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Der Kampf gegen die „Drachen“
Der Kampf gegen Drachen - Filmausschnitt
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Heute kämpft die ganze Welt gegen ein winziges Virus, das sich „Corona“ nennt. Früher kämpften die Menschen gegen „Drachen“ – zumindest in ihrer Vorstellung, denn von Viren und Bakterien hatten sie noch keine Ahnung. Trotzdem mussten sie Wege finden, mit gefährlichen, ansteckenden Krankheiten fertig zu werden. Hier erfährst du, wie die Münchner Bürgerinnen und Bürger es in der Vergangenheit schafften, manch einen „Drachen“ zu besiegen. – Hier erfährst du, wie die Münchner Bürgerinnen und Bürger es in der Vergangenheit schafften, manch einen „Drachen“ zu besiegen. – Und warum das für uns hier in Deutschland, aber auch für Menschen auf der ganzen Welt heute noch so wichtig ist … Passende MPZ-Führung Stadtrundgänge - Geschichte - München im Mittelalter – ein Spaziergang durch andere Zeiten Stadtrundgänge - Geschichte - Die Münchner Stadtbäche Münchner Stadtmuseum - Blick auf das mittelalterliche München – Geschichte(n) im Museum und in der Altstadt Münchner Stadtmuseum - Wohnen, trinken und speisen – wie arme und reiche Münchner Familien früher lebten Münchner Stadtmuseum - Arm und Reich – Lebenswelten des 19. Jahrhunderts Informationen zum MuseumIn der Ausstellung „Typisch München“ im Münchner Stadtmuseum erfährst du mehr über das Alltagsleben in München während der letzten Jahrhunderte. Hier kannst du auch das im Film gezeigte Schnittmodell des Hauses in der Theatinerstraße noch genauer unter die Lupe nehmen. Abbildungsnachweis Titelbild: Ausschnitt aus dem Film „Der Kampf gegen die Drachen. Krankheiten und Epidemien in München“. © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Zeno Legner, Falk Müller

Kleine Überraschungen bei Thusnelda
Ausschnitt aus Carl von Pilotys "Thusnelda im Triumphzug des Germanicus". Die Germanin schreitet mit erhobenen Haupt an der Tribüne des römischen Kaisers vorbei.
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Der Maler Carl von Piloty wurde im 19. Jahrhunderts für seine riesigen Historienbilder berühmt. "Thusnelda im Triumphzug des Germanicus" misst rund 5 x 7 Meter! Nach der verlorenen Schlacht im Teuteburger Wald unternahm der römische Feldherr Germanicus einen Vergeltungsfeldzug. Die Gefangenen und die Beute führte er in einem Triumphzug 17 n.Chr. in Rom vor. Unter ihnen war Thusnelda, die Frau von Hermann dem Cherusker. Wenn du auf die Ausrufezeichen im Bild klickst, bekommt du Informationen zu Personen und Dingen auf dem Bild sowie den Inspirationsquellen und Absichten des Malers. In ihnen spiegelt sich das Geschichtsverständnis des Historismus und der nationalen Begeisterung im deutschen Kaiserreich. Da das Gemälde während der längeren Renovierung der Neuen Pinakothek nicht im Original zu sehen ist, wollen wir es hier digital zugänglich machen. Dieser Link führt dich zur Abbildung in der Onlinesammlung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, wo du weitere Informationen zum Bild findest. Informationen zum MuseumAuf der Internetseite der Neuen Pinakothek kannst du einmal schauen, was es sonst noch in diesem Museum zu sehen gibt. Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Theodor von Pitoty: Thusnelda im Triumphzug des Germanicus, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bildmanipulationen: © Museumspädagogisches Zentrum, Alfred Czech

Von Tulpen, Lilien und Grashüpfern
Madonna im Blumenkranz
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Ein üppiger Blumenkranz schmückt das große Gemälde. Schneeglöckchen, Milchstern und Tulpen, Vergissmeinnicht und Walderdbeere, Rosen, Pfingstrosen und Stockrosen, blaue Iris und weiße Lilien, Flieder und Schneeball, Schachbrettblumen und vieles mehr lässt sich entdecken! Mit feinstem Pinsel sind all die Blumen gemalt, wirken fast echt. Wir können uns vorstellen, dass der Blumenkranz wunderbar duften würde, wäre er echt. Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitt), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Doch könnte dieser Kranz so überhaupt existieren? Konnte Jan Brueghel d. Ä. (sprich: der Ältere) diesen Kranz zum Malen so vor sich haben? Die gemalten Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Zeiten, Frühblüher und Sommerblumen stehen direkt nebeneinander: Besonders früh im Jahr blühen Schneeglöckchen, im späteren Frühjahr dann Tulpen und Vergissmeinnicht. Bei Pfingstrosen macht es ja der Name schon deutlich – auch wenn Pfingsten nicht immer auf den gleichen Tag fällt –, Flieder und Schneeball blühen etwa Ende Mai, Stockrosen im Sommer … Drei Ausschnitte mit Pfingstrose, Schneeball und Schachbrettblume aus: Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitte), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum Hirschkäfer gesucht! Wer genau hinsieht, entdeckt in dem Blumenkranz aber auch jede Menge Getier! Winzig klein – in ihrer realen Größe – gemalt sind Marienkäfer, Hirschkäfer und Maikäfer, Libellen, verschiedene Schmetterlinge und Raupen, Heuschrecken, Fliegen und, und, und … Mach dich auf die Suche!Wenn du in der Alten Pinakothek bist und vor dem Gemälde stehst: Denk daran, dass du nicht zu nahe an das Kunstwerk herantreten darfst. Damit du die Details noch besser sehen kannst, forme mit deiner Hand eine Art Fernrohr und durchsuche so nach und nach den Kranz aus der Ferne. Teamarbeit Der Blumenkranz ist nicht das Hauptmotiv auf dem Gemälde. Er rahmt ein Bild im Bild, das Maria und das kleine Jesuskind zeigt. Putten – das sind Engel, die wie kleine Kinder aussehen – tragen diesen Kranz. An der Malweise lässt sich schon erahnen, dass zwei Maler am Werk waren: Peter Paul Rubens hat die Figuren gemalt, den Blumenkranz aber hat er von seinem Freund Jan Brueghel d. Ä. malen lassen. Denn Brueghel war spezialisiert auf das Malen von Blumen. Er wird deshalb sogar „Blumen-Brueghel“ genannt, was ihn vom Rest der Maler-Familie Brueghel unterscheidet. Im 17. Jahrhundert waren Maler oftmals spezialisiert auf ein besonderes Thema. Deshalb kam es manches Mal vor, dass ein Gemälde von zwei Spezialisten gemeinsam gemalt wurde. In diesem Fall begann Rubens zu malen, dann kam der Blumenkranz von Brueghel dazu. Zum Schluss fügte Rubens noch die Putten hinzu und verbreiterte dafür sogar nochmal die Holztafel, auf der das Bild gemalt ist. Tulpen heiß begehrt Ausschnitt mit Tulpen aus: Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitt), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum Als die „Madonna im Blumenkranz“ entstand, waren Tulpen wahre Kostbarkeiten. Über die Türkei kamen sie aus Asien bis in die Niederlande. Manche Züchtung war so gefragt, dass Höchstpreise für einzelne Zwiebeln gezahlt wurden. So konnte eine einzige Zwiebel einer seltenen Sorte – es gab nur 12 Zwiebeln davon – schon mal so wertvoll sein wie ein ganzes Haus.Heute hingegen werden Tulpen in den Niederlanden auf riesigen Feldern angebaut, um dann in Massen zu oft viel zu günstigen Preisen verkauft zu werden.Noch mehr zu Tulpen erfährst du HIER. Weiße Lilien Im Blumenkranz fällt rechts eine Stelle besonders auf. Hier sind auffällig viele weiße Lilien an einer Stelle angeordnet. Und sie sind nicht irgendwo, sondern etwa auf Augenhöhe von Maria und ihrem Sohn. Weiße Lilien bringt auf vielen Gemälden der Erzengel Gabriel mit, wenn er Maria verkündigt, dass sie schwanger ist und Christus gebären wird. Rosen und mehr Begib dich auf eine virtuelle Reise durch die Alte Pinakothek und schau dich um, auf wie vielen Kunstwerken Blumen zu finden sind! Findest du die unten abgebildeten Gemälde auf deiner virtuellen Entdeckungsreise? Bei einigen Bildern musst du genauer hinschauen! Sie sind mal nur ganz klein am Boden, im Hintergrund rankend, auf üppigen Seidenkleidern oder Thema des Gemäldes. Mehr über das Gemälde mit dem wohl schönsten Rosenkleid in der Alten Pinakothek erfährst du HIER. Zeichnen, schneiden, kleben … Blumen zu Festtagen, zum Geburtstag, zum Muttertag, oder einfach als Gruß für einen lieben Menschen: Darüber freuen wir uns immer! Lege dir deshalb schon einmal einen Vorrat an selbstgemachten Grußkarten, Blumenbildern oder -kränzen zur Deko an. Oder gestalte eine Seite in deinem MPZ-Album. Du brauchst:• Dunkles Papier- am besten etwas festeres – in Schwarz, im Format DIN A5 (für das MPZ-Album) oder im Postkartenformat DIN A6• Farbige Papierreste oder Ausschnitte aus allem, was in die Papiertonne müsste• Einen schwarzen und einen weißen Stift• Schere• Klebstoff So geht’s:• Zeichne die Umrisslinien verschiedener Blüten auf farbiges Papier. Als Vorlage dienen dir die Natur, Fotos oder Bilder in Bestimmungsbüchern.• Setze mit einem weißen Stift „Lichter“ auf die Blüten, damit sie plastischer wirken• Schneide jede Blüte einzeln aus.• Ordne die Blüten eng nebeneinander auf dem dunklen Papier an – sie können sich überlappen und halb verdecken oder über den Untergrund hinausragen.• Ist noch Platz für Stängel und Blätter? Dann zeichne diese auf grünes Papier, schneide sie aus und füge sie ein.• Wenn alles richtig liegt, dann wird geklebt.• Wenn du magst, zeichne noch Insekten dazu.• Dreh deine Karte um und schneide alles weg, was über deine Karte hinaussteht. Gestalte einen Blumenkranz zur Deko, eine Karte als Blumengruß, der nie verblüht, oder eine Seite für dein MPZ-Album. © Museumspädagogisches Zentrum Du hast keine Lust zu zeichnen oder meinst, Blumen nicht zeichnen zu können? Dann schneide sie einfach aus! Werbeprospekte und Zeitschriften sind voll davon: Auf Bettwäsche und Kleiderstoffen, neben Möbeln, als Schmuck für den Balkon … Schiebe deine fein ausgeschnittenen Gewächse auf einem Blatt Papier in- und übereinander, bis dir die Anordnung gefällt, und beginne erst dann zu kleben. Ab geht die Post! Verschicke einen Blumengruß im Kuvert an Freunde oder Verwandte. Wenn du dich von deinem Kunstwerk nicht trennen magst, mach ein Foto davon und versende deinen Blumengruß digital. Oder teile ihn auf Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #MPZblätter. Tipp: Du möchtest wissen, wie all die wunderschönen wild wachsenden Pflanzen heißen, die dir beim Spaziergang oder einer Wanderung durch Wiesen, Wälder, Aulandschaften oder an der Küste begegnen? Dann blättere in einem Bestimmungsbuch oder nutze die kostenfreie App Flora Incognita der Universität Ilmenau: Fotografiere die Pflanze und du erfährst den Namen, Besonderheiten, Blühzeiten und mehr. Gleichzeitig unterstützt du damit ein Forschungsprojekt. Passende MPZ-Führung Ein Fest der Sinne (GS Jgst. 1 - 2, Horte)Ein Fest der Sinne (Kinder ab 5 Jahren)Passender Beitrag auf XponatDetailfokus, Ich sehe was, was du nicht siehstInformationen zu den MuseenDie Alten Pinakothek in München ist eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Zu sehen sind Werke vom Mittelalter bis zum Spätbarock aus den Beständen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Abbildungsnachweis Titelbild: Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitt), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum.

Tierisch … Von kleinen und großen Hunden
Möpse

Magst du Hunde oder hast du eher Angst vor ihnen? - Keine Angst, die Hunde, die wir dir im Folgenden vorstellen wollen, beißen nicht. Streicheln kannst du sie leider auch nicht, da sich alle im Folgenden gezeigten Hunde in Münchner Museen befinden. Viele würden sich aber bestimmt schön weich und wuschelig anfühlen, während andere ein eher borstiges Fell haben.Gerade in Zeiten von Corona legen sich viele Menschen ein Haustier zu. Deutschlandweit leben gegenwärtig über neun Millionen bellende Vierbeiner, Tendenz steigend. Hunde gehören damit zu den beliebtesten Haustieren und sind seit Jahrtausenden Freund und Begleiter des Menschen. Es gibt sogar spezielle Friedhöfe, in denen nur Hunde und andere Haustiere beerdigt werden.Kannst du dir vorstellen, dass es in den Münchner Museen eine Vielzahl an Hunden gibt? Natürlich sind es keine lebenden Hunde, denn die sind in Museen nicht erlaubt. Von der Antike bis zur Moderne - Hunde wurden in der Kunst immer wieder dargestellt: als treue Begleiter auf Porträts, zur Hervorhebung der sozialen Stellung, als Helfer bei der Jagd oder als eigenständige, zentrale Motive. Auch Spielzeughunde finden sich in den Beständen der Münchner Museen. Das folgende Memory zeigt dir eine Auswahl an unterschiedlichen „Museums-Hunden“: Hast du dir, wenn du unterwegs bist, schon einmal die unterschiedlichen Hunde genauer angeschaut? Es gibt unglaublich viele verschiedene Hunde: kleine und große, reinrassige und sogenannte Promenadenmischungen, folgsame und unfolgsame, leise und laute, freche und bissige … Weltweit gibt es heute etwa 800 Hunderassen. Welche kennst du? Fallen dir 10 verschiedene ein?Hunde teilen über ihre Körpersprache und ihre lautlichen Äußerungen sehr viel über ihre Gefühle und Stimmungen mit. Sie können glücklich, ausgelassen oder aggressiv bellen, knurren oder winseln. Hättest du Lust, den „Museumshunden“ eine Stimme zu geben? Passt ein fipsiges Bellen zu einer Dogge oder ein tiefes Knurren zu einem Mops?Welches Tier soll fröhlich, welches eher ärgerlich oder drohend klingen? Klicke auf die unterschiedlichen Hundegeräusche und lass dabei deiner Fantasie freien Lauf: Welches Bellen passt am besten zu dem Bild? Informationen zu den MuseenDie hier vorgestellten Hunde stammen aus diesen Museen: Bayerisches Nationalmuseum und Bayerische Staatsgemäldesammlungen. Abbildungsnachweis Titelbild: Möpse aus Meißner Porzellan, Johann Joachim Kaendler, zwischen 1734 und 1747 (bearbeitet) © Bayerisches Nationalmuseum, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Tierisch … Henne, Hahn und Ei
Carl Wilhelm Freiherr von Heideck, Haus in Athen (Ausschnitt),

Museen sammeln. Das ist zumindest eine der Aufgaben, die Museen haben. Dabei sind Museen oft spezialisiert – beispielsweise auf Gemälde oder Skulpturen, Gefäße der Antike oder archäologische Fundstücke, Maschinen, Spielzeug oder Fingerhüte, Fotografien, Tierknochen oder Steine und vieles andere mehr. Allein in Bayern gibt es über 1300 Museen! Und trotz der Verschiedenartigkeit der Kostbarkeiten, die in den einzelnen Museen gesammelt werden, finden sich manche Motive und Themen immer wieder. Und zwar in ganz unterschiedlichen Museen. Hühner gesucht! Sabine hat eine besondere Leidenschaft für Hühner – lebende Hühner. Immerhin zählen Hühner zu den häufigsten Haustieren! Deshalb haben wir uns in einigen Museen und deren Online-Sammlungen auf die Suche gemacht, ob auch dort wohl Sabines Lieblingstiere zu finden sind. Und wir haben jede Menge entdeckt! Hennen, Hähne, Küken …So finden sich Hühner auf zahllosen Gemälden, in ihren typischen Bewegungen und mit wunderbar schillerndem Gefieder gemalt. In manch einem Bild spielen sie die Hauptrolle, sie dienen zur Belebung einer ländlichen Szene oder tummeln sich an den Nebenschauplätzen in weihnachtlichen Krippen. Manchmal sind sie auch Teil eines Stilllebens, liegen hier – oft bereits gerupft – fertig zur Zubereitung in der Küche auf dem Tisch. Und schon fällt uns die Hühnerbraterei auf dem Oktoberfest ein. – Ein Foto davon aus dem Jahr 1921 gibt es im Münchner Stadtmuseum. Wenn du auf die Bilder klickst, vergrößern sie sich. In einer Ölskizze festgehalten Genial beobachtet und meisterhaft realistisch gemalt, lange bevor Fotos eine Hilfe hätten sein können Eine sogenannte „Kraienköppe“ – das ist eine besondere Hühnerrasse – ist auch dabei … mehr zu diesem Gemälde. Lebloses zum Stillleben angeordnet Unterm Tisch und auf dem Spieß … Zur Duftwolke des Münchner Oktoberfestes gehören Brathendl einfach dazu von links nach rechts: Hubert von Heyden, Henne mit zwei Küken (Studie), um 1897, Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (nicht ausgestellt), CC BY-SA 0.4; Melchior d' Hondecoeter, Hühnerhof, Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlungsbestand Alte Pinakothek (nicht ausgestellt), CC BY-SA 0.4; Jacob Jordaens, Der Satyr beim Bauern, um 1620/21, Leinwand auf Eichenholz aufgezogen, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 0.4; Carl Schuch, Stillleben mit gerupftem Huhn, um 1885, Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlungsbestand Neue Pinakothek (nicht ausgestellt), CC BY-SA 0.4; Rundkrippe mit Verkündigung an die Hirten, Anbetung und volkstümlichen Szenen (Ausschnitt), Neapel 2. Hälfte 18. Jahrhundert © Bayerisches Nationalmuseum München; Philipp Kester, Münchner Oktoberfest – Hühnerbraterei, 1921, Fotografie, Gelatineentwicklungspapier, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Kester (nicht ausgestellt), CC BY-SA 0.4 Ein gebratenes Hendl gibt es aber auch in dem Gemälde „Schlaraffenland“ aus dem 16. Jahrhundert von Pieter Bruegel d. Ä. zu sehen. Es hat die gleichnamige Geschichte von Hans Sachs zum Thema. Im Schlaraffenland, so heißt es hier, flögen gebratene Hühner herum und den Faulen sogar direkt in den Mund. – Bei Bruegel liegt allerdings das gebratene Huhn nur auf dem Tisch. Pieter Bruegel d. Ä., Das Schlaraffenland, 1567, Eichenholz, 51,5 x 78,3 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 0.4 Krähen, picken, gackern ... Die alten Griechen waren vom Kampfverhalten der Hähne fasziniert, die ihre Rivalen aus dem Revier vertreiben. Deshalb sind Hahnenkämpfe sogar auf Vasen der Antike abgebildet. von links nach rechts: Vase mit Hahnenkampfszene, Bandschale des Tleson-Malers, Ton, 550-530 v. Chr., aus Athen, gefunden in Tarent. Staatliche Antikensammlungen, München Foto: © Renate Kühling, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek; Ernst Andreas Rauch, Goldener Hahn (7), 1958, München, Borstei, Foto: © Museumspädagogisches Zentrum; Hühner im Freilichtmuseum, Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee © Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee; Hubert van Heyden, Geflügelhof, um 1900, Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (nicht ausgestellt) CC BY-SA 0.4 Dass aber Hähne nicht nur kampflustig sind, sondern auch Frieden stiften können, zeigt sich in der Münchner Borstei: Dort steht auf einem Sockel ein goldener Hahn, der an Alexander Puschkins „Märchen vom goldenen Hahn“ erinnern könnte. Es handelt davon, dass Hühner vor nahenden Feinden warnen können, weil sie über ihre Füße Schwingungen im Boden spüren. Richtig Leben bringen Hühner in manch ein Freilichtmuseum. Dort kannst du sie beobachten beim Gackern, Picken und Sandbaden. Aufgeregte Hühner © Museumspädagogisches Zentrum Denn seit den alten Römern gehörten Hühner über Jahrhunderte zu einem Garten dazu und trugen so zur Ernährung der Bevölkerung direkt vor Ort bei. Ei, Ei ... Zugegeben: Auf unserer Suche haben wir auch manchmal um die Ecke gedacht. Denn welche Rolle spielen denn Hühnereier für uns? Wir essen Eier hart- oder weichgekocht – im Schlaraffenland würden wir sie direkt aus der laufenden Schale löffeln –, wir braten Spiegeleier, backen mit Eiern Kuchen oder stellen damit Nudeln her. Durchschnittlich isst jede(r) Deutsche pro Jahr etwa 230 Eier! – Grund genug, einmal darauf zu achten, wo die Eier herkommen, wie die Hennen leben und wo sie für uns die Eier legen!Doch aus Ei lässt sich noch viel mehr herstellen. Farbe zum Beispiel. Wird Farbpigment mit Ei angerührt, erhält man sogenannte Tempera. Wie wunderbar diese zarten Farben auch noch nach fast 600 Jahren strahlen, kannst du in der Alten Pinakothek bewundern: Fra Filippo Lippi, Verkündigung Mariae, um 1443/45, Tempera auf Pappelholz, 205,8 x 187,9 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Aber auch in der Impfstoffherstellung spielt Hühnereiweiß eine wichtige Rolle. Wir sind sicher: Auch hierzu gibt es in einem Museum, das sich mit Medizingeschichte auseinandersetzt, ein passendes Exponat. Hühnergötter, Deutsches Meeresmuseum Stralsund, Foto: © Jan-Peter Reichert, Deutsches Meeresmuseum Und übrigens: Damit die Hühner im Stall gut geschützt sind und gut legen, wurden mancherorts „Hühnergötter“ aufgehängt. So werden Feuersteine genannt, bei denen im Meer Kalkeinschlüsse ausgewaschen wurden, so dass ein Loch entstand. Solche Steine findest du an Nord- und Ostsee oder zum Beispiel auch im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Entwirf deine Hühner-Ausstellung im Modell! Stell dir vor, du planst – als Ausstellungs-Kurator*in – eine Sonderausstellung zum Thema Hühner. Überlege dir, welche Objekte aus welchen Museen du gerne ausstellen würdest. Welche Themen möchtest du in deiner Ausstellung behandeln, was den Besuchern mitteilen?Stöbere in Ausstellungskatalogen oder Online-Sammlungen verschiedener Museen, schau dich bei Museumsbesuchen, im Stadtraum oder in der Wohnung um. Was könnte zum Thema Hühner passen?Du brauchst:• Papier• Karton• Knetmasse oder Schokoeiereinwickelmetallfolie• Stifte, Schere, Klebeband• Schuhkarton(s), dein Puppenhaus, falls du dieses hierfür verwenden darfst, oder Ähnliches So geht’s:• Dein Puppenhaus oder der Schuhkarton dienen dir als Ausstellungsräume im Miniformat. Überlege, wie groß deine Exponate im Modell werden dürfen, damit sie in diese „Räume“ passen.• Fertige entsprechend kleine Zeichnungen von den Exponaten an, male Rahmen darum und schneide sie aus.• Forme dreidimensionale Exponate – Skulpturen zum Beispiel – als kleine Figuren aus Knetmasse. Bau einen kleinen Sockel aus Karton dazu.• Sortiere deine „Exponate“ nach Themen.• Nutze dein Puppenhaus oder einen Schuhkarton, um deine Ausstellung aufzubauen.• Probiere aus, ob an mancher Wand ein Hintergrund aus farbigem Papier gut wäre.• Jetzt brauchst du nur noch Publikum. Lade dazu Spielfiguren in deine Ausstellung ein! Ausstellungsaufbau im Schuhkarton. Mit Skizzen nach Pablo Picasso, Jacobus (Jacomo) Victors, Philipp Kester, Pieter Bruegel d. Ä. und Mario Sala, Bozetto nach Ernst Andreas Rauch © Museumspädagogisches Zentrum Noch mehr entdeckt? Noch viel mehr Exponate rund um das Thema Hühner sind in den verschiedensten Museen zu finden! In Kunstmuseen, Medizinhistorischen Sammlungen und, und, und … Teile deine Entdeckungen auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZtierisch. Aber Vorsicht! Nicht alle Objekte in Museen dürfen einfach fotografiert werden! Mach also auch mal eine Skizze oder sende eine Textnachricht. TIPP: Genug über Hühner erfahren? Dann mach dich bei deinem nächsten Museumsbesuch mal auf die Suche nach deinem persönlichen Lieblingstier und lass dich anregen, so jede Menge Neues über dieses Tier herauszufinden! Passende MPZ-FührungGeflügelte Drachen, zahme Löwen oder die Kuh im "Wohnzimmer". Tiere auf Bildern in der Alten Pinakothek (Horte, MS bis Jgst. 6, RS bis Jgst. 6, GYM bis Jgst. 6, FöS, GS)Welche Krippe ist die schönste? – Die Krippensammlung des Bayerischen Nationalmuseums (Horte, GS)Informationen zum MuseumDie hier vorgestellten Hühner stammen aus diesen Museen: Alte Pinakothek, Bayerisches Nationalmuseum, Deutsches Meeresmuseum, Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee, Münchner Stadtmuseum, Staatliche Antikensammlungen, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau. Mit dem Museumsportal findest du Museen in deiner Nähe. Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Wilhelm Freiherr von Heideck, Haus in Athen (Ausschnitt), 1838, Leinwand, 69 x 47 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (nicht ausgestellt), URL: https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/haus-in-athen-30016533, CC BY-SA 0.4

