U-Bahnen und Straßenbahnen zu sehen und auch auf dem Boden, auf manchen Kanaldeckeln.

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Informationen zum Museum
In der Dauerausstellung „Typisch München!“ im Stadtmuseum München sind dazu wichtige Exponate zu sehen. Du findest sie vor im Moriskensaal.

Abbildungsnachweise Titelbild: Kanaldeckel. © Museumspädagogisches Zentrum, München

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