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Kunst

… Neu gemixt

Wie schnell sich eine Geschichte verändern kann, zeigt dieses Experiment: Ordne die Bestandteile eines Gemäldes von Paul Klee zu einem Bild. Verschiebe sie und probiere verschiedene Varianten aus! Wenn du fertig bist, mach einen Screenshot und speichere ihn ab. Vergleiche nun dein Werk mit „Rausch“ von Paul Klee. Welche Geschichten werden jeweils erzählt? Oder erzählt dein Bild vielleicht gar keine Geschichte? Paul Klee, Rausch, 1939, 341 (Y 1), Wasserfarbe, Öl auf Jute, 65 x 80 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, CC BY-NC-SA 4.0 Paul Klee hat „Rausch“ übrigens auf ein grobes Jute-Gewebe gemalt, was an der Struktur deutlich sichtbar ist. An vielen Stellen blieb der braune Untergrund frei. Passende MPZ-Online-VeranstaltungMusPad: Tanzende Formen, fantastische Träume und farbige Klänge. Künstler*innen um den Blauen Reiter (GS ab Jgst. 2, MS bis Jgst. 8, RS bis Jgst. 8, GYM bis Jgst. 8) Passende MPZ-FührungGrüne Nasen, gelbe Kühe und der Blaue Reiter (MS, RS, FöS, GS, GYM, Horte, Inklusionsklassen, BS)Experimentierwerkstatt Farbe (GS ab Jgst. 3, MS, RS und GYM jeweils bis Jgst. 7Menschen, Köpfe – von realistisch bis abstrakt (GS, Horte, MS, RS, GYM, BS)Erzählen, schreiben, dichten ... (GS ab Jgst. 3, MS bis Jgst. 7)Passender Beitrag auf XponatKonstruktion Informationen zum MuseumDie Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau beherbergt die bedeutendste Sammlung zur Kunst um den Blauen Reiter. Auch was gerade nicht ausgestellt ist, findest du in der Online-Sammlung. Abbildungsnachweis Titelbild: Paul Klee, Rausch, 1939, 341 (Y 1), Wasserfarbe, Öl auf Jute, 65 x 80 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, CC BY-NC-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

#MPZradelt – Gabriele Münter auf der Spur

Für den Klimaschutz fand im Juni 2021 das Münchner Stadtradeln statt und das MPZ war wieder dabei. Wir nutzten die Gelegenheit und starteten während der Aktion immer mittwochs eine „Museumsradltour“ mit unserem MPZ-Lastenrad.Bei unserer Tour zum Thema „Gabriele Münter auf der Spur“ führt uns Verena von der Akademie der Bildenden Künste quer durchs Kunstareal zum Lenbachhaus. Wir erfahren viel über die Lebenssituation von Künstlerinnen um die Jahrhundertwende in München und über Münters Werdegang. Zu sehen gab es das Video bereits in unserer Story auf Instagram. Und wir radeln weiter – durch die Natur und durch die Museumslandschaft Münchens – vorbei am Deutschen Museum, dem Museum Fünf Kontinente, den Pinakotheken, dem Lenbachhaus und, und, und ... Möchtest Du mehr über starke Frauen erfahren? Dann klick HIER. STADTRADELN Bei der jährlichen, bundesweiten Aktion geht es darum, 21 Tage lang privat und beruflich möglichst viele Kilometer klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. So soll gemeinsam ein Zeichen gesetzt werden für mehr Umweltschutz, mehr Radförderung und mehr Lebensqualität in den Kommunen. Mitmachen können alle, die in einer teilnehmenden Kommune wohnen, arbeiten, in einem Verein tätig sind oder eine (Hoch-)Schule besuchen. Unter www.stadtradeln.de können sich alle Teilnehmenden registrieren, einem bereits vorhandenen Team der Kommune beitreten oder ein eigenes Team gründen. NACHHALTIGKEIT Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen (Ziel 5) ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen! Informationen zu den Museen Anlässlich ihres 80. Geburtstags schenkte Gabriele Münter 1957 dem Lenbachhaus eine einzigartige Sammlung. Diese  umfasste zahlreiche Werke Wassily Kandinskys bis 1914 und von Münter selbst sowie Arbeiten von Künstlerkollegen aus dem erweiterten Kreis des Blauen Reiter. Ein Besuch lohnt sich!Möchtest du noch mehr über Gabriele Münter erfahren, dann schau doch HIER vorbei. Abbildungsnachweis Titelbild: Filmstils #MPZradelt – Gabriele Münter auf der Spur © Museumspädagogisches Zentrum

Falsche Perspektive?
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Der Maler Paul Cézanne (1839-1906) ging sehr frei mit der Zentralperspektive um. Er zeigte die Dinge in seinen Stillleben manchmal aus verschiedenen Blickwinkeln, so wie es ihm für sein Bild als richtig erschien. Paul Cézanne, Stillleben mit Kommode, um 1883/87, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 In dem folgenden Experiment kannst du dich durch ein einfaches räumliches Modell des Bildes bewegen. Probiere verschiedene Standpunkte aus und beobachte, wie sich die Kante des Tisches, die Kommode, die Vasen und die Äpfel perspektivisch verändern. Cézanne - Stillleben mit Kommode by Fred_3D on Sketchfab Um die Animation zu bedienen: Bewege dich mit gedrückter linker Maustaste in alle Richtungen. Mit dem Mousewheel, dem kleinen Rädchen in der Mitte der Maus, kannst du heran- oder wegzoomen. Den Bildausschnitt verschiebst du mit gedrücktem Mousewheel. Information zum MuseumSchau in der Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek vorbei, um dir im Original das Gemälde anzuschauen oder online in der Sammlung der Neuen Pinakothek. Mehr über das Bild und den Maler erfährst du HIER. Abbildungsnachweise Titelbild: Paul Cézanne, Stillleben mit Kommode (Ausschnitt), um 1883/87, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, CC BY-SA 4.0

Bild übermalen
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Was im Museum streng verboten ist, macht am Bildschirm Spaß: ein Bild übermalen und es dabei langsam verschwinden zu lassen. Es gibt viele Arten, ein Gemälde zu übermalen: Einfach drauflos pinseln oder sein eigenes Bild darüber legen. Für das "Frühstück im Atelier" von Édouard Manet gehen wir nach einem Plan vor: Zum Übermalen wählen wir die Hintergrundfarbe - das Grau - aus.Zuerst verschwinden Motive aus dem Hintergrund, die keine so wichtige Rolle für die Komposition spielen.Der junge Mann bleibt stehen, weil er uns besonders gefällt.Am Ende entsteht ein neues, abstraktes Bild. Schiebe den Regler nach rechts und vergleiche die verschiedenen Zwischenschritte! Mit digitalen Malprogrammen kannst du jedes Bild übermalen, das du fotografierst oder aus dem Internet herunterlädst. Das Übermalen von Bildern hat übrigens der österreichische Künstler Arnulf Rainer zu seinem Markenzeichen gemacht. Seine Bilder findest du in der Pinakothek der Moderne. Passende MPZ-FührungTürkis, Knatschblau und das Spiel mit dem Licht – die Malerei des Postimpressionismus (GS, MS, RS, GYM, Horte, BS) Informationen zum MuseumMehr über das "Frühstück im Atelier" und Manet erfährst du HIER. Wenn du Manets Gemälde im Original kennenlernen willst, besuche es in der Alten Pinakothek in München. Abbildungsnachweis Titelbild: Édouard Manet, Frühstück im Atelier (Ausschnitt), 1868, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek, CC BY-SA 4.0

Valentinstag – (ungleiche) Paare in den Museen
Valentinstag
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Valentinstag – Tag der Romantik, roten Rosen und glücklichen Pärchen? Auch in den Museen sind allerhand (ungleiche) Paare zu entdecken. Partner*in verloren? Finde die zusammengehörigen Paare im Memo-Spiel und erfahre mehr über die abgebildeten „Pärchen“. Bei unserer Bilderstrecke zeigen wir eine Reihe (ungleicher) Paare aus den Museen. Einige sind ziemlich schräg, andere sehr galaktisch oder eher standesgemäß. Informationen zu den MuseenNoch mehr zu den einzelnen Werken erfährst du in den jeweiligen Museen: Deutsches Theatermuseum, Neue Sammlung - The Designmuseum, Deutsches Museum, Alte Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlung, Antikensammlung und Glyptothek, Sammlung Schack, Städtische Galerie im Lenbachhaus sowie Bayerische Schlösserverwaltung. Abbildungsnachweis Titelbild: Ruth Geiersberger und Alfred Mehnert anlässlich einer Dadaperformance 1990 im Münchner Lustspielhaus in der Occamstraße. © Volker Derlath

Mit dem Radl in die Welt
Münter

Gabriele Münter wollte Kunst studieren. Und sie hatte ein Fahrrad. Doch zu Beginn des 20. Jahrhundert bedeutete beides für eine Frau keine Selbstverständlichkeit. Kunststudium für Frauen um 1900 Frauen, die um 1900 Kunst studieren wollten, hatten es nicht leicht. Denn das Studium an staatlichen Akademien war Frauen nicht möglich. Als Gabriele Münter 1901 nach München kam, blieb ihr nur die Damenakademie des Künstlerinnenvereins. Doch zufrieden war Gabriele Münter mit dem Zeichenunterricht dort nicht. Sie wechselte zur Phalanx, einer Künstlergruppe, die auch eine private Kunstschule unterhielt – für Damen und Herren. Dort erlernte Münter verschiedene Maltechniken. Mit Kandinsky unterwegs Künstlerischer Leiter der Phalanx war Wassily Kandinsky. Münter radelte mit Kandinsky in die nähere und weitere Umgebung, malte mit ihm in der Natur. Sie lernten sich näher kennen und wurden ein Paar. Links nach rechts: Wassily Kandinsky, Kallmünz – Gabriele Münter beim Malen I, Sommer 1903 und Wassily Kandinsky, Kallmünz – Gabriele Münter beim Malen II, Sommer 1903, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957, CC BY-SA 4.0 Die Beiden waren mit dem Skizzenbuch, mit Staffelei, Malpappe, Pinsel, Palette und Tubenfarben unterwegs oder hatten den Fotoapparat dabei. Sie hielten direkt vor Ort Licht- und Farbstimmungen fest und schufen abstrakte Bilder ihrer Umgebung. Zahlreiche kleinformatige Gemälde und Fotos lassen uns in diese Zeit eintauchen.Zu sehen sind ihre Arbeiten aus den Jahren 1902 bis 1908, die im Freien entstanden, in einer 360°-Tour „Unter freiem Himmel des Lenbachhauses. Noch mehr zu Gabriele Münter findest du in der Online-Sammlung des Lenbachhauses. Mit der Bux aufs Rad Was das Fahrradfahren anging, war München um 1900 fortschrittlich. Denn München galt damals bereits als Hochburg des Radsports. Frauen auf dem Rad waren im Englischen Garten keine Seltenheit. Dabei war Radfahren doch etwas für Männer ...! Nicht allein die Damenmode mit engen Schnürkorsetts machte den Frauen das Fahrradfahren eigentlich unmöglich. Deshalb schneiderte sich so manch Fahrradbegeisterte selbst die passende Kleidung, die dann deutlich mehr Bewegungsfreiheit mit sich brachte. Die so genannte Radbux war geboren. Sie kombinierte die beiden Beine einer Hose mit der Figur umspielenden Weite eines Rockes. Aber auch andere bequemere Kleidung entstand in der Zeit um 1900 und lockerte die gesellschaftlichen Zwänge. So unterstützte auch die Reformkleiderbewegung die Freiheiten der Frauen.Zum Malen trug Gabriele Münter übrigens einen langen Malkittel, um ihre Kleidung vor Farbe zu schützen. Den siehst du oben. Wassily Kandinsky, Gabriele Münter mit dem Fahrrad auf einem Feldweg, um 1903, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München Eine Reihe von Kandinskys Fotografien zeigen Gabriele Münter. Mach dich bei deiner 360°-Tour auf die Suche nach der Mode, die Münter gerne trug! Oder entwirf eine Kollektion für radlfahrende Damen um 1900! Fahrräder aus der Zeit kannst du übrigens im Verkehrszentrum des Deutschen Museums sehen. Ein Blick ins Fotoalbum Stöbere doch mal in den Fotoalben deiner Urgroßeltern! Findest du deine Vorfahren mit einem Fahrrad fotografiert? Und welche Kleidung trugen sie am Beginn des 20. Jahrhunderts, wenn sie wanderten, radelten oder beruflichen Tätigkeiten nachgingen? NACHHALTIGKEIT Geschlechtergleichheit (Ziel 5) ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen! Bildung, eine künstlerische Ausbildung oder die Ausübung eines Sportes sollten allen Geschlechtern gleichermaßen offenstehen. Doch selbst Kleiderzwänge können hierbei ein Hindernis darstellen. Passende MPZ-Führung Frauenpower (MS ab Jgst. 7, RS ab Jgst. 7, GYM ab Jgst. 7, BS)Künstlerinnen (RS, GYM) Passender Beitrag auf Xponat Kontextualisierung Informationen zum Museum Die Städtische Galerie im Lenbachhaus ist berühmt für ihren Sammlungsbestand Der Blaue Reiter. Gabriele Münters Schenkung lieferte hierzu einen wichtigen Beitrag. Abbildungsnachweise Titelbild: Wassily Kandinsky, Gabriele Münter mit dem Fahrrad auf einem Feldweg, um 1903, Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München