Wie erzeuge ich mit Sonne Strom?
Sonnenkraftwerk Megalim, Israel
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In einem Solarturmkraftwerk wird aus Sonnenstrahlung elektrische Energie, also Strom. Folgendes Modell aus dem Deutschen Museum in München zeigt das Kraftwerk Eurelios auf Sizilien. Modell Kraftwerk Eurelios, © Deutsches Museum Im Prinzip funktioniert das Solarkraftwerk ähnlich wie der Solarkocher, mit dem wir Nudelwasser erhitzt haben. Nur geht es noch ein paar Schritte weiter: die Energie der Sonne wird in einem aufwendigen Prozess zu Strom. Dabei ganz wichtig: Energie kann nicht erzeugt oder vernichtet werden. Sie kann nur umgewandelt werden. Bei der Umwandlung ändert sich die Form. Es gibt etwa kinetische (Bewegungsenergie), potentielle (Höhenenergie), Spann-, elektrische, chemische, thermische-, Kern- und Strahlungs-Energie. In welcher Reihenfolge treten die Energieformen und Umwandlungen nun aber in einem Solarturmkraftwerk auf? Und das ist der Grund: In der Sonne wird durch Kernfusion Strahlungsenergie frei. Die Spiegel auf dem Feld reflektieren die Sonnenstrahlung und bündeln sie auf die Spitze des Turms. Dort befindet sich ein Empfänger oder Kollektor, der die Sonnenstrahlung in Wärme umwandelt. Mit dieser thermischen Energie wird z. B. Wasser oder ein anderer Wärmeträger erhitzt. Hierbei entstehen sehr hohe Temperaturen! Der so entstehende Dampf treibt in einem geschlossenen Kreislauf eine Turbine an. Die Turbine setzt die thermische Energie in Bewegungsenergie um. Schließlich wandelt ein Generator die kinetische in elektrische Energie. Leider wird nicht mal die Hälfte der eingefangenen Strahlungsenergie zu elektrischer Energie. Ein Teil geht etwa als Wärme in die Luft (Abwärme) oder es entsteht unerwünscht Wärme durch Reibung. Je mehr Umwandlungen passieren müssen, desto geringer ist die gewünschte Energie am Schluss. Wieviel Prozent von der hineingesteckten Energie nach dem Prozess noch nutzbare ist, sagt der sogenannte Wirkungsgrad. Schon 1788 hat James Watt mit seiner Dampfmaschine auf die Kraft des Wasserdampfes eingesetzt. Er nutzte aber nicht die Sonnenenergie sondern verbrannte Kohle, um das Wasser zu verdampfen und Bewegungsenergie zu erzeugen. Industrie-Dampfmaschine von James Watt. Inventar Nr. 37193 © Deutsches Museum, München Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER.In diesem Beitrag wir das Nachhaltigkeitsziel 7 "bezahlbare und saubere Energie" thematisch aufgegriffen. Mehr über das MuseumDu bist neugierig geworden? Im Deutschen Museum gibt es noch viele weitere Meisterwerke der Naturwissenschaft und Technik zu entdecken. Abbildungsnachweis Titelbild: Megalim Power Plant Israel, Foto von Val Toch auf unsplash.com

Tierisch … Wilde Mischungen
Wolpertinger
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Was ist ein Mischwesen? Ein Wesen, das Karten mischt? Nein! Ein Wesen, das Getränke mischt? Auch nicht! Es ist ein Wesen, das aus verschiedenen Lebewesen zusammengesetzt ist. Genauer gesagt aus unterschiedlichen Einzelteilen von mehreren Wesen, egal ob Mensch oder Tier. Auch die Eigenschaften dieser Wesen vermischen sich natürlich. In Wirklichkeit gibt es zwar die einzelnen Lebewesen, nicht aber die wilden Mischungen. Die Fantasie der Menschen hat sie geschaffen.Du kannst jetzt berühmte Mischwesen entdecken. Los geht’s! Was ist hier vermischt? Im Memo-Spiel lernst du verschiedene Mischwesen kennen. Im zweiten Spiel kannst du die Mischwesen der richtigen Gruppe zuordnen. Die Sirenen Sirene, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6207487, Foto Sirene von Memphis: Museumspädagogisches Zentrum. Sirenen geben bei Gefahr einen Warnton von sich. Laut und auffällig, damit alle aufmerksam werden. Sirenen gab es auch schon vor langer Zeit in der griechischen Mythologie. Es handelte sich um Mischwesen aus Frau und Vogel, manchmal auch Frau und Fisch. Sie wohnten auf einer Insel und lenkten mit ihrem bezaubernden Gesang die Schiffsleute ab, die vorbeifuhren. Das konnte sehr gefährlich werden. Hier hörst du eine Sirenen-Geschichte: Tierische Mischungen Jetzt schauen wir uns einmal die tierischen Mischwesen genauer an. Unten findest du einige Tiernamen. Ziehe jeweils eine Gruppe von Tiernamen zum passenden Mischwesen. Eigene wilde Mischungen In einem lustigen Zeichenspiel könnt ihr selbst Mischwesen erfinden. Ihr braucht nur Papier und Bleistift oder Buntstifte. Und so geht’s: Jeder Mitspielende zeichnet einen Tier- oder Menschenkopf auf den oberen Teil des Papiers und faltet das Blatt so, dass nur noch ein Stück Hals sichtbar ist. Dann das Papier zum nächsten Mitspielenden weitergeben. Einen Tier- oder Menschenkörper an den Hals zeichnen und wieder das Papier falten und weitergeben. Der oder die Letzte zeichnet die Beine und Füße und gibt weiter. Danach faltet jeder sein Papier auf. Gebt euren Mischwesen passende Namen: Geweihkängurumann, Affenhasenhuhn oder was eben am besten passt. Viel Spaß mit euren wilden Mischungen! Giraschlawal © Museumspädagogisches Zentrum Passender Beitrag auf XponatWortkarteHaikuErinnern aus dem Gedächtnis Passende MPZ-FührungAntike Mischwesen: Von Faunen, Satyrn und Kentauren Informationen zum MuseumIn diesen Museen findest du die Mischwesen aus diesem Beitrag und noch viele andere „wilde Mischungen“:Museum Fünf Kontinente, Lenbachhaus, Staatliche Antikensammlungen, Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke Abbildungsnachweis Titelbild: Wolpertinger (in Anlehnung an den Feldhasen Albrecht Dürers) von Rainer Zenz - Rainer Zenz, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=340080, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum.

Tierisch … Tretmühle und Hamsterrad
Münchner Bierfuhrwerk
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Schon immer waren die Menschen bestrebt, sich das Leben durch verschiedene Hilfsmittel zu erleichtern. Unsere Vorfahren begannen vor 10 000 Jahren damit, Wildtiere zu zähmen. Zu den ersten Haustieren gehörten Auerochsen, Wildschafe, Ziegen, Hühner und sogar Wölfe. Nutztiere wurden vielseitig verwendet und dienten dem Menschen zur Erzeugung von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgütern wie Leder und Wolle, aber auch als Lasten- und Arbeitstiere. Nun hatten die Menschen nicht nur Tierprodukte zur Verfügung, ohne jagen zu müssen, sondern konnten sogar Tiere zu ihrem Schutz halten. Sie mussten nicht mehr den Herden hinterher ziehen. Sie begannen, von Ackerbau und Viehzucht zu leben. Dies war ein großer Schritt für die Menschheit. Johann Adam Klein, Münchner Bierfuhrwerk, InventarNr. GM-IIb/115Quelle: https://sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de/objekt/muenchner-bierfuhrwerk-10002313.html Über Jahrtausende arbeitete der Mensch ohne technische Hilfsmittel. Viele Tiere haben mehr Kraft als Menschen und können deshalb schwerere Lasten tragen und ziehen. Selbst ein starker Mann würde bei dem Versuch, ein Bierfass über eine längere Strecke zu schleppen, bald zusammenbrechen. Ein Pferdegespann schafft dagegen problemlos ein Dutzend Fässer. Ochsentretscheibe um 1600, Foto: Deutsches Museum München, Archiv BN40255 Auch das Mahlen von Getreide mit handbetriebenen Mahlsteinen und das Schöpfen von Wasser aus Brunnen war zu kräftezehrend für Menschen.Hilfsmittel, um die Muskelkraft zu verstärken, mussten erfunden werden. Durch den Einsatz von Rädern, Hebeln oder Rollen konnten Muskelkraftmaschinen gebaut werden. Die „Tretmühle“ ist eine solche Muskelkraftmaschine. Auf der schräggestellten Tretscheibe arbeiteten ein oder zwei Ochsen. Die Tiere waren am Hals angeseilt und daher gezwungen, ständig weiter zu gehen. Dadurch drehte sich die Scheibe unter ihnen. Ein hölzernes Getriebe übertrug die Drehbewegung auf einen Mühlstein im Inneren des Gebäudes. Auch auf dem Feld mussten die Ochsen sich richtig „ins Zeug legen". Der Begriff „Zeug" bezieht sich dabei auf das Geschirr von Zugochsen, mit dem die Tiere einen Wagen oder einen Pflug hinter sich herzogen, um ein Feld umzugraben. Das berühmte „Hamsterrad“ war ursprünglich ein Hundelaufrad. Der Hund wurde gezwungen, immer weiter zu laufen und so über die Drehbewegung den Blasebalg des Schmieds anzutreiben. Auch der sogenannte „Göpel“ nutzt die Muskelkraft von Pferden oder anderen Zugtieren. Der Göpel ist die einfachste Maschine, mit der die Muskelkraft eines Tieres auf eine Achse übertragen werden kann. Die Muskelkraft des im Kreis laufenden Tieres sorgt für eine Drehbewegung und treibt so z.B. ein Wasserschöpfrad an. Hundetretrad in einer Nagelschmiede, Archiv BN45985 © Deutsches Museum München Durch die Industrialisierung und den Einsatz von Kohle als Energiequelle wurden Tiere wie das Pferd langsam aber sicher arbeitslos. Gleichzeitig entstanden aber auch neue Einsatzbereiche für tierische Helfer, z.B. im Bergbau. Pferd treibt Göpel an, Darstellung eines italienischen Künstlers, ca. 1430 © Deutsches Museum München Bergleute nahmen Tiere mit in die Stollen, damit die sie vor giftigem Gas oder bei Sauerstoffmangel rechtzeitig warnten. In diesem Job war der Kanarienvogel unschlagbar. Wenn der eifrige Sänger aufhörte zu singen oder gar von seiner Stange kippte, stimmte etwas nicht unter Tage. Viele Kanarienvögel wurden so zu Lebensrettern.Das Zusammenleben von Menschen und Nutztieren hatte dadurch eine ganz andere Bedeutung als heute: Das Tier war mehr „wert“! Der Mensch war darauf angewiesen, dass seine Tiere gesund blieben. Sie produzierten genau so viel Energie und Nahrungsmittel, wie die Menschen zum Leben brauchten. Die Art und Weise der Nutztierhaltung hat sich stets weiterentwickelt. Die Anforderungen an die Tiere wurden dabei aber immer höher: Die Hühner mussten immer mehr Eier legen, die Kühe mehr Milch geben und die Schweine schneller wachsen.Die Bedürfnisse der Tiere traten in den Hintergrund. Heutzutage prägt die „Massen-Tierhaltung“ den Umgang mit Nutztieren in der Landwirtschaft. Viele Menschen lehnen inzwischen diese Ausbeutung der Tiere ab. Die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern trägt stärker zum Klimawandel bei als die von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Für das Kraftfutter von Nutztieren wird Regenwald abgeholzt, Wiesen werden in Ackerland umgewandelt und Feuchtgebiete trockengelegt. Auch das von Rindern und anderen Wiederkäuern ausgestoßene Klimagas Methan hat negative Auswirkungen auf unser Klima. Und Gülle und Medikamente aus der Tierhaltung verschmutzen unser Grundwasser. Werde auch du zum KLIMARETTER! Iss etwas weniger Fleisch und schütze so unsere Umwelt und die Tiere vor Ausbeutung! Die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen, insbesondere SDG 1 und 2, zielen darauf ab, dass alle Menschen dieser Erde Zugang zu ausreichend gesunden Lebensmitteln haben. Dieses Ziel ist direkt mit der Produktion von tierischen Lebensmitteln verknüpft. Keine Armut: Ein großer Teil der in Deutschland landwirtschaftlich genutzten Fläche dient dem Anbau von Futtermitteln für die Tierhaltung und nicht der direkten Nahrungsmittelproduktion. Das reicht aber immer noch nicht. Millionen Tonnen an Soja als Futtermittel für Schweine, Rinder und Geflügel werden aus Ländern wie Brasilien eingeführt. Dadurch steht der dortigen Bevölkerung weniger Fläche zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung. Hunger und Armut werden verstärkt. Kein Hunger: Werden Ackerflächen direkt für die menschliche Ernährung genutzt, stehen den Menschen weltweit deutlich mehr Nahrungsmittel zur Verfügung. Durch ein bis zwei fleischfreie Tage pro Woche in den reichen Ländern könnte die Ernährungssituation in den Ländern des Globalen Südens bereits deutlich verbessert werden.Es gäbe weniger Hunger auf der Welt. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Informationen zu den MuseenHier findest du mehr Informationen zum Deutschen Museum sowie zum Münchner Stadtmuseum. Abbildungsnachweis Titelbild: Johann Adam Klein, Münchner Bierfuhrwerk, GM-IIb/115, Quelle: https://sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de/objekt/muenchner-bierfuhrwerk-10002313.html, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum.

Tierisch … Drachen suchen
Drachen_Dachreiter
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Drachen kennst du vielleicht aus Geschichten oder Filmen. In Wirklichkeit gibt es sie nicht. Es sind Fantasietiere. Schon vor ganz langer Zeit haben die Menschen sie sich ausgedacht. Es gab manches, was die Menschen nicht beherrschen konnten: Feuer und Wasser zum Beispiel, oder Krankheiten und Hungersnöte. Dann stellten sie sich diese Dinge als Drache vor. Und wer einen Drachen zähmen oder besiegen konnte, war besonders tapfer, mutig und stark. In China dagegen gilt der Drache als Zeichen für Glück und Macht. Dort ist er auch ein Tierkreiszeichen. Alle zwölf Jahre gibt es ein Drachenjahr (zuletzt 2012). Auch in den Münchner Museen und an manchen Orten in der Stadt „hausen“ Drachen. Sie warten darauf, entdeckt zu werden. Geh mit auf die Suche! Ausschnitt aus dem Film "Der Kampf gegen die Drachen. Krankheiten und Epidemien in München" © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Zeno Legner, Falk Müller Wassily, Georg und der Drache Der Heilige Georg ist der bekannteste Drachenbekämpfer und wird oft als Ritter in Rüstung dargestellt. Beim Memo-Spiel war er auch auf einem bunten Gemälde dabei. Das Bild stammt von Wassily Kandinsky, einem berühmten russischen Maler. Er wurde 1866 in Moskau geboren, wuchs dort auf und lebte auch lange Zeit in München und Murnau. Auf seinen Bildern ist immer wieder der Heilige Georg zu sehen. Warum wohl? Die Drachen-Karten helfen dir dabei, der Antwort auf die Spur zu kommen. Der Drache und der Blaue Reiter Kandinsky sah also Georg und den Drachen häufig in seinem Leben an verschiedenen Orten. Der Heilige Georg ist in vielen Ländern der Welt bekannt. Sein Zeichen ist eine weiße Fahne mit rotem Kreuz. Das ist die Fahne von England. Viele mächtige Herrscher nahmen sich Georg zum Vorbild. Kannst du dir vorstellen, warum?Kandinsky und seine Kollegen wollten anders malen als die Künstlerinnen und Künstler vor ihnen. Zusammen mit Franz Marc sammelte Kandinsky Bilder und Aufsätze, die ihre Kunst erklären sollten. 1912 erschien diese Sammlung als Buch (Almanach). Die beiden Maler gaben ihm den Titel "Der Blaue Reiter". Franz Marc liebte nämlich Pferde, Kandinsky Reiter. - Und beide liebten die Farbe Blau. Hier siehst du das Titelbild. Wassily Kandinsky hat es entworfen.Was zeigt das Bild? Kannst du etwas erkennen?Schiebe den Regler nach links und es erscheint ein Hinterglasbild von Wassily Kandinsky, welches das gleiche Motiv zeigt. Es wird dir sicher helfen, die einzelnen Elemente auf dem Titelblatt besser erkennen zu können. Welche Einzelheiten, die du auf dem Hinterglasbild siehst, hat Kandinsky auf dem Titelblatt „Der Blaue Reiter“ weggelassen? Du kannst prüfen, ob du richtig liegst. Ziehe einfach die zwei passenden Blasen in die leeren Lösungsblasen. Jetzt kennst du dich schon gut mit Drachen aus und kannst weiter auf die Suche gehen. Tipp: Schau doch mal beim „Wurmeck“ am Münchner Neuen Rathaus vorbei!Du kannst auch selbst fantasievolle Drachen gestalten. Ein paar Anregungen bekommst du hier. – Klicke einfach auf die folgenden Bilder: Drache als Stiftehalter Einen feuerspeienden Drachen basteln MPZ-Online-VeranstaltungMusPad: Vom Haustier bis zum Fabelwesen – Tierdarstellungen in der Kunst (MS, RS, GYM, Jgst. 5 – 11) Passende MPZ-FührungGrüne Nasen, gelbe Kühe und der Blaue Reiter (Horte, Inklusionsklassen, FöS, MS, RS, GS, GYM)Wassily Kandinsky – auf dem Weg der Abstraktion (Horte, MS, RS, GS, GYM)Geflügelte Drachen, zahme Löwen oder die Kuh im "Wohnzimmer". Tiere auf Bildern in der Alten Pinakothek. (Horte, FöS, MS bis Jgst. 6, RS bis Jgst. 6, GS, GYM bis Jgst. 6)Programm für Deutschklassen: Tierische Welten – die Darstellung von Tieren in der Kunst (Deutschklasse MS Jgst. 5-6, Deutschklasse GS,)Glücksdrache aus China und Japan (MS bis Jgst. 7, RS bis Jgst. 7, GS, GYM bis Jgst. 7) Informationen zu den MuseenIn diesen Museen findest du die Drachen: im Münchner Stadtmuseum und in der online-Sammlung des Münchner Stadtmuseums, im Lenbachhaus, der Staatlichen Münzsammlung, dem Bayerischen Nationalmuseum, dem Museum Fünf Kontinente und dem Schloss Lustheim. Abbildungsnachweis Titelbild: Dachreiter, China, Shandong, 17. Jh. © Museum Fünf Kontinente, Fotografin Marianne Franke.

