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Sprache verbindet – Kunst als Impuls

Kunstwerke bieten uns jede Menge Anregungen – zum Beobachten, Nachdenken, Gestalten … Sie können uns aber auch Ideen zum Erzählen, Schreiben oder Dichten liefern. Probiere es einfach aus!
Hier stellen wir dir Kunstwerke aus dem Lenbachhaus vor und geben Tipps, wie du dazu ganz leicht witzige Geschichten erfinden, ein Gedicht schreiben oder eine fantastische Kurzgeschichte verfassen kannst.

Schreibe ein Gedicht zu Franz Marcs „Vögel“

Franz Marc hat 1914 ein Bild gemalt, auf dem verschiedene Vögel zu entdecken sind, eine Landschaft vielleicht mit Berg und Bäumen, jede Menge kantige Formen und viele bunte Farben. Welche Vogelarten erkennst du, obwohl sie gar nicht genau wiedergegeben sind? Wie hat Franz Marc den Eindruck erzeugt, dass der Vogel in der Mitte ganz schnell flattert? Was entdeckst du sonst noch im Gemälde? An was erinnern dich die dreieckigen Formen, aus denen sich das Bild zusammensetzt? An Scherben oder eher an einen wunderbar funkelnden Kristall? – Wir finden, da steckt beides drin.

Franz Marc, Vögel, 1914 © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Miteigentum der Bundesrepublik Deutschland aufgrund Ankaufsunterstützung

Versuche ein superkurzes Gedicht zu schreiben, bei dem die Anzahl der verwendeten Silben vorgegeben ist: Ein Haiku – die kürzeste Gedichtform der Welt – besteht aus nur drei Zeilen und insgesamt 17 Lauteinheiten. Eine Vorlage, in der über jedem Bogen nur eine Silbe Platz finden darf, findest du HIER zum Abzeichnen oder Ausdrucken, Halbieren und Einheften in dein MPZ-Album.

  • Notiere ein paar Wörter, die dir zu dem Gemälde einfallen und unbedingt ins Gedicht müssen.
  • Überlege dir, wie viele Silben diese Wörter jeweils haben.
  • Nun musst du tüfteln: Wie schaffst du es, deine Wörter auf die drei Zeilen mit 5, 7 und 5 Silben zu verteilen?
  • Lasse „Unwichtiges“ – Artikel zum Beispiel – einfach weg.
  • Sätze müssen hier auch nicht vollständig sein.
  • Verändere die Reihenfolge der Wörter, wenn sie dann besser in die Zeilen passen.
  • Tausche ein Wort durch ein kürzeres oder längeres aus, das eine ähnliche Bedeutung hat.
  • Schreibe dein Gedicht so auf, dass über jedem Bogen nur eine Silbe steht.
  • Lass dir dein Gedicht von jemandem vorlesen!

Lass dich von Wassily Kandinsky zu einer fantastischen Kurzgeschichte anregen!

Die Formen, die Wassily Kandinsky in seinem Gemälde „Parties diverses“ zu Gebilden zusammengefügt hat, erinnern uns irgendwie an Lebewesen. An menschliche Figuren oder Tiere. Ein Umriss fasst dabei jeweils mehrere geometrische Formen zusammen, so dass wir diesen Eindruck haben. Wo sich die Formen mit anderen überschneiden, wechseln sie die Farben. Das Gemälde ist in mehrere Farbfelder unterteilt, aber die Figuren gehen an manchen Stellen darüber hinaus. Doch wo befinden sich all diese Gestalten eigentlich? Und hast du den Eindruck, dass die Figuren auf dem pastelligen Untergrund in Bewegung sind?

Wassily Kandinsky, Parties diverses, 1940 © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Lass dich von Kandinskys Formen, Farben und Mustern zu einer fantastischen Kurzgeschichte anregen!  Eine Schreibvorlage u.a. für dein MPZ-Album, die jeweils Satzanfänge vorgibt, findest du HIER.

