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Erwachsene

Die bunte Welt der Muster!
Zwei Stoffmusterbücher

Was wäre unsere Kleidung ohne farbige Drucke und Muster? Ganz schön langweilig, oder? Die bunte Welt der Muster! Baumwollpiquékleid mit Petticoat aus den 1960er Jahren. © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg – kurz tim - wimmelt es nur so von bunten Mustern und bunt bedruckten Stoffen!Auf diesem Kleid aus den 1960er Jahren blüht beispielsweise eine ganze Blumenwiese aus roten und schwarzen Blütenranken.Das Kleid ist schon über 60 Jahre alt und stammt aus der sogenannten „Wirtschaftswunderzeit“. Das ist die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Menschen in Deutschland ging es wieder besser, sie hatten nach den harten Kriegsjahren ein großes Nachholbedürfnis. – Auch in der Mode.Die Stoffe aus dieser Zeit waren kunterbunt und voller üppiger Muster. Der Pariser Designer Christian Dior erfand in den 1950er Jahren den sogenannten "New Look", was übersetzt „Neues Aussehen“ bedeutet. Die Damen trugen glockenförmige, wadenlange Röcke aus fließenden Stoffen und mit einer “Wespentaille". Diese ist wirklich nach der Wespe benannt, die eine extrem schmale Taille hat.Unter den Röcken trugen die Damen Petticoats aus Tüll. Diese bunten Unterröcke ließen die Kleider noch glockenförmiger aussehen. Muster Muster Muster! Blätter, Blumen, Kringel, Kreise, Quadrate, Vierecke und Rauten, sogar ganze Obstkörbe oder wilde Tiere gibt es auf den bunten Textilien im tim zu entdecken.Besonders viele Muster findest du in unserer „Schatzkammer“. Dort liegen über 500 Musterbücher. Darin stehen keine Geschichten zum Vorlesen. Die Bücher sind über und über mit kleinen Musterstücken aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei beklebt.Über 1,5 Millionen verschiedene Muster aus 250 Jahren gibt es hier zu bestaunen. Musterbuch aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei, © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Wenn du mal hier im tim bist, dann kannst du selbst zum Designer werden und diese Muster zum Leben erwecken. Mit Hilfe eines Computers überträgts du die Muster auf unsere Grazien – das sind über vier Meter hohe Damenfiguren, die dann jeweils das Muster anziehen, das du an einem Touchscreen ausgewählt hast. Digitale Muster auf über vier Meter hohen Grazien (Damenfiguren) in der Dauerausstellung des tim, © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen, auch ein Muster zu entwerfen? Hier kannst du dich austoben! Kreative Anregungen und HintergrundinformationenWillst du wissen, wie Muster auf Stoffe kommen? Oder möchtest du vielleicht sogar selbst ein paar Muster entwerfen? Dann hol dir das neue Mitmach-Heft „Mit Fussel durch das tim“! Es hält für dich auch viele weitere Rätsel und Geschichten rund um Textilien, Kleidung und Mode bereit. Du kannst es dir hier downloaden.Auch in unserer aktuellen Sonderausstellung mit dem Titel „Amish Quilts meet Modern Art“ haben sich viele Muster versteckt. Wenn du ganz genau hinschaust, dann kannst du in den farbenfrohen Quilts eine Menge solcher Strukturen entdecken! Quilts sind bunten Bettdecken, die in der Ausstellung nicht auf dem Bett liegen, sondern als Kunstwerke an der Wand hängen. In einem spannenden Entdecker-Video kannst du dich auf eine faszinierende Reise durch die Sonderausstellung im tim begeben. Hier erfährst du unter anderem, wer die Amish People sind und was gemusterte Bettdecken mit zeitgenössischer Kunst zu tun haben. Mehr über das MuseumWeitere Informationen zum tim und seinen Vermittlungsangeboten findest du hier. Für diejenigen, die das tim gerne digital erkunden möchten, steht ein Audioguide mit spannenden Textilgeschichten bereit, die Augsburger Schülerinnen und Schüler entwickelt haben. Abbildungsnachweis Titelbild: Zwei Stoffmusterbücher aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei, © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)

Nebel
Casper David Friedrich, eine Mittelgebirgslandschaft am Morgen, in denen der Nebel aus den Tälern aufsteigt.

"Wenn eine Gegend sich in Nebel hüllt, erscheint sie größer, erhabener und erhöht die Einbildungskraft und spannt die Erwartung gleich einem verschleierten Mädchen." So beschreibt der romantische Maler Caspar David Friedrich (1774 - 1840) die Wirkung des Nebels in seinen Gemälden. Wenn du die Atmosphäre veränderst, verändert sich auch die Stimmung eines Bildes. Das sensibilisiert dich dafür, wie der Künstler Licht und Wetter als Gestaltungsmittel eingesetzt hat. Mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm „GIMP“ kannst du einfach Nebel in Bilder einfügen. Dazu musst du weder ein Künstler noch ein digitaler Experte sein. Lade das Programm kostenlos auf der Website von GIMP herunter, öffne es und folge der Anleitung unter dem Bild. Schiebe dazu den Regler unter dem Bild Schritt für Schritt nach rechts. Hier findest du weitere Beispiele zur Anregung. Wenn du die „ungefilterten“ Gemälde sehen und mehr über sie wissen willst, klicke auf die Bilder. Sie führen dich auf die Website der Alten Pinakothek der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Oder noch besser: Sieh sie dir im Original in der Alten Pinakothek an! Nebelmanipulation: Joseph Anton Koch: Der SchmadribachfallNebelmanipulation: Carl Blechen: Bau der TeufelbrückeNebelmanipulation: John Christian Dahl, Frederiksholm Kanal in KopenhagenBayerischen Staatsgemäldesammlungen, Alten Pinakothek Passende MPZ-FührungRomantik und Realismus (MS, RS, GYM jeweils ab Jgst. 8, BS) Abbildungsnachweis Titelbild: Caspar David Friedrich, Riesengebirgslandschaft mit aufsteigendem Nebel (Ausschnitt), um 1820, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Alfred Czech