Tierisch … Masken
Tipi-liner, North Dacota, 1880
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Es gibt die verschiedensten Gründe, sich zu verkleiden. Bei uns in Bayern verkleiden sich die Leute meist im Fasching. Weißt du, warum man sich an Fasching verkleidet?Früher waren die Jahreszeiten für die Menschen sehr wichtig. Im Winter konnten keine Pflanzen wachsen, also warteten die Leute auf den Frühling, der die Pflanzen wieder wachsen ließ. Dadurch hatte man dann auch wieder mehr zu essen. Um den Winter zu vertreiben, haben sich die Menschen gruselig verkleidet. Der Winter sollte sich erschrecken und endlich verschwinden.Die Menschen verkleiden sich überall auf der Welt, aber die Gründe dafür sind ganz verschieden.Bei manchen Ureinwohnern in Nordamerika verkleideten sich die Jäger als Bisons, weil sie sich so leichter an die Tiere heranschleichen konnten. Damit sie Jagdglück hatten und vor Unfällen geschützt waren, machten sie Jagdtänze, bei denen sie ebenfalls Masken trugen. Eine Abbildung von einem Jagdtanz findest du auf diesem Tipi-Lining aus dem Museum Fünf Kontinente. Tuch, sogenannter Tipi-Liner, Baumwolle, Aquarellfarben, bemalt mit Heldentaten eines Kriegers. Plains, North Dacota, Standing Rock Reservation. Um 1880. Sammlung Prinzessin Therese von Bayern © Museum Fünf Kontinente, München. Foto: Swantje Aurum-Mulzer. Tipi-Lining nennt man ein großes Bild, das man innen im Zelt, dem Tipi, aufhängte. Darauf wurden wichtige Geschichten der Familie und Rituale, wie die Jagdtänze, festgehalten. Rituale waren in diesem Fall Feste mit Tänzen, die nach bekannten Regeln abliefen. Diese Rituale waren für alle Menschen, die dort zusammenlebten sehr wichtig. Rituale gibt es auch heute noch, zum Beispiel innerhalb der Familie an Weihnachten. In Südamerika gibt es eine Gegend, die Amazonien heißt. Sie heißt deshalb so, weil sie rund um den Fluss Amazonas liegt. In einem kleinen Teil dieser Region im heutigen Brasilien, trug man zu bestimmten Anlässen auch Tanzmasken, die aus einem besonderen Papier, dem Rindenbastpapier, gemacht wurden. Dieses Papier ist so ähnlich wie Pappmaché.In der Sammlung des Museums gibt es von diesen Tanzmasken einen Piranha, einen Jaguar, einen Affen, einen Tapir und ein Reh.Welches Tier erkennst du hier? Aufsatzmaske: Reh, Tecuna (Tikuna), vor 1819, Sammlung Spix & Martius, Inv.-Nr. 388©Museum Fünf Kontinente, Foto: Nicolai Kästner Auch in Afrika trugen die Menschen aus den verschiedenen Gründen Masken. Diese Masken benutzt man auch bei bestimmten Ritualen. Manche dieser Masken waren für die Menschen so heilig, dass sie nicht von jedem gesehen werden durften.Heute werden aber auch andere Masken angefertigt. Sie werden zum Beispiel hergestellt um auf dem Kunstmarkt verkauft zu werden.Ein berühmter afrikanischer Künstler, Romuald Hazoumè, baut Masken aus Müll. Er verwendet vor allem sogenannten „Zivilisationsmüll“. Damit meint man den Müll, den wir durch unsere Art zu leben produzieren. Also Plastikflaschen, Tüten, Becher, Kanister und ähnliche Sachen, die nicht verrotten. Diesen weggeworfenen Gegenständen haucht der Künstler neues Leben ein. Eine dieser Masken siehst du hier. Recycling-Art-Maske "Dagmar Meyer", Romouald Hazoumè, Porto Novo, Republik Benin, Afrika © Museum Fünf Kontinente. Foto: Marianne Franke. Kannst du erkennen woraus diese Maske gebaut ist? Was ist denn der rote Mund wohl vorher gewesen? Und die Nase?Die Masken von Romuald Hazoumé kann man nicht tragen. Sie sind reine Kunstobjekte und werden an die Wand gehängt.Möchtest du auch einmal eine Maske aus Müll bauen? Zum Beispiel aus einer leeren Milchtüte und Bonbonpapieren? Oder aus einer leeren Spülmittelflasche, alten Kabeln und Kronkorken? Im Museum Fünf Kontinente gibt es noch mehr Masken von Romuald Hazoumè zu sehen. Wenn du Lust hast, eine Maske zu bauen, die du tragen kannst, brauchst du nur ein Stück Karton, das etwas größer als dein Gesicht ist (DIN-A4). Darauf zeichnest du mit Bleistift eine Maskengrundform (oval, rund …) Wichtig ist, dass du Löcher für die Augen einplanst, damit du mit deiner Maske etwas sehen kannst. Außen, neben den Augen, machst du mit dem Locher jeweils ein Loch, damit du eine Schnur oder ein Gummiband hindurch fädeln kannst, um die Maske am Kopf zu fixieren. Dann geht’s los mit der Gestaltung der Maske. Wie wäre es mit einer wilden Mähne aus Wolle? Vielleicht auch mit Hörnern oder scharfen, spitzen Zähnen?Im Museum Fünf Kontinente gibt es viele Masken, die du dir mit deinen Eltern zusammen anschauen kannst … ... und wenn du auf das folgende Bild klickst, gibt 's fertige Maskenvorlagen zum Ausdrucken. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netMaske Passende MPZ-FührungenMasken (GS, MS, RS, FöS, Inklusionsklassen, GYM, Horte) Informationen zum MuseumDas Museum Fünf Kontinente zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Auf der Museumswebsite findet ihr Informationen zum Museum und seinen Ausstellungen. Abbildungsnachweis Titelbild: Tuch, sogenannter Tipi-Liner, Baumwolle, Aquarellfarben, bemalt mit Heldentaten eines Kriegers. Plains, North Dacota, Standing Rock Reservation. Um 1880. Sammlung Prinzessin Therese von Bayern (Ausschnitt) © Museum Fünf Kontinente, München. Foto: Swantje Aurum-Mulzer. Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum.

Die Anfänge Münchens
Frau mit Salzbreze neben Salzblock im Museum
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Sicher warst du schon einmal an der Isar – zum Radfahren, um Isarkiesel zu sammeln oder um am Wasser zu spielen. Als ich das letzte Mal auf der Ludwigsbrücke stand, habe ich daran gedacht, dass die Menschen an dieser Stelle schon seit Jahrhunderten die Isar überqueren. Oft gehen wir an solchen Plätzen oder an Gebäuden achtlos vorbei, ohne sie richtig zu sehen. Dabei steckt hinter vielen eine spannende Geschichte. Willst du wissen, was die Isar und diese Brücke mit der Gründung Münchens zu tun haben? Oder hättest du gerne einen Tipp, wo du „Weißes Gold“ im Münchner Stadtmuseum findest? Dann schau dir diesen Film an: Denselben Film findest du hier in Leichter Sprache (A2): Passende MPZ-FührungenDas Münchner Kindl geht auf Reisen in die Vergangenheit – Münchner Geschichten von damals und heute (Kindergartenkinder ab 5 Jahren)Mein München (Kindergartenkinder und deren Eltern)Blick auf das mittelalterliche München – Geschichte(n) im Museum und in der Stadt (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, Horte)„Typisch München!“ – Vom Mittelalter bis in die Barockzeit (MS ab Jgst. 7, RS ab Jgst. 7, GYM ab Jgst. 7, BS)München im Mittelalter – ein Spaziergang durch andere Zeiten (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM) Informationen zum MuseumDas Münchner Stadtmuseum bietet eine große Bandbreite an Dauerausstellungen. Dazu gehören die stadthistorische Ausstellung „Typisch München!“ und die darin integrierte Ausstellung „Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln“. Außerdem gibt es noch die Sammlung Puppentheater/Schaustellerei, die Ausstellung „Nationalsozialismus in München sowie die Sammlung Musik. Du kannst regelmäßig Sonderausstellungen zu verschiedensten Themen besuchen, unter anderem aus der beachtlichen Sammlung Fotografie und der Sammlung Mode. Abbildungsnachweis Titelbild: Filmstill, © Museumspädagogisches Zentrum

#MPZbayernweit

In unserer neuen Reihe #MPZbayernweit reist du digital zu vielen spannenden Orten in Bayern. Mitten im Herzen von Fürth kannst du wortwörtlich in den Untergrund „abtauchen“. In Oberfranken begegnet dir ein Enterich, der gerne wie Goethe und Schiller spricht. Auf Entdeckungsreise in die Welt der Fabeln und Märchen geht es in Murnau. Dass auch Möbelstücke Geschichten erzählen können, verrät uns ein Blick nach Abensberg. Und in Augsburg wimmelt es von Farben und Mustern . Überall gibt es Schätze zu entdecken! Folgt uns auf Facebook oder Instagram! Dort werden wir auch alle neuen Aktionen verlinken. Wenn ihr uns eure Kunstwerke zeigen wollt, verwendet den Hashtag #MPZbayernweit. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum

Geheime Geschichten – Lucys Rätselbilder

Die schottische Künstlerin Lucy McKenzie (*1977 Glasgow) bringt in ihren Werken oft Verschiedenes zusammen: Zeiten, Orte, Stile, Themen und Personen. Dabei schlüpft sie gerne in Rollen und arbeitet wie eine Detektivin: Heraus kommt etwas vollkommen Neues, das ihr auch hilft, unsere heutige Welt besser zu verstehen! „Es ist die pure Lust daran, in der Haut von etwas oder jemandem  zu stecken, das beziehungsweise den man aufregend findet.“L. McKenzie im Interview mit J. Proctor, in: Really Old? 10 Jahre Museum Brandhorst, München 2020, S. 55. „Es ist eine wirklich schöne Erfahrung, sich anzuschauen, was all diese Dinge im Grunde verknüpft. [...] Es ist ein echtes Rätsel, aber es ist mein Rätsel, und es ist toll, all diese Elemente zusammensetzen zu können und das Rätsel so vielleicht zu lösen.“ L. McKenzie im Interview mit J. Proctor, in: Really Old? 10 Jahre Museum Brandhorst, München 2020, S. 50. Lucy McKenzie, Rebecca, 2019, Udo und Anette Brandhorst Sammlung © Lucy McKenzie. Foto: Mark Blower. Courtesy the artist and Cabinet, London Was beschäftigt dich? Gibt es Dinge, die für dich eine besondere Bedeutung haben? Bist du dir selbst oder anderen vielleicht manchmal ein Rätsel? Wie kannst du deine Persönlichkeit ausdrücken? Sammle Objekte, Symbole, Zeichen, Texte, Bilder, die etwas mit dir zu tun haben oder dich interessieren. Erstelle daraus ein Bild und schaffe so deine eigene geheime Geschichte. Du kannst zeichnen, malen oder mit Collage arbei­ten – deinem persönlichen Rätselbild sind keine Grenzen gesetzt! Stelle dein Bild deinen Freund*innen vor! Welche Symbole verstehen deine Freund*innen ohne deine Erklärung? Wo brauchen sie einen Hinweis von dir? Welche Bildelemente sollen dein Geheimnis, ein Rätsel bleiben?Schau mal, was Johanna beschäftigt...  Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.mpz-bayern.deActioncART: Geheime Geschichten - Rätselbilder, Inspirationsquelle# Malerei, Zeichnung, Collage Passende MPZ-Führungen"Food for the mind" – sehen, denken, diskutieren (ab 8. Jgst. MS, RS, Gym, BS)Kunst ist politisch! – Ist Kunst politisch? (GS ab 3. Jgst., MS, RS, Gym, BS, Horte)Moderne Kunst als Inspiration für Geschichten – imaginieren, improvisieren, dichten (GS, MS, RS, Gym, BS) Mehr über das MuseumHier findest du noch mehr Informationen über Lucy McKenzie, die derzeit mit der Sonderausstellung "Prime Suspect" bis zum 6. Juni 2021 (verlängert!) im Museum Brandhorst zu sehen ist. Abbildungsnachweis Titelbild: Lucy McKenzie, Rebecca (Ausschnitt), 2019, Öl auf Holz , 206,1 × 108,3 cm , Udo und Anette Brandhorst Sammlung © Lucy McKenzie. Foto: Mark Blower. Courtesy the artist and Cabinet, London. Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum, A. Braun

Die bunte Welt der Muster!
Zwei Stoffmusterbücher
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Was wäre unsere Kleidung ohne farbige Drucke und Muster? Ganz schön langweilig, oder? Die bunte Welt der Muster! Baumwollpiquékleid mit Petticoat aus den 1960er Jahren. © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg – kurz tim - wimmelt es nur so von bunten Mustern und bunt bedruckten Stoffen!Auf diesem Kleid aus den 1960er Jahren blüht beispielsweise eine ganze Blumenwiese aus roten und schwarzen Blütenranken.Das Kleid ist schon über 60 Jahre alt und stammt aus der sogenannten „Wirtschaftswunderzeit“. Das ist die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Menschen in Deutschland ging es wieder besser, sie hatten nach den harten Kriegsjahren ein großes Nachholbedürfnis. – Auch in der Mode.Die Stoffe aus dieser Zeit waren kunterbunt und voller üppiger Muster. Der Pariser Designer Christian Dior erfand in den 1950er Jahren den sogenannten "New Look", was übersetzt „Neues Aussehen“ bedeutet. Die Damen trugen glockenförmige, wadenlange Röcke aus fließenden Stoffen und mit einer “Wespentaille". Diese ist wirklich nach der Wespe benannt, die eine extrem schmale Taille hat.Unter den Röcken trugen die Damen Petticoats aus Tüll. Diese bunten Unterröcke ließen die Kleider noch glockenförmiger aussehen. Muster Muster Muster! Blätter, Blumen, Kringel, Kreise, Quadrate, Vierecke und Rauten, sogar ganze Obstkörbe oder wilde Tiere gibt es auf den bunten Textilien im tim zu entdecken.Besonders viele Muster findest du in unserer „Schatzkammer“. Dort liegen über 500 Musterbücher. Darin stehen keine Geschichten zum Vorlesen. Die Bücher sind über und über mit kleinen Musterstücken aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei beklebt.Über 1,5 Millionen verschiedene Muster aus 250 Jahren gibt es hier zu bestaunen. Musterbuch aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei, © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Wenn du mal hier im tim bist, dann kannst du selbst zum Designer werden und diese Muster zum Leben erwecken. Mit Hilfe eines Computers überträgts du die Muster auf unsere Grazien – das sind über vier Meter hohe Damenfiguren, die dann jeweils das Muster anziehen, das du an einem Touchscreen ausgewählt hast. Digitale Muster auf über vier Meter hohen Grazien (Damenfiguren) in der Dauerausstellung des tim, © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen, auch ein Muster zu entwerfen? Hier kannst du dich austoben! Kreative Anregungen und HintergrundinformationenWillst du wissen, wie Muster auf Stoffe kommen? Oder möchtest du vielleicht sogar selbst ein paar Muster entwerfen? Dann hol dir das neue Mitmach-Heft „Mit Fussel durch das tim“! Es hält für dich auch viele weitere Rätsel und Geschichten rund um Textilien, Kleidung und Mode bereit. Du kannst es dir hier downloaden.Auch in unserer aktuellen Sonderausstellung mit dem Titel „Amish Quilts meet Modern Art“ haben sich viele Muster versteckt. Wenn du ganz genau hinschaust, dann kannst du in den farbenfrohen Quilts eine Menge solcher Strukturen entdecken! Quilts sind bunte Bettdecken, die in der Ausstellung nicht auf dem Bett liegen, sondern als Kunstwerke an der Wand hängen. In einem spannenden Entdecker-Video kannst du dich auf eine faszinierende Reise durch die Sonderausstellung im tim begeben. Hier erfährst du unter anderem, wer die Amish People sind und was gemusterte Bettdecken mit zeitgenössischer Kunst zu tun haben. Mehr über das MuseumWeitere Informationen zum tim und seinen Vermittlungsangeboten findest du hier. Für diejenigen, die das tim gerne digital erkunden möchten, steht ein Audioguide mit spannenden Textilgeschichten bereit, die Augsburger Schülerinnen und Schüler entwickelt haben. Abbildungsnachweis Titelbild: Zwei Stoffmusterbücher aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei, © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)

Auf den zweiten Blick
Auszug aus der Zunftordnung der Abensberger Brauer

Alte Möbel zeigen, wie die Welt früher war – und das in all ihren Facetten. Nehmen wir doch zum Beispiel mal ein Möbelstück unter die Lupe, das es bei uns in jedem Haus und sogar fast in jedem Zimmer gibt: einen Schrank. Auf den ersten Blick wirkt er unauffällig und recht bunt – nichts Besonderes. Aber ein zweiter Blick lohnt sich! Entdeckt, was sich hier für Geheimnisse verbergen! Ihr werdet merken: Gerade die scheinbar „einfachen“ Dingen können uns sehr viel Interessantes verraten, wenn wir sie genauer unter die Lupe nehmen. Schaut euch diesen Schrank genau an. So einen Schrank kann man in keinem Möbelhaus kaufen. Er ist schon sehr alt und seine Entstehungsgeschichte unterscheidet sich stark von derjenigen heutiger Möbelstücke. © Stadtmuseum Abensberg Den Anfang macht der Schreiner. Auf Bestellung seiner Kunden besorgt er zunächst das benötigte Holz.Dieses bearbeitet er in der eigenen Werkstatt. Er nutzt dabei Werkzeuge wie Sägen und Hobel. Manche der Geräte gibt es immer noch, andere sind mittlerweile vergessen. Es wurde alles per Hand bedient – und das war ziemlich anstrengend. Habt ihr mal versucht, einen dicken Baumstamm mit einer Blattsäge zu durchtrennen? Jeder Handwerker hatte Vorschriften, an die er sich halten musste. Er gehörte zu einer festen Gruppe von Handwerkern, einer sogenannten Zunft. All diese Zünfte (z.B. die Schreiner, die Schlosser oder die Schmiede) mussten bestimmte Regeln befolgen, die in der Zunftordnung festgelegt waren. Ausschnitt aus der Zunftordnung der Abensberger Brauer, © Stadtmuseum Abensberg Für die Schreiner bedeutete das – neben Preisabsprachen und Qualitätskontrolle – vor allem eines: Um ihre Möbel zusammenzubauen, durften sie keine Nägel benutzen! Sie konnten die Einzelteile lediglich durch Zapfen oder Bolzen miteinander verbinden. Denn als Schreiner war ihnen nur das Arbeiten mit Holz gestattet – nicht mit Eisen. Das war anderen Zünften vorbehalten, zum Beispiel den Schlossern. Sie arbeiteten mit Metall und waren fähig und vor allem berechtigt, dieses Material zu erhitzen und zu beschlagen. Sie fertigten Schlösser und Schlüssel sowie Scharniere und Beschläge – und so wurden zum Beispiel Schrankkorpus und Türen miteinander verbunden. Im Zusammenspiel ergibt sich aus der Arbeit der einzelnen Handwerker ein fertiger Schrank, dem nun nur noch die richtige Bemalung fehlt. Dafür macht der Schrank sich auf zum nächsten Handwerker: dem Maler. Dort bekommt er ordentlich Farbe und kann danach endlich zu seinem Aufstellungsort gebracht werden. So entstanden durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Handwerker einzigartige Möbel. Sie waren aufgrund ihrer aufwendigen Herstellung für die Menschen sehr viel wertvoller als wir es uns heute vorstellen können und wurden selbstverständlich über Generationen vererbt.Wissen wir alte, aufwendig hergestellte Möbel und schöne Erbstücke überhaupt noch zu schätzen?!Heute fährst du mit deinen Eltern in Einrichtungsläden und kaufst fertige Bausets. Oftmals bestehen diese nicht mal aus richtigem Holz. Habt ihr zuhause ein schönes Möbelstück, das handwerklich toll gearbeitet ist? Oder gibt es in eurer Familie gar ein Erbstück? Neben der Bedeutung, die ein sorgsam gehütetes Familienerbstück besitzen kann, spielt hier auch der nachhaltige, also der durchdachte Umgang mit Rohstoffen eine Rolle. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Fall, dass man für einen Schrank „echtes“, umweltverträglich gewachsenes und geschlagenes Holz von heimischen Bäumen verwendet. Schließlich verarbeitet man es so, dass das daraus entstehende Produkt kein Wegwerfartikel ist, sondern uns wertvoll ist und bleibt. – Einfach so, wie die Menschen das früher ganz selbstverständlich gemacht haben. Geht auf die Suche nach einem tollen Möbelstück mit Geschichte oder baut selbst ein (nachhaltiges) Möbelstück – eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Teile deine Ideen mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig.Viel Spaß! © Stadtmuseum Abensberg Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netSchrank, Truhe, Werbetext schreiben, Konstruktion, Detailfokus Mehr zum Thema Upcycling in unserer Reihe „Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik“ Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Informationen zum MuseumWer war Graf Babo? Und warum hatte die Stadtmauer 40 Türme? Wen besiegte Napoleon vor den Toren der Stadt,wer ist der Vater der bayerischen Geschichtsschreibung und warum hatte Ötzi einen Abensberger Feuerstein dabei? Entdeckt im Stadtmuseum Abensberg die facettenreiche Vergangenheit der Stadt, von der Steinzeit, den Babonen und Aventinus bis zu den Krippen des Sebastian Osterrieder. Hier kannst du schon einmal eine Rundgang unternehmen. © Stadtmuseum Abensberg Abbildungsnachweis Titelbild: Ausschnitt aus der Zunftordnung der Abensberger Brauer, © Stadtmuseum Abensberg (Ausschnitt)

Märchen in Murnau
Steine mit Märchenfiguren bemalt

Kamele, eine Kuh, im Hintergrund ein antiker Tempel vor einer Bergkulisse. Pferde, Ziegen, ein Hund, ein Lamm und viele Menschen vor einem Brunnen. Ein Mann, der unter einem großen alten Baum auf dem höchsten Brunnenrand sitzt. – Zu sehen ist all das auf einem Gemälde, das im Schloßmuseum Murnau hängt. Johann Michael Wittmer, ein Maler aus Murnau, hat es vor fast zweihundert Jahren gemalt. Was da wohl los ist? Hier erfährst du es: Johann Michael Wittmer, Äsop, dem phrygischen Volk seine Fabeln erzählend, 1875, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Was fällt wohl dem Haustechniker des Schloßmuseums, einer Restauratorin und Kindern aus Murnau zu dem Bild ein? Xaver und Max, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Angela Hückel, Restauratorin, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Werkzeug des Haustechnikers, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Und HIER (auf der verlinkten Seite etwas weiter unten) schildern noch mehr Personen ihre Eindrücke! Äsop, der Mann auf dem Brunnen, erzählt Geschichten von Tieren. Diese Tiere können sprechen und haben Eigenschaften wie Menschen. HIER kannst du einige der Geschichten hören. Sportmärchen Ödön von Horváth, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Ein anderer berühmter Schriftsteller will Eigenschaften von Menschen mit Geschichten aus der Welt des Sports offenlegen: Ödön von Horváth. Er lebte vor etwa 100 Jahren in Murnau. Als junger Mann wohnte und arbeitete er dort fast zehn Jahre lang in einer Villa, die sein Vater gebaut hatte. Er machte gerne Bergtouren, schwamm im Staffelsee und interessierte sich auch für andere Sportarten. Mit nur 36 Jahren starb er in Paris, wo er bei einem Gewitter von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde. Die ersten Texte, die ihn als Schriftsteller bekannt machten, nannte er „Sportmärchen“. Ein Blick über den Riegsee nach Murnau mit Kirche und Schoßmuseum, im Hintergrund die schneebedeckten Alpen mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze (rechts). Angeregt durch diese Landschaft und seine Erlebnisse dort schrieb Ödön von Horváth seine „Sportmärchen“. Fünf davon verstecken sich hinter den Spots. Beim Zuhören einfach die Augen schließen, dann kommen die eigenen Bilder von selbst … Ist es schwer, ein Märchen oder eine Fabel zu schreiben? Leichter wird es sicher, wenn man sich Anregungen holt. Bei einem Besuch im Schloßmuseum Murnau zum Beispiel. Das Bild „Fabeltier“ von Franz Marc lädt ein, sich eine Geschichte darüber auszudenken. Was sagt wohl die Katze, die Gabriele Münter gemalt hat? Und wer wohnt auf ihren Bildern hinter den blauen Bergen? Märchensteine Märchensteine helfen auch, wenn man Geschichten erfinden möchte. Hier findest du die Anleitung! Ein Besuch im Schloßmuseum Murnau ist auf jeden Fall immer märchenhaft! Entdecker-Stationen, Mit-Mach-Hefte und Suchspiele für das Museum sowie die jeweilige Sonderausstellung, Bastelbögen, Kinder-Kreativ-Postkarten: die Kunstvermittlung am Schloßmuseum Murnau hält vieles bereit für Jung und Alt. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netPostkarte schreiben, Vertonung, Innerer Monolog Passende MPZ-FührungMärchen und Sagen erwachen zum Leben (GS, Horte) Mehr über das MuseumHier findest du noch mehr Informationen zum Schlossmuseum Murnau. Zu Ödön von Horváth erfährst du in der Horváth-Abteilung des Museums und hier mehr. Abbildungsnachweis Titelbild: © Schloßmuseum Murnau, Foto: Anja Piontek