Verwandtschaften
Jan

Eine familiäre Situation. Die Mutter hält den kleinen Jungen, beobachtet ihn und scheint leise mit ihm zu sprechen. Freundlich beobachtet die Großmutter den Kleinen, lehnt dazu mit überkreuzten Händen in ihrem Korbstuhl. Doch der blonde Junge zeigt etwas Zurückhaltung – wie auch das Lamm, das der dunkelhaarige Junge umarmt hält. Auch der ältere Mann rechts, auf einem Stuhl mit auffällig hoher Sitzfläche sitzend, beobachtet diese Situation. Jacob Jordaens, Die Heilige Familie mit Anna und dem Johannesknaben, um 1620-1625, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie Neuburg, CC BY-SA 4.0 Doch es ist nicht irgendeine Familie, die hier porträtiert ist. Das Lamm und der üppige rote Mantel der Mutter, dessen Innenseite blau gefüttert ist, weisen darauf hin: Es ist die Heilige Familie – also Maria mit dem kleinen Jesusknaben, dazu der deutlich ältere Josef sowie Anna, die Mutter Marias. Am linken Bildrand kommt der kleine Johannes dazu, der Sohn von Elisabeth, die wiederum die Cousine von Maria ist. Typisch für das 17. Jahrhundert ist, die Menschlichkeit Christi hervorzuheben, nicht dessen Göttlichkeit. Und so zeigt der Maler Jacob Jordaens hier eine Familie, die der Realität sehr nahe ist – auch wenn jede Menge Symbolik im Bild versteckt ist. Als Modell für Maria diente übrigens die Frau des Malers. Die begegnet uns auch in anderen Gemälden von Jordaens. Dazu gleich noch mehr. Im Original kannst du das Gemälde von Jacob Jordaens in der Staatsgalerie Flämischer Barockmalerei in Neuburg an der Donau bewundern. Sie gehört, wie auch die Alte Pinakothek in München, zu den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.So ist es nicht verwunderlich, dass in Neuburg und München Gemälde zu finden sind, die etwas miteinander zu tun haben – Verwandtschaften aufweisen. Überzeuge dich selbst! Finde die richtigen Paare ... und bringe jeweils die Ausschnitte jeweils aus einem Gemälde aus Neuburg mit einem verwandten Werk aus München zusammen. Tipp: Achte in den Bildausschnitten auf Motive, Details, auf Gesichter, die Hände, die Farbigkeit! Entdecke in den Bildpaaren noch mehr Gemeinsamkeiten! Noch mehr erfährst du übrigens hier zu „Der Satyr beim Bauern“ und der „Madonna im Blumenkranz“. Von Antwerpen und nach Neuburg Anthonis van Dyck, Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, um 1628, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie Neuburg, CC BY-SA 4.0 Übrigens: Dass Werke von den im 17. Jahrhundert in Antwerpen tätigen Künstlern Peter Paul Rubens (1577 – 1640), Jacob Jordaens (1593 – 1678), Anthonis van Dyck (1599 – 1641) u. a. m. ausgerechnet in der Zweiggalerie in Neuburg zu sehen sind, ist kein Zufall. Denn Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1578 – 1653) war es, der bei Rubens für Kirchen in Neuburg Gemälde in Auftrag gab – unter anderem das berühmte Große Jüngste Gericht, das heute in der Alten Pinakothek hängt. Informationen zum MuseumDie Staatsgalerie Flämische Barockmalerei ist in Schloss Neuburg an der Donau untergebracht. Sie ist eine der 12 Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.Buchungen für Führungen werden über die Tourist-Information in Neuburg a. d. Donau angeboten. Abbildungsnachweis Titelbild von links nach rechts: Jan Brueghel d. Ä., Landschaft mit Dorfschenke, um 1612/15, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie Neuburg; Jan Brueghel d. Ä., Landschaft mit Gepäckzug, 1610, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, beide CC BY-SA 4.0

Botschaften im öffentlichen Raum
Zärtlichkeit
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„Rettet die Zärtlichkeit“ Eine kahle Betonwand. Es regnet. Am Bildrand steht ein Mann mit Regenschirm. In Sprühschrift der Schriftzug „Rettet die Zärtlichkeit“. Was könnte der/die Sprayer*in damals gemeint haben? Wie wirkt das Foto aus dem Jahr 1982 auf dich? Ist der Schriftzug auch heute noch oder wieder aktuell? Bleibt die Zärtlichkeit – in diesen Zeiten der geforderten körperlichen Distanz und der Isolation von vielen Menschen – auf der Strecke? Wofür lohnt es sich die Zärtlichkeit zu retten? Braucht es sie umso mehr in dieser angespannten Zeit? In den 1980er Jahren wurden Sprühdosen als Schreibwerkzeug und Gestaltungsmittel für den öffentlichen Raum zunehmend beliebter. Die Sicherheitsbehörden reagierten hart - bereits der Besitz von Dosen machte Jugendliche verdächtig. Doch die Durchsetzungskraft war nicht mehr aufzuhalten. In dem kurzen Video der Münchner Stadtbibliothek blickt der Theaterautor Jan Geiger auf die Zärtlichkeit. Eine weitere Sprühschrift aus den 80er Jahren hat bis heute auch nichts von ihrer Aktualität verloren: Volker Derlath, Sprüherei Alabama-Gelände 1986. © Volker Derlath Standen damals das Waldsterben, die Schwefeldioxidbelastung und die Anti-Atomkraft-Bewegung im Fokus, so ist heute der zu stoppende Klimawandel das globale Anliegen. Volker Derlath, Aktion gegen die Volkszählung in München 1986. © Volker Derlath Die Volkszählung von 1986, die die Einwohner*innen Deutschlands verpflichtete, eine Vielzahl persönlicher Daten preiszugeben, sorgte bundesweit für Besorgnis! Der Datenschutz war in Gefahr – heute wieder ein hochsensibles Thema, das sich lediglich auf andere Gebiete verlagert hat. Auch Künstler*innen hinterlassen Botschaften im öffentlichen Raum. Fällt dir jemand ein? Keith Haring, Untitled (Subway Drawing), 1983, Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Keith Haring artwork © Keith Haring Foundation Nur durch Umrisslinien definierte Wesen, ohne Gesicht, Geschlecht oder Kleidung, in Bewegung, tanzend? Zwei umrahmte Szenen, übereinander, dazwischen eine Art Laufband mit einem wiederkehrenden Motiv … Diesmal bleiben wir – beim „Sprung“ ins Museum Brandhorst – in den 80er Jahren! Wie kommt ein Künstler darauf, seine Zeichnungen im öffentlichen Raum festzuhalten? „Für mich besteht kein Unterschied zwischen einer Zeichnung, die ich in der U-Bahn mache, oder einer, die für Tausende von Dollar in einer Galerie verkauft wird. Es gibt eindeutige Unterschiede im Kontext und im Medium, aber die Intention ist dieselbe.“ (Keith Haring) Bist du derselben Meinung? KEITH HARING (1958-1990) wollte mit den Menschen kommunizieren und nutzte den öffentlichen Raum als Galerie. Eines Tages entdeckte er in der New Yorker U-Bahn leere schwarze Flächen für Werbeplakate – ein idealer Ort, um seine Botschaften mit allen Menschen zu teilen, sie für alle zugänglich zu machen. Dieser demokratische Ansatz war ihm sehr wichtig, denn Kunst sei für jeden da! „Wie kaum ein anderer schaffte er es, die Brücke zu schlagen zwischen Kunstszene und Subkultur, zwischen breitem Publikum und Expertinnen und Experten.“ (Museum Brandhorst) Meist ohne abzusetzen, schuf er Zeichnungen in einer ganz eigenen wiedererkennbaren Bild- und Symbolsprache, einer universalen Sprache – über kulturelle und soziale Grenzen hinweg. Zudem gab er diesen Werken keine Titel, um eine Vielfalt an Deutungen zuzulassen, nach dem Motto: "Schau selbst, mach dir deine eigenen Gedanken!" „Die Wirklichkeit der Kunst beginnt in den Augen des Betrachters und erlangt Kraft durch Fantasie, Erfindungsgabe und Konfrontation.“ (Keith Haring) Schnell oder langsam? Da es natürlich nicht erlaubt ist, Flächen im öffentlichen Raum zu „beschmieren“, war Keith Haring gezwungen, zügig zu malen. Trotzdem wurde er mehrmals festgenommen und sogar in Handschellen abgeführt. Aber das schnelle Arbeiten entsprach sicherlich auch seinem Wesen. Manchmal entstanden pro Tag bis zu 40 dieser U-Bahn-Zeichnungen. Faszinierend, ihm zuzusehen! Vielleicht findest du hierzu ein Video im Netz! Schau mal z. B. HIER. Keith Haring, Untitled (Subway Drawing), 1983, Kreide auf Papier, Original U-Bahn-Rahmen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Keith Haring artwork © Keith Haring Foundation „The man who wasn´t there“ – ziemlich passend, oder? Ob sich Haring ganz bewusst den Platz neben diesem Kinoplakat ausgesucht hat? Als eine Art „Ghostartist“? Und womit … „Da sie so empfindlich waren, rührten die Leute sie nicht an, sie respektierten sie; sie radierten sie nicht weg oder zerstörten sie. Das verlieh ihnen diese ganz eigene Kraft. Es war dieses kreideweiße, fragile Etwas inmitten all dieser Kraft und Spannung und Gewalt, die von der Subway ausgeht.“ (Keith Haring) Experimentiere selbst mit verschiedenen Malwerkzeugen und Materialien: Kreide, Bleistift, Farbstift, Edding, flüssige Farbe …, weiß auf schwarz, schwarz auf weiß, einfarbig, bunt, zart, fett, auf Papier, Pappe, Holz, Kunststoff … Wie verändert sich die Wirkung? Was macht seine Bildsprache so einzigartig und unverwechselbar? © Museumspädagogisches Zentrum Schau selbst: Die fortlaufenden Linien, die Rahmen, die Bewegungsstriche, die wiederkehrenden Motive wie krabbelnde Babys, geschlechtslose, interagierende, tanzende Menschen …? Für was könnten sie stehen? Keith Haring – ein politischer Aktivist Seine Bildsprache wirkt auf den ersten Blick unbekümmert und fröhlich. Tatsächlich war er aber ein durch und durch politischer Mensch, der sich in seinem Schaffen für die Menschen und ihre Umwelt und gegen jede Art von Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzte; ein politischer Aktivist, der sich für den Frieden und ein tolerantes Miteinander engagierte: Botschaften aktueller denn je? Mehr hierzu im nächsten Beitrag zu POP PUNK POLITIK! Botschaften im öffentlichen Raum Es gibt es viele: Sprühschriften, Graffitis, Statements, freihändig oder mit Schablonen gesprüht, oder einfach nur diverse Aufkleber. Welche Botschaften entdeckst du im öffentlichen Raum? Bilder: Aktuelle Botschaften im öffentlichen Raum © Katharina Schweigart, Bearbeitung Gif: Museumspädagogisches Zentrum Und was empört dich? Worauf möchtest du die Menschen aufmerksam machen? Welche Botschaften möchtest du mit der Welt teilen? Denke dir ein eigenes Meme aus und teile es mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #PopPunkPolitik! Deine Meinung? Teile sie gerne mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #PopPunkPolitik! Alle Beiträge zu der Reihe PopPunkPolitik findet ihr HIER. Und Lust auf ACTION?Kreative Anregungen zum Denken, Diskutieren und kreativen Gestalten findest du auf unseren ActioncARTS, eine Kooperation mit dem Museum Brandhorst:Ohne Worte kommunizieren (deutsch / englisch)Urban und öffentlich (deutsch / englisch) Passender Beitrag auf Xponat Ohne Worte kommunizieren Passende MPZ-Führung„Food for the mind“ – sehen, denken, diskutieren (MS ab Jgst. 8, RS ab Jgst. 8, GYM ab Jgst. 8,BS)Kunst ist politisch (MS, RS, GS ab Jgst. 3, GYM, Horte, BS)Kunst und Kommunikation (RS ab Jgst. 9, GYM ab Jgst. 9)Mittelschulprogramm: Was macht zeitgenössische Kunst … und was hat das mit mir zu tun? (MS)Vielfalt entdecken – Die (Kunst-)Welt ist bunt! Mit dem MPZ gegen Fremdenfeindlichkeit! (MS; RS, FöS, GS ab Jgst. 3, GYM, Horte, Inklusionsklassen, BS) Informationen zu den MuseenWeitere „Botschaften“ aus dem öffentlichen Raum findest Du im Museum Brandhorst und seiner einzigartigen Sammlung von Kunstwerken ab Ende der 50er Jahre bis heute sowie in der Ausstellung #PopPunkPolitik der Monacensia im Hildebrandhaus, dem literarischen Gedächtnis der Stadt München. Die Artikel-Serie zu #PopPunkPolitik verlängert die Ausstellung in den digitalen Raum hinein und vertieft Themen der 1980er Jahre aus literarischer und heutiger Perspektive. Abbildungsnachweis Titelbild: Plakatmotiv zu Pop Punk Politik – die 1980er Jahre in München (Ausschnitt). © Monacensia im Hildebrandhaus und Volker Derlath, Rettet die Zärtlichkeit (Ausschnitt). © Volker Derlath