  • Suche eine Gestalt in „Parties diverses“ aus, die die Hauptfigur in deiner Geschichte sein soll.
  • Überlege, welche anderen gemalten Formen, Gestalten oder Dinge etwas mit der Hauptfigur zu tun haben könnten.
  • Wo befinden sich diese Figuren?
  • Welche Rolle spielen im Bild die kleinen Rechtecke in Reihe, die Linien, Bögen oder Punkte? Könnten sie eine Art Zeichensprache sein, die du in deiner Geschichte umsetzen kannst?
  • Hat auch die ein oder andere Farbe eine Bedeutung?
  • Kannst du dir Geräusche vorstellen?
  • Und jetzt schreibe einfach los! Vervollständige dazu die Zeilen. 

Erfinde eine witzige Geschichte!

Hast du Lust, eine richtig witzige Geschichte zu erfinden? Die Idee dazu liefert dir das Kunstwerk „Laden 1975 – 2015“ von Hans-Peter Feldmann, das sich ebenfalls im Lenbachhaus befindet. In dem „Laden“ – das war tatsächlich 40 Jahre lang ein Geschäft in Düsseldorf! – hat der Künstler lustige, komische, außergewöhnliche und kitschige Dinge zusammengetragen und verkauft: Blechspielzeug, Modellautos, Souvenirs, Nützliches und Unnützes, Kurioses und vieles mehr. Manches hast du bestimmt schon irgendwo einmal gesehen.

  • Schau dir an, was Hans-Peter Feldmann hier alles zusammengetragen hat und notiere drei Dinge, die du besonders lustig, komisch, witzig oder einfach toll findest! In diesem Video bekommst du einen guten Einblick.
  • Tipp: Zum Notieren der drei Begriffe und zum Aufschreiben der Geschichte gibt es HIER ein Blatt u.a. für dein MPZ-Album (halbiert), das du ausdrucken und einheften kannst.
  • HALT! Lies erst weiter, wenn du die drei Begriffe notiert hast! Deine Geschichte könnte sonst langweilig werden …
  • Haben die drei Begriffe, die du in die drei Felder geschrieben hast, irgendetwas miteinander zu tun?
  • Überlege, in welcher Reihenfolge die Begriffe Sinn machen könnten und welcher Begriff die Hauptrolle bekommt.
  • Erfinde nun eine Geschichte, in der die drei Begriffe eine Rolle spielen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
  • Überlege dir noch einen Titel für deine Geschichte.
  • Schreibe die Geschichte auf oder erzähle sie einfach einer Freundin, einem Freund oder deiner Familie!
  • Wenn du magst, kannst du auch noch ein Bild zu deiner Geschichte malen, in dem die drei Gegenstände zu finden sind, die dir hierfür die Ideen geliefert haben.

Lust auf mehr?

Wenn du auf den Geschmack gekommen bist und noch mehr Gedichte und Geschichten verfassen willst – diese Gemälde bieten auch jede Menge Anregungen. Klicke dich durch die folgende Galerie. Oder du suchst in der Online-Sammlung des Lenbachhauses nach Werken von Gerhard Richter, Franz Ackermann, Rupprecht Geiger, Erwin Wurm oder der Gruppe SPUR.

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Rondell (Gedichtform) Gegenstandslose Malerei, Gerhard Richter

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Erzählen, schreiben, dichten… (GS ab Jgst. 3, MS bis Jgst. 7)

Mehr über das Lenbachhaus
Im Lenbachhaus lassen sich Kunstwerke vom 19. Jh. bis heute erleben. Weltberühmt ist die Sammlung „Der Blaue Reiter“. Hier sind die Gemälde von Kandinsky und Marc zu finden. Informationen findest du auch in der Online-Sammlung des Lenbachhauses.

Abbildungsnachweis Titelbild: Wassily Kandinsky, Parties diverses, 1940, © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München (Ausschnitt)

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