Comic-Expedition
Schreibmaschine von Erika Fuchs

© Museumspädagogisches Zentrum Hast du schon mal von einem Enterich gehört, der in Oberfranken lebt, sich gerne wie Goethe und Schiller ausdrückt und eine neue grammatikalische Form erfunden hat? – Wenn du jetzt „Nein!“ oder „So ein Quatsch!“ antwortest, dann liegst du ganz schön daneben. Denn schließlich kennt doch jeder Donald Duck! – Der kommt zwar, wie wir wissen, aus Entenhausen. Aber in den Comic-Magazinen über ihn und seine Familie tauchen auch oft Namen wie Schnarchenreuth, Kleinschloppen oder Oberkotzau auf, dazu der Fichtelsee und der Ochsenkopf. – Ortsbezeichnungen, die es tatsächlich gibt. Und zwar nicht in Amerika oder in „Disneyland“, sondern im oberfränkischen Fichtelgebirge!  Ist Donald Duck also Oberfranke? – Richtiger wäre es vielleicht zu sagen: Er hat in Oberfranken Deutsch gelernt. Genauer gesagt in dem ziemlich verschlafenen Städtchen Schwarzenbach an der Saale, etwa 10 km von Hof entfernt. Dort lebte früher eine Frau namens Erika Fuchs. Sie ist sozusagen Donalds deutsche „Mutter“. Denn sie hat die Bildergeschichten von dem schusseligen Enterich, der am Ende immer der Looser ist, aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt. Und Donalds Welt hat sie gleich mit übertragen – in die Umgebung, in der sie selbst lebte.  Comic-Heldin © Erika Fuchs Haus Dank Erika Fuchs sind Comics heute in Deutschland allgemein beliebt und werden als Literatur ernst genommen. Als deine Großeltern jung waren, sah das noch ganz anders aus: Da galten Comics als minderwertiger „Schmutz“ und „Schund“, den viele Kinder gar nicht lesen durften. Auch Erika Fuchs war anfangs überhaupt nicht begeistert, als man sie in den 1950er Jahren fragte, ob sie US-amerikanische Bildergeschichten von Mäusen und Enten ins Deutsche übersetzen wolle. Sie war eine sehr gebildete und emanzipierte Frau. In ihrer Jugend hatte sie als einziges Mädchen ein Gymnasium für Jungen besucht und dann in verschiedenen europäischen Städten Kunstgeschichte studiert. Anschließend war sie mit ihrem Mann ins oberfränkische Schwarzenbach gezogen, wo sie ihre Qualifikationen zunächst überhaupt nicht beruflich nutzen konnte. Das änderte sich, nachdem sie mit Donald und Mickey Bekanntschaft gemacht hatte. Sie wagte den Sprung ins kalte Wasser – und wurde zur Comic-Heldin! An dieser Schreibmaschine sind viele der lustigen Geschichten aus Entenhausen entstanden, die Generationen von deutschen Kindern (und sogar Erwachsene!) mit Begeisterung gelesen haben.© Erika Fuchs Haus, Fotografin: Alexandra Hentschel Wie du später noch sehen wirst, hat Erika Fuchs unsere deutsche Alltagssprache mit ihren Comics ganz stark beeinflusst. Außerdem hat sie für jede Figur eine eigene Ausdrucksweise entwickelt. Den geizigen Onkel Dagobert lässt sie altmodisch und ziemlich „geschwollen“ reden, die Panzerknacker derb wie echte Ganoven. Und Donalds Neffen Tick, Trick und Track haben einen flotten, etwas aufmüpfigen Ton drauf – wie ganz normale Kids eben. Aber damit ein Comic wirklich gut wird und bei den Leserinnen und Lesern ankommt, müssen noch eine Menge weiterer Voraussetzungen erfüllt sein.  Mienen-Spiel © Erika Fuchs Haus, Foto: Benedikt Linke (Ausschnitt) Als erstes braucht man natürlich, wie Erika Fuchs, geeignete Comic-Figuren. Ihre Gesichter müssen so gezeichnet sein, dass man ihnen ihre Gefühle deutlich ansehen kann. In Deutschlands erstem Comicmuseum, das zur Erinnerung an Erika Fuchs in Schwarzenbach entstanden ist, kannst du Donalds Miene selbst gestalten. Augen- und Mundstellung, Augenbrauen, Grübchen und Falten – alles muss passen, um den gewünschten Aus- und Eindruck zu erzielen. Aber auch hier bei uns geht´s jetzt ans Experimentieren. Und zwar mit unserem flotten Karl, den du dir ganz nach „Laune“ zusammenbasteln kannst. An diesem Beispiel siehst du, wie sich mit ein paar Strichen die Gefühlslage einer Figur ausdrücken oder auch vollkommen verändern lässt. Ziehe die Einzelteile des Gesichts nach rechts ins Polaroid und setze sie unterschiedlich zusammen. Welche Kombinationen passen am besten? Wie würdest du die entstehenden Mienen jeweils beschreiben? Wer sagt was? Nachdem jede Menge gut gezeichnete Comic-Figuren vorhanden waren, konnte sich Erika Fuchs ans Werk machen. Zunächst musste sie die englischen Texte ins Deutsche übertragen. Doch mit wörtlichen Übersetzungen gab sie sich nicht zufrieden. Sie dachte sich oft ganz neue, geistreiche Texte aus. Möchtest du auch einmal in ihre Fußstapfen treten und – ohne Übersetzung! – ein paar Sprechblasen befüllen? Wir haben hier drei Figuren für dich, die sich unterhalten. Skizziere zunächst für jede der drei ein Profil: Was ist das wohl für eine Person? Was hat sie für einen Charakter und wie ist ihre momentane Stimmungslage? – Dann überleg dir, was du der Figur in dieser Situation „in den Mund legst“ oder „in den Kopf setzt“: Redet sie viel oder wenig? Welche Sprache passt zu ihr? © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Georg Schatz Bei der dritten (rechten) Figur, die dich vielleicht ein bisschen an eine Lehrerin erinnert, kannst du dir noch eine etwas anspruchsvollere Aufgabe stellen: Wähle einen Buchstaben des Alphabets aus (am besten einen, der häufiger gebraucht wird) und versuche, im Sprechblasen-Text jedes (oder fast jedes) Wort mit diesem Buchstaben beginnen zu lassen. Zum Beispiel: „Sehen Sie, so sehr sehnen sich Sätze nach Sinn!“ – Wie wirkt so ein Ausspruch mit lauter gleichen Anfangsbuchstaben auf dich? Kannst du durch solch einen Text etwas über den Charakter und die Eigenart dieser Dame aussagen? – Erika Fuchs hat sich oft Sprechblasen-Texte mit gleichen Anlauten ausgedacht. Sie hat dieses sprachliche Stilmittel, das man auch „Alliteration“ nennt, sehr geschickt eingesetzt, um bestimmte Wirkungen zu erzielen. In der „Alliterations-Anreiz-Abteilung“ des Comicmuseums kannst du durch Würfeln einen Buchstaben bestimmen und dann Sprechblasen mit entsprechenden Alliterationen befüllen. © Erika Fuchs Haus, Foto: Michael Stumpf Erika und der Erikativ Schluck! Würg! Seufz! Gähn! – Diese und ähnliche Ausdrücke hast du bestimmt schon oft benutzt. Zum Beispiel beim Chatten. Damit kannst du kurz und knapp deine Meinung sagen oder deine Stimmung beschreiben. Doch solche Wortschöpfungen gibt es nicht erst, seit wir uns online unterhalten. Woher kommen sie? – Man könnte sagen: aus Entenhausen! Erika Fuchs hat sich besonders viele solcher Ausdrücke ausgedacht. Sie hat dazu einfach Verben auf ihren Wortstamm verkürzt: Aus grinsen wurde „grins“, aus klatschen „klatsch“ und aus knattern „knatter“. Man nennt diese grammatikalische Form mit Fachbegriff „Inflektiv“ oder - in Erinnerung an Erika Fuchs - auch „Erikativ“.  Im Comicmuseum kannst du auch ganz neue, verrückte Wörter ... ... und Erikative entdecken!© Erika Fuchs Haus Durch „Erikative“ lassen sich auch viele Geräusche kurz und knapp beschreiben: Wenn du „quietsch, rassel, schepper, dröhn“ liest, hörst du die entsprechenden Geräusche sicher sofort mit deinem „inneren Ohr“. Noch besser funktioniert das bei Wörtern wie „boing“, „roarrr“ oder „ping“. Sie ahmen schon in ihrem Klang das entsprechende Geräusch nach. Man nennt das dann Lautmalerei oder Onomatopoesie – ein weiteres Stilmittel, das Erika Fuchs perfekt beherrscht und ganz oft eingesetzt hat. – Aber jetzt bist du an der Reihe! Überleg dir zu den folgenden Bildern passende „Erikative“ oder Lautmalereien:  © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Georg Schatz Eine weitere Spezialität von Erika Fuchs war es, die Worte berühmter Dichter wie Goethe, Schiller, Shakespeare oder Wilhelm Busch in ihre Comic-Übersetzungen einfließen zu lassen. Dadurch wirkt Onkel Dagoberts Sprache noch gebildeter und gestelzter („Leichtfertig ist die Jugend mit dem Wort …“, frei nach Schiller), während uns Tick, Trick und Track mit pathetischen Zitaten zum Lachen bringen („Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern …“, ebenfalls nach Schiller). Donald dagegen scheint total verwirrt, wenn er Goethes Faust aufgreift: „Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!“ Oft ist es gar nicht so leicht, solche Zitate wiederzuerkennen. Teste doch mal, wie gut du darin bist! Wir fangen mit ein paar Aussprüchen an, die du sicher schon oft gehört hast ... – Aber von wem? Jetzt wird es schwieriger: Die folgenden Zitate sind kaum bekannt und du musst wirklich genau nachdenken, wer von den vorgegebenen Personen oder Figuren was gesagt haben könnte. Was passt zu wem? Ziehe die Namen zu den passenden Sprechblasen. Grübel, grübel, denk, denk ...! - Du hast jetzt sicher einen Eindruck davon gewonnen, wieviel Kunst und Raffinesse hinter scheinbar ganz einfachen Bildergeschichten stecken kann („staun!“). Wenn du Lust bekommen hast, dich noch eingehender mit dieser Form von Literatur zu beschäftigen ("geier!"), dann lies entweder möglichst viele verschiedene Comics ("schmöker!") oder besuche das Museum für Comic und Sprachkunst im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale („freu!“).   Informationen zum Museumsbesuch und museumspädagogischen Angeboten im Erika-Fuchs-Haus auf www.musbi.de Abbildungsnachweis Titelbild: © Erika Fuchs Haus, Fotografin: Alexandra Hentschel (Ausschnitt)

Abtauchen im Untergrund …
Blick in wassergefülltes Kellergewölbe

... von Fürth Mitten im Herzen von Fürth kannst du wortwörtlich „abtauchen“ im Untergrund. Denn hier befindet sich, in einem Kellergewölbe tief unter dem Jüdischen Museum Franken, eine Mikwe.  Aber was ist eine Mikwe? Eine Mikwe wird auch als „Tauchbad“ bezeichnet. Sie ist für die jüdische Religion von besonderer Bedeutung. Gläubige Jüdinnen und Juden müssen darin bei jedem Besuch einmal ganz untertauchen. Sie gehen nur zu speziellen Anlässen in ein solches Tauchbad: zum Beispiel vor dem Schabbat oder zu besonderen Feiertagen. Eine jüdische Frau sucht die Mikwe einmal im Monat auf und nach der Geburt eines Kindes. Jüdische Paare gehen vor ihrer Hochzeit getrennt voneinander dorthin. Und warum besuchen jüdische Frauen und Männer eine solche Mikwe? Das liegt daran, dass es im Judentum die Vorstellung von einer „rituellen“, das heißt symbolischen „Reinheit“ gibt. Im Alltag erlebt man viele Situationen, die einen „unrein“ werden lassen. Das ist eigentlich gar nicht weiter schlimm und gehört zum Leben dazu! Für bestimmte Anlässe oder nach manchen Ereignissen soll man nun aber die ursprüngliche Reinheit wiederherstellen. An einem Feiertag zum Beispiel sollte man besonders „rein“ sein, deshalb taucht man zuvor in der Mikwe unter. Jetzt fragst du dich bestimmt, weshalb sich Jüdinnen und Juden nicht einfach duschen oder in die Badewanne legen? Vor jedem Mikwenbesuch muss man sich gründlich waschen. Hierzu reicht tatsächlich eine gewöhnliche Dusche. Beim anschließenden Eintauchen in die Mikwe geht es dann aber gar nicht um das Waschen des Körpers. Nach der äußerlichen folgt jetzt die symbolische Reinigung. Als besonders „reines“ Wasser gilt natürlich das Grundwasser. Deshalb befanden sich Mikwen früher oft im Keller eines Hauses, sodass sie sich automatisch mit Grundwasser füllten. Auch in Fürth musst du daher tief in den Untergrund hinabsteigen, um zur Mikwe zu gelangen. Das Tauchbad und der Keller in Fürth sind übrigens schon über 350 Jahre alt! Wenn du noch mehr über Mikwen erfahren möchtest, kannst du dich hier informieren. Selber abtauchen kannst du in der Fürther Mikwe leider nicht. Das wäre wegen des Grundwassers ziemlich kalt! Aber wenn du dir das Tauchbad genau angesehen hast und aus dem Kellergewölbe wieder nach oben gestiegen bist, kannst du das Jüdische Museum Franken besuchen. Hier erfährst du noch mehr über die jüdische Religion und die Geschichte der Juden in Fürth und Franken. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netGesellschaftsspiel, Teekanne, Tora-Schmuck Informationen zum MuseumDas Jüdische Museum Franken in Fürth befindet sich in einem Gebäude, das 1702 von Hirsch Fromm, einem Kaufmann und damaligem Gemeindevorsteher, über der Mikwe errichtet wurde. Die Erkundung des alten Hauses ist spannend: In der Dauerausstellung erhältst du vielfältige und überraschende Einblicke in die jüdische Geschichte und Kultur Frankens vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Du erfährst zum Beispiel, was ein Schofarhorn ist und wie es klingt, wieso Heuschrecken unter Umständen koscher sein können, Cheeseburger aber auf keinen Fall, oder was die Jeans mit einem fränkischen Juden zu tun hat. Mit dem ÖPNV ist das Museum ideal erreichbar, denn es befindet sich unmittelbar an der U-Bahn-Haltestelle „Rathaus Fürth“. Es ist derzeit geöffnet Do-So von 10-17 Uhr. Abbildungsnachweis Titelbild: © Jüdisches Museum Franken | Fotografin: Annette Kradisch, Nürnberg (Ausschnitt)

Unterwegs auf nachhaltigen Sohlen
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„Zeig mir deine Schuhe … und ich sage dir, wer du bist!“ – Egal ob Sneakers, Wanderschuhe, Flip-Flops oder Adiletten: Welche Schuhe ich gerne trage, sagt viel über mich selbst und meinen Charakter aus. Schuhe spielen eine wichtige Rolle für uns, denn sie tragen uns wortwörtlich durchs Leben und schützen oder schmücken unsere Füße. Hast du ein oder mehrere Paar Lieblingsschuhe? Und warum liegen sie dir so am Herzen? In der Mode- und Textilsammlung des Münchner Stadtmuseums befinden sich einige hundert Paar Schuhe. Sie zeigen uns, welches Schuhwerk die Menschen früher getragen haben und wie diese Schuhe hergestellt und behandelt wurden. Jedes Paar erzählt eine andere Geschichte. Was können uns diese Schuhe wohl über ihre Entstehung und Herstellung verraten? „Not und Tugend“. Schuhe der Notzeit aus Stroh und Wolle, 1940/45 (hinten), vegane Sneakers aus Heu bzw. Zunderschwamm, THIES 2017 (vorne), © Münchner Stadtmuseum Die Bedeutung von Schuhen für den Menschen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert: Während man früher froh sein konnte, als normaler Bürger überhaupt Schuhe zu besitzen, quillt unser Schuhschrank heute über und es gibt Schuhe für jeden nur erdenklichen Anlass. Weltweit werden im Jahr durchschnittlich 3 Paar neue Schuhe gekauft, in Deutschland sind es 5 und in den USA sogar 7. Wie viele Paar Schuhe befinden sich in deinem Kleiderschrank? Hast du dir eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie und woraus sie hergestellt werden? Schließlich wachsen Schuhe nicht auf Bäumen … Für Lederschuhe muss als erstes der Rohstoff, also das Leder, gewonnen werden. Dieses besteht aus Häuten und Fellen von Tieren, die oftmals unter sehr schlechten Bedingungen gehalten werden. Damit das Leder haltbar, geschmeidig und dicht wird, muss es gegerbt werden. Dafür verwendet man fast immer Chemikalien, die schädlich für Menschen und Umwelt sind. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter tragen trotzdem keine Schutzkleidung. Hier siehst du, wie es in einer Gerberei aussehen kann. Arbeiter in einer Gerberei, © INKOTA-netzwerk/ Change Your Shoes/ GMB Akash© ema_11 auf Pixabay Heute werden viele unserer Schuhe nicht aus Leder, sondern künstlich hergestellt. Diese synthetischen Materialien sind zum Beispiel PVC, Kunstleder oder Plastik. Vor allem die Sohlen der Schuhe sind meist aus Plastik und werden an den Schuhschaft geklebt. Die dabei benutzten Klebstoffe sind hochgiftig und daher schlecht für die Gesundheit der Menschen, die diesen Arbeitsschritt durchführen. Außerdem entsteht durch den Abrieb der Sohlen sogenanntes Mikroplastik. Das sind winzige Plastikteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind und sich durch die Luft in der Umwelt verteilen. Diese Partikel sind oft nicht größer als Sandkörner und haben die verschiedensten Farben und Formen, wie man auf diesem Bild sehen kann. Mikroplastik, © Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), QuelleFischwarm schwimmt durch Plastikverschmutzung, Mikroplastikpartikel im Meerwasser, © iStock by Getty Images. Autor: dottedhippo (Ausschnitt) Das Mikroplastik landet also auf dem Erdboden, in Flüssen und Meeren und wird dort von Lebewesen, zum Beispiel von Fischen, aufgenommen. Viele dieser Fische landen später auf unserem Teller und mit ihnen gelangt das Mikroplastik in unsere Mägen. Forscher gehen sogar davon aus, dass die Weltmeere in etwa 30 Jahren mehr Plastik als Fisch enthalten werden! Plastik ist also ein sehr großes Problem für die Umwelt und damit auch für unsere eigene Gesundheit. Viele Schuhfabriken befinden sich in Asien. Die Menschen dort arbeiten oft viele Stunden am Stück, ohne Pausen. Wenn sie krank werden, bekommen sie keinen Lohn oder verlieren sogar ihren Arbeitsplatz. Außerdem sind die Gebäude, in denen sie arbeiten, nicht sicher. In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von Fabriken eingestürzt und dabei wurden Menschen schwer verletzt. Obwohl das Risiko für die Näherinnen und Näher also sehr hoch ist, werden sie meistens schlecht bezahlt. Viele von ihnen können mit dem geringen Lohn sich selbst und ihre Familien kaum ernähren. Immer mehr Menschen gehen daher auf die Straße, um gegen diese Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Ihre Proteste werden oftmals gewaltsam beendet. Protestierende Arbeiterinnen, © INKOTA-netzwerk/ Change Your ShoesEingestürzte Textilfabrik Rana Plaza 2013 in Bangladesch. Einer der schwerwiegendsten Unfälle der internationalen Textilindustrie mit mehr als 1000 Toten und über 2000 Verletzten. Quelle: iStock by Getty Images, Autor: Farid_Ahmed Auf diesem Schuhsohlen-Diagramm siehst du, dass bei einem Laufschuh, der 120 Euro kostet, nur etwas mehr als 2 % des Endpreises in die Löhne der Arbeiterinnen und Arbeiter fließen. Das wären in diesem Fall knapp 2,50 Euro. Dem Markenkonzern fallen dagegen 26 Euro zu. Er erhält somit neben dem Einzelhandel, der wiederum Ausgaben für seine Beschäftigten und für die Ladenmiete hat, den größten Teil des Gesamtpreises. Die kleinste Summe landet hingegen bei den Menschen, die unter sehr schlechten Bedingungen für uns die Schuhe herstellen. Das ist alles andere als fair! Wertschöpfungskalkulation eines Laufschuhs. © SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene. Ziel 8 der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN, Quelle Wie du gerade erfahren hast, ist die übliche Herstellung von Schuhen meist alles andere als nachhaltig. Denn nachhaltig handeln heißt, sich so zu verhalten, dass alle Lebewesen auf der Erde jetzt und in Zukunft gut leben können. Das bedeutet, wir müssen nicht nur Rohstoffvorräte und die Umwelt schonen, sondern auch gerecht wirtschaften und friedlich miteinander leben. Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen 17 Ziele festgelegt, um die Welt nachhaltiger zu gestalten. Ziel 8 soll eine menschenwürdige Arbeit für alle garantieren. Leider orientieren sich viele Unternehmen nicht an diesem Ziel. Andererseits gibt es aber auch Schuhmarken, die nicht auf Masse produzieren, sondern Qualität, die Einhaltung von Menschenrechten und den Schutz der Natur über ihre Profit-Interessen stellen. Einige solche nachhaltig produzierende Markenlabels kommen aus München. Sie sind auch mit Modellen in der Schuhausstellung des Münchner Stadtmuseums vertreten. Hier gibt es zum Beispiel Sneakers aus Pilzen, Steinen oder Milch zu sehen, die das Münchner Label Nat-2 herstellt. Kannst du die Schuhe den Materialien zuordnen? Bestimmt wunderst du dich, wie aus solchen außergewöhnlichen Materialien Schuhe entstehen können. Das Pilzleder wird beispielweise aus dem Zunderschwamm gewonnen, der an Birken und Buchen wächst. In einem aufwendigen Verfahren wird der per Hand gesammelte Pilz viele Monate lang getrocknet, anschließend geschält und in Kombination mit Materialien wie Kork, Biobaumwolle und Velourleder aus recycelten PET-Flaschen zu Sneakers weiterverarbeitet. Auch der Schieferstein kann so weich, leicht und flexibel gemacht werden, dass man ihn als Schuhmaterial verwenden kann. Milch-Sneakers werden aus Milch hergestellt, die im Handel nicht mehr verkauft und weggeschüttet werden würde. Aus einem in der Milch enthaltenen Eiweiß entsteht durch chemische Prozesse eine Faser, die zu einem Milch-Filz verarbeitet wird. HIER siehst du: Wenn man kreativ und innovativ denkt, ist in Sachen Nachhaltigkeit vieles möglich! Möchtest du nun deinen eigenen nachhaltigen Schuh designen? Mit dem Online Shoe Creator der Schweizer Menschenrechts-Organisation Public Eye geht das ganz einfach. Du als Designer kannst dabei selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen du deine Schuhe herstellen lassen würdest. So sieht der von mir designte nachhaltige Schuh aus. Und wie ist es mit deinem Modell?! The Shoe Creator. © Public Eye. Quelle Was können wir aber tun, um die Schuhproduktion nicht nur virtuell, sondern auch in der Realität nachhaltiger zu machen? Fallen dir ein paar Möglichkeiten ein? Wir könnten zum Beispiel beim Einkauf darauf achten, dass unsere Schuhe unter fairen und umweltschonenden Bedingungen hergestellt wurden. Verschiedene Zeichen, auch Siegel genannt, informieren darüber, welche Schuhe und Kleidungsstücke nachhaltig produziert wurden. Hier siehst du drei Beispiele solcher Nachhaltigkeits-Siegel. Auf ihrer Rückseite befinden sich Informationen zu den Kriterien der Siegel. Wie du gesehen hast, steckt in so einem Schuh jede Menge Arbeit von vielen Menschen. Wir sollten deshalb die Schuhe, die wir haben, gut behandeln und pflegen. So bleiben sie uns länger erhalten. Aber auch aus alten, abgetragenen Schuhen lassen sich noch tolle Sachen machen. In unserem Beitrag Upcycling! Schuhe bewegen – Schuhe gestalten findest du zum Beispiel eine Anleitung, wie du alten Sneakers ein neues Design verpassen kannst. Drachenschuh, © Museumspädagogisches Zentrum, Fotos: Rosalie Werkmeister Informationen zum MuseumBeim Besuch der Dauerausstellung "Typisch München" des Münchner Stadtmuseums kannst du an den verschiedensten Stellen Schuhe entdecken, die dir etwas über die Geschichte unserer Stadt und ihrer Menschen verraten: von eisernen Kuhmaulschuhen einer Ritterrüstung über die spitzen Schnabelschuhe der Moriskentänzer bis hin zu den seidenen Kreuzbandschuhen, die der bayerische König Ludwigs I. bei seiner Krönung trug. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Anmerkung für Lehrkräfte, Museumspädagog*innen und Vermittler*innenSchuh- und Textilexponate bieten vielfältige Möglichkeiten, das Thema Nachhaltigkeit gemeinsam zu erörtern. Neben ökologischen Aspekten spielen in der Schuhproduktion auch die Bereiche Wirtschaft und Soziales eine zentrale Rolle und können an den Exponaten veranschaulicht werden. Hier lassen sich die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen auch gut einbinden. Mögliche SDGs, die im Zusammenhang mit den Schuhen besprochen werden können, sind die Ziele 6, 8, 9, 10, 12, 13, 16 und 17. Abbildungsnachweis Titelbild: Schablone: © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Fabian Hofmann. Dahinter: „Not und Tugend“. Schuhe der Notzeit aus Stroh und Wolle, 1940/45 (hinten), vegane Sneakers aus Heu bzw. Zunderschwamm, THIES 2017 (vorne), © Münchner Stadtmuseum (Ausschnitt)