Kleidung als Botschaft – Haltung, Provokation, Protest?
Titelbild Punk 2

Schon gewusst ...? Edel-Punks auf dem Münchner Marienplatz, 1984 (Ausschnitt). © Volker Derlath Und wie war es als Punk? Cornelia Siebeck, ehemalige Punkerin, beschreibt das Lebensgefühl der Münchner Punks damals: Zitat: Cornelia Siebeck, aus einem Interview mit Ralf Homann, Kurator der Ausstellung Pop Punk Politik in der Monacensia im Hildebrandhaus. © Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum Aussehen, Lebensstil und Kleidung sind für Punks Ausdruck von Provokation und Protest.Welche Stilmittel benutzen sie, um sich äußerlich abzugrenzen? Rabe Perplexum? „Selbstportrait“ mit Kreditkarte. © Rainer Schwinge; Edel-Punks auf dem Münchner Marienplatz, 1984 und Mercedes-Stern. © Volker Derlath Widerstand kann sich also über Kleidung und Schmuck ausdrücken. Die als Ohrring umfunktionierte Kreditkarte versteht sich als Kapitalismuskritik. Jacken, häufig aus Leder und mit Nieten besetzt, werden zum Medium unterschiedlicher, auch politischer Botschaften – wie hier gegen Nazis und die Politik des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Wir wagen den Sprung vom Jahr 1986 ... Punks auf dem Münchner Marienplatz 1984 (Ausschnitt). © Volker Derlath ... ins Jahr 2006 Seth Price, Vintage Bomber, 2006, Vakuumgeformtes Polystyrol (Ausschnitt), 123,2 x 92,7 x 6,4 cm, Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Ron Amstutz, Courtesy of the artist Euer erster Gedanke?Was ist hier gleich? Und was ist anders? Der Fotograf Volker Derlath hält die Kamera auf die Lederjacke und fokussiert die Botschaften. Seth Price inszeniert eine Bomberjacke als Kunstwerk.Das Foto zeigt uninszeniert die auf der Lederjacke individuell hinterlassenen Botschaften durch Schrift.Und hier: Die Botschaft befindet sich nicht auf, sondern in der Kleidung? „Mich interessieren die in Kleidung enthaltenen Codes.“ (Seth Price, 2020) Der Multimediakünstler Seth Price beschäftigt sich mit der Zeichenhaftigkeit unserer Kleidung, und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern kann. Welche Kleidungsstücke fallen dir noch ein, die mit einer Botschaft, einer Zugehörigkeit besetzt sind?Haben sich ihre „Codes“ im Laufe der Zeit verändert? High Heels von Caitlyn Wilson, Basballcap von NATHAN MULLET, Handtasche von Laura Chouette auf www.unsplash.com; Hoodie auf www.pixabay.com; Frau mit Tuch von Jean-François Gornet - Flickr: Voile, CC BY-SA 2.0; Bearbeitung: GIF Museumspädagogisches Zentrum Möchten auch wir mit unserer Kleidung etwas ausdrücken, eine Botschaft übermitteln? Möchten wir herausstechen und uns abgrenzen? Oder in der Masse untergehen? Oder zu einer bestimmten Gruppe dazugehören? Wie sehr identifizieren wir uns mit Kleidung? Welche soziale Funktion hat sie? Kann man sich neutral kleiden? Weiblich, männlich, queer? Ist Kleidung Integration? Kommunikation? Inszenierung? Haltung? Protest? Provokation? Kult? Status? … Und ab wann ist sie politisch? Eine Bomberjacke, wie zufällig hingeworfen und „eingefroren“ Tatsächlich handelt es sich beim "Vintage Bomber" um eine komplizierte Technik, bei der die Jacke in goldfarbenem Plastik abgeformt und zuvor vorbereitet und ausgestopft wurde – ähnlich dem Vakuumverfahren bei industriellen Verpackungen, z.B. bei Pralinen.Seth Price nennt die so entstandenen Arbeiten „Vacuum“-Skulpturen.Vakuum, d.h. leer, da letztlich nur die Form, der Abguss bleibt, wie bei einer „Totenmaske“ (Achim Hochdörfer, Direktor des Museums Brandhorst). Leer also vielleicht auch, weil der Mensch, der Inhalt fehlt: Wo bleibt das Individuum hinter Kommerz und Mainstream-Mode?Und was bewirkt die goldene Farbe? Was assoziierst du mit Gold? Alle Bilder auf www.pixabay.com / unsplash.com Das Kunstwerk wirkt wie eine der Ikonen unserer modernen Welt: Produkte von Kommerz und Konsum, die alles dominieren – eine Kritik, die bereits in den 1980er Jahren zu hören war.Vielleicht lässt das Gold aber auch „[…] an den wahnsinnigen Kunstmarkt denken, der zu Beginn der 2000er Jahre gerade explodierte, was übrig blieb, war das begehrenswerte Konsumgut, der reine Warenfetisch“ (Achim Hochdörfer, Direktor des Museums Brandhorst).Aber wie wirkt es auf dich, schau dir den "Vintage Bomber" unbedingt unmittelbar im Museum Brandhorst an. Du kannst auch mit deiner Handykamera diesen Code scannen! Klicke HIER oder nutze den QR-Code und gib deine Antworten ein. Lade anschließend die Website neu. Ausblick: Kann aus weniger mehr werden?Wünscht ihr euch, dass unsere „Hülle“ zukünftig vielleicht keine so große Rolle mehr spielt und wir uns mehr durch unser Handeln auszeichnen, mit diesem identifizieren und stärker hinter die „Hüllen“ blicken? Vielleicht bringen der Klimawandel und der daraus notwendig werdende Verzicht, auch auf Fast Fashion, uns hier ja ein Stück weiter – eben „Vintage“ in future. Deine Meinung? Teile sie gerne mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #PopPunkPolitik! Alle Beiträge zu der Reihe PopPunkPolitik findet ihr HIER. Möchtest du weitere Informationen zu Pop.Punk.Politik und mitdiskutieren, dann gehe auf den gleichnamigen Blog der Münchner Stadtbibliothek oder #PopPunkPolitikUnd Lust auf ACTION?Kreative Anregungen zum zwei- und dreidimensionalen Gestalten oder zum Upcyceln findest du auf unseren ActioncARTs, eine Kooperation mit dem Museum Brandhorst: Dress up – nur Kleidung oder mehr? (deutsch /englisch)Ein spannendes Gespräch zum Vintage Bomber zwischen Katja Eichinger und der leitenden Kuratorin des Museums Patrizia Dander findest du HIER. Passende MPZ-Führung„Food for the mind“ – sehen, denken, diskutieren (MS ab Jgst. 8, RS ab Jgst. 8, GYM ab Jgst. 8,BS)Kunst ist politisch (MS, RS, GS ab Jgst. 3, GYM, Horte, BS)Kunst und Kommunikation (RS ab Jgst. 9, GYM ab Jgst. 9) Informationen zum MuseumDie Monacensia im Hildebrandhaus ist das literarische Gedächtnis der Stadt München. Neben dem Literaturarchiv der Stadt München ist hier eine Forschungsbibliothek zur Geschichte und zum kulturellen Leben Münchens untergebracht. Im Museum Brandhorst, einem Museum für Gegenwartskunst im Kunstareal, kannst du viele weitere spannende Kunstwerke entdecken. Schau unbedingt vorbei! Abbildungsnachweis Titelbild: Plakatmotiv zu Pop Punk Politik – die 1980er Jahre in München (Ausschnitt). © Monacensia im Hildebrandhaus und Edel-Punks auf dem Münchner Marienplatz, 1984. © Volker Derlath

Sprache lernen – Von Kopf bis Fuß

Die Figur im Puzzle zeigt die Göttin des Friedens, Eirene. Sie trägt ein Baby auf dem Arm. Setze die Ausschnitte richtig zusammen. Findest du die richtigen Körperteile? Ordne sie zu! Und hier die Namen der Körperteile noch mal zum Nachlesen:der Kopf, der Ellbogen, der Fuß, der Rücken, der Bauch, das Knie, die Haare, die Brust, der Hals Das waren Körperteile. Jetzt schauen wir uns das Gesicht an. Schiebe die Begriffe an die richtigen Stellen. Und hier die Namen für die Teile des Gesichts noch mal zum Nachlesen: der Bart, die Haare, das Kinn, der Mund, das linke Auge, das rechte Auge, die Nase, das linke Ohr, das rechte Ohr, die Stirn O je, hier ist einiges durcheinander geraten. Du kannst die Köpfe so zusammensetzen wie auf den Bildern, aber auch eigene neue Köpfe gestalten. Passender Beitrag auf XponatStatue, Porträt, Ganzfiguriges Porträt, BüstePassende MPZ-FührungProgramm für Deutschklassen: Von Kopf bis Fuß (Deutschklasse MS Jgst. 5-6, Deutschklasse MS Jgst. 7-9, DK BS, Deutschklasse GS) Informationen zum MuseumAlle Figuren dieses Beitrags findest du in der Glyptothek am Königsplatz in München. Das Museum ist in der ganzen Welt berühmt. Warum? Dort siehst du ganz besondere antike Ausstellungsstücke aus Griechenland und Rom. Alle sind aus Marmor. Und: Es ist das älteste öffentliche Museum in München. Abbildungsnachweis Titelbild: Sprachreihe – Körperteile. © Grafik: Fabian Hofmann

3D – Ins Bild eintauchen
§D Gemälde
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Moritz von Schwind lädt uns ein, an einer Hochzeitsreise teilzunehmen, führt uns in ein altes Städtchen voller liebevoller Details. Doch wo ist der Kutscher? Moritz von Schwind, Die Hochzeitsreise, um 1850/52, Sammlung Schack, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0 Schwind hat das Bild wohl als romantische Erinnerung an seine eigene Hochzeitsreise gemalt. Nach Halt in einer kleinen Stadt in den Bergen steigt der Bräutigam wieder zu seiner Braut in die Kutsche, um die Reise fortzusetzen.Mit Hilfe des digitalen Nachbaus kannst du direkt in das Bild eintauchen, dich in ihm bewegen und all die Figuren und Dinge von allen Seiten inspizieren. Link zu Sketchfab Moritz von Schwind: Hochzeitsreise by Fred_3D on Sketchfab Navigation im 3D-Raum: Beweg dich mit gedrückter linker Maustaste in alle Richtungen. Mit dem Mausrad kannst du heran oder weg zoomen. Den Bildausschnitt verschiebst du mit gedrücktem Mausrad. Erkunde den Raum!- Gehe auf die Suche und finde den Kutscher!- Wie viele Personen finden sich im Gemälde und im Nachbau?- Welche großen und kleinen Einzelheiten fehlen im digitalen Nachbau?Der digitale Nachbau verzichtet bewusst auf Farbe. Der 3D-Raum will nicht mit dem Gemälde konkurrieren, sondern anregen dessen Reichtum und malerische Qualitäten zu entdecken. Passende MPZ-FührungSehnsuchtsbilder (MS, RS; GY ab Jgst. 7) Informationen zum MuseumHier erfährst du mehr über Moritz von Schwind und die "Hochzeitsreise" oder besser, besuche die Originale in der Sammlung Schack . Abbildungsnachweis Titelbild: links: Moritz von Schwind, Die Hochzeitsreise (Ausschnitt), um 1850/52, Sammlung Schack, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0; rechts: 3D Model © Museumspädagogisches Zentrum, Alfred Czech

Sprache lernen – Tageszeiten
Tageszeiten

Am Morgen geht die Sonne auf. Am Mittag steht die Sonne hoch am Himmel. Es kann heiß werden. Dann kann man sogar im See baden. Am Abend wird es dunkel. Und wie ist es nachts? „In der Nacht sind alle Katzen grau“, sagt man auf Deutsch. Willst du mehr über die Bilder wissen?Dann klicke unter dem Spiel links auf den Button rights of use: Jetzt siehst du jedes Bild einzeln und kannst erfahren, wie es heißt und wer es gemalt hat. Und hier nochmal zum Wiederholen – lies laut:der Morgen, der Abend, der Tag, der Mittag, die Nacht, die Sonne, der Mond, die Sterne Sammle deine eigenen Sprichwörter Kennst du Sprichwörter aus deiner Heimat? Schreibe sie in deiner Sprache auf einzelne Karten. Übersetze sie auf der Rückseite ins Deutsche und hefte sie in dein MPZ-Album. NACHHALTIGKEIT Qualität in der Bildung (Ziel 4) ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen! Eine Sprache zu beherrschen, ermöglicht Teilhabe an Bildungsangeboten. Das MPZ bietet daher verschiedene Programme in Museen an, die das Erlernen der deutschen Sprache unterstützen, Gesprächsanlässe bieten und Wortschatz und Sprachgewandtheit fördern. Informationen zu den MuseenDie hier gezeigten Gemälde kommen alle aus dem Archiv der Sammlung Schack. Vielleicht magst du sie bei einem Online-Rundgang wiederentdecken. Abbildungsnachweis Titelbild: Sprachreihe – Tageszeiten. © Grafik: Fabian Hofmann