Auf den zweiten Blick
Auszug aus der Zunftordnung der Abensberger Brauer

Alte Möbel zeigen, wie die Welt früher war – und das in all ihren Facetten. Nehmen wir doch zum Beispiel mal ein Möbelstück unter die Lupe, das es bei uns in jedem Haus und sogar fast in jedem Zimmer gibt: einen Schrank. Auf den ersten Blick wirkt er unauffällig und recht bunt – nichts Besonderes. Aber ein zweiter Blick lohnt sich! Entdeckt, was sich hier für Geheimnisse verbergen! Ihr werdet merken: Gerade die scheinbar „einfachen“ Dingen können uns sehr viel Interessantes verraten, wenn wir sie genauer unter die Lupe nehmen. Schaut euch diesen Schrank genau an. So einen Schrank kann man in keinem Möbelhaus kaufen. Er ist schon sehr alt und seine Entstehungsgeschichte unterscheidet sich stark von derjenigen heutiger Möbelstücke. https://youtu.be/wbE3fBDV7NA Den Anfang macht der Schreiner. Auf Bestellung seiner Kunden besorgt er zunächst das benötigte Holz.Dieses bearbeitet er in der eigenen Werkstatt. Er nutzt dabei Werkzeuge wie Sägen und Hobel. Manche der Geräte gibt es immer noch, andere sind mittlerweile vergessen. Es wurde alles per Hand bedient – und das war ziemlich anstrengend. Habt ihr mal versucht, einen dicken Baumstamm mit einer Blattsäge zu durchtrennen? Jeder Handwerker hatte Vorschriften, an die er sich halten musste. Er gehörte zu einer festen Gruppe von Handwerkern, einer sogenannten Zunft. All diese Zünfte (z.B. die Schreiner, die Schlosser oder die Schmiede) mussten bestimmte Regeln befolgen, die in der Zunftordnung festgelegt waren. Ausschnitt aus der Zunftordnung der Abensberger Brauer, © Stadtmuseum Abensberg Für die Schreiner bedeutete das – neben Preisabsprachen und Qualitätskontrolle – vor allem eines: Um ihre Möbel zusammenzubauen, durften sie keine Nägel benutzen! Sie konnten die Einzelteile lediglich durch Zapfen oder Bolzen miteinander verbinden. Denn als Schreiner war ihnen nur das Arbeiten mit Holz gestattet – nicht mit Eisen. Das war anderen Zünften vorbehalten, zum Beispiel den Schlossern. Sie arbeiteten mit Metall und waren fähig und vor allem berechtigt, dieses Material zu erhitzen und zu beschlagen. Sie fertigten Schlösser und Schlüssel sowie Scharniere und Beschläge – und so wurden zum Beispiel Schrankkorpus und Türen miteinander verbunden. Im Zusammenspiel ergibt sich aus der Arbeit der einzelnen Handwerker ein fertiger Schrank, dem nun nur noch die richtige Bemalung fehlt. Dafür macht der Schrank sich auf zum nächsten Handwerker: dem Maler. Dort bekommt er ordentlich Farbe und kann danach endlich zu seinem Aufstellungsort gebracht werden. So entstanden durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Handwerker einzigartige Möbel. Sie waren aufgrund ihrer aufwendigen Herstellung für die Menschen sehr viel wertvoller als wir es uns heute vorstellen können und wurden selbstverständlich über Generationen vererbt.Wissen wir alte, aufwendig hergestellte Möbel und schöne Erbstücke überhaupt noch zu schätzen?!Heute fährst du mit deinen Eltern in Einrichtungsläden und kaufst fertige Bausets. Oftmals bestehen diese nicht mal aus richtigem Holz. Habt ihr zuhause ein schönes Möbelstück, das handwerklich toll gearbeitet ist? Oder gibt es in eurer Familie gar ein Erbstück? Neben der Bedeutung, die ein sorgsam gehütetes Familienerbstück besitzen kann, spielt hier auch der nachhaltige, also der durchdachte Umgang mit Rohstoffen eine Rolle. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Fall, dass man für einen Schrank „echtes“, umweltverträglich gewachsenes und geschlagenes Holz von heimischen Bäumen verwendet. Schließlich verarbeitet man es so, dass das daraus entstehende Produkt kein Wegwerfartikel ist, sondern uns wertvoll ist und bleibt. – Einfach so, wie die Menschen das früher ganz selbstverständlich gemacht haben. Geht auf die Suche nach einem tollen Möbelstück mit Geschichte oder baut selbst ein (nachhaltiges) Möbelstück – eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Teile deine Ideen mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig.Viel Spaß! © Stadtmuseum Abensberg Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netSchrank, Truhe, Werbetext schreiben, Konstruktion, Detailfokus Mehr zum Thema Upcycling in unserer Reihe „Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik“ Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Informationen zum MuseumWer war Graf Babo? Und warum hatte die Stadtmauer 40 Türme? Wen besiegte Napoleon vor den Toren der Stadt,wer ist der Vater der bayerischen Geschichtsschreibung und warum hatte Ötzi einen Abensberger Feuerstein dabei? Entdeckt im Stadtmuseum Abensberg die facettenreiche Vergangenheit der Stadt, von der Steinzeit, den Babonen und Aventinus bis zu den Krippen des Sebastian Osterrieder. Hier kannst du schon einmal eine Rundgang unternehmen. https://youtu.be/MGeZ0uwPgNw Abbildungsnachweis Titelbild: Ausschnitt aus der Zunftordnung der Abensberger Brauer, © Stadtmuseum Abensberg (Ausschnitt)