Lieblingstiere?
antike, kupferfarbene Mäusefigur

Was ist dein Lieblingstier? Ein Hund, eine Maus oder ein wilder Löwe? Tiere gibt es schon sehr lange auf der Welt. Sie haben uns Menschen immer begleitet. Zwölf verschiedenen Tieren begegnest du in diesem Memo-Spiel . Kleinen und großen, wilden und zahmen. Alle haben etwas gemeinsam: Du findest sie zurzeit in München in einem Museum am Königsplatz. Die Darstellungen sind zum Teil über 2500 Jahre alt. Du wirst sie aber erkennen. Das ist ein Memo-Spiel. Du darfst immer zwei Karten aufdecken. Wenn du ein gleiches Paar gefunden hast, erfährst du etwas über das Tier. Lies den Text ganz in Ruhe. Die Zeitmessung stoppt, solange der Text sichtbar ist. Vier kleine Mäuse haben sich versteckt in der Ausstellung „Hund Katze Maus – Tiere in Alltag und Mythos“. Du kannst sie in den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz besuchen. Die Mäuschen sehen genauso aus wie die Maus im Memo-Spiel. Sie warten darauf, von dir entdeckt zu werden. Genauso wie die Ziegen, die Hunde oder der Frosch. Sogar ein Elefant ist dabei. Schau doch mal vorbei! Du wirst noch vielen anderen Tieren begegnen. MPZ-Entdeckerblätter helfen dir, sie zu entdecken.In einer Kinderecke wartet eine große blaue Maus auf dich. Sie sagt: „Macht mit!“ Lass dich überraschen! Du kannst dort viel selbst gestalten. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netMethode: Steckbrief, Methode: Innerer Monolog, Methode: Wörter finden Passende MPZ-FührungenGeburtstag feiern mit deinen Freundinnen und Freunden kannst du übrigens auch in den Staatlichen Antikensammlungen. Mehr über das MuseumHier findest du noch mehr Informationen über die Ausstellung. Und hier zu den Staatlichen Antikensammlungen, dem Museum selbst. Abbildungsnachweis Titelbild: Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek, Renate Kühling. Bearb. Dr. des. Ulrich Hofstätter

Unser ökologischer Fußabdruck

Wir alle essen, wohnen, kaufen ein und reisen. Jeder verbraucht dabei Rohstoffe und Energie, produziert Müll und Abgase. Das alles hat Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Man stellt sich vor, dass jeder Mensch durch seine Lebensweise einen sogenannten „ökologischen Fußabdruck“ auf der Erde hinterlässt. Das Bild des menschlichen Fußabdrucks wurde von der Umweltpolitik übernommen, um die Belastung der Natur durch den Menschen sichtbar zu machen. Der ökologische Fußabdruck stellt die Fläche dar, die benötigt wird, um alle nötigen Rohstoffe und die Energie für jeden Einzelnen von uns bereitzustellen. Verschiedene Bereiche beeinflussen die Größe deines Fußabdrucks. Findest du die Begriffe in dem folgenden Gitter?  Das folgende Spiel funktioniert leider erst ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Wie ist es dazu gekommen, dass wir uns mit unserer „Schuhgröße“ beschäftigen müssen? Früher produzierten die Menschen die Dinge, die sie täglich brauchten, mit Hilfe der Energie von Wasser- und Windrädern oder Muskelkraft. Es wurde keine Energie aus Kohle, Erdöl oder Erdgas gewonnen. Erst allmählich begannen sie Kohle als Energiequelle zu nutzen. Ende des 18. Jh. kam dann der entscheidende Umbruch durch die…  Lizenz CC BY-SA 3.0, Autor: Anntheres Mit Hilfe der Dampfmaschine konnten Fabrikanten große Mengen Kohle aus dem Boden holen. Diese Kohle wurde als überall verfügbare Energiequelle für die Gewinnung von Eisen aus Eisenerz unter der Erde abgebaut. Mit dem Eisen konnten die Fabrikbesitzer dann neue Maschinen und Eisenbahnen herstellen. Dadurch ließen sich immer mehr Waren billiger produzieren. Mit der Eisenbahn erreichte man neue, weiter entfernte Kunden. Die Fabriken brauchten dann aber noch mehr Energie und neue Maschinen, um noch mehr Waren zu produzieren. Erkennst du den Kreislauf? Genau das ist der Beginn der Industrialisierung. Der Beginn der Nutzung von Maschinen zur Energiegewinnung. Der Beginn der Umweltverschmutzung durch Abgase. Der Beginn der Massenproduktion. Der Beginn der Übernutzung unserer Rohstoffe (Ressourcen).  Ein Bild davon, wie schwer die Arbeitsbedingungen zu Beginn der Industrialisierung in Europa waren, kannst du dir im Deutschen Museum  in München machen. Leider sind aber die Bedingungen, unter denen heute in ärmeren Regionen der Erde Rohstoffe - z.B. für unsere Smartphones! -  gewonnen werden, immer noch ähnlich hart. Zum Teil werden sogar Kinder in Schächte tief unter der Erde geschickt, weil sie kleiner sind.  Abb. links: © Deutsches Museum, München, Archiv, BN59773 Wir leben über unsere Verhältnisse. Im Laufe von 200 Jahren ist die Menschheit so weit gekommen, dass die Ressourcen, welche die Erde in einem Jahr wiederherstellen kann, in acht Monaten verbraucht sind. Den Rest des Jahres leben wir auf Pump kommender Generationen. Diesen Zeitpunkt, den „Welterschöpfungstag“ (Earth Overshoot Day), berechnen Wissenschaftler*innen jedes Jahr. Dieses Jahr war es der 22. August. Menschen auf der ganzen Welt leisten unter dem Hashtag #movethedate Beiträge, dass dieser Tag zukünftig wieder später im Jahr stattfindet. Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung verabschiedet – die SDGs. Das SDG 9 fordert u.a. eine nachhaltige Industrialisierung. Das bedeutet, wir müssen Wege finden, wie wir Dinge umweltfreundlicher produzieren, Rohstoffe schonender nutzen können. Für die Produktion neuer Dinge und das Recycling gebrauchter müssen wir die Energie aus natürlichen Quellen wie Sonne, Wind und Wasser gewinnen. Hierfür brauchen wir kluge Köpfe mit vielen guten Ideen und Forschergeist, die neue Technologien vorantreiben. Werde selbst aktiv! Es gibt aber auch für dich viele Möglichkeiten, etwas für unsere schöne Erde zu tun. Informiere dich! Der verantwortungsbewusste Umgang mit Energie, Nahrung und Umwelt bietet die größten Chancen für jeden Einzelnen, zukunftsorientiert zu handeln. Überlege dir, was auch DU tun kannst. Hier ein paar Vorschläge: die Raumtemperatur ein wenig niedriger einstellen und so Energie sparen?Kleidung in Tauschbörsen abgeben und kaufen?mit dem Fahrrad statt dem Auto zum Sportplatz?regionale Lebensmittel kaufen?Leitungswasser statt Mineralwasser trinken?langlebige Produkte mit Recyclingmaterialien kaufen?Plastikverpackungen vermeiden?keine Nahrungsmittel mehr wegwerfen?das „alte“ Smartphone ein Jahr länger nutzen? Teste doch mal, wie groß dein ökologischer Fußabdruck ist ... © 2020 Brot für die Welt Teile deinen Beitrag zum Schutz unserer Erde auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig. Passende MPZ-FührungenGlas – Konsum und Nachhaltigkeit (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS)Konsum und ökologischer Fußabdruck (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS) Informationen zum MuseumWenn du mehr über den ökologischen Fußabdruck erfahren möchtest, besuche doch die Ausstellung "Umwelt" im Untergeschoß der Kraftmaschinenhalle des Deutschen Museums. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum

Wiesn 1810 – live
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Stell dir vor, du schlenderst bei strahlendem Sonnenschein über die Theresienwiese, ein Lebkuchenherz um den Hals und eine Tüte mit gebrannten Mandeln in der Hand. Es duftet nach Hendl und Popcorn, aus allen Ecken ertönt Musik und du überlegst, ob du als nächstes lieber zum Riesenrad, zur Achterbahn, zum Flohzirkus oder zum „Schichtl“ ins Illusionstheater gehst … Leider ist das nur ein Traum, denn das Oktoberfest findet 2020 wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Doch wir sorgen dafür, dass du noch ein bisschen weiterträumen kannst. Denn wir haben etwas für dich, was es eigentlich gar nicht gibt: eine Rundfunkreportage live von der Münchner „Wiesn“! Und zwar aus dem Jahr 1810. Damals gab es noch lange kein Radio und auch noch kein Oktoberfest, wie wir es heute kennen. Dafür aber eine riesengroße Hochzeitsfeier! Der bayerische Kronprinz Ludwig I. heiratete - und ganz München stand fünf Tage lang Kopf: überall Straßenfeste mit Musik, Tanz und kostenloser Verpflegung für alle sowie als krönender Abschluss ein großes Pferderennen! Bei dem darfst du nun „live“ dabei sein. Hör genau zu, dann kannst du im Anschluss sicher unsere Quizfragen beantworten! Radioreportage zur Wiesn 1810, © Museumspädagogisches Zentrum, Autorin und Sprecherin: Ruth-Maria Eicher Unsere Reporterin hatte recht mit ihrer Vermutung: Wegen des enormen Erfolgs fand ab 1810 jedes Jahr im Herbst ein Pferderennen statt. Und rund um das Rennen entwickelte sich auf der Wiese ein Volksfest mit Buden und später auch mit immer mehr Fahrgeschäften. Außerdem wurde die Wiese tatsächlich nach der Braut von 1810 benannt.  Passende MPZ-FührungenMünchner Stadtmuseum Geschichte(n) vom Oktoberfest und Wiesnzauber im Museum – ein königliches Brautpaar und krachende Schießbuden (GS, FöS, Horte) Informationen zum MuseumWillst du noch mehr über das Oktoberfest wissen? Dann bist du im Münchner Stadtmuseum genau richtig! Spannendes und Lustiges findest du in der Ausstellung „Typisch München“ und der Sammlung Puppentheater/ Schaustellerei. Abbildungsnachweis Titelbild: Wilhelm von Kobell, Das Pferderennen auf der Theresienwiese am 17. Oktober 1810, 1811, GM-IIb/33, © Münchner Stadtmuseum

Starke Farben – Paul Gauguin

Der Maler Paul Gauguin liebte intensive Farben. Sein Gemälde "Die Geburt" von 1896 wird vom intensiven strahlenden Gelb beherrscht. Es hängt zur Zeit in der Alten Pinakothek in München. Im folgenden Experiment kannst du ausprobieren, wie das Bild wirkt, wenn das Bett, auf dem die junge Maorifrau liegt, eine andere Farbe hat. Schiebe dazu den Regler unter dem Bild langsam von links nach rechts: Mehr über das Bild und den Maler erfährst du hier.Wenn du die originale Farbigkeit des Gemäldes kennenlernen willst, besuche es doch in der Alten Pinakothek in München. Passende MPZ-Führung: Türkis, Knatschblau und das Spiel mit dem Licht - die Malerei des Postimpressionismus (GS, MS, RS, GYM, Horte, BS) Abbildungsnachweis Titelbild: Paul Gauguin, Die Geburt (Ausschnitt), 1896, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bildmanipulationen: Alfred Czech

#MYGREENCITY – Wie grün ist meine Stadt?

Der Englische Garten, der Olympiapark und die Isarauen: Unsere Stadt hat viele grüne Oasen, in denen man sich so richtig wohl fühlen kann. Doch wie grün ist München wirklich und wie sah es hier früher aus? Um das herauszufinden, begeben wir uns auf eine Zeitreise in das München vor 500 Jahren. Wir finden uns schnell in der mittelalterlichen Stadt zurecht, da viele große, zum Teil bis heute wichtige Gebäude und Plätze bereits zu dieser Zeit bestanden. Du erkennst sie bestimmt wieder, wenn du dir das folgende Stadtmodell anschaust, das im Münchner Stadtmuseum ausgestellt ist. Es zeigt die Stadt im Jahr 1570. Der Bayerische Herzog Albrecht V. wollte damals allen seine Macht demonstrieren und erteilte dem Straubinger Schreinermeister Jakob Sandtner den Auftrag, sehr genaue Holzmodelle von den fünf Hauptstädten seines Landes anzufertigen. Neben München wurden daher auch Landshut, Ingolstadt, Straubing und Burghausen in Modellen abgebildet. Die Originale sind heute im Bayerischen Nationalmuseum zu sehen. Das Modell aus dem Stadtmuseum ist eine vergrößerte Kopie des Originals. Doch etwas fehlt in diesem Modell: die von Sandtner fein geschnitzten Bäume in den vielen Stadtgärten! Wenn du den Regler schiebst, kannst du unser schönes, buntes Modell mit den vielen Grünflächen betrachten. Das Blaue sind übrigens die Hauptstraßen und -plätze. Wie du sehen kannst, war München im Mittelalter eine sehr grüne Stadt. Es gab zahlreiche Gärten: mehr als 460 innerhalb der Stadtmauer! Die Grünflächen wurden damals ganz verschieden genutzt: als private Gärten, in denen Obst und Gemüse angebaut und Vieh gehalten wurdeals Klostergärten, um (Heil-)Kräuter anzupflanzenals Lustgärten, in denen man spazieren gehen, sich erholen und die Sinne erfreuen konnte In den meist schmalen, langgezogenen Obst- und Gemüsegärten hinter den Wohnhäusern baute die ärmere Bevölkerung das Notwendigste an, was sie zum Leben brauchte. Diese Menschen hatten nicht genug Geld, um Lebensmittel auf dem Markt zu kaufen, sie mussten sich weitgehend selbst versorgen. Ein Wohnhaus mit großem Garten deutete also vor 400 Jahren nicht wie heute auf Reichtum hin, sondern eher auf Armut. Zur Erholung wurden diese Privatgärten wohl kaum genutzt. Das Betreten von Lustgärten wie dem Münchner Hofgarten war zu dieser Zeit nur dem Adel erlaubt. Auf dem Gemälde von Peter Jakob Horemans aus dem Jahr 1749 siehst du einen prachtvollen Garten, der im 16. Jahrhundert vor dem Sendlinger Tor entstanden war. Peter Jakob Horemans, Das La-Rosée-Schlösschen, 1749, © Münchner Stadtmuseum Der kunstvoll angelegte Park mit Hecken, Brunnenanlage und Gartenpalais gehörte einer adeligen Familie. 1754 übergaben die Besitzer Garten und Schlösschen der Kirche. Von da an pflegten Klosterschwestern den Park. Auch während dieser Zeit war das Betreten des Gartens streng geregelt und nicht für jeden erlaubt. Dass die Münchner Parks nicht für alle Bürger und Bürgerinnen zugänglich waren, änderte sich mit dem Englischen Garten, der Ende des 18. Jahrhunderts in München entstand. Der Name leitet sich von dem damaligen neuen Gartenstil aus England ab, der dem Vorbild der Natur folgte und sich stark von den symmetrischen französischen Barockgärten unterschied. Der große Park war damals aber nicht nur wegen seines Erscheinungsbilds eine Neuheit. Er war und ist bis heute ein „Volksgarten“, den jedermann betreten darf. Englischer Garten mit Monopteros, © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Georgina Allison Phillips Heute ist es selbstverständlich, dass alle Leute in Parks gehen und sich dort erholen können. Grünflächen in der Stadt sind für alle da. Man achtet heute bei der Stadtplanung sogar besonders auf ausreichend Grün, weil es gesund ist für die Menschen, die in der Stadt leben. Wie viel uns diese vielen grünen Erholungsgebiete in der Stadt wert sind, können wir dadurch zeigen, dass wir unsere Parks und die Isar sauber halten. Leider denken nicht alle Menschen daran! Ramma damma im Englischen Garten, © Museumspädagogisches Zentrum In den Parks werden immer wieder Aufräum- und Müllsammel-Aktionen angeboten, bei denen jeder mitmachen darf. Vielleicht hast du Lust, gemeinsam mit deiner Schulklasse an so einer Aktion teilzunehmen? HIER kannst du dich darüber informieren. Am besten ist es jedoch, jeder achtet von vornherein auf seinen eigenen Müll und hinterlässt die grünen Oasen unserer Stadt so sauber, wie er sie gerne selbst vorfinden möchte. https://17ziele.de/ Dass unsere Stadt sauber, grün und menschenfreundlich gestaltet sein soll, ist eines von 17 Nachhaltigkeitszielen, die die Vereinten Nationen bis 2030 weltweit erreichen wollen. Das Ziel Nummer 11 besagt, dass Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gemacht werden sollen. HIER findest du mehr zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache. Informationen zum MuseumWenn du mehr über das Stadtmodell von Sandtner, die Nutzung der Grünflächen und die Geschichte unserer Stadt erfahren möchtest, besuche gerne das Münchner Stadtmuseum. Anmerkung für Museumspädagog*innen, Vermittler*innen sowie LehrkräfteAnhand des mittelalterlichen Stadtmodells können verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit thematisiert werden. Neben der Grünflächennutzung können beispielsweise auch Fragestellungen zur sozialen Gerechtigkeit, Gesundheit und Mobilität oder zu Müllaufkommen und -vermeidung behandelt werden. Auf diese Weiße lassen sich anhand eines Exponats verschiedene Nachhaltigkeitsziele veranschaulichen. Das sind beim Stadtmodell vor allem die Ziele 4, 11, 13 und 15 der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Abbildungsnachweis Titelbild: Christian Steinicken, Wilhelm von Breitschwert, München aus der Vogelschau, Blick in südöstlicher Richtung, um 1880, © Münchner Stadtmuseum (Ausschnitt)

Glas – nachhaltig?