Sprache lernen – von Holz bis Eisen
Material

Im Deutschen kann man zu zwei ähnlichen Menschen sagen: „Sie sind aus dem gleichen Holz geschnitzt.“ Finde immer zwei Gegenstände, die aus dem gleichen Material gemacht sind, und höre dir an, wie das Material die Gegenstände beschreibt: gläserne Flaschen, Stuhl aus Holz, silberne Teekanne und vieles mehr. Mit den gezeigten Objekten aus der Pinakothek der Moderne und aus dem Bayerischen Nationalmuseum kannst du die Wörter für Material auf Deutsch hören und üben. Willst du mehr über die Bilder wissen? Dann klicke unter dem Spiel links auf rights of use: Jetzt siehst du einige Bilder mit Link. Klicke auf den Link und erfahre mehr. Und hier die Namen der Materialien noch mal zum Nachlesen:Holz, Kunststoff, Plastik, Glas, Stoff, Gold, Silber, Metall, Eisen Sammle deine eigenen Materialien!Wenn du Lust hast, nimm ein festes Papier oder einen Karton und klebe Dinge aus verschiedenen Materialien wie Büroklammer, Gummiband oder Kaugummipapier darauf. Dann schreibe zu den einzelnen Dingen, aus welchen Materialien sie bestehen. Anschließend kannst du das Blatt in dein MPZ-Album heften. Passendes MusPadMöbel – Muster – Material Passende MPZ-FührungenProgramm für Deutschklassen: Stühle, Sessel, Teller, Tassen – besondere Dinge im Designmuseum (Deutschklasse GS, Deutschklasse MS Jgst. 5–6, Deutschklasse MS Jgst. 7–9, BIJ, BIK, BS, BVJ, DK BS) Informationen zu den MuseenDie Dinge aus dem Spiel findest du in diesen Museen: Bayerischen Nationalmuseum, Die Neue Sammlung – The Design Museum und Pinakothek der Moderne. Vielleicht kannst du sie bei einem Besuch oder einem digitalen Rundgang wiederentdecken. Abbildungsnachweis Titelbild: Sprachreihe – Material. © Grafik: Fabian Hofmann

Sprache lernen – alle möglichen Muster
Muster

Kariert, gestreift, geblümt, getigert … Im Deutschen gibt es gar nicht so viele Adjektive, die Muster beschreiben. Manchmal umschreiben wir die Muster deshalb auch: ein Muster mit Schlangenlinien, ein Muster aus Tupfen… Mach dich auf die Suche nach Mustern in Kunstwerken – auf gemalten Stoffen, Tierfellen oder auf einem Krug! Höre genau hin und suche die richtigen Paare.Willst du mehr über die Bilder wissen? Dann klicke unter dem Spiel links auf rights of use: Jetzt siehst du jedes Bild einzeln und kannst erfahren, in welchem Museum es hängt, wie es heißt und wer es gemalt hat. Und hier noch mal zum Wiederholen – lies laut:Gestreift, gepunktet, getupft, getigert, kariert, geblümt, gefleckt, einfarbig und uni. Jetzt bist du dran:Male verschiedene Muster auf einzelne Karten und gib ihnen Namen. Lege dir eine Muster-Wörter-Sammlung an, die du anschließend in dein MPZ-Album heften kannst. Musterideen dazu findest du in den Kunstmuseen, in Online-Sammlungen, Katalogen … Passender Beitrag auf XponatMemo-Spiel Passendes MusPadMöbel – Muster – Material Passende MPZ-FührungProgramm für Deutschklassen: Stühle, Sessel, Teller, Tassen - besondere Dinge im Designmuseum (Deutschklasse GS, Deutschklasse MS Jgst. 5-6, Deutschklasse MS Jgst. 7-9, BIJ, BIK, BS, BVJ, DK BS) Informationen zu den MuseenDie hier gezeigten Bilder kommen aus der Neuen Pinakothek und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Die meisten sind gerade im Depot und werden nicht ausgestellt. In den Online-Sammlungen des Lenbachhauses und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen kannst du alle anschauen. Abbildungsnachweis Titelbild: Sprachreihe – Muster. © Grafik: Fabian Hofmann

Sprache lernen – und wie wohnst du?
Möbel

Wie wohnst du? Hast du auch ein Himmelbett oder ein bequemes Sofa? Wie sieht dein Zimmer aus? Im Spiel kannst du die deutschen Wörter für Möbel entdecken. Höre genau hin, dann findest du die passenden Paare. Die Möbel stehen in der Pinakothek der Moderne, Die Neue Sammlung – The Design Museum und im Bayerischen Nationalmuseum. Vielleicht kannst du sie bei einem Besuch oder einem digitaler Rundgang wiederentdecken. Passende MPZ-FührungenProgramm für Deutschklassen: Stühle, Sessel, Teller, Tassen - besondere Dinge im Designmuseum (Deutschklasse GS, Deutschklasse MS Jgst. 5-6, Deutschklasse MS Jgst. 7-9, BIJ, BIK, BS, BVJ, DK BS)Passendes MusPadMöbel – Muster – Material Informationen zu den MuseenEntdecke die hier gezeigten Möbel und Gegenstände im Bayerischen Nationalmuseum und in der Pinakothek der Moderne, Die Neue Sammlung – The Design Museum. Abbildungsnachweis Titelbild: Sprachreihe – Möbel. © Grafik: Fabian Hofmann

Alexandra Bircken: A-Z

Welche Künstlerinnen kennst du?Die Kunstgeschichte ist überwiegend weiß und männlich. Dies soll sich ändern und zunehmend werden Künstlerinnen in Museen, Galerien und auf dem Kunstmarkt sichtbar – wenn auch noch immer unterrepräsentiert und schlechter bezahlt! Das Museum Brandhorst hat in den vergangenen Jahren bedeutenden Künstlerinnen Einzelausstellungen gewidmet – wie der Bildhauerin Alexandra Bircken die große Werkschau: „Alexandra Bircken: A–Z”. Alexandra Bircken im Museum Brandhorst. © Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München Alexandra Bircken, Cagey, 2012, Äste, Weiden, Holz, Stoff, Daunenjacke, Mörtel, Wolle, Stroh, Seil, Wärmedecke, Bronze, Rollen, Schrauben, Backsteine, 230 x 170 x 170 cm. © Alexandra Bircken. Foto: Fred Dott, Hamburg, Courtesy BQ, Berlin und Herald St, London Alexandra Bircken The Doctor, 2020, Schaufensterpuppe, Stoff, Wattierung, Faden, Metall, Beinprothese, Baumstamm, Modellboot, Metallständer 183 × 62 × 60 cm. © Alexandra Bircken. Foto: Andy Keate, Courtesy die Künstlerin, BQ, Berlin and Herald St, London „… mit der Welt der Materialien bin ich noch lange nicht fertig.“ A. Bircken Alexandra Bircken arbeitet mit verschiedensten Materialien wie Baustoff, Bronze, Chrom, Haaren, Holz, Knochen, Messing, Nylon, Leder, Stahl, Stoffen, Wolle. Sie interessiert sich für ihre Oberflächen, für „ihre Bedeutung und Reaktion zueinander“ (Zit. nach: Tanja Beuthien: Bis ins Mark, in: ART - das Kunstmagazin, August 2021, S. 45): Wie fühlen sie sich an? Was lösen sie in uns aus?Auch nutzt die Künstlerin Gegenstände, die ihr im Alltag begegnen: Autos, Motorräder, OP-Hemden, Schaukelpferde, Skier. Allerdings löst sie diese aus den uns vertrauten Zusammenhängen und überrascht uns durch ungewöhnliche Kombinationen. „… weil man in der Kunst mit ganz wenig etwas machen kann.“ A. Bircken Ursprünglich war sie – nicht Chirurgin – eine erfolgreiche Mode-Designerin, in London, Paris und Köln. „Alex“ nannte sie ihr Kölner Atelier, in dem sich die entstandenen Objekte allmählich vom Körper lösten und an der Wand und auf dem Boden funktionslos verselbständigten. Wie würdest du dein Atelier nennen? Amira, Anna, Fabio, Georg? „Mode … hat natürlich viel mehr … Zwänge … Man kann nichts verkaufen, wo jemand hässlich drin aussieht. Man kann aber Kunst machen, die die Sachen ein bisschen pusht, um einfach auch etwas zu provozieren." A. Bircken Darf Kunst provozieren, irritieren, uns vor den Kopf stoßen und so zum Nachdenken anregen? Und ab wann ist ein Produkt Kunst – und nicht mehr Mode?Auch als sich Alexandra Bircken von der Modewelt abwendet, bleiben der menschliche Körper, Haut und Hülle sowie Textilien wichtig in ihrem Schaffen:Wie schützen wir uns? Welche Häute und Hüllen trennen uns von unserer Umgebung und welche Aufgaben erfüllt unsere „zweite Haut“? Nur Schutz, oder auch Identität …?Mehr hierzu: „Unsere zweite Haut“. Key Visual „Alexandra Bircken: A–Z“. © Museum Brandhorst, Design: PARAT.cc, Bearbeitung: GIF Museumspädagogisches Zentrum Außerdem nutzt die Künstlerin die erlernten Techniken, das Schneiden und Verbinden, Nähen, Knoten, Stricken, Häkeln auch für die vielfältige Formensprache ihrer Skulpturen. Manchmal braucht sie allerdings auch die Hilfe von Assistent*innen oder Maschinen.Was glaubst du, bei welchem Werk zum Beispiel?Tatsächlich wollte sie anfangs Chirurgin werden. Ihr Jargon, d.h. ihre (Formen-)Sprache als Künstlerin, leitet sich aber nicht allein vom Menschen ab, sondern auch von der Maschine und ihrer gegenseitigen Beziehung:„Der Mensch funktioniert teilweise wie eine Maschine.“ A. Bircken (Zit. nach: Alexandra Bircken. A-Z. Begleitheft zur Ausstellung, München 2021, S. 1). Funktioniert das Motorrad auch ohne den Menschen?Nähere dich dem Motorrad. Alexandra Bircken, RSV 4 (Detail), 2020, Motorrad, Stahl, 2 Teile: Front: 117 × 112 × 77 cm, Heck: 100 × 103 × 57 cm. © Alexandra Bircken. Foto: Roman März, Berlin, Courtesy die Künstlerin, BQ, Berlin und Herald St, London, Bearbeitung: GIF Museumspädagogisches Zentrum Kannst du Ähnlichkeiten mit dem menschlichen Körper entdecken?Lass dich überraschen! Alexandra Bircken, Slip of the Tongue, 2020, Aluminium, Edelstahl, Stahl, Beton, Lack. © Alexandra Bircken. Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München Organe wie eine Riesenzunge, eine aufblasbare und leuchtende Riesenlunge oder eine echte Plazenta! Sie stammt aus der Schwangerschaft ihrer 2011 geborenen zweiten Tochter und ist die Antwort auf Gustave Courbets berühmtes Gemälde „Der Ursprung der Welt“ (1866), aber eben aus weiblicher Sicht, als Mutter und Künstlerin in einer Person.Kunstwerke quer auf dem Boden, an der Wand, viele Raster, oder mitten im Raum – die Objekte selbst aber oft in vollkommener Symmetrie!Stets laden sie uns ein, genau hinzusehen, zu rätseln oder zu lachen:Humor und Ironie sind ihr sehr wichtig, im Leben und in ihrer Arbeit. Das sieht man zum Teil auch an den Titeln:"Das sind … manchmal so kleine Entscheidungen, die man noch fällt, bevor eine Arbeit fertig ist. Um noch einmal irgendwas in eine andere Richtung zu schubsen. Oft sind es auch die Titel, die einfach noch einmal etwas Anderes andeuten, anreißen. Die Titel finde ich wahnsinnig wichtig." A. Bircken (Zit. nach: Alexandra Bircken. A-Z. Begleitheft zur Ausstellung, S. 1). Jetzt bist du gefragt! Finde den Titel zum Kunstwerk! Schau genau …Alexandra Bircken beobachtet ihre Umwelt genau:„Sie arbeitet mit allem, was den Menschen ganz unmittelbar umgibt, sei es Stoff, Kleidung, Architektur oder Raum“ (zit. nach: Tanja Beuthien: Bis ins Mark, in: ART - das Kunstmagazin, August 2021, S. 45), so die Kuratorin der Ausstellung:„Mich beschäftigt unsere unmittelbare Umgebung. Die Architektur, in der wir uns bewegen, genauso wie die Stoffe, in die wir uns hüllen. Letztlich kommt man dabei immer wieder auf den Schutz und gleichzeitig auf die Verletzbarkeit unseres Körpers zurück. Auch unsere Haut ist eine Hülle und zugleich die Schnittstelle zwischen innen und außen. Hier setze ich an.“ A. Bircken (Zit. nach: Alexandra Bircken. A-Z. Begleitheft zur Ausstellung, München 2021, S. 1). Kannst du ihren Gedanken folgen? Was beschäftigt dich? Alexandra, Ex, Cagey, New Model Army, Snoopy …Erstelle dein eigenes ABC-Darium zu deiner Begegnung mit Alexandra Bircken: Titel, Themen, Assoziationen oder Materialien … – teile es mit uns auf Instagram oder Facebook!Verrate uns noch dein Lieblingswerk: Die Riesen-Zunge, das zweigeteilte Motorrad? Oder eher der rätselhafte „The Doctor“? Nachhaltigkeit Die Geschlechtergerechtigkeit ist eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen! (Ziel 5). Lust auf ACTION?Kreative Anregungen zum zwei- und dreidimensionalen Gestalten oder zum Upcyceln findest du auf unseren ActioncARTS, eine Kooperation mit dem Museum Brandhorst:Unsere zweite Haut I (deutsch/englisch), II (deutsch/englisch), III (deutsch/englisch). Passender Beitrag auf XponatUnsere zweite Haut Informationen zum Museum Im Museum Brandhorst, dem Museum für Gegenwartskunst im Kunstareal, gibt es im Erd- und Obergeschoss noch viele weitere Künstler*innen zu entdecken. Schau unbedingt vorbei, auch digital. Abbildungsnachweis Titelbild: Alexandra Bircken im Museum Brandhorst. © Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Museum Brandhorst, München