Märchen in Murnau
Steine mit Märchenfiguren bemalt

Kamele, eine Kuh, im Hintergrund ein antiker Tempel vor einer Bergkulisse. Pferde, Ziegen, ein Hund, ein Lamm und viele Menschen vor einem Brunnen. Ein Mann, der unter einem großen alten Baum auf dem höchsten Brunnenrand sitzt. – Zu sehen ist all das auf einem Gemälde, das im Schloßmuseum Murnau hängt. Johann Michael Wittmer, ein Maler aus Murnau, hat es vor fast zweihundert Jahren gemalt. Was da wohl los ist? Hier erfährst du es: Johann Michael Wittmer, Äsop, dem phrygischen Volk seine Fabeln erzählend, 1875, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Was fällt wohl dem Haustechniker des Schloßmuseums, einer Restauratorin und Kindern aus Murnau zu dem Bild ein? Xaver und Max, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Angela Hückel, Restauratorin, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Werkzeug des Haustechnikers, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Und HIER (auf der verlinkten Seite etwas weiter unten) schildern noch mehr Personen ihre Eindrücke! Äsop, der Mann auf dem Brunnen, erzählt Geschichten von Tieren. Diese Tiere können sprechen und haben Eigenschaften wie Menschen. HIER kannst du einige der Geschichten hören. Sportmärchen Ödön von Horváth, © Schloßmuseum Murnau, Bildarchiv Ein anderer berühmter Schriftsteller will Eigenschaften von Menschen mit Geschichten aus der Welt des Sports offenlegen: Ödön von Horváth. Er lebte vor etwa 100 Jahren in Murnau. Als junger Mann wohnte und arbeitete er dort fast zehn Jahre lang in einer Villa, die sein Vater gebaut hatte. Er machte gerne Bergtouren, schwamm im Staffelsee und interessierte sich auch für andere Sportarten. Mit nur 36 Jahren starb er in Paris, wo er bei einem Gewitter von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde. Die ersten Texte, die ihn als Schriftsteller bekannt machten, nannte er „Sportmärchen“. Ein Blick über den Riegsee nach Murnau mit Kirche und Schoßmuseum, im Hintergrund die schneebedeckten Alpen mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze (rechts). Angeregt durch diese Landschaft und seine Erlebnisse dort schrieb Ödön von Horváth seine „Sportmärchen“. Fünf davon verstecken sich hinter den Spots. Beim Zuhören einfach die Augen schließen, dann kommen die eigenen Bilder von selbst … Ist es schwer, ein Märchen oder eine Fabel zu schreiben? Leichter wird es sicher, wenn man sich Anregungen holt. Bei einem Besuch im Schloßmuseum Murnau zum Beispiel. Das Bild „Fabeltier“ von Franz Marc lädt ein, sich eine Geschichte darüber auszudenken. Was sagt wohl die Katze, die Gabriele Münter gemalt hat? Und wer wohnt auf ihren Bildern hinter den blauen Bergen? Märchensteine Märchensteine helfen auch, wenn man Geschichten erfinden möchte. Hier findest du die Anleitung! https://www.youtube.com/watch?v=RSJs_H1dtrE Ein Besuch im Schloßmuseum Murnau ist auf jeden Fall immer märchenhaft! Entdecker-Stationen, Mit-Mach-Hefte und Suchspiele für das Museum sowie die jeweilige Sonderausstellung, Bastelbögen, Kinder-Kreativ-Postkarten: die Kunstvermittlung am Schloßmuseum Murnau hält vieles bereit für Jung und Alt. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netPostkarte schreiben, Vertonung, Innerer Monolog Passende MPZ-FührungMärchen und Sagen erwachen zum Leben (GS, Horte) Mehr über das MuseumHier findest du noch mehr Informationen zum Schlossmuseum Murnau. Zu Ödön von Horváth erfährst du in der Horváth-Abteilung des Museums und hier mehr. Abbildungsnachweis Titelbild: © Schloßmuseum Murnau, Foto: Anja Piontek

Abenteuer Schmuck: Schmuckkunst
Brosche aus Eisen, Lot, Email, Granate, Pyrit und Neodymscheibenmagnet
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Starte mit uns ins Abenteuer Schmuck! Bevor du eigene, kreative Anstecker oder Broschen gestaltest, liefert dir die außergewöhnliche Schmuckkunst aus der Danner-Rotunde, dem Schmuckraum in der Pinakothek der Moderne, jede Menge Anregungen, wie fantasievoll und vielseitig Schmuck sein kann. An diesen fünf Beispielen zu Halsschmuck kannst du erkennen, was mit „Schmuckkunst“ gemeint ist. Schau dir die unterschiedlichen Materialien an: Natürlich – Gold und Silber, das sind typische „edle“ Materialien für Schmuck. – Die verwenden Schmuckkünstler*innen auch gerne, aber darüber hinaus eben auch viel ungewöhnliches, „unedles“ Material. Ai Weiwei nutzt zum Beispiel Porzellan für seinen Anhänger „Sonnenblumenkern“ oder David Watkins rosafarbenes Acrylglas für "Hinged Loop". Schmuckkünstler*innen ist es wichtig, für ihre Idee das passende Material zu finden. Edel oder unedel ist dabei ganz nebensächlich. Manchmal ist es aber auch anders herum: Ein Material spricht sie an, das vielleicht noch nie zu Schmuck verarbeitet wurde, und sie nehmen sich die Freiheit, daraus Schmuck zu machen. Freiheit – das ist überhaupt ein ganz wichtiger Punkt, wenn es um Schmuckkunst geht: Keine Grenzen bei den Materialien, keine Grenzen bei der Form, sondern kreative Freiheit! Manchmal entsteht aus dieser Freiheit heraus sogar Schmuckkunst, die im Alltag gar nicht getragen werden kann. Die Schmuckkünstler*innen überraschen mit ihren Ideen, ihrem Humor und ihren außergewöhnlichen Schmuckformen, manchmal regen sie uns auch zum Nachdenken an oder spielen mit unseren Assoziationen. Schiebe den Regler unter dem Bild von links nach rechts und erfahre mehr zu diesen Schmuckobjekten. Löse jetzt unser schwieriges Memospiel und kombiniere das Schmuckstück mit seiner möglichen Inspirationsquelle! Wenn du ein Paar gefunden hast, erfährst du mehr dazu. Du kannst den Text dann ganz in Ruhe lesen, denn solange er sichtbar ist, stoppt die Zeitmessung. Gestalte deinen eigenen Anstecker © Museumspädagogisches Zentrum Welche Brosche oder welche Inspirationsquelle spricht dich denn am meisten an? Und wohin führt dich deine Kreativität, wenn du nun deine eigenen Anstecker für Tasche, Jacke, Mütze, Hose … gestaltest?  Trage dazu erst einmal einiges Material und Werkzeug zusammen. Die Fotos geben dir Anregungen , was sich alles eignet. Wenn du das MPZ-Materialpäckchen bestellt hast, verwende auch das Material aus dem Umschlag „Tag 1 Schmuckkunst“. Und hier siehst du Ideen von Andrea, Johanna und Verena. Teile deine Ideen mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende dafür den Hashtag #MPZschmuck! Dann können wir nach und nach unsere Fotoreihe mit euren Bildern erweitern!Diese wunderbaren Kreationen wurden bereits von euch geteilt: Studium SchmuckkunstSchmuckkünstler*innen haben nach der Ausbildung in einer Goldschmiede oder an einer Fachschule meist ein Studium an einer Akademie der Bildenden Künste, zum Beispiel in München, absolviert. „Die Akademie versteht sich als Versuchslabor …“ kannst du auf der Webseite lesen. Wenn du dir das Lehrangebot ansiehst, erfährst du, dass Schmuck zum Bereich der „Freien Kunst“ gehört - wie auch Malerei, Bildhauerei, Fotografie, Medienkunst, Grafik, Bühnenbild und -kostüm. Übrigens: Der Schmuckraum in der Pinakothek der Moderne heißt Danner-Rotunde aufgrund der engen Verbindung mit der Danner-Stiftung. Die „Benno und Therese Danner’sche Kunstgewerbestiftung“ gründete Therese Danner 1920 in München mit dem Ziel, das Kunsthandwerk zu fördern. Ein Schwerpunkt war von Anfang an Schmuck und der Aufbau einer internationalen Schmucksammlung. Viele Objekte dieser Sammlung kannst du dir in der Danner-Rotunde ansehen. Nicht nur die einzelnen Stücke, sondern auch deren Zusammenstellung in den Vitrinen werden dich zum Staunen bringen.Außerdem präsentiert Die Neue Sammlung – The Design Museum bis 17.01.2021 die Ausstellung „Danner-Preis 2020. 100 Jahre Danner-Stiftung“ Eines der Schmuckstücke, die du in unserem Beitrag kennengelernt hast, hat den diesjährigen Danner-Preis bekommen. Welches ist es? Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netKonstruktion Passende MPZ-FührungSchmuckkunst – faszinierend, inspirierend! (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM) Abbildungsnachweis Titelbild: Bettina Dittlmann. Brosche „Wohin“, 2019. Eisen, Lot, Emaille, Granate, Pyrit, Neodymscheibenmagnet. © Danner-Preis 2020. Foto: Danner-Stiftung. Eva Jünger (Ausschnitt)