Woraus wird Glas gemacht? Das Glas, das für Flaschen, Gläser und Fensterscheiben, für Spiegel, Glühbirnen und Schmucksteine gebraucht wird.Glas wird aus Sand gemacht. Der Sand muss sehr stark erhitzt werden, bis er flüssig wird. Wenn die Schmelze erstarrt, entsteht ein durchsichtiges, zerbrechliches Material. Grundbestandteile von Glas: Sand, am besten feiner Quarzsand (unten), Kalk für Härte und Beständigkeit (rechts), Soda für eine tiefere Schmelztemperatur (links), ggf. unterschiedlich viel Altglas (oben),© Deutsches Museum, München, Archiv, CD_64415 Die Herstellung von Glas erfordert viel Energie. Früher kam sie aus der Verbrennung von Holz, dafür wurden ganze Wälder gerodet. Heute werden fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle eingesetzt – Rohstoffe also, die nicht unbegrenzt vorhanden sind und bei ihrer Verbrennung viel CO2 freisetzen. Zudem wird ein sehr feiner weißer Quarzsand verwendet, der auf dem Weltmarkt mittlerweile auch knapp wird. Sog. Onion-Flasche, 17,3 cm hoch, niederländisch, um 1715, © Deutsches Museum, München, Archiv, CD_62946Grünglasproduktion im bayerischen Glashüttenwerk Wiegand-Glas (mit 98 % Einsatz von Recyclingglas), Bildquelle: Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG Die Herstellung von Glas hat sich von der Antike bis zur heutigen Massenproduktion stark verändert. Früher konnte ein Glasbläser nur wenige Flaschen pro Tag herstellen und Glas war ein wertvolles, seltenes Produkt. Heute werden mit modernen Maschinen Tausende von Flaschen pro Stunde produziert. Glas wurde zu einem Massenartikel, der scheinbar unbegrenzt verfügbar ist. Glas als Statussymbol Fassade von Herz Jesu in München, © Museumspädagogisches Zentrum© Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.deGlasgemälde (Hl. Petrus), aus Kloster Hauterive in der Schweiz (um 1340/1350), © Bayerisches NationalmuseumKronleuchter in den Reichen Zimmern der Residenz München, © Museumspädagogisches Zentrum Schau dich in deiner Umgebung um: In vielen Städten findest du moderne Gebäude mit riesigen Glasfassaden oder Kirchen mit bunten Fenstern. In Museen und in alten Schlössern, zum Beispiel im Bayerischen Nationalmuseum, in der Münchner Residenz oder in Schloss Nymphenburg, entdeckst du wertvolle Gläser, Glasgemälde, Kronleuchter und prachtvolle Spiegel. Wie gefallen dir diese Glas-Kunstwerke? Schon immer ist Glas ein Zeichen von Reichtum gewesen. Viele Menschen bewundern und bestaunen Schöpfungen aus Glas, die glänzen, glitzern, funkeln oder spiegeln. Glasgefäße – in Form gebracht © Museumspädagogisches Zentrum Auch in unserem Alltagsleben finden und gebrauchen wir ständig Glas. Vor allem, um etwas darin aufzubewahren. Im Supermarkt oder im Drogeriemarkt findest du eine unüberschaubare Vielzahl an Flaschen und Gläsern in unterschiedlichsten Formen. Wie ist das bei den Produkten, die in Glas abgefüllt sind: Sind bestimmte Glasformen fest mit Markennamen oder Inhalten verknüpft? Was meinst du: Warum bieten die Firmen so viele verschiedene Flaschen an? Es wäre doch einfacher und billiger, nur wenige Formen zu produzieren! Hast du schon mal ein Produkt gekauft, weil dir die Flasche oder das Glas gut gefallen hat? Wie würdest du eine Flasche gestalten, die sich gut verkauft? Probier es doch einmal aus! © Museumspädagogisches Zentrum Du brauchst: Stifte und Papier Überlege dir zuerst, welchen Inhalt deine Flasche oder dein Glas haben soll, z.B. Wasser, Öl, Essiggurken, Parfüm oder etwas ganz anderes.Wie soll dein Glas aussehen: schön, wertvoll, elegant, gemütlich, praktisch, schlank oder bauchig, bunt oder einfarbig, altmodisch oder modern? Soll das Glas oder die Flasche leicht oder schwer sein, handlich, eckig oder rund?Zeichne nun deine Flasche oder dein Glas. Passen Form und Farbe zum Inhalt? Vielleicht kannst du dir jetzt noch besser vorstellen, dass sich das Aussehen einer Flasche auf unser Kaufverhalten und damit auf den Konsum auswirkt. Und du kannst verstehen, warum die Hersteller so viele verschiedene Formen von Glasbehältern produzieren. Sie entsprechen damit unseren Wünschen und Erwartungen. Dadurch, dass es so viele Flaschenformen gibt, wird jedoch das Pfandsystem ziemlich kompliziert. Nur ein kleiner Teil der im Handel befindlichen Flaschen ist deshalb überhaupt in dieses System eingebunden. Der Rest muss in einem Prozess, der erneut viel Energie verbraucht, recycelt werden. Am besten überhaupt kein Glas?! © Museumspädagogisches Zentrum Du hast die Qual der Wahl! Es gibt so viele verschiedene Formen von Wasserflaschen! Über die Qualität des Wassers sagen sie jedoch gar nichts aus. Weißt du, woher zum Beispiel in München das beste Trinkwasser kommt? – Aus dem Wasserhahn! Es ist hier gar nicht nötig, Flaschen zu schleppen, sie herumstehen zu haben und auch noch extra dafür zu bezahlen. Erkundige dich, wie die Trinkwasserqualität an deinem Wohnort ist. Vermutlich kannst auch du dir Arbeit und Geld sparen und das Wasser aus dem Hahn trinken! Auf diese Weise kannst du auch Energie und CO2 sparen, weil keine Glasflaschen hergestellt und transportiert werden müssen . Aber oft ist es auch hilfreich, Glas zu verwenden. Gegenüber Plastik und manchen Metallen hat es klare Vorteile: Es ist absolut geschmacksneutral und verändert den Geschmack des Inhalts nicht und sondert keine Schadstoffe ab. Braunes Glas schützt den Inhalt zudem vor Licht. Frische Milch oder Medikamente sind dann länger haltbar. Und wie gehen wir mit gebrauchtem Glas um? – Mehrmals verwenden und recyceln! Wirfst du sie in den Glascontainer und lässt sie recyceln? Oder kaufst du, wenn möglich, Pfandflaschen, die gereinigt werden und mehrmals verwendet werden können? © Museumspädagogisches Zentrum Die größte Gefahr für das Klima auf unserer Erde ist der hohe CO2-Ausstoß. Mit der Verwendung von Pfandflaschen von regionalen Anbietern leistest du einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) vereinbart, um unsere Erde zu schützen. Unter Ziel 13 werden Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels empfohlen. Kennst du diese Zeichen? © Museumspädagogisches Zentrum Sie stehen für: Mehrwegflasche mit Pfand 8 oder 15 Cent,wird mehrmals genutztRecycling Container, wird einmal genutzt und dann eingeschmolzen und wieder zu Glas recyceltAllgemeines Recyclingsymbol, GL steht für Glas, 70 für Weißglas, 71 für Grünglas und 72 für Braunglas© Museumspädagogisches Zentrum BMA WorkshopIn einem Workshop im Dezember im Rahmen der BMA wird an den Werkstoffen Metall und Glas gezeigt, wie die Ziele für Nachhaltige Entwicklung im Museum vermittelt werden können. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netFlasche, Konstruktion einer Flaschenform Passende MPZ-FührungenGlas – Konsum und Nachhaltigkeit (GS, RS, GYM, jeweils bis Jgst. 7)Mittelschulprogramm: Glas – Konsum und Nachhaltigkeit (MS bis Jgst. 7) Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Informationen zum MuseumIn der Glasabteilung des Deutschen Museums kannst du mehr über die Herstellung und Verwendung von Glas erfahren. Abbildungsnachweis Titelbild: © Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de (Ausschnitt)

Sprache verbindet – Briefgeheimnisse

Wann hast du das letzte Mal einen Brief geschrieben, vielleicht sogar mit Füller und Tinte, oder einen erhalten? Vielleicht war es auch nur eine Postkarte aus dem Urlaub? Heute sind Briefe eine Seltenheit geworden. Stattdessen schreiben wir E-Mails, verwenden Messenger-Dienste oder soziale Medien. Häufig und gerne versenden wir Kurzmitteilungen mit Emojies ?. Welchen Wert hatte ein Brief vor dem digitalen Zeitalter? Dass er als etwas Besonderes galt, mit dem man verantwortungsvoll umgehen musste, siehst du schon daran, dass er immer in einen Umschlag, ein Kuvert gesteckt, fest verschlossen und damit „geschützt“ wurde.  Haben Briefe ein Geheimnis? Hast du schon einmal vom „Briefgeheimnis“ gehört? Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 10, heißt es: „Das Briefgeheimnis … [ist] unverletzlich“.  Das bedeutet, dass niemand ohne deine Zustimmung Briefe öffnen und lesen darf, die du schreibst oder erhältst. Ein Brief ist also etwas ganz Privates, ein „Geheimnis“ zwischen Absender und Empfänger sozusagen. Doch nicht immer und überall wurde und wird dieses Grundrecht auch tatsächlich gewahrt.    Kuvert (Vorder- und Rückseite) von einem Brief Erika Manns an ihren Bruder Klaus, geschrieben am 28.06.1943 in London, mit Luftpost nach Amerika, © Monacensia im Hildebrandhaus, Nachlass Erika Mann, Briefe, Signatur EM B 231 Schau dir den Briefumschlag genauer an. Was ist daran merkwürdig? Auf der Vorder- und Rückseite findet sich eine Banderole, also ein Papierstreifen, der übergestreift oder aufgeklebt wurde, mit dem englischsprachigen Hinweis, dass diese Post unterwegs geöffnet wurde. Das Kuvert enthielt einen Brief von Erika Mann an ihren Bruder Klaus. Die beiden waren die ältesten Kinder des berühmten Schriftstellers Thomas Mann, der zur Zeit des Nationalsozialismus zusammen mit seiner ganzen Familie Deutschland verließ und ins Exil ging. Die Geschwister Erika und Klaus arbeiteten während des Zweiten Weltkriegs für das amerikanische Militär, das zu dieser Zeit alle Briefe vorab öffnete. Man wollte durch die „Zensur“ verhindern, dass Nachrichten verbreitet und Geheimnisse verraten wurden, die den USA im Krieg möglicherweise geschadet hätten. Das Briefgeheimnis wurde hier also ganz offensichtlich und mit Bedacht verletzt!  Der Brief von Erika Mann enthielt jedoch gar keine geheimen Informationen. – Du kannst es selbst nachlesen, wenn du unter monacensia-digital auf das Feld Download klickst. Nähere Informationen zu Erika und Klaus Mann findest du auf dem Literaturportal Bayern.Bis heute wird das Briefgeheimnis in manchen Ländern nicht geachtet. Diktaturen z.B. versuchen, dadurch Beweise gegen scheinbar verdächtige Personen zu sammeln. Kennst du Länder, in denen das passiert?  Briefumschläge als Schutz und Versteck Welches schützenswerte Geheimnis steckt denn in diesem Briefumschlag? Abbildung Seth Price, Image Rights Style Bag (Bildrechte-Muster-Tasche), 2012, Photo by Ron Amstutz © Seth Price Der Briefumschlag in XXL, 1,22 x 2,43 m groß – noch größer als dein Bett also, ist aufgerissen! Was steckte in diesem XXL-Kuvert wohl drin? Ein Riesenbrief? Eine überdimensional wichtige Nachricht? Oder irgendwer? Passt du selbst oder deine Freunde überhaupt hinein? Woher kommt dieser Briefumschlag? Ist das Kuvert überhaupt aus Papier? Oder eher aus Stoff? Vielleicht kannst du erkennen: Es ist tatsächlich aus Stoff, und zwar aus Leinen. Was verbindest du mit Leinen? Etwas zum Anziehen oder eine Leinwand zum Malen? Wie fühlt sich Leinen an? Was sind das für seltsame kleine Klappen links und rechts am Umschlag? Sind das Taschen? Ist dieses Briefkuvert vielleicht eine Art Kleidungsstück? Vor Ort könntest du unseren Mega-Briefumschlag natürlich leichter erforschen: Es ist ein Kunstwerk aus dem Museum Brandhorst, eine sogenannte „Soft-Skulptur“. Sie ist tatsächlich „soft“, d.h. so weich, dass man sie wie ein Kleidungsstück falten und immer wieder in neuer Form ausstellen kann. Der US-amerikanische Künstler Seth Price (*1973) arbeitet und experimentiert mit verschiedenen Materialien und entwirft auch Mode. Zur Idee des Briefumschlags hat er sogar eine ganze Kollektion geschaffen. Besonders beschäftigen ihn die Veränderungen in unserer digitalen Welt, in diesem Fall die Frage, wie es im Internet mit der Sicherheit unserer Nachrichten, dem Datenschutz, aussieht. Gibt es auch schützende „Briefumschläge“ für das Netz? digitale Briefumschläge als Symbol für „Post“, „versenden“, Nachrichtenprogramme Welche „Hüllen“ schützen unsere Nachrichten und uns dort? Verschlüsselst du Botschaften, die du im Netz verschickst? Laut Gesetz fallen Emails ebenfalls unter das Briefgeheimnis. Sie dürfen nicht einfach von Dritten geöffnet und gelesen werden. Anders ist es dagegen bei Nachrichten, die über WhatsApp, SMS, Messenger oder andere Chat-Dienste versandt werden. Sie gelten nicht als „verkörpertes Schriftstück“ und stehen daher nicht unter dem „Schutz“ des Briefgeheimnisses. Wenn du nicht willst, dass deine digitalen Botschaften von Dritten gelesen und weiterverbreitet werden können, musst du also selbst die Initiative ergreifen. Achtest du genau auf die Inhalte deiner Nachrichten und darauf, wem du sie über welche Kanäle zusendest? Schau dir nun das Muster des Innenfutters einmal genauer an: Ist dir ein derartiges Muster schon einmal begegnet? Man nennt es Sicherheitsmuster, zum zusätzlichen Schutz und Verbergen des Inhalts! Briefumschlag mit SicherheitsmusterSicherheitsmuster mit Zahlen Was würdest du in diesem Umschlag verschicken? Geld? Eine geheime Botschaft? Entwickle dein eigenes Sicherheitsmuster! Wählst du auch Buchstaben? Oder lieber Zahlen, Symbole, geometrische Formen …? Von Hand geschriebener Brief. Sieht der nicht toll aus?Rosalies BuchstabenmusterRosalies Zahlenmuster Welche Wege gibt es noch, Botschaften zu verschlüsseln? Hast du eine Geheimschrift oder -sprache, die du vielleicht auch mit jemandem teilst? Sende uns dein Sicherheitsmuster, deine geheime Botschaft, einen Brief in deiner Geheimschrift! – Vielleicht können wir sie ja knacken! ? Passende MPZ-Führungen:Literatur und Politik – Das literarische München zur Zeit von Thomas MannVerboten, verbrannt, vertrieben ... Münchner Schriftsteller im ExilModerne Kunst als Inspiration für Geschichten – imaginieren, improvisieren, dichten "Food for the mind" – sehen, denken, diskutieren Mehr über die MuseenWeitere spannende Kunstwerke der Sammlung Brandhorst kannst du dir digital ansehen oder am besten direkt im Museum. Denn nur dort können die Kunstwerke mit dir „sprechen“! Ein Interview mit dem Künstler Seth Price findest du hier.Die Monacensia im Hildebrandhaus öffnet die Künstlervilla mit Garten am Isarhochufer allen, die das literarische München entdecken, erforschen und erleben wollen. Mit dem Projekt Monacensia-Digital macht die Monacensia erstmals ihre Archivalien weltweit zugänglich. Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Abbildungsnachweis Titelbild: Abbildung Seth Price, Image Rights Style Bag (Bildrechte-Muster-Tasche), 2012, Photo by Ron Amstutz © Seth Price

Iss was!? – Tafelzier und Gaumenschmaus

© Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler Welche Form des Essens hat dir im Film am besten gefallen: Pizza to go auf der Wiese, Frühstück zu Hause, Brotzeit im Biergarten oder ein Galadinner mit vergoldetem Besteck, Silbergeschirr und edlem Porzellan? Wie wäre es, an der festlich gedeckten Tafel Platz zu nehmen? Wie würdest du dich fühlen, wenn dann mit Pauken und Trompeten das Festmahl serviert wird? Das silberne Gedeck (mit Teller und Besteck) gehört zum imposanten Hildesheimer Tafelsilber, das heute im Bayerischen Nationalmuseum zu bewundern ist. Friedrich Wilhelm von Westphalen, Fürstbischof von Hildesheim, hatte es um 1760 von Augsburger Goldschmieden anfertigen lassen. Ursprünglich umfasste es 600 Einzelteile. Friedrich Wilhelm musste sogar einen Kredit aufnehmen, um das Service bezahlen zu können! Filmstill: Hildesheimer Tafelsilber im Bayerischen Nationalmuseum (Detail), © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler Die meisten Fürsten an den europäischen Höfen ließen derartiges Silbergeschirr, das auch noch zusätzlich vergoldet sein konnte, für repräsentative Festmahle anfertigen. Sie wollten damit Rang und Macht zur Schau stellen. Dies verdeutlichen auch die Wappen auf Tellern und Besteck. Die Musik, die du im Film beim Auflegen des Silbergedecks hörst, ist ebenfalls etwas ganz Besonderes. Die Noten zu dem kurzen barocken Stück haben Museumsfachleute auf dem Hildesheimer Tafelsilber entdeckt. Sie sind in einen der großen, dekorativen Aufsätze eingraviert, die in der Mitte der Tafel stehen. Hildesheimer Tafelaufsatz mit Details, © Bayerisches Nationalmuseum Nach dem eingravierten Stück ertönen beim Blick über die Silbertafel Pauken und Trompeten. Auch Letztere sind etwas Besonderes. Sie sind aus Silber und stammen aus derselben Zeit wie das Tafelsilber und -porzellan. Du kannst sie im Bayerischen Nationalmuseum in Saal 89 anschauen. Ist dir im Film aufgefallen, dass auf der festlichen Tafel keine Gläser stehen? Warum wohl? Vielleicht erinnerst du dich an die Szene, in der einem Gast ein Glas gereicht wird. – Auf einem silbernen Tablett, einer sogenannten Kredenz. Er nimmt das Glas, trinkt daraus und stellt es wieder auf die Kredenz zurück.Was wäre dir lieber? Das Glas selbst vom Tisch nehmen zu können oder es immer wieder auf Anforderung angereicht – kredenzt - zu bekommen? Kredenz mit Pokal, © Bayerisches Nationalmuseum, Foto: Matthias Weniger Nach dem Hauptgang wird das Dessert serviert. Diesmal auf edlem Porzellan, das der französische König Ludwig XV. dem bayerischen Kurfürsten Karl Theodor geschenkt hat. Farbige Porzellane wurden wegen ihrer Empfindlichkeit im 18. Jahrhundert vor allem für den ersten Gang oder das Dessert verwendet. Dafür brauchte man meistens kein Messer. Sonst wäre vielleicht die empfindliche Bemalung des Porzellans zerkratzt worden! Und welche Art zu essen würdest du nun heute bevorzugen: speisen wie ein barocker Fürst an der Silbertafel, picknicken auf der Wiese, gemeinsam am Familientisch oder im Biergarten sitzen? Teile ein Bild auf Facebook oder Instagram, wie du am liebsten isst. Verwende dazu den Hashtag #MPZisswas Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Mehr über das MuseumIm Bayerischen Nationalmuseum kannst du dir diese prunkvollen Schätze im Original ansehen, außerdem Musikinstrumente, Bauernmöbel, gewaltige Wandteppiche und noch viel mehr! Eine Besonderheit: In diesem Haus passen die Räume hervorragend zu den Kunstwerke, die darin ausgestellt sind. So macht man eine Zeitreise, durchschreitet niedrige mittelalterliche Gewölbe, riesige Kirchensäle oder versteckte Wendeltreppen. Abbildungsnachweis Titelbild: Filmstill, zu sehen: Hildesheimer Tafelsilber im Bayerischen Nationalmuseum, © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler

Iss was!? – von Markt und Makrele

Die gemalten Früchte und Gemüsesorten aus der Alten Pinakothek sehen köstlich aus – findest du nicht auch? Vielleicht hast du Lust bekommen, eines der leckeren Rezepte auszuprobieren, zum Beispiel den grünen Power Smoothie? Um die Zutaten einzukaufen, kannst du entweder zu einem Supermarkt um die Ecke oder zu einem Obst- und Gemüsestand in deinem Viertel gehen.Und vergiss den Einkaufszettel nicht! Obst- und Gemüsestand, Spielzeug, um 1925/30, Holz © Münchner Stadtmuseum Viel schöner ist natürlich ein Besuch auf einem Wochen- oder Bauernmarkt. Dort werden vor allem regionale Früchte und Gemüse der jeweiligen Saison verkauft. Der große Vorteil dieser Produkte ist, dass sie keine weiten Transportwege hinter sich haben und deshalb besonders frisch sind. Außerdem werden sie nicht erst in Plastik verschweißt, das wir dann zu Hause gleich wieder in den Müll werfen. In München gibt es in jedem Viertel Wochenmärkte, die jeweils an einem bestimmtenTag in der Woche stattfinden. Und HIER findest du den Markt in deinem Viertel. Der berühmteste und auch der älteste Markt Münchens ist der Viktualienmarkt, der außer sonntags jeden Tag geöffnet hat. Vielleicht warst du schon einmal dort und hast all die Düfte von Kräutern, frischem Obst, Käse, Backwaren und Gewürzen geschnuppert. Hier bekommst du auch frische Eier, Fleisch, Fisch … und auch Blumen dürfen auf einem Markt nicht fehlen! © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Judith Schenk Der Name „Viktualienmarkt“ leitet sich übrigens von dem alten Begriff für Lebensmittel – „Victuailles“ – ab. Früher war es ein Bauernmarkt, heute sozusagen ein riesiges Feinkostgeschäft unter freiem Himmel. Vor etwa 200 Jahren wurde der Viktualienmarkt auf seinen heutigen Platz hinter dem Alten Peter verlegt. Der alte Marktplatz, der sich auf dem heutigen Marienplatz befand, war inzwischen zu klein geworden. Der Marienplatz hieß sehr lange Zeit nur „Markt“ oder „Marktplatz“. Und so sah der Viktualienmarkt vor etwa 200 Jahren aus – die Bauern, Fischer und Kaufleute boten hier als sogenannte „fliegende Händler“ ihre Waren an. Sie hatten keine festen Stände, sondern verkauften nur an manchen Tagen in der Woche Gemüse, Obst, aber auch Eier oder Geflügel, die sie auf einem Karren transportierten. Wenn du den Regler in der Mitte des Bildes greifst und verschiebst, kannst du die Gemälde von 1835 (links) und 1860 (rechts) vergleichen. Bei dem rechten Bild von 1860 kannst du die überdachten Stände der Händler bereits gut erkennen. Es sind natürlich nicht so viele wie heute, da in München damals weniger Menschen lebten, und das Warenangebot war nicht so groß. Heutzutage gibt es auf dem Viktualienmarkt auch einen Biergarten, wo man seinen Hunger stillen kann. Dort kannst du allerlei köstliche Speisen wie einen Leberkäs mit Kartoffelsalat, Münchner Weißwürste mit frischer Breze oder einen Obazden verzehren. Oder schmeckt dir ein Schweinebraten mit Knödel und Kraut am besten? Münchner Spezialitäten findest du übrigens auch im Münchner Stadtmuseum. Hier kannst du sie allerdings nicht verspeisen, sondern dir nur Appetit holen. Schau doch einfach mal selber vorbei – das Museum ist ganz in der Nähe vom Viktualienmarkt. In der dortigen Ausstellung „Typisch München“ gehst du in den 1. Stock. Dort „begegnet“ dir ein Sushi-Laufband. – Aber nicht mit asiatischen Speisen. Hier drehen sich Leberkässemmel, Steckerlfisch, Obazda und viele andere Münchner Köstlichkeiten vor deinen Augen. Du möchtest wissen, welche Gerichte sich noch auf dem Sushi-Laufband befinden? Dann versuch es mit folgendem Spiel. Ziehe dazu die Begriffe auf die passenden Bilder. Solltest du nun endgültig Appetit bekommen haben, dann schau doch einmal bei unserem Biergartenbeitrag vorbei. Dort wartet ein Rezept für einen Obazden auf dich. Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Informationen zum MuseumDas Münchner Stadtmuseum bietet eine große Bandbreite an Dauerausstellungen. Dazu gehören die stadthistorische Ausstellung "Typisch München!" und die darin integrierte Ausstellung "Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln". Außerdem gibt es noch die Sammlung Puppentheater/Schaustellerei, die Ausstellung "Nationalsozialismus in München sowie die Sammlung Musik. Außerdem kannst du regelmäßig Sonderausstellungen zu verschiedensten Themen besuchen, unter anderem aus der beachtlichen Sammlung Fotografie und der Sammlung Mode. Abbildungsnachweis Titelbild: © Münchner Stadtmuseum

Iss was!? – Essen, speisen, tafeln …

Gemalte Früchte, bayerische Leckerbissen oder kostbar gedeckte Tafeln – wir stellen dir Schätze aus verschiedenen Museen in München vor. Jede Menge sommerlicher Ideen für kreative Momente, aber auch Leckeres für den Biergarten oder das nächste Picknick warten auf dich. Virtuell entführen wir dich dazu in die Alte Pinakothek, das Münchner Stadtmuseum, die Residenz München und ins Bayerische Nationalmuseum. Und ab und zu gibt es auch noch einen kleinen Abstecher in ein anderes Museum. Freche FrüchteApfel und Karottengrünvon Markt und Makreleim BiergartenWas kommt in die Kanne?Tafelzier und Gaumenschmaus Auf geht's zum Dessert! Abbildungsnachweis Titelbild: von links oben bis rechts unten: Dessertaufsatz (Ausschnitt), © Bayerisches Nationalmuseum; Filmstill, zu sehen: © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler; Hildesheimer Tafelsilber im Bayerischen Nationalmuseum, © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler; Radieschen-Collage, © Museumspädagogisches Zentrum; pixabay; Frans Snyders, Obst- und Gemüseladen, um 1625/30, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0; H5P-Spiel, © Museumspädagogisches Zentrum; © Münchner StadtmuseumBeitragsbilder siehe Detailsseiten.