Papageien, Palmen und mehr
Frans Post

Die Gemälde in der Alten Pinakothek sind allesamt auf unserem Kontinent, Europa entstanden – im heutigen Deutschland, in Italien, Frankreich und Spanien, in den Niederlanden und Flandern, das heute eine Region in Belgien ist. Doch die gemalten Dinge, Tiere, Pflanzen, Lebensmittel und Landschaften, die wir auf diesen Bildern entdecken können, haben teilweise einen sehr weiten Weg hinter sich, sind in Afrika oder Südamerika zuhause oder stammen (ursprünglich) aus Asien. Machen wir uns also auf die Suche nach Spuren, die uns in ferne Länder entführen.Zeichne, male oder schreibe, jeweils im Format DIN A5, deine Ideen zu den folgenden Bildern und füge so deinem MPZ-Album ein paar weitere Seiten hinzu. Papagei, Dromedar & Co. Finde Tiere, Menschen und Gegenstände aus fernen Ländern. Manchmal sind sie gut versteckt. Papageien leben eigentlich in den Tropen und Subtropen, sehr heißen Gebieten rund um die Welt. Als Luxustiere in Gefangenschaft wurden sie bereits seit dem Mittelalter an vielen Höfen von Adligen, Fürsten und Herzögen in Europa gehalten. Heute leben etwa genauso viele Papageien in „Haltung“ wie in freier Natur. Schon entdeckt? Achte auf die Wappen am unteren Bildrand links und rechts! Familie Paumgartner aus Nürnberg hatte einen grünen Papagei mit rotem Halsband im Familienwappen. Auf Kamelen unterwegs: Zwei Afrikaner mit Turbanen auf dem Kopf und in langen Gewändern. Wie oft kannst du diese zwei reitenden Herren entdecken? Sie begleiten die Heiligen Drei Könige, die übrigens als Vertreter für die drei im Mittelalter bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika stehen – gemeint ist damit die gesamte Menschheit.  Suche ein Tier, das in Europa nicht zuhause ist, das aber in manch einem edlen Haus schon seit dem Mittelalter gerne als Haustier gehalten wurde! Und warum sich die Meerkatze keine Banane, sondern eine Birne aus dem Korb holt, erfährst du HIER. von links nach rechts: Georg Flegel, Stillleben, o.J., Holz, 22 x 28 cm; Albrecht Dürer, Paumgartner-Altar: Geburt Christi (Ausschnitt), um 1500, Lindenholz, 155 x 126,1 cm; Hans Memling, Die Sieben Freuden Mariens, 1480, Eichenholz, 81,3 x 189,2 cm und Frans Snyders, Obst- und Gemüseladen, um 1625/30, Leinwand, 203,5 x 338 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 Ein Nilpferd als Hauptfigur Peter Paul Rubens, Jagd auf Nilpferd und Krokodil, um 1616, Leinwand, 248,3 x 321,3 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 Dass Nilpferde in Afrika leben, verrät uns schon der Name – auch wenn sie am Nil, Afrikas längstem Fluss, längst ausgestorben sind. Peter Paul Rubens hat vor etwa 400 Jahren ein beeindruckendes Gemälde gemalt, bei dem ein Nilpferd im Zentrum steht. Menschen, Tiere, Waffen, – alles ist auf das Flusspferd ausgerichtet. Ein Krokodil, Palmen im Hintergrund, ein Leopardenfell als eine Art Satteldecke und die Menschen in orientalischer Kleidung sorgen für den Eindruck, die Szene würde sich in einem fernen Land abspielen. Den Auftrag zu diesem großen Gemälde, auf dem Menschen und Tiere lebensgroß – in ihrer realen Größe also – dargestellt sind, und das Bild etwa so hoch wie dein Zimmer ist, erhielt Rubens wohl von Herzog Maximilian I. von Bayern. Es sollte zusammen mit drei weiteren Jagdszenen, im neu erbauten [Alten] Schloss Schleißheim aufgehängt werden.Jetzt bist du dran: Stell dir vor, du wärst bei Herzog Maximilian I. eingeladen gewesen und hättest dort Rubens' „Jagd auf Nilpferd und Krokodil" gesehen. Was hättest du deiner besten Freundin bzw. deinem besten Freund davon berichtet? Schreib einen spannenden, frei erfundenen Bericht auf, in dem das Bild eine Rolle spielt! Mit dem Prinzen in die Neue Welt Bei Expeditionen in fremde Welten waren in früheren Jahrhunderten Maler wertvolle Begleiter. Sie waren in der Lage, die dort lebenden Tiere und Pflanzen naturgetreu zu zeichnen, und brachten so Bildmaterial nach Europa, das auf großes Interesse stieß und auch andere Künstler als Vorlage nutzen konnten. So begleitete der Maler Frans Post den Prinzen Maurits van Nassau-Siegen nach Südamerika in die portugiesische Kolonie Brasilien – zur Kolonialgeschichte ein andermal mehr. Doch erst fünf Jahre nach seinem Aufenthalt dort malte er, wieder zurück in Europa, die beiden Gemälde einer brasilianischen Landschaft. Ob die wohl wirklich so aussah? von links nach rechts: Frans Post, Brasilianische Landschaft mit Gürteltier, 1649, Eichenholz, 52,8 x 69,3 cm und Frans Post, Brasilianische Landschaft mit Ameisenbär, 1649, Eichenholz, 52,8 x 69,3 cm. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum. Sicherlich hat Frans Post für die beiden Gemälde Skizzen verwendet, die er in Brasilien gemacht hatte. Für die Gemälde hat er aber wohl Einzelelemente neu zusammengefügt. Deutlich wird dies im Bildvordergrund, der mit den Pflanzen links und rechts den Ausblick rahmt. Die beiden Bilder sind zwar einzeln gerahmt, gehören aber zusammen. Das linke mit Kaktus und Gürteltier, das rechte mit Palme, Ananas und Ameisenbär. Mehr über exotische Pflanzen und Früchte gibt es im Beitrag Die exotische Welt der Baumriesen zu entdecken. Und wie du dir deine eigne Weltkarte erstellst, erfährst du im Beitrag Einmal um die Welt. Gemalte Kostbarkeiten Dinge, die nicht alle haben, waren immer schon interessant! Solche Kostbarkeiten aus fernen Ländern sammelten reiche Menschen – in den Kunst- und Wunderkammern beispielsweise, in Schlössern und Palästen oder in den Raritätenkammern reicher Bürgerhäuser. Oft kamen sie mit Kaufleuten oder Forschern mit Schiffen über die Meere nach Europa. Kein Wunder also, dass du in den Sammlungsbereichen Flämische Malerei und Holländische Malerei der Alten Pinakothek jede Menge solcher Kostbarkeiten auf Gemälden entdecken kannst. Denn durch die Lage am Meer kamen gerade in Holland ganz besonders viele Waren aus fernen Ländern an. Juriaen van Streeck, Stillleben mit Mohr und Porzellangefäßen, um 1670/80, Leinwand, 143,4 x 120,5 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0. Heute würde übrigens ein solcher Bildtitel nicht mehr gewählt werden. Denn „Mohr“ ist ein veralteter Begriff, der seit dem Mittelalter für Menschen mit dunkler Hautfarbe verwendet wurde, heute aber als diskriminierend empfunden wird. Heute lautet die korrekte Benennung Schwarze_r, Person of Color, ggf. je nach Person Afrodeutsche_r, Schwarze_r Deutsche_r, bzw. konkrete Benennung des Herkunftlandes. Siehe: AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln / Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. (Hrsg.): Sprache schafft Wirklichkeit. Glossar und Checkliste zum Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch, 2013, Köln, S. 11. Die verschiedenen Materialien und Oberflächen mit Pinsel und Farbe abzubilden, darin waren die Künstler*innen im Barock wahre Meister*innen. Licht und Schatten, Glanzlichter und Faltenwürfe spielen dabei eine wichtige Rolle. Oft strahlen die wertvollen Dinge vor einem dunklen Hintergrund.Beobachte einmal genau: Mit welchen Farben ist das polierte, schillernde Gehäuse des Nautilus gemalt? Wo sind auf dem Krug samt Deckel helle Stellen als Lichter gesetzt, um die bauchige Form zu unterstreichen? Wie unterscheiden sich die Falten der verschiedenen Stoffe – von Seide, Samt oder Orientteppich? Probiere aus, auf einem schwarzen Papier mit hellen Stiften einen Gegenstand zu zeichnen! Oder versuche ein Stück Stoff abzuzeichnen.Noch mehr zum Thema Stillleben erfährst du HIER. Und weitere exotisch glitzernde Prunkstücke kannst du in unserem Beitrag Glitzer und Glamour in der Residenz bestaunen. Blau auf Weiß © Museumspädagogisches Zentrum Beliebte Sammlerstücke aus China waren unter anderem die Porzellangefäße mit kobaltblauer Bemalung unter der Glasur. Porzellan gab es in China schon sehr lange, nach Europa kamen solche blau gemusterten Gefäße erst seit dem 16. Jahrhundert.Schau dich auf den Bildern oben nochmal um und entwirf ein Muster für den Rand einer Schale oder ein Bildmotiv für eine Vase mit exotischen Tieren und Pflanzen aus fernen Ländern. Du brauchst dazu einen weichen Pinsel, nur einen blauen Farbton aus deinem Wasserfarbenkasten, wenig Wasser und festes weißes Papier im Format DIN A5, das du anschließend in dein MPZ-Album heften kannst. Und übrigens: In Europa wurde mit der Porzellanherstellung erst vor gut 300 Jahren begonnen. Die erste Porzellanmanufaktur wurde 1710 in Meissen, einer Stadt in Sachsen, gegründet. Viele weitere solcher Porzellan-Produktionsstätten folgten – eine auch in Nymphenburg. Und wusstest du, dass noch mehr „Chinesische“ aus der Barockzeit in Wirklichkeit „Made in Europe“ war? Erfahre mehr im Beitrag Im Reich der Drachen. © Museumspädagogisches Zentrum Exotische Welten zuhause? Welche Dinge hast du zuhause, die aus fernen Ländern stammen? Wirf dazu auch mal einen Blick auf den Waschanleitung von Kleidung, auf die Verpackung von Lebensmitteln, auf Spielsachen, technische Geräte – und was du sonst noch so findest.Bau eine kleine Ausstellung auf – in einem leeren Regalfach oder im Miniformat in einem (Schuh-)Karton!Du brauchst:• Jede Menge Dinge aus fernen Ländern: Gewürze, Obst, Zimmerpflanzen, Stoff- oder Spieltiere, Kleidung, Urlaubsmitbringsel, Geschirr mit passenden Mustern, Abbildungen aus Zeitschriften, Fotos, Skizzen von den Dingen, die dir aus der Themenreihe Exotische Welten? besonders gefallen, Reiseberichte, Geräusche oder Klänge, Meeresrauschen oder Musik beispielsweise,…• Ein leeres Regalfach oder einen (Schuh-)Karton So geht’s:• Leg alles aus und bilde Gruppen! Was passt zusammen?• Entscheide dich für ein Thema, ein Land oder einen Kontinent und wähle entsprechend aus!• Wenn du eine Ausstellung im Miniformat aufbauen möchtest, mach kleine Zeichnungen von den ausgewählten Dingen.• Suche einen passenden Hintergrund: ein Halstuch oder farbiges Papier zum Beispiel.• Ordne die Dinge bewusst an.• Beschrifte auf kleinen Zetteln deine Ausstellungsgegenstände und gib dem Ganzen einen Titel, den du ebenfalls an deinen Karton oder dein Regalfach klebst.Wenn du magst, mach ein Foto von deiner Ausstellung und teile es auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZexotisch. Passende MPZ-Online-Angebote MusPad: Die Welt der Tiere (GS, FöS)MusPad: Vom Haustier bis zum Fabelwesen – Tierdarstellungen in der Kunst (MS, RS, GYM bis Jgst. 11) Passender Beitrag auf Xponat Herkunftsbestimmung, Expertentipp, Stillleben Passende MPZ-Führung Rauschender Seidentaft und andere Kostbarkeiten (GS ab Jgst. 3, Horte, MS, RS, GYM, BS) Sinneslust und Leidenschaft – Barockmalerei in der Alten Pinakothek (MS ab Jgst. 7, RS ab Jgst. 7, GYM ab Jgst. 7, BS) Vielfalt entdecken – Fremdes fasziniert, Fremdes inspiriert (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS) Geflügelte Drachen, zahme Löwen oder die Kuh im "Wohnzimmer". Tiere auf Bildern in der Alten Pinakothek (GS, FöS, MS bis Jgst. 6, RS bis Jgst. 6, GYM bis Jgst. 6, Horte) Informationen zum MuseumBei einem Besuch der Alten Pinakothek oder beim virtuellen Rundgang durch die Räume kannst du noch viel mehr Exotisches entdecken: Orientalische Kleidung oder arabische Teppiche, Möbel, deren Holzfurnier aus den Tropen stammt, Tulpen, jede Menge Tiere aus fernen Ländern, blaues Farbpigment aus Afghanistan, mit dem gemalt wurde, und vieles mehr. Abbildungsnachweis Titelbild: von Links nach Rechts: Frans Post, Brasilianische Landschaft mit Gürteltier, 1649, Eichenholz, 52,8 x 69,3 cm und Frans Post, Brasilianische Landschaft mit Ameisenbär, 1649, Eichenholz, 52,8 x 69,3 cm. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum.