Comic-Expedition
Schreibmaschine von Erika Fuchs

© Museumspädagogisches Zentrum Hast du schon mal von einem Enterich gehört, der in Oberfranken lebt, sich gerne wie Goethe und Schiller ausdrückt und eine neue grammatikalische Form erfunden hat? – Wenn du jetzt „Nein!“ oder „So ein Quatsch!“ antwortest, dann liegst du ganz schön daneben. Denn schließlich kennt doch jeder Donald Duck! – Der kommt zwar, wie wir wissen, aus Entenhausen. Aber in den Comic-Magazinen über ihn und seine Familie tauchen auch oft Namen wie Schnarchenreuth, Kleinschloppen oder Oberkotzau auf, dazu der Fichtelsee und der Ochsenkopf. – Ortsbezeichnungen, die es tatsächlich gibt. Und zwar nicht in Amerika oder in „Disneyland“, sondern im oberfränkischen Fichtelgebirge!  Ist Donald Duck also Oberfranke? – Richtiger wäre es vielleicht zu sagen: Er hat in Oberfranken Deutsch gelernt. Genauer gesagt in dem ziemlich verschlafenen Städtchen Schwarzenbach an der Saale, etwa 10 km von Hof entfernt. Dort lebte früher eine Frau namens Erika Fuchs. Sie ist sozusagen Donalds deutsche „Mutter“. Denn sie hat die Bildergeschichten von dem schusseligen Enterich, der am Ende immer der Looser ist, aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt. Und Donalds Welt hat sie gleich mit übertragen – in die Umgebung, in der sie selbst lebte.  Comic-Heldin © Erika Fuchs Haus Dank Erika Fuchs sind Comics heute in Deutschland allgemein beliebt und werden als Literatur ernst genommen. Als deine Großeltern jung waren, sah das noch ganz anders aus: Da galten Comics als minderwertiger „Schmutz“ und „Schund“, den viele Kinder gar nicht lesen durften. Auch Erika Fuchs war anfangs überhaupt nicht begeistert, als man sie in den 1950er Jahren fragte, ob sie US-amerikanische Bildergeschichten von Mäusen und Enten ins Deutsche übersetzen wolle. Sie war eine sehr gebildete und emanzipierte Frau. In ihrer Jugend hatte sie als einziges Mädchen ein Gymnasium für Jungen besucht und dann in verschiedenen europäischen Städten Kunstgeschichte studiert. Anschließend war sie mit ihrem Mann ins oberfränkische Schwarzenbach gezogen, wo sie ihre Qualifikationen zunächst überhaupt nicht beruflich nutzen konnte. Das änderte sich, nachdem sie mit Donald und Mickey Bekanntschaft gemacht hatte. Sie wagte den Sprung ins kalte Wasser – und wurde zur Comic-Heldin! An dieser Schreibmaschine sind viele der lustigen Geschichten aus Entenhausen entstanden, die Generationen von deutschen Kindern (und sogar Erwachsene!) mit Begeisterung gelesen haben.© Erika Fuchs Haus, Fotografin: Alexandra Hentschel Wie du später noch sehen wirst, hat Erika Fuchs unsere deutsche Alltagssprache mit ihren Comics ganz stark beeinflusst. Außerdem hat sie für jede Figur eine eigene Ausdrucksweise entwickelt. Den geizigen Onkel Dagobert lässt sie altmodisch und ziemlich „geschwollen“ reden, die Panzerknacker derb wie echte Ganoven. Und Donalds Neffen Tick, Trick und Track haben einen flotten, etwas aufmüpfigen Ton drauf – wie ganz normale Kids eben. Aber damit ein Comic wirklich gut wird und bei den Leserinnen und Lesern ankommt, müssen noch eine Menge weiterer Voraussetzungen erfüllt sein.  Mienen-Spiel © Erika Fuchs Haus, Foto: Benedikt Linke (Ausschnitt) Als erstes braucht man natürlich, wie Erika Fuchs, geeignete Comic-Figuren. Ihre Gesichter müssen so gezeichnet sein, dass man ihnen ihre Gefühle deutlich ansehen kann. In Deutschlands erstem Comicmuseum, das zur Erinnerung an Erika Fuchs in Schwarzenbach entstanden ist, kannst du Donalds Miene selbst gestalten. Augen- und Mundstellung, Augenbrauen, Grübchen und Falten – alles muss passen, um den gewünschten Aus- und Eindruck zu erzielen. Aber auch hier bei uns geht´s jetzt ans Experimentieren. Und zwar mit unserem flotten Karl, den du dir ganz nach „Laune“ zusammenbasteln kannst. An diesem Beispiel siehst du, wie sich mit ein paar Strichen die Gefühlslage einer Figur ausdrücken oder auch vollkommen verändern lässt. Ziehe die Einzelteile des Gesichts nach rechts ins Polaroid und setze sie unterschiedlich zusammen. Welche Kombinationen passen am besten? Wie würdest du die entstehenden Mienen jeweils beschreiben? Wer sagt was? Nachdem jede Menge gut gezeichnete Comic-Figuren vorhanden waren, konnte sich Erika Fuchs ans Werk machen. Zunächst musste sie die englischen Texte ins Deutsche übertragen. Doch mit wörtlichen Übersetzungen gab sie sich nicht zufrieden. Sie dachte sich oft ganz neue, geistreiche Texte aus. Möchtest du auch einmal in ihre Fußstapfen treten und – ohne Übersetzung! – ein paar Sprechblasen befüllen? Wir haben hier drei Figuren für dich, die sich unterhalten. Skizziere