Sprache verbindet – Sprache erforschen

Die Römer sind unter uns! Psst! Hallo Detektive!! Die Römer sind unter uns! Wo? Wenn du digital auf vielen Kanälen unterwegs bist, dann sind sie schon da … Warum? Ganz einfach: Die Römer eroberten vor etwa 2000 Jahren viele Gebiete und brachten Wörter mit, die wir auch heute noch in unseren europäischen Sprachen wiederfinden. Auch im Deutschen. Die Sprache der Römer war lateinisch. Sogar viele Bezeichnungen für ganz moderne Dinge, die die Römer noch gar nicht kannten, kommen aus dem Lateinischen: Detektiv z.B von detegere = aufdecken. Digital heißt in Ziffern umgesetzt. Lange bevor es Rechenmaschinen gab, rechnete man nämlich mit den Fingern = digiti. Und das Wort Kanal entstand aus cannula = das Röhrchen. Schau dir die Frisuren auf den beiden Bildern an. Sie sind aufwändig gestaltet. In der Antike war dazu eine Brennschere notwendig. Daher kommt das Wort Frisur: frigere heißt braten, rösten. Heute benutzen wir elektrische Lockenstäbe und Glätteisen. Beide Figuren (von lateinisch figura) findest du im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke. Die Abgüsse dort sind aus Gips. Das lateinische Wort dafür ist gypsum. Das stammt ursprünglich vom griechischen gypsos. Auf geht’s, Detektiv! Decke auf, wo sich die Römer noch in unserer Sprache versteckt halten. Du wirst staunen, wo sie mit ihrer Sprache noch unter uns sind. Schau dir die Bilder an und klicke auf umdrehen. Wer sind die beiden Figuren mit den schönen Frisuren? Das erfährst du in unseren Memospielen oder du besuchst sie direkt im Museum für Abgüsse klassischer Bildwerke! Und hier gibt's MPZ-Informationen zum Museumsbesuch. Im Buch „Die Römer bei uns“ erfährst du noch mehr über das Leben der Römer in Deutschland. Passende MPZ-FührungenVielfalt entdecken – Auf den Spuren der Römer im Bayerischen Nationalmuseum (FöS, GS, Horte, MS bis Jgst. 7) Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Illustration: Georg SchatzAbbildungsnachweis Bilder in Kreisausschnitten: © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Foto: R. Hessing

Der arme Poet ist ausgezogen

Carl Spitzwegs "Armer Poet" (1839) wohnt unter dem Dach in einer kleinen Kammer. Wie armselig seine Behausung ist, fällt erst so richtig auf, wenn er ausgezogen ist. Ziehe am Anfasser links in der Mitte am Rand und schiebe den Balken langsam nach rechts. So siehst du Stück für Stück, welche Besitztümer er hinterlassen hat. Finde auch heraus, was genau er alles mitgenommen hat. Wenn du mehr über den Armen Poeten wissen willst, gehe auf die Webseite des Museums. Oder besser, sieh dir das Original in der Sammlung Schack an. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netDer arme Poet ist ausgezogen Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Spitzweg, Der arme Poet (Ausschnitt), 1839, derzeit Sammlung Schack, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Karl Valentin – wortwörtlich

Weißt du, was ein „Sprachkünstler“ ist? Und kannst du dir vorstellen, wie man einer wird? Wir stellen dir hier einen berühmten Künstler vor, der mit Sprache regelrecht jonglierte und dadurch die Menschen zum Lachen brachte: Karl Valentin. Er kam 1882 in München auf die Welt und hieß eigentlich Valentin Ludwig Fey. Die ersten Schritte hin zu seiner Karriere als Humorist, Komiker und Stückeschreiber, wie er sich selbst nannte, beschreibt Karl Valentin so: „Falk und Fey, Möbeltransportgeschäft in der Münchner Vorstadt Au, Entenbachstraße 63 im ersten Stock links, dort erblickte ich, Valentin Ludwig Fey, das Licht der Welt. Mit vier Jahren absolvierte ich den Kindergarten, mit sechs Jahren steckte man mich widerspenstig in die Volksschule an der Klenzestraße. Meine Schulzeit war für mich eine siebenjährige Zuchthausstrafe, so gern ging ich in die Schule. Hierauf kam ich in die Lehre, in die Möbelschreinerei von Jos. Hauhuber in Haidhausen, und hobelte, sägte, leimte, nagelte – bis ich Geselle wurde. Als solcher verdiente ich mir dann fünf Jahre lang wöchentlich 20 bis 25 Mark. Nachdem ich auch noch bei verschiedenen anderen Münchner Schreinermeistern Gastspiele gegeben habe, entwendete ich bei dem letzten Meister einen Nagel, schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreiner für immer auf.“  Karl Valentin bei Tonaufnahmen, © Valentin-Karlstadt-Musäum Bei Valentins Humor fällt besonders auf, dass er genau auf das hört, was die Menschen sagen. Er nimmt die Sätze auseinander, zerlegt sie in einzelne Wörter und nimmt dann jedes Wort für sich in seiner Bedeutung wörtlich. Damit will er uns darauf hinweisen, welchen Unsinn die Menschen im Alltag oft von sich geben. Karl Valentins erstes sehr erfolgreiches Stück heißt „Das Aquarium“ und entstand im Jahr 1907. Hör es dir einmal an, dann bekommst du einen Eindruck davon, wie sein Humor und sein „Sprachwitz“ funktionieren. Klick einfach rein: In dieser Podcast-Reihe des Bayerischen Rundfunks findest du eine Menge weiterer Beispiele seiner Kunst. Möchtest du mehr über Karl Valentin erfahren, dann besuche doch das ganz besondere Musäum an einem ganz besonderen Ort, nämlich im taubenumflatterten Turm des Isartors.Dort kannst du sogar den Nagel entdecken, an den Karl Valentin seinen Schreinerberuf hängte. Abbildungsnachweis Titelbild: © Valentin-Karlstadt-Musäum

Sprache verbindet – „das Gleiche in Grün“

Hand aufs Herz: Hast du schon einmal blau gemacht? Oder dich mit fremden Federn geschmückt? Hast du es vielleicht sogar faustdick hinter den Ohren? – Und wenn schon… – das ist doch kein Beinbruch! Immer schön den Ball flach halten – alles im grünen Bereich. Mit dir kann man bestimmt Pferde stehlen. Jetzt haben wir dich so richtig mit Redewendungen überschüttet. In unserer Sprache – wie auch in den meisten anderen – gibt es viele solche feststehenden Ausdrücke und Wortverbindungen, die man nicht immer wörtlich nehmen sollte. Kaum jemand wird schon einmal einen echten Frosch im Hals gehabt haben. Aber eine heisere, raue Stimme hatte jeder schon mal. Und vermutlich hast du auch schon deine Hand für jemanden ins Feuer gelegt. Doch du hast dir dabei hoffentlich keine Verbrennungen zugezogen! Bei vielen Ausdrücken, die du ständig und ganz selbstverständlich gebrauchst, weißt du vielleicht auch nicht, woher sie eigentlich kommen. Wir nehmen hier ein paar von ihnen genauer unter die Lupe, die sich rund um Fahrzeuge und Transportmittel drehen. Wenn wir eine Redewendung verstehen möchten, genügt es nicht, die Bedeutung jedes einzelnen Wortes zu kennen. Wir müssen wissen, was der gesamte Ausdruck im übertragenen Sinn bedeutet. Viele deutsche Redewendungen haben wir irgendwann „ganz nebenbei“ kennen gelernt. Für Menschen, die mit einer anderen Sprache aufgewachsen sind, ist es dagegen oft extrem schwierig, diese Ausdrücke zu verstehen. Denn jede Sprache hat ihre eigenen Redewendungen. Im englischen Sprachraum regnet es zum Beispiel Katzen und Hunde, im Deutschen sprechen wir von „Sauwetter“. Viele Redensarten klingen bestimmt sehr lustig und komisch, wenn man ihre übertragene Bedeutung nicht kennt. Wie findest du etwa die Vorstellung, dass ein Hund in einer Pfanne verrückt wird oder du Flöhe husten hörst?     Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netKutsche, Fahrrad, Auto Passende MPZ-FührungenKutsche, Auto oder Fahrrad – Mobilität früher und heute (GS, FöS, Horte)Technik macht Geschichte (GYM bis Jgst. 8, RS bis Jgst. 9)Programm für Deutschklassen: Unterwegs in der Stadt (BIK, BS, DK BS, Deutschklasse GS, Deutschklasse MS) Mehr über das Deutsche Museum – VerkehrszentrumIm Verkehrszentrum des Deutschen Museums warten noch viele weitere Fahrzeuge auf dich, zu denen dir bestimmt auch Redewendungen einfallen. Also gib Gas und drück auf die Tube!  Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Abbildungsnachweis Titelbild: Opel Laubfrosch, © Deutsches Museum, München, Archiv, CD_L6361-075

Was wimmelt da am Marienplatz?

Wenn du heute ein Bild vom Münchner Marienplatz machen möchtest – kein Problem. Ein Klick am Handy oder Fotoapparat – fertig! Vor 400 Jahren dagegen musste ein solches Bild gemalt werden. Es dauerte Wochen und Monate, bis ein Künstler den Platz mit seiner quirligen Atmosphäre auf die Leinwand gebracht hatte. Bevor er sich an die Arbeit machte, kramte er deshalb zuerst einmal in seinen Erinnerungen: Was habe ich auf diesem Platz in der letzten Zeit Interessantes gesehen oder erlebt? Welche Geschichten möchte ich über diesen Ort erzählen? Möglichst viel von dem, was ihm dazu einfiel, packte der Künstler dann in sein Bild hinein. Das fertige Gemälde bildet daher nicht wie ein Foto einen bestimmten Augenblick ab, sondern liefert dir eine Fülle von Geschichten, Erlebnissen und Bildern, die frühere Zeiten in deinem Kopf lebendig werden lassen. Ein solches Bild vom Marienplatz, der früher einfach nur „Markt-“ oder „Schrannenplatz“ hieß, kannst du im Münchner Stadtmuseum sehen. In welchem Jahr es gemalt wurde, findest du sicher heraus, wenn du dir das Gemälde ganz genau anschaust. Anonym, Der Marktplatz in München zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, 1634, © Bayerisches Nationalmuseum (Dauerleihgabe an das Münchner Stadtmuseum) Lass uns nun eine kleine Reise zurück in die Zeit machen, in der das Bild entstanden ist. Wir befinden uns mitten im „Dreißigjährigen Krieg“. In ganz Europa streitet man darum, welches die „richtige“ Religion ist: katholisch oder evangelisch? Die Anhänger des evangelischen Glaubens nennt man auch „Protestanten“. Ein protestantisches Heer unter der Führung des gefürchteten Schwedenkönigs Gustav Adolf hat das katholische München 1632 – 2 Jahre vor der Entstehung unseres Bildes also – belagert und besetzt. Die Stadt soll geplündert und in Schutt und Asche gelegt werden. Aber die Münchnerinnen und Münchner können das verhindern, indem sie ein gigantisches Lösegeld auftreiben: 300.000 Reichstaler! Zum Dank für den kampflosen Abzug der Truppen, für das sogenannte „Wunder von München“, wird sechs Jahre später die Mariensäule auf dem Marktplatz aufgestellt. In diesem „Wimmelbild“ verstecken sich noch viel mehr solche Geschichten: spannende, grausame und lustige! Löse die folgenden Rätsel und Suchaufgaben, klicke auf den entsprechenden Playknopf im Bild und höre mehr dazu… Wenn du noch ein bisschen in der Zeit reisen möchtest, dann schau dir doch auch einmal an, wie der Marienplatz vor etwa 250 Jahren ausgesehen hat. Was hat sich seit dem Dreißigjährigen Krieg verändert? Und wie sieht es an der gleichen Stelle heute aus? Joseph Stephan, Schrannenplatz gegen Nordwesten, © Münchner StadtmuseumDer Münchner Marienplatz heute,© Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Judith Schenk Informationen zum MuseumMöchtest du die Zeitreise fortsetzen und wissen, wie es in München früher ausgesehen hat? Dann bist du in der Ausstellung „Typisch München!“ im Münchner Stadtmuseum richtig. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Judith Schenk

Sprache verbindet

Die dritte digitale Themenreihe des MPZ Hier dreht sich alles um Sprache! Du kannst sie trainieren, erforschen, mit ihr lustige Spielchen treiben, sie ausgehend von Kunstwerken kreativ einsetzen, geheime Botschaften senden und Sprichworte besser verstehen. Beim Klick auf die Bilder kommst du zum gewünschten Beitrag. Viel Sprachvergnügen! Sprache lernen Sprache erforschendas Gleiche in GrünKunst als ImpulsBriefgeheimnisse Mehr zur Sprache findest du, wenn du unten am Beitrag oder in der rechten Spalte auf das Schlagwort Sprache klickst!Hier findest du unsere Themenreihen zu Upcycling und Vielfalt entdecken. Abbildungsnachweis Titelbild: © Monacensia im Hildebrandhaus, Nachlass Erika Mann, Briefe, Signatur EM B 231, Kuvert von einem Brief Erika Manns an ihren Bruder Klaus (Ausschnitt)

Sprache verbindet – Sprache lernen

Bäume, Obst und Jahreszeiten. Farbe, Mode und Design. Wohnen, Stadt und Verkehrsmittel. Tiere, Uhrzeit oder Feste: für Deutschklassen und Sprachlerngruppen bietet das MPZ vielfältige Angebote in 17 Münchner Museen und im Stadtraum an. Jedes Mal steht ein Wortfeld im Mittelpunkt. Zum Thema „Wohnen“ werden z.B. die schönen Räume der Münchner Residenz unter die Lupe genommen und so der Wortschatz rund um das Arbeitszimmer, das Schlafzimmer, das Badezimmer und das Esszimmer vertieft.Ein „Bausteinkoffer“ voller Methoden und Materialien macht das jeweilige Thema anschaulich.Mit differenzierten Aufgabenstellungen wird dabei der individuelle Sprachstand der Teilnehmenden  berücksichtigt. Alle gemeinsam können so die Ausstellungsstücke entdecken und die Museumswelt erleben. So macht Spracherwerb Spaß! Aus den etwa 40 MPZ-Angeboten in den Münchner Museen haben wir zwei methodische Beispiele für Sie ausgesucht. Sie können sie auch im Unterricht einsetzen. Kommen Sie – sobald es wieder möglich ist – persönlich mit Ihrer Gruppe. Die Führungen sind kostenfrei. Sprache lernen mit Kunstwerken August Macke, Mädchen unter Bäumen, 1914 © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München Deutsch als Zweitsprache und zugleich Kunst bzw. Design vermitteln sowie eigenes kreatives Gestalten ermöglichen – das gelingt vor den Exponaten der Sammlung Moderne Kunst und der Neuen Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne. Die beeindruckenden, leuchtend farbigen Gemälde der modernen Kunst regen an, die Vielfalt der Farben zu entdecken und spielerisch den Wortschatz rund um das Thema Farbe zu erweitern. Sind die einfachsten Farbnamen und der Farbkreis gelernt und auch die Abstufung in Hell-, Mittel- und Dunkelwerte verstanden, lassen sich mit Hilfe von Bildwortkarten Komposita bilden, um weitere Farbnuancen benennen zu können. Schülerinnen und Schüler erkennen zum Beispiel tannengrüne oder limettengrüne Farben im Blattwerk der Bäume, wenn sie August Mackes Gemälde „Mädchen unter Bäumen“ genau betrachten. Auch die Kleider der Mädchen werden anfangs einfach blau oder dunkelblau beschrieben, auf der Suche nach noch passenderen Farbnamen dann ozean- und himmelblau gefunden. Durch einen Klick auf die Informationssymbole im Gemälde des folgenden Spiels erscheinen einige anschauliche Beispiele, denen man die Farbkleckse am rechten Rand zuordnen kann.Folgendes Element funktioniert am besten ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Anschließende eigene Experimente im Farbmischen mit Trocken- oder Nassfarben verfestigen die Kenntnisse zu Farben und Farbkreis, zugleich machen sie den Schülerinnen und Schülern viel Spaß. Für die selbst hergestellten Farbkarten finden sie ebenfalls und häufig sehr fantasievolle Farbnamen.  Sprache lernen mit Designobjekten Die Neue Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne präsentiert eine große Vielfalt an Gegenständen: Möbel, Geschirr, Elektro- und Sportgeräte, Fahrzeuge und vieles mehr. An den Objekten können Schülerinnen und Schüler ganz anschaulich den Wortschatz zu Alltagsgegenständen lernen und vertiefen. Bildkarten und Materialproben helfen ihnen dabei. Die Objekte regen zudem an, die eigene Kreativität in Skizzen zu erproben. © Museumspädagogisches Zentrum Ein überdimensioniertes Setzregal, die Eingangswand der Neuen Sammlung – The Design Museum, stellt eindrucksvoll und als Auftakt des Rundgangs den Sammlungsbereich Design mit mehr als 30 Exponaten vor. Für die Deutschklassen oder BIK ist dies eine optimale Vermittlungssituation, da hier, immer abgestimmt auf den jeweiligen Sprachstand der Schülerinnen und Schüler, der Wortschatz spielerisch auf ganz unterschiedliche Art und Weise eingeübt werden kann. Eine einfache Möglichkeit des spielerischen Spracherwerbs zeigt unser Quiz, bei dem die Begriffe den einzelnen Objekten zugeordnet werden können. Was ist was im Setzregal? Möbel, Fahrzeug oder Elektrogerät? Ein Klick auf die Info-Symbole verrät es. Basiswortschatz lässt sich z.B. mit dem Spiel „Ich sehe etwas, was du nicht siehst und das ist…“ trainieren. Neben der Farbabfrage kann auch das Material thematisiert werden: „Was ist aus Holz?“- „Der Tisch!“ Sprachlich etwas höhere Anforderungen stellt die Aufgabe, als Antwort nicht nur das Objekt, sondern auch die damit verbundene Tätigkeit zu beschreiben: Z.B. „Was ist aus Kunststoff?“ – „Der schwarze Stuhl ist aus Kunststoff. Ich sitze auf dem Stuhl.“Folgendes Element funktioniert am besten ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Das Setzregal mit gezeichneten Objekten finden Sie hier. Die Schülerinnen und Schüler können die gelernten Begriffe eintragen und noch einmal vertiefen.  Zur Überprüfung dient ein beigefügtes Lösungsblatt mit den zugeordneten Begriffen. Die besondere Lernumgebung Museum und die beeindruckenden Originale motivieren die Kinder und Jugendlichen. Zugleich machen die Sprachspiele zu den Exponaten Freude, schaffen Erfolgserlebnisse und Selbstvertrauen. - Wichtige Voraussetzungen, die das Erlernen der neuen Sprache positiv unterstützen.  Sprachfördernde Angebote des MPZfür Deutschklassen an Grund-, Mittel und Berufsschulen sowie Deutschlernkurse Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netSprache lernen mit Kunst: Farbkarten, Ich sehe was, was du nicht siehstSprache lernen mit Design: Stuhl Entwurf: Michael Thonet, Hersteller: Gebrüder Thonet, WienStuhl Nr. 14 | um 1856, Materialprobe Passende MPZ-FührungenProgramm für Deutschklassen in der Pinakothek der Moderne - Sammlung Moderne Kunst: Die Welt der Farben in der Kunst Programm für Deutschklassen in der Pinakothek der Moderne - Die Neue Sammlung: Stühle, Sessel, Teller, Tassen - besondere Dinge im Designmuseum Mehr über die Pinakothek der ModerneIn der Pinakothek der Moderne präsentieren vier Museen zu Kunst, Design, Architektur und Graphik ihre Sammlungen. Alle vier Museen bespielt auch das interkulturelle und kostenfreie Projekt „KunstWerkRaum“, zu dem wir Sie herzlich einladen, sobald Gruppenveranstaltungen wieder möglich sind. Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum

Vielfalt entdecken … in der Natur
Gezeichnet: vier Blumentöpfe mit Rosmarin, Petersilie, Basilikum und Koriander