Im Reich der Drachen
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Im Barock brach eine regelrechte Chinamode aus. Die adelige Gesellschaft in Europa begeisterte sich für das ferne Land, das nur ein paar wenige Missionare und Kaufleute mit eigenen Augen gesehen hatten. Auch die Wittelsbacher schmückten ihre Schlösser mit Luxusprodukten aus China: mit Porzellan, Lackmalereien, Seidenstoffen und Papiertapeten. Ihre Sammlerstücke kannst du noch heute in Schloss Nymphenburg entdecken. Um die große Nachfrage nach Chinesischem zu befriedigen, ahmten Maler aus Mitteleuropa chinesische Kunst nach. Diese sogenannten "Chinoiserien" waren Produkte ihrer Fantasie und zeigten, wie sie sich China erträumten. So ist zum Beispiel auf einer Porzellan-Kaffeekanne im Bayerischen Nationalmuseum ein kleiner Junge in einem chinesischen Fantasiekostüm zu sehen. Er reitet auf einem Steckenpferd in Form eines Drachens. Und daneben kannst du aus dem Bayerische Nationalmuseum altes chinesisches Porzellan mit europäischen Nachahmungen vergleichen. Von links nach rechts: Porzellan-Kaffeekanne (Ausschnitt). © Bayerisches Nationalmuseum; Porzellanplatte mit chinesischer Landschaft in „Famille vert“-Farben, China um 1700, Fayenceplatte mit „Famille verte“- Dekor nach chinesischem Vorbild, Ansbach um 1728/30. © Bayerisches Nationalmuseum In unserer heutigen, vernetzten Welt können wir uns kaum mehr vorstellen, welchen Reiz unbekannte Länder früher ausübten. In Räumen wie dem chinesischen Lackkabinett in Schloss Nymphenburg oder in einigen Zimmern der Badenburg mit ihren chinesischen Tapeten konnten die Bewohner Fantasiereisen nach China unternehmen. Gestalte im folgenden Kompositionsspiel deine eigene Variante einer chinesischen Tapete. Ziehe die exotischen Vögel und Schmetterlinge vom Rand in das Bildfeld. Vielleicht verteilst du sie gleichmäßig in den freien Flächen oder du vereinst sie zu kleine Gruppen. Beim "Überprüfen" gibt es kein richtig oder falsch, sondern nur die Möglichkeit, noch einmal von vorne zu beginnen. So sieht die originale Tapete im Vorzimmer der Badenburg im Nymphenburger Schlosspark aus. Chinesische Tapete im Vorzimmer, Badenburg, Park von Schloss Nymphenburg. © Bayerische Schlösserverwaltung Den Drachen des Titelbildes findest du auch in der Badenburg. Er ziert einen Spiegelrahmen über einem Kamin des ehemaligen Schlafzimmers. In der Pagodenburg im Nymphenburger Park ist das ganze Obergeschoss im chinesischen Stil ausgestattet. Auch auf einem Rundgang durch die Münchner Residenz kannst du Objekte aus dem alten China und Chinoiserien entdecken. Sogar gebaut wurde in München im chinesischen Stil, zum Beispiel der "Chinesische Turm" (1789 -1790) im Englischen Garten. Wenn du mehr über Drachen oder Porzellan wissen willst, schau dir auf MPZ-digital die Beiträge "Tierisch ... Drachen suchen" und "Iss was!? - Was kommt in die Kanne?" an! Passende MPZ-FührungenIm Nymphenburger Schlosspark: Wo die kleinen Prinzen wohnten und die Fürstin speiste (FöS, GS, Inklusionsklassen)Barock à la Nymphenburg – Geschichte einer Epoche (MS, RS, BS, GYM) Informationen zu den MuseenWenn du mehr erfahren möchtest, besuche digital oder analog die verschiedenen Museen: Schloss Nymphenburg mit Badenburg und Pagodenburg, Münchner Residenz und Bayerisches Nationalmuseum. Abbildungsnachweis Titelbild: Chinesische Tapete in der Badenburg. © Bayerische Schlösserverwaltung, Foto: Museumspädagogisches Zentrum, Alfred Czech

Kostbares aus der Wunderkammer
Öllampe
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Ein ausgestopftes Krokodil hängt von der Decke; ein kostbares Kästchen, belegt mit Bernstein, eine indische Schale verziert mit Plättchen aus Perlmutt, eine Uhr in Form eines Papageis stehen in Vitrinen ... in was für einem seltsamen Museum sind wir hier gelandet? Wir befinden uns in der Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz in Landshut, einem Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums. Kunst- und Wunderkammern waren Vorläufer unserer heutigen Museen. Hier sammelten die Fürsten vor etwa vierhundert Jahren erlesene Kunstwerke, Kostbarkeiten aus der Natur, technische Geräte, aber auch exotische Tiere oder Materialien. Ein eifriger Sammler war Erbprinz Wilhelm von Bayern, der auf der Landshuter Burg lebte, bevor er Herzog von Bayern wurde. Erbprinz Wilhelm (V.), Christoph Schwarz?, München um 1578. ©Bayerisches Nationalmuseum München Beginnen wir mit den erlesenen, den wundersamen Kunststücken, auf lateinisch auch Artificialia genannt. Ein derart kostbares Kunstwerk ist das Kabinettkästchen mit seinen vielen Schubladen, ganz mit Bernstein verkleidet. Bernstein ist ein Naturmaterial, dem damals magische Wirkung zugesprochen wurde. Es galt als Wunder der Natur: ein „Stein“, der brennt und dabei auch noch duftet. Heute wissen wir, dass Bernstein versteinertes Harz von Bäumen und viele Millionen Jahre alt ist. Zu den Wundern der Natur, den Naturalia, gehörten Dinge, die Menschen damals als sonderbar ansahen, die sie sich noch nicht erklären konnten. Auch exotische Tiere oder seltene Mineralien, Muscheln und Schnecken zählten zu den Naturalia. Oft wurden diese Naturgegenstände zu Kunstwerken umgearbeitet oder die Künstler ließen sich dadurch zu fantasievollen Ideen anregen. Schau dir mal die kleine Öllampe an. Welche Tiere haben den Künstler wohl inspiriert? Klicke HIER oder nutze den QR-Code und gib dem Vogel einen Namen. Lade anschließend die Website neu. Du kannst auch mit deiner Handykamera diesen Code scannen! Unter den wunderbaren Dingen aus fremden Ländern, den Exotica, befand sich auch ein Material, das in Europa sehr begehrt war und aufgrund seines schimmernden Glanzes die Menschen faszinierte. Das sogenannte Perlmutt wurde aus der Innenseite von Muscheln gewonnen. Man verwendete es für Brettspiele, Tischplatten oder prächtige Schalen. Großes Perlmuttbecken, Indisch, 16. Jahrhundert. ©Bayerisches Nationalmuseum München Scientifica sind Geräte, die die Wunder ordnen. Sie dienten der wissenschaftlichen Erforschung der Welt. Hierzu gehörten beispielsweise Uhren, Geräte zur Beobachtung der Sterne und Planeten, Weltkugeln und Messgeräte. Die Uhr in Form eines Papageis war ein verrücktes mechanisches Wunderwerk. Zu jeder vollen Stunde pfiff der Papagei. Dabei bewegte er den Schnabel und die Flügel, und aus einer Klappe unter seinem Schwanz fielen Kugeln herab. Für Spaß und Überraschung war somit auch gesorgt. Möchtest du selber mit Naturmaterialien kreativ werden und ein Fantasiekunstwerk entwerfen? Unternimm dazu einen Spaziergang in den Wald, an einen Fluss oder See. Dort findest du eine Fülle an Gegenständen: Wurzeln, Zweige, Baumrinde, Steine, Federn … Gerne kannst du auch Fundstücke aus dem Urlaub, z.B. Muschelschalen, zur Ergänzung deiner Kunstwerke verwenden.Lass deiner Fantasie freien Lauf und gestalte aus den Naturmaterialien ein Kunstwerk nach deinen Vorstellungen. Gib deinem Kunstwerk abschließend einen Namen. © Museumspädagogisches Zentrum Informationen zum Museum In der Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz in Landshut, einem Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, kannst du kostbare und exotische Dinge bewundern, die einst von Fürsten gesammelt wurden. Abbildungsnachweis Titelbild: Öllampe in Form eines grotesken Vogeltiers, Niederländisch Anfang 17. Jahrhundert. © Bayerisches Nationalmuseum München

Glitzer und Glamour in der Residenz
Böhmische Krone
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Bei einer Schatzkammer denkst du bestimmt an Edelsteine, Diamanten, Gold und Silber, an kostbaren Schmuck, prächtige Schwerter oder Kronen von Königen und Königinnen – möglicherweise so bezaubernd und wunderschön wie diese Krone hier. Sie gehörte wahrscheinlich Anna von Böhmen, einer englischen Königin, die im 14. Jahrhundert gelebt hat. Die goldene Krone wurde mit Diamanten, Saphiren, Rubinen, Perlen und Smaragden prächtig verziert. Ihre Form ist einer schönen und in Königshäusern besonders beliebten Blume, einer Lilie, nachempfunden. Die Krone wurde im Mittelalter, um 1380, im westlichen Europa hergestellt und kam auf Umwegen im 15. Jahrhundert in die Münchner Residenz. Was meinst du: Gab es solch kostbare Perlen und Juwelen in Europa - oder aus welchen Ländern kamen sie? – Die Edelsteine wurden über die Seidenstraße, eine alte Handelsroute, aus dem sogenannten „Orient“ – dem heutigen China, Indien, Afghanistan und Iran – nach Konstantinopel transportiert. Diese Stadt liegt in der heutigen Türkei und heißt inzwischen Istanbul. Von dort ging die Reise dann per Schiff nach Italien, zumeist nach Venedig, und weiter in andere Städte und Länder. Die Steine legten also einen sehr langen Weg zurück, der damals viel Zeit kostete. Sie galten nicht nur als Luxusgüter, sondern man hatte auch die Vorstellung, dass ihre leuchtende Reinheit die Herrlichkeit Gottes widerspiegelt. Außerdem sprach man ihnen Heilkräfte bei unterschiedlichen Krankheiten zu. Erkennst du die verschiedenen Edelsteine? Aus welchen Ländern kommen sie? Luxuswaren aus fernen Ländern faszinierten die Menschen. Sogenannte Naturalia, exotische Naturprodukte, waren ebenfalls heiß begehrt. Oftmals handelte es sich dabei um tierische Materialien. In der Schatzkammer der Münchner Residenz gibt es z. B. Kästchen, Truhen und Kämme aus Elfenbein sowie Gefäße aus Rhinozeroshorn, Turboschnecken oder Straußeneiern. Ein Trinkgefäß aus versteinertem Palmholz, das aussieht wie ein Schiff, gehört auch zur Sammlung der bayerischen Herrscher.Aus welchem Material wurden diese Kunstschätze geschaffen? Hör genau hin, zu jedem Objektbild gibt es ein passendes Geräusch. Die exotischen Naturalia wurden aufwändig in Gold und Silber gefasst und mit Schnitzereien oder weiteren edlen Materialien verziert. So entstanden kostbare Gefäße und Objekte für die Kunstkammern der Herrscherhäuser. Was meinst du, hatten diese Kunstwerke auch eine Funktion oder waren sie edle Kostbarkeiten für des Königs Kunstkammer? Wie es dazu kam, dass man exotische Naturalia gesammelt und ausgestellt hat, erfährst du in dem MPZ Beitrag Kostbares aus der Wunderkammer.Heutzutage gehen wir anders mit solchen „Naturalia“ aus fernen Ländern um. Der Handel mit gefährdeten Tieren oder seltenen Pflanzen ist in den meisten Ländern grundsätzlich verboten. Tiere zu töten, um zum Beispiel Elfenbein zu erbeuten, wird bestraft und von vielen Menschen abgelehnt. Dennoch sterben bis heute Tiere, weil Wilderer in Besitz ihrer Hörner oder Stoßzähne kommen, um damit Geld verdienen zu wollen.Gestaltungsidee für zu Hause: Muschelketten. Passender Beitrag auf XponatKrone Passende MPZ-FührungAuf Schatzsuche in der Residenz (Inklusionsklassen bis Jgst. 6, MS bis Jgst. 6, RS bis Jgst. 6, FöS, GS, GYM bis Jgst. 6, Horte) Informationen zum MuseumEin Besuch der Schatzkammer der Münchner Residenz ist immer ein lohnender Ausflug. Dort findest du die kostbaren Schätze der bayerischen Herrscherhäuser. Abbildungsnachweis Titelbild: Krone einer englischen Königin (sogenannte Böhmische Krone oder Pfälzische Krone; Gold, Email, Saphire, Rubine, Smaragde, Diamanten, Perlen), Westeuropa, um 1370-1380. © Bayerische Schlösserverwaltung