zunächst für jede der drei ein Profil: Was ist das wohl für eine Person? Was hat sie für einen Charakter und wie ist ihre momentane Stimmungslage? – Dann überleg dir, was du der Figur in dieser Situation „in den Mund legst“ oder „in den Kopf setzt“: Redet sie viel oder wenig? Welche Sprache passt zu ihr? © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Georg Schatz Bei der dritten (rechten) Figur, die dich vielleicht ein bisschen an eine Lehrerin erinnert, kannst du dir noch eine etwas anspruchsvollere Aufgabe stellen: Wähle einen Buchstaben des Alphabets aus (am besten einen, der häufiger gebraucht wird) und versuche, im Sprechblasen-Text jedes (oder fast jedes) Wort mit diesem Buchstaben beginnen zu lassen. Zum Beispiel: „Sehen Sie, so sehr sehnen sich Sätze nach Sinn!“ – Wie wirkt so ein Ausspruch mit lauter gleichen Anfangsbuchstaben auf dich? Kannst du durch solch einen Text etwas über den Charakter und die Eigenart dieser Dame aussagen? – Erika Fuchs hat sich oft Sprechblasen-Texte mit gleichen Anlauten ausgedacht. Sie hat dieses sprachliche Stilmittel, das man auch „Alliteration“ nennt, sehr geschickt eingesetzt, um bestimmte Wirkungen zu erzielen. In der „Alliterations-Anreiz-Abteilung“ des Comicmuseums kannst du durch Würfeln einen Buchstaben bestimmen und dann Sprechblasen mit entsprechenden Alliterationen befüllen. © Erika Fuchs Haus, Foto: Michael Stumpf Erika und der Erikativ Schluck! Würg! Seufz! Gähn! – Diese und ähnliche Ausdrücke hast du bestimmt schon oft benutzt. Zum Beispiel beim Chatten. Damit kannst du kurz und knapp deine Meinung sagen oder deine Stimmung beschreiben. Doch solche Wortschöpfungen gibt es nicht erst, seit wir uns online unterhalten. Woher kommen sie? – Man könnte sagen: aus Entenhausen! Erika Fuchs hat sich besonders viele solcher Ausdrücke ausgedacht. Sie hat dazu einfach Verben auf ihren Wortstamm verkürzt: Aus grinsen wurde „grins“, aus klatschen „klatsch“ und aus knattern „knatter“. Man nennt diese grammatikalische Form mit Fachbegriff „Inflektiv“ oder - in Erinnerung an Erika Fuchs - auch „Erikativ“.  Im Comicmuseum kannst du auch ganz neue, verrückte Wörter ... ... und Erikative entdecken!© Erika Fuchs Haus Durch „Erikative“ lassen sich auch viele Geräusche kurz und knapp beschreiben: Wenn du „quietsch, rassel, schepper, dröhn“ liest, hörst du die entsprechenden Geräusche sicher sofort mit deinem „inneren Ohr“. Noch besser funktioniert das bei Wörtern wie „boing“, „roarrr“ oder „ping“. Sie ahmen schon in ihrem Klang das entsprechende Geräusch nach. Man nennt das dann Lautmalerei oder Onomatopoesie – ein weiteres Stilmittel, das Erika Fuchs perfekt beherrscht und ganz oft eingesetzt hat. – Aber jetzt bist du an der Reihe! Überleg dir zu den folgenden Bildern passende „Erikative“ oder Lautmalereien:  © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Georg Schatz Eine weitere Spezialität von Erika Fuchs war es, die Worte berühmter Dichter wie Goethe, Schiller, Shakespeare oder Wilhelm Busch in ihre Comic-Übersetzungen einfließen zu lassen. Dadurch wirkt Onkel Dagoberts Sprache noch gebildeter und gestelzter („Leichtfertig ist die Jugend mit dem Wort …“, frei nach Schiller), während uns Tick, Trick und Track mit pathetischen Zitaten zum Lachen bringen („Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern …“, ebenfalls nach Schiller). Donald dagegen scheint total verwirrt, wenn er Goethes Faust aufgreift: „Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!“ Oft ist es gar nicht so leicht, solche Zitate wiederzuerkennen. Teste doch mal, wie gut du darin bist! Wir fangen mit ein paar Aussprüchen an, die du sicher schon oft gehört hast ... – Aber von wem? Jetzt wird es schwieriger: Die folgenden Zitate sind kaum bekannt und du musst wirklich genau nachdenken, wer von den vorgegebenen Personen oder Figuren was gesagt haben könnte. Was passt zu wem? Ziehe die Namen zu den passenden Sprechblasen. Grübel, grübel, denk, denk ...! - Du hast jetzt sicher einen Eindruck davon gewonnen, wieviel Kunst und Raffinesse hinter scheinbar ganz einfachen Bildergeschichten stecken kann („staun!“). Wenn du Lust bekommen hast, dich noch eingehender mit dieser Form von Literatur zu beschäftigen ("geier!"), dann lies entweder möglichst viele verschiedene Comics ("schmöker!") oder besuche das Museum für Comic und Sprachkunst im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale („freu!“).   Informationen zum Museumsbesuch und museumspädagogischen Angeboten im Erika-Fuchs-Haus auf www.musbi.de Abbildungsnachweis Titelbild: © Erika Fuchs Haus, Fotografin: Alexandra Hentschel (Ausschnitt)