Pizza, Spaghetti mit Pesto, mit Tomaten- oder Bolognese-Soße, Salat, Weißwurst, Bratkartoffeln, Schweinebraten… – Egal, bei welchem Essen dir das Wasser im Mund zusammenläuft, wichtig ist vor allem eines: Gut gewürzt muss es sein! Am besten mit frischen Kräutern! Was wäre zum Beispiel eine Pizza ohne Oregano, ein Pesto ohne Basilikum oder ein Schweinebraten ohne eine Prise Kümmel? Du würdest es bestimmt sofort am Geschmack merken, wenn diese Zutaten fehlen. In Deutschland steht uns heute eine riesige Vielfalt an Kräutern und Gewürzen zur Verfügung, mit denen wir viele leckere, geschmacklich bunte Gerichte zubereiten können. Ursprünglich stammen die meisten dieser Kräuter jedoch nicht aus unserem Land, sondern kamen mit den Römern oder Händlern zum Beispiel aus dem Mittelmeerraum oder dem Nahen Osten in unsere Küchen. Mit jedem gut gewürzten Gericht kommt also auch der Geschmack der „großen weiten Welt“ auf unseren Teller. Interessiert es dich, woher die Kräuter stammen, die dein Essen so lecker machen? Dann finde die Kräuterpaare im folgenden Memo-Spiel und du erfährst woher sie ursprünglich kommen. Du kannst den Text ganz in Ruhe lesen, denn solange er sichtbar ist, stoppt die Zeitmessung. Bekommst du Lust mit diesen Kräutern eine Kräuterbutter herzustellen? Hier findest du ein Rezept dazu. Der Botanische Garten München-Nymphenburg Schmuckhof des Botanischen Gartens München-Nymphenburg mit Botanischem Institut, © Botanischer Garten München-Nymphenburg, Foto: Hr. Hoeck Im Botanischen Garten kannst du dir all diese Kräuter angepflanzt ansehen, vergleichen und auch ein wenig beschnuppern. Doch das ist bei weitem nicht alles! Du findest dort eine riesige Pflanzenvielfalt, wie sie dir sonst nur begegnen würde, wenn du wochenlang durch die ganze Welt reisen würdest. Im Botanischen Garten bist du zum Beispiel mit ein paar Schritten im "Himalaya-Gebirge". Du musst nur das „Alpinum“ besteigen – einen kleinen Hügel, auf dem Pflanzen aus den verschiedensten Hochgebirgsregionen der Erde wachsen. Im Palmenhaus kannst du Urwaldluft schnuppern, im großen Kakteenhaus heiße Wüstenlandschaften bereisen, in den Aquarien die seltsamsten Wasserpflanzen bestaunen. Vielleicht spazierst du auch durch den romantischen Rhododendronhain und die magische Farnschlucht, erforschst den Insektenpavillon und das Wildbienenhotel? Oder du entdeckst Gift- und Heilpflanzen, Gemüse- und Salatsorten sowie Pflanzen, die wir zum Färben verwenden. Ganz nach deinem Geschmack. Dem Naturerlebnis sind keine Grenzen gesetzt! Passende MPZ-FührungenVielfalt entdecken: Gewürze fremder Kulturen in unserer Küche (für BS, FöS, GS, GYM, Horte, MS, RS)Heimische und fremdländische Gewürze (für BS, FöS, GS, GYM, Horte, MS, RS)Gewürze in unserer Küche – heimische und fremdländische (für Kindergartengruppen mit Kindern ab 4 Jahren) Mehr über den Botanischen Garten München-NymphenburgDer Botanische Garten gehört mit 21,20 Hektar Fläche und 19.600 Arten und Unterarten zu den bedeutendsten Botanischen Gärten der Welt. Du kannst dir auf der Internetseite des Botanischen Gartens einmal anschauen, was es sonst noch in diesem Museum zu sehen gibt. Mehr aus unserer Reihe Vielfalt entdecken … Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Zeichnungen: Georg SchatzAbbildungsnachweis Kräuter-Infokasten: Alle: © 2020 Adobe. All rights reserved. Zitronenmelisse: von xearb; Koriander: von Photographee.eu; Liebstöckel: von Marek Gottschalk; Rosmarin: von Marina Lohrbach; Salbei: von robynmac; Kümmel: von dabjola; Basilikum: von GSDesign; Fenchel: von photocrew; Petersilie: von mates; Schnittlauch: von duncanandison; Thymian: von Moving Moment; Majoran: von Scisetti AlfioAbbildungsnachweis Memo-Spiel: © Museumspädagogisches Zentrum, Zeichnungen: Georg Schatz

Vielfalt entdecken … Perspektiven wechseln

Migration bewegt die Stadt – Perspektiven wechseln München ist eine Einwanderungsstadt. Seit Jahrhunderten zieht es Menschen aus verschiedenen Gründen hierher. Heute haben mehr als 40% der Münchner*innen Migrationshintergrund. Das heißt, sie oder mindestens ein Elternteil wurde nicht in Deutschland geboren. All diese Menschen prägten und prägen unsere Stadt: die Architektur und Politik, das gesellschaftliche Leben und vieles mehr. Seit 2015 erforschen das Münchner Stadtmuseum und das Stadtarchiv München gemeinsam die Migration in der bayerischen Landeshauptstadt früher und heute. Im Rahmen dieses Projekts haben viele Münchner*innen dem Museum persönliche Erinnerungsstücke überlassen, die aus ihrem Leben und von ihrem Ankommen in München erzählen. Diese Objekte sind jetzt unter dem Motto „Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln“ in die Dauerausstellung „Typisch München!“ im Münchner Stadtmuseum integriert worden. Teilweise fügen sie sich nahtlos in die Erzählung der Ausstellung ein, an manchen Stellen sorgen sie aber auch für Überraschungen. Auf jeden Fall kann man deutlich erkennen, dass Migration das Leben in München seit den Anfängen der Stadt im Mittelalter bis heute prägt und bereichert. Die folgenden Erinnerungsstücke verraten uns etwas über Träume, Erwartungen und Erfahrungen von Menschen, die aus dem Ausland nach München gekommen sind. Sie erklären zum Beispiel, warum sich Leute auf den Weg hierher gemacht haben ... Schiebe den Regler unter dem Bild langsam von links nach rechts. Hast du besondere Wünsche und Erwartungen an deinen Wohnort – hier oder anderswo? Freiheit, Demokratie, Sicherheit, Gesundheit, genug Platz zum Wohnen (und Spielen), … Was fällt dir noch ein? Schreibe es uns an digital@mpz-bayern.de!Sicher bekommst du weitere Ideen und Anregungen, wenn du dir die Ausstellung „Typisch München!“ im Stadtmuseum einmal selbst ansiehst. Passende MPZ-Führung und Workshop zur Interventionsausstellung „Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln“Check mal deine Privilegien! - Politische Bildung im Museum (für GS ab Jgst. 3, BIK, BS, Deutschklassen GS und MS, GYM, MS, RS) Informationen zum MuseumIm Münchner Stadtmuseum sind neben der stadtgeschichtlichen Dauerausstellung „Typisch München!“ und den Sammlungen zu Musikinstrumenten, Puppentheater, Schaustellerei sowie zum Nationalsozialismus in München auch Sonderausstellungen zu sehen.Mehr Informationen zum ganzen Museum und den einzelnen Ausstellungen Mehr aus unserer Reihe Vielfalt entdecken … Abbildungsnachweis Titelbild: Plakat "Welcome to Munich Willkommen in München مرحبا بكم في ميونيخ", Handschrift rot-grün-blau auf weißem Hintergrund (Ausschnitt), © Münchner Stadtmuseum, Foto: Gunther Adler

Original und Fälschung

Findest du die Unterschiede? Bei einem Gemälde wie den „Trauben- und Melonenessern“ von Bartolomé Estéban Murillo passt jede Einzelheit. Vieles an dem Bild fällt dir erst auf, wenn du es länger betrachtest. Daher laden wir dich zu einem kleinen Spiel ein: „Original und Fälschung“. Das erste Bild ist eine Reproduktion des Originals aus der Alten Pinakothek. Im zweiten Bild – der Fälschung – sind 12 Fehler eingebaut. Viel Spaß bei der Suche! Wenn du mehr über die „Trauben- und Melonenesser“ und andere Kinderbilder des spanischen Malers Murillo erfahren willst, gehe auf die Homepage der Alten Pinakothek in München. Vielleicht bist du neugierig geworden, wie das Gemälde im Original aussieht? Du findest es in der Alten Pinakothek. PassDidaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netOriginal und Fälschung – digital Passende MPZ-Führungen, in denen die „Trauben- und Melonenesser“ eine Rolle spielen:Zerlumpt, barfuß oder fein herausgeputzt – eine Begegnung mit Bauern, Bürgern oder einem Kaiser (für GS, Horte, GYM, MS, RS, jeweils bis Jgst. 7)Zwiebeln, Quitten und Melonen (für GS, Horte)Zwiebeln, Pflaumen und Zitronen (für Kindergartengruppen mit Kindern ab 5 Jahren) Abbildungsnachweis Titelbild: Bartolomé Estéban Murillo, Trauben- und Melonenesser (Ausschnitt), um 1650, Alte Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Ferienschloss-Quiz

Du verbringst die Ferien in München und möchtest dich trotzdem „wie im Urlaub“ fühlen? Dann besuch doch einmal den Ort, wo einst die bayerischen Könige und Kurfürsten mit ihrer Familie Urlaub machten: Schloss Nymphenburg! Jedes Jahr im Mai zogen sie aus der „Residenz“ in der Münchner Innenstadt um nach Nymphenburg. Die „Reise“ dauerte kaum eine Stunde, der „Urlaub“ dagegen fünf bis sechs Monate! Im riesigen Nymphenburger Schlosspark konnten die hohen Herrschaften spazierengehen, ausreiten, jagen und sogar in einem richtigen Schwimmbad schwimmen. Oft gab es rauschende Sommerfeste mit Musik und Tanz im Schloss und im Garten. Hast du Lust, in diese aufregende Zeit einzutauchen? Dann mach doch mit bei unserem Quiz! Zunächst drehen sich die Fragen um das Hauptschloss, dann um den Schlosspark und die Parkburgen. Mit viel spannendem Wissen im Gepäck solltest du danach unbedingt eine „echte“ Urlaubsreise nach Nymphenburg antreten! Abbildungsnachweis Titelbild: © Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de, Foto: Peter Fink, München (Ausschnitt)

Aus Südamerika nach Bayern

In der Südamerikaabteilung des Museum Fünf Kontinente sind zahlreiche Gegenstände aus verschiedenen Kulturen des Kontinents ausgestellt. Auf diesen Objekten kann man auch Pflanzen und Tiere erkennen, die ursprünglich nur in Südamerika zuhause waren. Vieles davon ist für uns hier in Europa alltäglich geworden, obwohl es erst seit Kurzem bei uns heimisch ist. Passende MPZ-FührungVielfalt entdecken – Aus der Welt nach Bayern (für FöS, GS, MS bis Jgst. 7) Informationen zum MuseumDas Museum Fünf Kontinente zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Kulturen aus Afrika, Amerika, Asien, Australien, dem Orient, der Südsee und Europa auf. Auf der Museumswebsite findet ihr Informationen zum Museum und seinen Ausstellungen. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museum Fünf Kontinente, Foto: Nicolai Kästner. www.museum-fuenf-kontinente.de

Götter geben Rätsel auf

Wir kennen viele Darstellungen von griechischen Göttinnen und Göttern. Und einige davon können wir in München direkt vor Ort sehen: In den Staatlichen Antikensammlungen sind die Gottheiten vor allem auf Vasen gemalt, im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke finden wir Statuen von ihnen. Vielleicht habt ihr ja mal Lust, sie dort zu besuchen. Acht ausgewählte Gottheiten könnt ihr hier kennenlernen. Ihren griechischen und ihren lateinischen Namen sowie ihre Erkennungsmerkmale. Es gibt drei Schwierigkeitslevel: für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Probiert aus, wie weit ihr kommt! Wichtig: genau hinsehen! Auf den ersten Blick sehen die alle ähnlich aus ... Für Anfänger Das ist ein Memo-Spiel, wie ihr es bestimmt schon gespielt habt. Ihr dürft immer zwei Karten aufdecken. Wenn ihr ein gleiches Paar gefunden habt, erfahrt ihr, wie die Gottheit heißt und wofür sie zuständig ist. Ihr könnt den Text ganz in Ruhe lesen, denn solange er sichtbar ist, stoppt die Zeitmessung. Fangen wir an mit den Statuen. Für Fortgeschrittene Nun wird es komplizierter. Es sind immer noch dieselben acht Gottheiten. Aber die sind ja kaum wiederzuerkennen! Oder vielleicht doch? Tatsächlich hat jede Gottheit mindestens ein Merkmal an sich, das nur sie alleine trägt. Bei den antiken Statuen ist es oft abgebrochen, aber auf den Vasen und an der kleinen Skulptur kann man es gut sehen. Ordne die Symbole links den zugehörigen Darstellungen rechts zu. Das folgende Spiel funktioniert leider erst ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Für Profis Respekt, ihr habt es weit geschafft! Nun dürft ihr euch nochmal an einem schwierigeren Memo-Spiel versuchen. Die Göttinnen und Götter bleiben dieselben, aber nun gehören jeweils ein Symbol und eine Darstellung als Memo-Paar zusammen. Einmal gefunden, verraten sie euch, warum sie dieses Merkmal mit sich tragen. Puh, das war schwer! Vielleicht habt ihr es auch ein paarmal gespielt. Dann seid ihr jetzt gut vorbereitet, wenn ihr die Vasen in den Staatlichen Antikensammlungen oder die Statuen im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke seht. Sicher erkennt ihr die ein oder andere Gottheit! Doch das war ja noch lange nicht alles: Unser Büchlein Antike Götter stellt die wichtigsten Gottheiten der Antike und ihre Geschichten vor. Es ist ein idealer Begleiter für Museumsbesuche oder für Streifzüge in eurer Umgebung. Für 5,- € könnt ihr es in der Ausstellung der Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz kaufen. Passende MPZ-FührungenAntike Götter und ihre Sagen (für GS, GYM, MS, RS, im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke)Die unsterblichen Götter (für GS ab Jgst. 3, GYM, MS, RS, in den Staatlichen Antikensammlungen) Informationen zu den MuseenMuseum für Abgüsse Klassischer Bildwerke: Museumshomepage und MPZ-Informationen zum MuseumsbesuchStaatliche Antikensammlungen: Museumshomepage und MPZ-Informationen zum Museumsbesuch Abbildungsnachweis Titelbild: © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Foto: R. Hessing

Vielfalt entdecken … in der Politik
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Politik, Demokratie, Monarchie – viele Wörter sind uns – zum Beispiel aus den Nachrichten – sehr vertraut und gehören zur deutschen Sprache. Ursprünglich entwickelten sie sich aber vor mehreren tausend Jahren in Griechenland. Dort, genauer in Athen, entstand vor 2500 Jahren die erste Demokratie. Im Gegensatz zu den ringsum liegenden Gebieten, wo Fürsten alleine herrschten, bestimmten in Athen die Bürger die Politik. Auch wir leben heute in Deutschland in einer Demokratie. Hier lernst du ein bisschen Griechisch: Jetzt kannst du dir die Begriffe herleiten: Demokratie ist die Herrschaft des Volkes, Monarchie die Herrschaft eines Einzelnen. Die Herrschaft der Besten nennt man Aristokratie, die Oligarchie bezeichnet die Herrschaft von wenigen und Autokratie die eines Einzelnen ohne Beschränkungen. Das Modell des Parthenontempels im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke© Museumspädagogisches Zentrum Das Wahrzeichen für die Demokratie in Athen war der Parthenon-Tempel auf der Akropolis. Er war der Stadtgöttin Athens, Athena, geweiht. Diesem Tempel ähneln heute auf der ganzen Welt zahlreiche Gebäude, in denen Politik gemacht wird. Hier kannst du einige entdecken. Ziehe die Bezeichnungen auf die zugehörigen Gebäude: Zwei Gesichter sind wesentlich mit der attischen Demokratie verbunden:Der Staatsmann Perikles (ca. 490 - 429 v. Chr.) aus Athen regte den Bau des Parthenontempels an. Er wurde 15- mal zum Strategen, d.h. in das höchste militärische Amt, gewählt und stärkte die Demokratie.Themistokles (ca. 524 - 459 v. Chr.) war Staatsmann und Feldherr in Athen und ebenso Wegbereiter der attischen Demokratie. Er siegte über die Perser und wurde sehr mächtig. Aus Angst, er könne die Alleinherrschaft übernehmen, verbannten ihn die Athener aus der Stadt. Perikles (ca. 490 - 429 v. Chr.), © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Foto: Roy HessingThemistokles (ca. 524 - 459 v. Chr.), © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Foto: H. Glöckler In einer Demokratie kann nicht ein Einzelner oder eine kleine Gruppe alles bestimmen, sondern das Volk darf mitreden. In Deutschland gab es von 1919 bis 1933 die erste Demokratie. Nach der Gewaltherrschaft durch die Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg wurde 1949 erneut eine Demokratie geschaffen. Vieles haben wir von den Griechen übernommen und weiterentwickelt. Probiert einmal dieses Rollenspiel aus. Passende MPZ-FührungWoher unsere Demokratie kommt (für BS, GYM, MS, RS) Informationen zum MuseumIm Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke könnt ihr berühmte griechische und römische Skulpturen der Antike aus den Museen der Welt als originalgroße Gipsabgüsse betrachten.Dort gibt es auch spezielle Angebote für zuhause und für Kinder.Hier findet ihr Informationen zum Besuch im Museum. Mehr aus unserer Reihe Vielfalt entdecken ... Abbildungsnachweis Titelbild: © Deutscher Bundestag / Achim MeldeAbbildungsnachweis Zuordnungsquiz Gebäude-Begriffe:oben (v.l.n.r.): Akropolis, Griechenland: © A.Savin, Wikimedia Commons - WikiPhotoSpace. Lizenz: CC BY-SA 3.0; Sitz des Bundestags in Berlin. © CC BY-SA 3.0; Kapitol, USA: © Martin Falbinsoner. Lizenz: CC BY-SA 3.0unten (v.l.n.r.): Parlamentsgebäude in Wien (mit Athena): © CC BY-SA 3.0; Sitz des Bundesrats in Berlin: campsmum / Patrick Jayne and Thomas. © CC BY 2.0; Modell des Parthenontempels: © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke

Vielfalt entdecken …

Die zweite digitale Themenreihe des MPZ Vieles, was wir für typisch münchnerisch, typisch bayerisch oder typisch deutsch halten, ist in Wirklichkeit oft von sehr weit her gekommen, fand Eingang in das Leben der Menschen hier und wurde zum festen und unverzichtbaren Teil unserer Identität. Gerade aktuell ist es notwendig, diese Zusammenhänge bewusst zu machen und dafür einzutreten, dass München, Bayern und Deutschland für kulturelle Vielfalt offen bleiben. Folgt uns auf Facebook oder Instagram! Dann verpasst ihr keinen Beitrag. Wenn ihr uns eure eigenen Werke zeigen wollt, verwendet den Hashtag #MPZvielfalt. Vielfalt entdecken ... in der KücheVielfalt entdecken … in der StadtVielfalt entdecken … in der NaturVielfalt entdecken … in der PolitikVielfalt entdecken … Perspektive wechselnVielfalt entdecken … in der Schuhmode Hier geht's zur Themenreihe Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik. Abbildungsnachweis Titelbild: Ken Lum, Coming Soon vor dem Hintergrund des NS-Dokumentationszentrums, Foto: Jens WeberAbbildungsnachweis Einzelbeiträge siehe Detailseiten.

Vom Licht verzaubert

Gerade aufgestanden, öffnet eine junge Frau das Fenster und lässt Luft und Licht des neuen Tages in ihr Schlafzimmer. In seinem Gemälde „Morgenstunde“ versteht es der Maler Moritz von Schwind, eine alltägliche Szene durch das weiche Morgenlicht zu verzaubern. Doch welche Stimmungen entstehen, wenn das Licht schwächer wird und die Farben sich verändern? Das kannst du in der Animation sehen, wenn du den Regler unter dem Bild langsam von links nach rechts schiebst: Mehr über das Bild und den Maler erfährst du hier. Wenn du die originale Stimmung der „Morgenstunde“ von Moritz von Schwind hautnah erfahren willst, besuche doch das Original in der Sammlung Schack in München. Passender Beitrag auf Xponat.netLichtstimmungen Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Modell: Dr. Alfred Czech

Vielfalt entdecken … in der Stadt
vor dem NS-Dokumentationszentrum steht ein Billboard, auf dem eine multikulturelle Kleinfamilie zu sehen ist Darauf steht oben "Coming soon", darunter vier asiatische Schriftzeichen

Ken Lum experimentiert mit Kombinationen aus Bild und Schrift bzw. Sprache. Besonders gern verwendet er Spiegel und spiegelnde Scheiben, die zum Teil beschriftet sind. Durch deren spezielle Anordnung entstehen raffinierte Spiegelungen und Spiegelbilder. Und die wiederum rufen neue „Verlinkungen“ in unseren Köpfen hervor. Wir nehmen alltägliche und gewohnte Eindrücke plötzlich anders wahr. Diese Methode wendet Lum auch auf gängige Marketing-Muster an: Vertraute Bildmotive, grafische Elemente und Slogans werden infrage gestellt, indem z.B., wie in „Coming Soon“, kein Markenname zur Identifizierung auftaucht. Das irritiert uns zunächst, aber es eröffnet auch vielfältige neue Denkräume (und macht uns bewusst, wie „leer“ Werbung manchmal sein kann). Auf dem Münchner Königsplatz kannst du Ken Lums Werk „Coming soon“ in voller Größe auf dich wirken lassen. Du findest es auf einem Billboard, also einer „Werbetafel“, direkt vor dem NS-Dokumentationszentrum. Denn es ist Teil der Ausstellung „Tell me about yesterday tomorrow“, die noch bis Ende August in diesem Haus und in der Umgebung zu sehen ist. Fast 50 Künstler*innen aus der ganzen Welt setzen sich hier mit der Frage auseinander, inwieweit die Vergangenheit auch unsere Gegenwart und Zukunft bestimmt. Ein spannender Mix aus Bildern, Fotos, Designs, Videos, Installationen und Performances lädt zum Nachdenken ein: über Themen wie Rassismus und Ausgrenzung, Manipulation, Unterdrückung, Ausbeutung, Gewalt und Vertreibung. Ohne geografische Begrenzung. Ohne vorgefertigte Meinungen und Erwartungen. Weg von Schwarz-Weiß- oder Gut-Böse-Mustern. „Es ist ein kühner Versuch, eine didaktische Ausstellung mit offenen Kunstwerken zu kombinieren. […] eine der besten, die in den letzten Jahren in München zu sehen war.“(Quelle, BR 24, 28.11.2019) „Die Stadt München […] setzt mit dieser furchtlosen und waghalsigen Ausstellung erstmals […] ein Zeichen für eine neue Erinnerungskultur.“(Quelle, der Freitag 49/2019) "Tell me about yesterday tomorrow" ist eine starke Botschaft des weltoffenen München, in dem kein Platz für Rassismus und Fremdenhass ist.“ (Quelle, AZ 2.12.2019) Wie herrlich verrückt und „bunt“ die künstlerischen Beiträge zu dieser Ausstellung sind, siehst du an einem anderen Billboard, das Anfang dieses Jahres auf der Kunstinsel am Lenbachplatz ausgestellt war: Emeka Ogboh, Sufferhead, Foto: Orla Connolly Es gehört zu einer Installation des Kenianers Emeka Ogboh. Extra für die Ausstellung hat er die „Munich Edition“ eines Craft-Biers kreiert. – Abgestimmt auf den Geschmack und die Erfahrungen von Afrikaner*innen, die in Europa leben. Das interkulturelle Bier nennt sich „Sufferhead Original“ und wird mit dem Slogan „Wer hat Angst vor Schwarz?“ durch Plakate, einen Werbespot und eine Flaschen-Installation als Kunstwerk „beworben“. Mehr aus unserer Reihe "Vielfalt entdecken" Abbildungsnachweis Titelbild: links: Ken Lum, Coming Soon, 2009, Courtesy the artist; rechts: Ken Lum, Coming Soon vor dem Hintergrund des NS-Dokumentationszentrums, Foto: Jens Weber