Amazonen! Starke Frauen aus der Antike
Titelbild Amazonen
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© Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, Foto: Renate Kühling, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum Die Aufgaben einer griechischen Frau waren vor 2500 Jahren: Kinder erziehen, kochen, Wasser holen, Wolle verarbeiten, Sklaven ausbilden, die Gräber pflegen und sich um die Erinnerung an die Toten kümmern. Einige dieser Aufgaben gehören (leider) heute noch zum Klischeebild einer Frau. Keinesfalls durften Frauen in der Antike zur Schule oder alleine ins Theater gehen, an Wahlen teilnehmen oder reiten. Aber es gab damals auch schon Frauen, die sich von den meisten anderen unterschieden. Sie hatten besondere Aufgaben in bestimmten Bereichen: Priesterinnen, Dichterinnen, Königinnen und Hetären (Prostituierte, die hoch gebildet und sozial anerkannt waren; oft Begleiterinnen von bekannten Personen des öffentlichen Lebens). Eine sagenumwobene Gruppe von besonders starken Frauen waren in der Antike die Amazonen. Sie galten als außerordentlich mutig und wollten von Männern nichts wissen. Sie ritten auf Pferden, kämpften mit Waffen und taten auch sonst vieles, was im Verständnis der Zeit eigentlich Aufgabe der Männer war. Wir wissen heute nicht, ob es die Amazonen jemals wirklich gab. Vielleicht waren es Frauen, die als Steppenvolk im Norden der heutigen Türkei lebten. Als ihr Stammvater gilt Ares, der „Haudrauf“-Kriegsgott. Gestalte deine eigene Amazonen-Vase Obwohl man nicht weiß, ob es sie wirklich gab, werden auf antiken Vasen oft Amazonen dargestellt. Wie gestaltest du deine Amazonen-Vase? Ziehe die einzelnen Elemente auf die Vase und positioniere sie nach Belieben darauf. Die Aussage des Bildes verändert sich je nachdem, was und wohin du die Elemente setzt. Probiere es aus! Amazonen stehen für Stärke. Feministische Bewegungen greifen heute häufig auf das Bild der Amazone zurück, um sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einzusetzen. Jede*r von uns hat Stärken, die ganz unterschiedlich sein können. Sie müssen nach unserem heutigen Verständnis allerdings nicht unbedingt mit körperlicher Kraft und Kampfbereitschaft zu tun haben. Was sind denn deine Stärken? Lade dir die Vorlage herunter und gestalte deine ganz persönliche Vase. Vase Pdf-Vorlage Hier hast du zwei Beispiele, an denen du dich orientieren kannst: Vorlage Vase. © Pixabay, Ausgestaltung: Museumspädagogisches Zentrum Vorlage Vase. © Pixabay, Ausgestaltung: Museumspädagogisches Zentrum Nachhaltigkeit Das Bild der Amazone wurde im Laufe der Zeit immer wieder neu interpretiert und genutzt. Feministinnen nutzen es z. B. als Symbol für Stärke und Autonomie. Ein wichtiges Thema ist dabei die Geschlechtergleichheit (Ziel 5) und das Hinterfragen von Rollenzuschreibungen, um in Frieden und Gerechtigkeit leben zu können (Ziel 16). Passende Beiräge auf XponatTonkrug, Dekonstruktion, Collage Passende MPZ-FührungFrauen in der Antike (MS, RS, GYM, BS) Informationen zum MuseumVasen, worauf Amazonen und ihre Geschichten abgebildet sind findest du in der Staatlichen Antikensammlung in München. Schau vorbei! Abbildungsnachweis Titelbild: © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München. Foto: Renate Kühling, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Blickpunkte – auf Entdeckungstour im Kunstareal
Titelbild Kunstarealfest 2021
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Mache dich mit deiner selbstgemachten Blickpunkte-Karte auf eine Entdeckungstour kreuz und quer durchs Kunstareal in München. Der Blick durch ein rundes Loch macht auf so Manches aufmerksam! Lust auf eine Museumstour? Gestalte deine ganz persönliche Durchblick-Karte mit einem Loch deiner Wahl. Schneide dazu in einen dünnen Karton eine geometrische Form, die dir gefällt – oder verwende eine Stanze. Gestalte den Karton in deiner Lieblingsfarbe. Und los geht’s! Wo findest du Motive, Kompositionen, kleine Details oder ganze Exponate in deiner Form? Stell deine Funde in einer Fotowand zusammen. Oder fertige auf Karten gleicher Größe jeweils eine kleine Skizze an und montiere die Skizzen auf einem farbigen Blatt zusammen. Alternativ kannst du auch eine Mini-Ausstellung in einem Schuhkarton zusammenstellen. Eine Inspiration findest du HIER. Zeichne, dichte, erfinde ... Lass dich vom Blick durch das runde Loch und durch die Exponate inspirieren – zu kurzen Gedichten, zum Abzeichnen eines Ausschnittes, zum Wechseln der Perspektive, zum Nachdenken, zu eigenen Ideen. Teile deine runden Entdeckungen und deinen Blick auf die Dinge, deine Ideen, Erfindungen, Entwürfe oder Zeichnungen auf Instagram oder Facebook und nutze den Hashtag #MPZkunstareal.     Tondi und andere runde Bildflächen Gibt es runde Kunst in den Museen im Kunstareal? Aber klar! Zum Beispiel eine auf Pappelholz gemalte Anbetung des Kindes aus der Renaissance, jede Menge Gefäße aus der Antike, aber auch Zeitgenössische Kunst. Fra Bartolommeo, Anbetung des Kindes, um 1495, Pappelholz, 99,1 x 98,6 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Schale des Exekias, Ton, 540-530 v.Chr. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, Foto: Renate Kühling Auf einer runden Bildfläche – einem Tondo – eine Geschichte erzählen – das wirft die Frage auf: Wie die Figuren anordnen? Schnapp dir einen runden Bierdeckel oder zeichne einen Kreis auf ein Blatt – eine Tasse, ein Glas, eine Schüssel oder der Zirkel sind hilfreich hierbei – und probiere es aus! Lass dich inspirieren von Fra Bartolommeo. Er staffelte das Jesuskind, den kleinen Johannes den Täufer und einen Engel am rechten Bildrand entlang. Noch mehr Tondi gibt es in den Museen im Kunstareal und in deren Depots – zum Beispiel von Jan Brueghel d. Ä., Hans Holbein d. J., Karin Sander, Luca Signorelli oder Andy Warhol. Doch runde Bildflächen können zudem gekrümmt sein, wie beispielsweise bei einer Trinkschale. – Das Foto lässt uns von oben in die Trinkschale hineinblicken. Sie ist dem Gott des Weines, Dionysos, gewidmet. Mit einem Durchmesser von 30,5 cm ist sie viel größer als unsere Weingläser heute. Im Kreis herum - Perspektivenwechsel Immer im Kreis herum geht es bei Ernst Ludwig Kirchner. Nimm gedanklich verschiedene Perspektiven ein: als Betrachter*in des Gemäldes oder als Gast in der Manege. Versetze dich auch in die Rolle der Artistin! Wie nimmt sie wohl die Manege, das Publikum wahr? Ernst Ludwig Kirchner, Zirkus (Zirkusreiterin), 1913, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München, CC BY-SA 4.0 AxB Architecture Studio, Yin Hsi East Gate, Hsinchu City, Taiwan, 2017 – 2019. © Os Photography Studio / Rex CHU – das Modell ist in der aktuellen Ausstellung Taiwan Acts des Architekturmuseums der TUM zu sehen Verzerrt?  Wie von einem Kreisverkehr umgeben wirkt das in den Straßenverkehr eingebettete Osttor von Hsinchu City in der nächtlichen Aufnahme. Doch die Kameraperspektive verzerrt das in Wirklichkeit langgestreckte Oval so stark, dass sich ein Kreis vermuten lässt. Nimm die Blickpunkte-Karte zur Hand und beobachte genau: Wann siehst du einen Kreis – den Rand einer Tasse zum Beispiel – als Oval, wann ein Oval als Kreis? Spiralen Nicht wirklich rund sind Spiralen. Denn die Kurve einer Spirale – auch Schneckenlinie genannt – entwickelt sich um einen Punkt herum. Ammonite haben annähernd die Form einer logarithmisch aufgebauten Spirale. Wie die Welt wohl vor 155 Millionen Jahren aussah, als dieser Lithacoceras – ein Verwandter der Tintenfische, der uns heute als Ammonit erhalten ist – lebte?  In der Gestaltung vergleichbar, aber viele Millionen Jahre jünger ist das Mahnmal zur Bücherverbrennung am Münchner Königsplatz, das hier erst seit Mai 2021 zu sehen ist. Ammonit Lithacoceras (Tintenfischverwandter) aus dem Oberjura Frankens (ca. 155 Millionen Jahre), Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, Geologisches Museum Arnold Dreyblatt, The Blacklist / Die Schwarze Liste, 2021, Stahlbeton, d = 8 m, München, Königsplatz. © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Arnold Dreyblatt verewigte in seiner Arbeit „The Blacklist / Die Schwarze Liste“ die Buchtitel von 310 Autor*innen, deren Werke 1933 verbrannt wurden. Er ordnet sie in Form einer Spirale an und bettet sie in eine kreisrunde Fläche ein. Wie lassen sich die Titel wohl am besten entziffern? In Bewegung Cy Twombly, Untitled (Roses), 4 Teile, Acryl und Kreide auf Holz, 252.5 x 742.9 cm, 2008, Museum Brandhorst. © Cy Twombly Foundation, Foto: Nicole Wilhelms, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München Wie kam die Farbe auf die Holzplatte? Um die großformatigen Rosen zu malen, montierte Cy Twombly den Pinsel an einen Stab und setzte den Körper ein. Versuche, die runden Bewegungen nachzuvollziehen, die der Künstler mit seinem Arm gemacht hat! Stell dir vor, du möchtest an eine Zimmerwand eine riesige Rose malen. Vielleicht hast du ja auch Lust, ein Rosen-Gedicht mit flüssiger Farbe auf eine große Pappe zu schreiben und die passende Blüte dazu zu gestalten? Eine große, ausholende Bewegung ist auch nötig, um einen Diskus weit zu werfen. Versuche, dich so hinzustellen wie dieser Diskuswerfer aus dem antiken Griechenland! Heute wiegt ein Diskus für Männer übrigens 2 kg und hat einen Durchmesser von 22 cm, der Diskus für Frauen ist nur halb so schwer. Rekonstruktionsversuch des Diskobol von Myron, 5. Jhdt. v. Chr., Original (Kopf und Körper) Rom, Gipsabguss. © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Foto: Roy Hessing Detail des Altars des Domitius Germanicus. Hochzeit von Poseidon und Amphitrite, dargestellt im Marmorfries, Mitte 2. Jhdt. v. Chr., Marmor. © Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, Foto: Renate Kühling Doch Rundes lässt sich nicht nur bewegen, Rundes bewegt auch. Und so lassen sich der Meeresgott Poseidon und seine Braut Amphitrite im Hochzeitswagen fahren, begleitet von Meeresmischwesen und Schlangen.  Tupfen und mehr Für die Propyläen am Königsplatz und für zahllose weitere Prachtbauten wurde er verwendet: Untersberger Marmor. Typisch sind die beige, manchmal rosa bis gelbliche Färbung und die „Tupfen“. Ein Schnitt durch den Kalkstein macht den etwa 85 Millionen Jahre alten Abtragungsschutt des aus dem Meer aufsteigenden Alpengebirges sichtbar. Die im Gestein enthaltenen rundlichen Gerölle – die Tupfen – bestehen aus noch älteren kalkigen Meeresablagerung der Trias- und Jura-Zeit. Untersberger Marmor, poliert, Platte: 2 x 1,4 m, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, Geologisches Museum Wassily Kandinsky, Das Bunte Leben, 1907, Tempera auf Leinwand, 130 x 163 x 2,2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Leihgabe der BayernLB, CC BY-SA 4.0 Komponiert sind die Punkte hingegen bei Kandinsky. Im Getümmel der Tupfen und Striche auf schwarzem Grund lassen sich jede Menge finden. – Zugegeben, kreisrund sind die wenigsten. Sie stehen für Köpfe, Blumen, Lichter, … Probiere es selbst einmal aus: Setze farbige Tupfen auf schwarzes Papier und gestalte damit ein buntes Bild voller Leben! Verwende dazu weiche Farbstifte, Öl- oder Wachsmalkreiden oder Farbe aus der Tube. Auch wenn es schwerfällt: Lass dabei die Umrisslinien weg und stattdessen einfach den Untergrund frei. Rund, rund, rund ... Mit dem Runden im Fokus fallen uns plötzlich überall runde Formen auf: Nahezu runde Äpfel oder Melonen in Stillleben, die drei goldenen Kugeln des Heiligen Nikolaus, Walter de Marias Large Red Sphere im Türkentor, Kompositionen, die einen runden Ausblick eröffnen wie bei Joseph Anton Koch, die Doppelsäule 23/70 von Erich Hauser, die Säulen der Tempelfronten am Königsplatz, die Rundstützen an der Südseite der Alten Pinakothek, die Rotunde in der Mitte der Pinakothek der Moderne samt HOWL von Anish Kapoor, die runden Stelen, die dir stets Orientierung im Kunstareal geben … Paul Cézanne, Stillleben mit Kommode, um 1883/87, Öl auf Leinwand, 73,3 x 92,2 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlungsbestand Neue Pinakothek – derzeit ausgestellt in der Alten Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Kreuz und quer durchs Kunstareal 5000 Jahre Kulturgeschichte warten im Kunstareal auf dich. Antike Gefäße oder Skulpturen, Gemälde aus verschiedenen Zeiten, modernes Design und Architektur. Dazu noch Relikte aus uralten Zeiten - jahrmillionenalte Gesteine oder Fossilien zum Beispiel. Doch wo findest du was? Bringe die Dinge mit den richtigen Museen zusammen! Memospiel "Kunstareal" Welches Exponat gehört zu welchem Museum? Finde die zusammengehörigen Paare. Nachhaltigkeitsaspekte Während des Kunstareal-Festes ist der Eintritt in die Museen im Kunstareal und die Teilnahme an sämtlichen Programmangeboten frei - damit allen Menschen ein Zugang zu Kunst, Kultur und Bildung ermöglicht wird. Passende Beitrag auf XponatAkrostichon Informationen zum Museum5000 Jahre Kulturgeschichte! Das Kunstareal liegt mitten in München und bildet mit Museen und Hochschulen auf einer Fläche von 500 x 500 m einen der wichtigsten Kulturstandorte Europas. Einen Faltplan zum Download gibt es hier: Faltplan Kunstareal (Deutsch) Abbildungsnachweis Titelbild: Blickpunkte - Kunstareal 2021. © Kunstareal München (Plan) und Museumspädagogisches Zentrum München