Abtauchen im Untergrund …
Blick in wassergefülltes Kellergewölbe

... von Fürth Mitten im Herzen von Fürth kannst du wortwörtlich „abtauchen“ im Untergrund. Denn hier befindet sich, in einem Kellergewölbe tief unter dem Jüdischen Museum Franken, eine Mikwe.  Aber was ist eine Mikwe? Eine Mikwe wird auch als „Tauchbad“ bezeichnet. Sie ist für die jüdische Religion von besonderer Bedeutung. Gläubige Jüdinnen und Juden müssen darin bei jedem Besuch einmal ganz untertauchen. Sie gehen nur zu speziellen Anlässen in ein solches Tauchbad: zum Beispiel vor dem Schabbat oder zu besonderen Feiertagen. Eine jüdische Frau sucht die Mikwe einmal im Monat auf und nach der Geburt eines Kindes. Jüdische Paare gehen vor ihrer Hochzeit getrennt voneinander dorthin. Und warum besuchen jüdische Frauen und Männer eine solche Mikwe? Das liegt daran, dass es im Judentum die Vorstellung von einer „rituellen“, das heißt symbolischen „Reinheit“ gibt. Im Alltag erlebt man viele Situationen, die einen „unrein“ werden lassen. Das ist eigentlich gar nicht weiter schlimm und gehört zum Leben dazu! Für bestimmte Anlässe oder nach manchen Ereignissen soll man nun aber die ursprüngliche Reinheit wiederherstellen. An einem Feiertag zum Beispiel sollte man besonders „rein“ sein, deshalb taucht man zuvor in der Mikwe unter. Jetzt fragst du dich bestimmt, weshalb sich Jüdinnen und Juden nicht einfach duschen oder in die Badewanne legen? Vor jedem Mikwenbesuch muss man sich gründlich waschen. Hierzu reicht tatsächlich eine gewöhnliche Dusche. Beim anschließenden Eintauchen in die Mikwe geht es dann aber gar nicht um das Waschen des Körpers. Nach der äußerlichen folgt jetzt die symbolische Reinigung. Als besonders „reines“ Wasser gilt natürlich das Grundwasser. Deshalb befanden sich Mikwen früher oft im Keller eines Hauses, sodass sie sich automatisch mit Grundwasser füllten. Auch in Fürth musst du daher tief in den Untergrund hinabsteigen, um zur Mikwe zu gelangen. Das Tauchbad und der Keller in Fürth sind übrigens schon über 350 Jahre alt! Wenn du noch mehr über Mikwen erfahren möchtest, kannst du dich hier informieren. Selber abtauchen kannst du in der Fürther Mikwe leider nicht. Das wäre wegen des Grundwassers ziemlich kalt! Aber wenn du dir das Tauchbad genau angesehen hast und aus dem Kellergewölbe wieder nach oben gestiegen bist, kannst du das Jüdische Museum Franken besuchen. Hier erfährst du noch mehr über die jüdische Religion und die Geschichte der Juden in Fürth und Franken. Didaktische Anregungen und Hintergrundinformationen auf www.xponat.netGesellschaftsspiel, Teekanne, Tora-Schmuck Informationen zum MuseumDas Jüdische Museum Franken in Fürth befindet sich in einem Gebäude, das 1702 von Hirsch Fromm, einem Kaufmann und damaligem Gemeindevorsteher, über der Mikwe errichtet wurde. Die Erkundung des alten Hauses ist spannend: In der Dauerausstellung erhältst du vielfältige und überraschende Einblicke in die jüdische Geschichte und Kultur Frankens vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Du erfährst zum Beispiel, was ein Schofarhorn ist und wie es klingt, wieso Heuschrecken unter Umständen koscher sein können, Cheeseburger aber auf keinen Fall, oder was die Jeans mit einem fränkischen Juden zu tun hat. Mit dem ÖPNV ist das Museum ideal erreichbar, denn es befindet sich unmittelbar an der U-Bahn-Haltestelle „Rathaus Fürth“. Es ist derzeit geöffnet Do-So von 10-17 Uhr. Abbildungsnachweis Titelbild: © Jüdisches Museum Franken | Fotografin: Annette Kradisch, Nürnberg (Ausschnitt)

Unsere „zweite Haut“
Hinter eine schwarzen Schabone in Form einer stilisierten Welle: Eine Gruppe von vier kopflosen Schaufensterpuppen mit Kleidung aus diversen Materialien in Hautfarbe und Rot

Sind das Models, die uns eine neue Kollektion vorführen? Alexandra Bircken, New Model Army, 2016Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Alexandra Bircken Wie wirken die kopflosen Schaufensterpuppen auf dich – jede für sich und alle gemeinsam? Alexandra Bircken, New Model Army, 2016, Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Alexandra Bircken Stell dir vor, du könntest die Figuren umstellen – welche Anordnung würdest du wählen? Wie würde sich die Wirkung verändern? © Alexandra Bircken (Detail) Die kopflosen Puppen hat Alexandra Bircken (*1967) zusammengestellt und bekleidet. Sie ist eine bekannte deutsche Künstlerin und Bildhauerin, die u.a. an der Akademie der Bildenden Künste in München unterrichtet. Auch auf der berühmten Kunstausstellung in Venedig, der Biennale, waren schon Arbeiten von ihr zu sehen. Die lebensgroße Skulpturengruppe ist im Münchner Museum Brandhorst ausgestellt. Welchen Titel würdest du diesem Werk geben? Alexandra Bircken hat es „New Model Army“ genannt. © Alexandra Bircken (Detail) „Neue Model Armee“ – Die Kleidung scheint aber alles andere als neu und makellos zu sein? Wenn du genauer hinschaust, kannst du erkennen, dass es sich um Reste von gebrauchter, abgewetzter Motorradbekleidung und von Nylonstrumpfhosen handelt. Was verbindest du mit solcher Kleidung? Wie fühlen sich die Materialien an? Welche Eigenschaften haben sie? Alexandra Bircken arbeitet mit verschiedensten, meist bereits benutzten Materialien und stellt daraus ungewöhnliche und überraschende Kombinationen zusammen. Oft sind es Materialien mit gegensätzlichen Eigenschaften: robust-zart, grob-fein, luftundurchlässig-luftig, rau-glatt, hart-weich, starr-flexibel, kühl-warm, blickdicht-durchsichtig – wie Motorradbekleidung und Nylonstrumpfhosen! Das schafft Spannung und Überraschungsmomente und regt zum genauen Hinsehen und Nachdenken an: Sie kombiniert zarte mit festen Schichten und erzählt so Geschichten von Schutz und Verletzlichkeit.Museum Brandhorst (Hrsg.): PostcART zu A. Bircken, 2019. Die PostcARTs liegen im Museum Brandhorst zum Mitnehmen aus. Ich kombiniere oft Elemente, die sonst nicht zusammengehören, teilweise um die bestehende Ordnung oder Hierarchie aufzubrechen und eine neue Geschichte zu erzählen.A. Bircken im Interview mit E. R. Linn u. L. Wolff: Stretch, in: Kaleidoscope Nr. 31, 2017/18, S. 75. Übers. S. Theil. Die Haut ist das größte Organ des Körpers, voller Nervenenden. Sie ist die Oberfläche, die die Außenwelt sieht […] Wir wollen unsere Haut schützen. Unser Zustand des Glücks und der Gesundheit ist in unsere Haut gezeichnet oder sogar eingeschrieben.A. Bircken, ebd., S. 74. © Alexandra Bircken (Detail) Alexandra Bircken geht es also auch um Kleidung als „zweite Haut“ - um die Frage, welche Bedeutung Kleidung für uns hat und ob sie uns schützen kann. Wärmen und unsere Haut „schützen“ können Nylonstrumpfhosen nicht, doch verschaffen sie uns den Anschein einer glatten, gleichmäßigen Haut. Sie „schützen“ also vor Blicken auf unsere wirkliche Haut. Lederne Motorradanzüge hingegen schützen unsere Haut vor Verletzungen - mit der Haut eines anderen Lebewesens. Hast du ein Kleidungsstück, das dich oder andere besonders (be-)schützt? © Museumspädagogisches Zentrum Welches Kleidungsstück könnte man vielleicht in der Zukunft brauchen: eines, das Superkräfte verleiht, das hochtechnologisch ist oder das einen Schutzschild für den Menschen bildet? NEW MODEL ARMY 2, 3, 4 … Hast du Lust, eine eigene „New Model Army“ zu gestalten, zum Beispiel für (Glieder-) Puppen?Mit welcher Schutzhaut möchtest du die Figurinen versehen? Soll die „Haut“ sie stärker machen?Wähle hierfür am besten auch zwei Upcycling-Materialien, d.h. Materialien, die du wiederverwendest: alte Kleidung, Stoffreste, Verpackungen etc.: © Museumspädagogisches Zentrum Suchst du dir wie Alexandra Bircken zwei Materialien aus, die sich aneinander reiben, die gegensätzlich sind?Wie hat die Künstlerin die Materialien verbunden?Bei ihr wirken die Verbindungen, die Nähte, fast wie Narben, oder?Verbinde deine gewählten Materialien mit Fäden, Stecknadeln, Knöpfen, Tackern, Drähten, Büroklammern … © Museumspädagogisches Zentrum Und so kann das dann aussehen ... © Museumspädagogisches Zentrum MPZ-Album Gerne kannst du vorab wie echte Künstlerinnen und Modedesignerinnen auch Entwürfe zeichnen und dir ein Gestaltungskonzept überlegen. Eine Vorlage findest du HIER. © Museumspädagogisches Zentrum Zum Schluss fehlt vielleicht noch ein Titel für dein Werk! Viel Spaß beim Gestalten und Upcyceln!Wir freuen uns auf deine Ideen und Werke: Teile sie mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig! MODE – NACHHALTIG? Rate mal, was Alexandra Bircken gemacht hat, bevor sie sich der bildenden Kunst zuwandte? Sie arbeitete als Modedesignerin, hat sich aber bewusst der bildenden Kunst zugewandt. Welche Möglichkeiten eröffnen sich dadurch für sie? Was könnte der Unterschied zwischen den Berufen der Künstlerin und der Modedesignerin sein? Wusstet du, dass die Modeindustrie zum Teil ein sehr undurchsichtiges und „unsauberes“ Geschäft ist? Vor allem, wenn es um Fast Fashion geht, eine schnell und billig, meist unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produzierte Mode? © MPZ Für die Herstellung einer Jeans zum Beispiel benötigt man ungefähr 8000 Liter Wasser. Das ist eine riesige Menge, mit der man etwa 53 normal große Badewannen füllen könnte. Eine solche Jeans hinterlässt damit einen großen „Wasserfußabdruck“. Diese Bezeichnung verwenden wir in Anlehnung an den „ökologischen Fußabdruck“. Wir drücken damit aus, wieviel wertvolles Wasser zum Beispiel bei der Produktion einer Jeans verbraucht wird. Außerdem werden durch das Färben und Waschen von Kleidung Grundwasser und Flüsse verschmutzt, es gelangt Mikroplastik hinein und auch das Leben im und unter Wasser wird gefährdet. Und wir, was können wir tun? Wie können wir dazu beitragen, dass die Modebranche nachhaltiger wird? Auf Siegel achten, die eine faire Produktion der Kleidung garantieren. Und vielleicht nicht jeden Trend mitmachen und Klamotten wegwerfen, weil sie gerade nicht mehr „in“ sind? Kleidung selbstbewusst länger tragen oder einfach upcyceln! Schreib uns deine Meinung und Ideen auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig! Kreative Anregungen und HintergrundinformationenActioncARTs: Das MPZ hat in Kooperation mit dem Museum Brandhorst sogenannte ActioncARTs für die Nutzung im Unterricht an weiterführenden Schulen entwickelt. Drei davon beschäftigen sich mit den Werken von Alexandra Bircken: Unsere zweite Haut I (deutsch/englisch), II (deutsch/englisch), III (deutsch/englisch) Passende MPZ-FührungenExperimentieren zu zeitgenössischer Kunst (FöS, GS, MS, RS, GYM, BS, Horte)"Food for the mind" – sehen, denken, diskutieren (MS, RS, GYM ab Jgst. 8, BS)Schauen, staunen, selber bauen! Mit jungen Kunstforscher*innen ins Museum Brandhorst (FöS, GS, MS, RS, GYM bis Jgst. 7, Horte) Mehr über das MuseumDie „New Model Army“ solltest du dir unbedingt auch im Museum Brandhorst ansehen, denn da wirkt die lebensgroße Skulpturengruppe am allerbesten. Ab März sind dort noch mehr Werke von Alexandra Bircken in einer großen Einzelausstellung zu sehen.Für die Älteren unter euch und eure Eltern: Ein spannendes Gespräch über die „New Model Army“ findest du HIER. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Mehr zum Ziel Nummer 14 (SDG 14) „Leben unter Wasser“ HIER. Abbildungsnachweis Titelbild: Schablone: © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Fabian Hofmann; Dahinter: Alexandra Bircken, New Model Army, 2016, Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München © Alexandra Bircken (Ausschnitt)

Unser ökologischer Fußabdruck

Wir alle essen, wohnen, kaufen ein und reisen. Jeder verbraucht dabei Rohstoffe und Energie, produziert Müll und Abgase. Das alles hat Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Man stellt sich vor, dass jeder Mensch durch seine Lebensweise einen sogenannten „ökologischen Fußabdruck“ auf der Erde hinterlässt. Das Bild des menschlichen Fußabdrucks wurde von der Umweltpolitik übernommen, um die Belastung der Natur durch den Menschen sichtbar zu machen. Der ökologische Fußabdruck stellt die Fläche dar, die benötigt wird, um alle nötigen Rohstoffe und die Energie für jeden Einzelnen von uns bereitzustellen. Verschiedene Bereiche beeinflussen die Größe deines Fußabdrucks. Findest du die Begriffe in dem folgenden Gitter?  Das folgende Spiel funktioniert leider erst ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Wie ist es dazu gekommen, dass wir uns mit unserer „Schuhgröße“ beschäftigen müssen? Früher produzierten die Menschen die Dinge, die sie täglich brauchten, mit Hilfe der Energie von Wasser- und Windrädern oder Muskelkraft. Es wurde keine Energie aus Kohle, Erdöl oder Erdgas gewonnen. Erst allmählich begannen sie Kohle als Energiequelle zu nutzen. Ende des 18. Jh. kam dann der entscheidende Umbruch durch die…  Lizenz CC BY-SA 3.0, Autor: Anntheres Mit Hilfe der Dampfmaschine konnten Fabrikanten große Mengen Kohle aus dem Boden holen. Diese Kohle wurde als überall verfügbare Energiequelle für die Gewinnung von Eisen aus Eisenerz unter der Erde abgebaut. Mit dem Eisen konnten die Fabrikbesitzer dann neue Maschinen und Eisenbahnen herstellen. Dadurch ließen sich immer mehr Waren billiger produzieren. Mit der Eisenbahn erreichte man neue, weiter entfernte Kunden. Die Fabriken brauchten dann aber noch mehr Energie und neue Maschinen, um noch mehr Waren zu produzieren. Erkennst du den Kreislauf? Genau das ist der Beginn der Industrialisierung. Der Beginn der Nutzung von Maschinen zur Energiegewinnung. Der Beginn der Umweltverschmutzung durch Abgase. Der Beginn der Massenproduktion. Der Beginn der Übernutzung unserer Rohstoffe (Ressourcen).  Ein Bild davon, wie schwer die Arbeitsbedingungen zu Beginn der Industrialisierung in Europa waren, kannst du dir im Deutschen Museum  in München machen. Leider sind aber die Bedingungen, unter denen heute in ärmeren Regionen der Erde Rohstoffe - z.B. für unsere Smartphones! -  gewonnen werden, immer noch ähnlich hart. Zum Teil werden sogar Kinder in Schächte tief unter der Erde geschickt, weil sie kleiner sind.  Abb. links: © Deutsches Museum, München, Archiv, BN59773 Wir leben über unsere Verhältnisse. Im Laufe von 200 Jahren ist die Menschheit so weit gekommen, dass die Ressourcen, welche die Erde in einem Jahr wiederherstellen kann, in acht Monaten verbraucht sind. Den Rest des Jahres leben wir auf Pump kommender Generationen. Diesen Zeitpunkt, den „Welterschöpfungstag“ (Earth Overshoot Day), berechnen Wissenschaftler*innen jedes Jahr. Dieses Jahr war es der 22. August. Menschen auf der ganzen Welt leisten unter dem Hashtag #movethedate Beiträge, dass dieser Tag zukünftig wieder später im Jahr stattfindet. Die Vereinten Nationen haben 17 Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung verabschiedet – die SDGs. Das SDG 9 fordert u.a. eine nachhaltige Industrialisierung. Das bedeutet, wir müssen Wege finden, wie wir Dinge umweltfreundlicher produzieren, Rohstoffe schonender nutzen können. Für die Produktion neuer Dinge und das Recycling gebrauchter müssen wir die Energie aus natürlichen Quellen wie Sonne, Wind und Wasser gewinnen. Hierfür brauchen wir kluge Köpfe mit vielen guten Ideen und Forschergeist, die neue Technologien vorantreiben. Werde selbst aktiv! Es gibt aber auch für dich viele Möglichkeiten, etwas für unsere schöne Erde zu tun. Informiere dich! Der verantwortungsbewusste Umgang mit Energie, Nahrung und Umwelt bietet die größten Chancen für jeden Einzelnen, zukunftsorientiert zu handeln. Überlege dir, was auch DU tun kannst. Hier ein paar Vorschläge: die Raumtemperatur ein wenig niedriger einstellen und so Energie sparen?Kleidung in Tauschbörsen abgeben und kaufen?mit dem Fahrrad statt dem Auto zum Sportplatz?regionale Lebensmittel kaufen?Leitungswasser statt Mineralwasser trinken?langlebige Produkte mit Recyclingmaterialien kaufen?Plastikverpackungen vermeiden?keine Nahrungsmittel mehr wegwerfen?das „alte“ Smartphone ein Jahr länger nutzen? Teste doch mal, wie groß dein ökologischer Fußabdruck ist ... © 2020 Brot für die Welt Teile deinen Beitrag zum Schutz unserer Erde auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig. Passende MPZ-FührungenGlas – Konsum und Nachhaltigkeit (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS)Konsum und ökologischer Fußabdruck (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS) Informationen zum MuseumWenn du mehr über den ökologischen Fußabdruck erfahren möchtest, besuche doch die Ausstellung "Umwelt" im Untergeschoß der Kraftmaschinenhalle des Deutschen Museums. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum

Wiesn 1810 – live

Stell dir vor, du schlenderst bei strahlendem Sonnenschein über die Theresienwiese, ein Lebkuchenherz um den Hals und eine Tüte mit gebrannten Mandeln in der Hand. Es duftet nach Hendl und Popcorn, aus allen Ecken ertönt Musik und du überlegst, ob du als nächstes lieber zum Riesenrad, zur Achterbahn, zum Flohzirkus oder zum „Schichtl“ ins Illusionstheater gehst … Leider ist das nur ein Traum, denn das Oktoberfest findet 2020 wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Doch wir sorgen dafür, dass du noch ein bisschen weiterträumen kannst. Denn wir haben etwas für dich, was es eigentlich gar nicht gibt: eine Rundfunkreportage live von der Münchner „Wiesn“! Und zwar aus dem Jahr 1810. Damals gab es noch lange kein Radio und auch noch kein Oktoberfest, wie wir es heute kennen. Dafür aber eine riesengroße Hochzeitsfeier! Der bayerische Kronprinz Ludwig I. heiratete - und ganz München stand fünf Tage lang Kopf: überall Straßenfeste mit Musik, Tanz und kostenloser Verpflegung für alle sowie als krönender Abschluss ein großes Pferderennen! Bei dem darfst du nun „live“ dabei sein. Hör genau zu, dann kannst du im Anschluss sicher unsere Quizfragen beantworten! Radioreportage zur Wiesn 1810, © Museumspädagogisches Zentrum, Autorin und Sprecherin: Ruth-Maria Eicher Unsere Reporterin hatte recht mit ihrer Vermutung: Wegen des enormen Erfolgs fand ab 1810 jedes Jahr im Herbst ein Pferderennen statt. Und rund um das Rennen entwickelte sich auf der Wiese ein Volksfest mit Buden und später auch mit immer mehr Fahrgeschäften. Außerdem wurde die Wiese tatsächlich nach der Braut von 1810 benannt.  Passende MPZ-FührungenMünchner Stadtmuseum Geschichte(n) vom Oktoberfest und Wiesnzauber im Museum – ein königliches Brautpaar und krachende Schießbuden (GS, FöS, Horte) Informationen zum MuseumWillst du noch mehr über das Oktoberfest wissen? Dann bist du im Münchner Stadtmuseum genau richtig! Spannendes und Lustiges findest du in der Ausstellung „Typisch München“ und der Sammlung Puppentheater/ Schaustellerei. Abbildungsnachweis Titelbild: Wilhelm von Kobell, Das Pferderennen auf der Theresienwiese am 17. Oktober 1810, 1811, GM-IIb/33, © Münchner Stadtmuseum