Hochgeschätzt und einflussreich
Titelbild Hochgeschätzt und einflussreich
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Nur ganz wenige Frauen haben es in die Reihen der Alten Meister geschafft. Darunter Rachel Ruysch und Rosalba Carriera. Begehrte Stillleben Auffällig ist die Farbigkeit der Arrangements, die Rachel Ruysch (1664 – 1750) auf die Leinwand bannte. Mit viel Fingerspitzengefühl wählte sie Blüten, Obst oder Insekten aus, um daraus prächtige Farbkompositionen zu schaffen, die sie vor dunklem Hintergrund zum Leuchten brachte. Der Zeitgeschmack des Spätbarock wird hierbei spürbar, - dessen Vorliebe für eine Farbpalette von Rot- und Rosatönen gepaart mit Blau, dazu Weiß, wenig Gelb und blasses Resedagrün. Vergleiche Rachel Ruyschs Blumenstillleben mit denen von Jan Brueghel d. Ä.! Rachel Ruysch, Blumenstrauß, 1715, Leinwand, 75 x 60,1 cm,Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 Im Blumenstrauß aus dem Jahr 1715 sind Rosen, Iris, Lilien und vieles mehr vereint. - Blumen mit verschiedenen Blühzeiten also. Aber auch eine Passionsblume findet sich am unteren Bildrand. Sorgsam ausgesucht wurden zudem Schmetterlinge, deren Flügel die Farben der Blüten aufgreifen. Kenntnisse über Pflanzen und Insekten sowie Anschauungsobjekte hatte Rachel Ruysch reichlich. Denn ihr Vater war nicht nur Apotheker und Mediziner, er war vor allem auch ein berühmter Botaniker, erster Direktor des Botanischen Gartens in Amsterdam und Besitzer einer Kuriositätensammlung. Als erste Frau wurde Rachel Ruysch – zusammen mit ihrem Mann – Mitglied der Malergilde in Den Haag, die mit einem Berufsverband vergleichbar ist. Und sie war Hofmalerin des Wittelbacher Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz, dessen ehemalige Sammlung in Düsseldorf später nach München kam und in die heutige Bayerische Staatsgemäldesammlung integriert ist. Rachel Ruysch, Blumenstrauß, 1708, Leinwand, 92,3 x 70,2 cm,Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Staatsgalerie im Neuen Schloss Bayreuth, CC BY-SA 4.0 Rachel Ruyschs wunderbare Stillleben kannst du in der Alten Pinakothek in München und in der Staatsgalerie im Neuen Schloss zu Bayreuth bewundern. Darüber hinaus werden sie in den großen Gemäldegalerien in Dresden, Amsterdam, Florenz, London, Oxford, Washington, Wien, … bewahrt. Im Dienste vornehmer Gesellschaft Rosalba Giovanna Carriera, Die Parze Klotho, um 1730/40, Pastell, 37,5 x 30,5 cm, Bayerische Staatsgemälde-sammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Eine ebenfalls großartige Karriere erlebte die elf Jahre jüngere Rosalba Giovanna Carriera (1675 – 1757). In Venedig ausgebildet, wurde sie mit ihren in Pastell gemalten Bruststücken - Porträts sowie Figuren aus Mythologie oder Christentum – in ganz Europa berühmt. Gleichzeitig revolutionierte sie den Umgang mit Pastell und übte Einfluss auf zahlreiche Maler des Rokoko aus. Eines ihrer zarten Bilder mit der typisch samtig-matten Oberfläche kannst du in der Alten Pinakothek bewundern, deutlich mehr jedoch sind in der Gemäldegalerie Alter Meister in Dresden verwahrt. Übrigens Ein Museum, das sich ausschließlich der Kunst von Frauen widmet, findest du in Washington. Rachel Ruysch und Rosalba Carriera sind dort natürlich auch vertreten. Passende Beiträge auf XponatStillleben, Detailfokus Passende MPZ-FührungenInspirationsquelle Alte Meister (BS)Rot, Weiß, Blau, Orange und Gold (GS, GYM, MS, RS bis Jgst. 9) Begegnung mit Kunst (BS, GS ab Jgst. 3, GYM, Horte, MS, RS) Informationen zum MuseumDie Alte Pinakothek in München präsentiert über 700 Gemälde aus dem 14. bis 18. Jahrhundert. Weitere Gemälde dieser Zeit aus dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen finden sich in den Staatsgalerien in ganz Bayern, Malerei des Spätbarock beispielsweise im Neuen Schloss zu Bayreuth. Abbildungsnachweis Titelbild: Rachel Ruysch, Blumenstrauß (Ausschnitt), 1715, Leinwand, 75,1 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, Inv. Nr. 878, CC BY-SA 4.0

Frau sieht sich …
werefkin
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Selbstbewusst und konzentriert zeigt sich Marianne von Werefkin (1860 – 1938). Ihr Blick besticht – mit roter Iris vor blauer Augenhaut. Die kräftigen Gelb-, Violett, Blau-, Rot- und Grüntöne im Gesicht, aber auch der kräftige Duktus lassen einen starken Charakter vermuten. Marianne von Werefkin, Selbstbildnis, um 1910, Tempera, Lackbronze auf Papier auf Karton, 51,4 x 34,2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (nicht ausgestellt), CC BY-SA 4.0 Das Brustbild zeigt die Malerin von der Seite, ihren Kopf hat sie ins Dreiviertelprofil zum Betrachter gedreht. Ein kontrollierender Blick in den Spiegel? Müssen wir uns die Staffelei, auf der das Selbstporträt entstand, rechts außerhalb des Bildes vorstellen? Zwei weitere Porträts im Lenbachhaus zeigen Marianne von Werefkin ganz anders: Gabriele Münter (1877 – 1962) zeigt ihre Bekannte freundlich lächelnd, ja fast lieblich, Erma Bossi (1882/85 – 1952) eine mondäne Dame. Alle drei Gemälde stammen etwa aus der gleichen Zeit! Vergleiche selbst und achte dabei auf Farbpalette und Pinselstrich! Künstlerin, Förderin und ihr Salon als Ort der Inspiration Marianne von Werefkins herrschaftliche Wohnung in der Giselastraße 23 in München-Schwabing war ein Ort der Inspiration und des Austausches. In ihrem „rosafarbenem Salon“ trafen sich Künstler*innen. Der Tänzer Alexander Sacharoff, Musiker, Schriftsteller, Maler*innen gingen ein und aus. Hier wurde die Neue Künstlervereinigung München N.K.V.M. gegründet. Hier lernte Franz Marc Wassily Kandinsky kennen – die beiden waren später Herausgeber und Redakteure des Almanachs Der Blaue Reiter. Hier war die Moderne zuhause.Und Marianne von Werefkin selbst? Als sie 1896 nach München kam, hatte sie sich bereits einen Namen als „Russischer Rembrandt“ gemacht. Dann verzichtete sie lange auf das Malen – ihres Lebensgefährten Alexej von Jawlensky wegen. Sie unterstützte ihn finanziell, vor allem aber auch seine künstlerische Entwicklung. Nach ihrer künstlerischen Pause entwickelte Marianne von Werefkin einen expressiven Malstil. Ihr Selbstporträt gilt als eines der ungewöhnlichsten weiblichen Selbstporträts der Kunstgeschichte. 1896. Ein Bildnis ihres Lebensgefährten aus dem Jahr, als Marianne von Werefkin nach München kam - ein fast klassisches Porträt. 1907. Nach der künstlerischen Pause. Die Einflüsse des Jugendstils sind deutlich – dazu eine spannende Farbigkeit. Um 1909. Die Farbpalette wird kräftig. 1910. Die nächtliche Straßenszene ist erst seit 2018 in der Sammlung des Lenbachhauses – und in der Ausstellung „Gruppendynamik“ zu sehen. 1917/1918. Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin als Rückenfiguren im Bild. Mehr dazu HIER. Marianne von Werefkin, Bildnis Alexej von Jawlensky, 1896, Öl auf Leinwand, 42,8 x 24,7 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München – nicht ausgestellt, CC BY-SA 4.0, Marianne von Werefkin, Wasserburg, 1907, Aquarell, Kreide auf Pappe, 50,5 x 37,5 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München – nicht ausgestellt, CC BY-SA 4.0, Marianne von Werefkin, Wäscherinnen, um 1909, Tempera auf Papier auf Pappe, 50,5 x 64,6 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957, CC BY-SA 4.0, Marianne von Werefkin, In die Nacht hinein, 1910, Tempera auf Papier auf Pappe, 75,3 x 102,3 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Ankauf des Förderverein Lenbachhaus e.V. 2018, CC BY-SA 4.0 / Marianne von Werefkin, Marionettentheater – im Vordergrund Jawlensky und Marianne von Werefkin, 1917/18, Gouache, Tempera auf Papier, 24 cm x 32,2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München – nicht ausgestellt, CC BY-SA 4.0 Künstlerinnen-Selbstporträts Noch mehr Selbstporträts von Künstlerinnen aus dem Sammlungsbestand des Lenbachhauses findest du in der Online-Sammlung: Emilie von Hallavanya (1874 – 1960), Gabriele Münter (1877 – 1962), Elisabeth Iwanowna Epstein (1879 – 1956), Anna Hillermann (1880 – ?) oder Maria Lassnig (1919 – 2014). Greife zu Pinsel und Farben! © Museumspädagogisches Zentrum Sieh dich selbst und lass dich sehen! Wie würde dein Selbstporträt aussehen? Und wie sehen dich deine Freundinnen?Fertige ein Selfie an. Oder noch besser: Greife zu Pinsel und Farbe oder zu farbigen Kreiden und schau in den Spiegel. Wähle Farben, die zu dir und deinem Charakter passen. Von welcher Seite zeigst du dich? Wähle deine Kleidung bewusst und suche nach einem passenden Hintergrund. Lege den Ausschnitt fest.Bitte zwei Freundinnen, je ein Porträt von dir zu machen – mit der Kamera oder ebenfalls mit Pinsel und Farbe, farbigen Stiften oder Kreiden.Zum Schluss vergleicht ihr eure Porträts. Wie unterscheiden sie sich? Was verraten die drei Porträts über dich?Vielleicht habt ihr ja auch Lust, euch gegenseitig zu malen oder zu fotografieren? Ihr werdet dabei eine Menge über euch erfahren.Noch mehr Anregungen zum Thema Porträt findest du hier: Upcycling! Alte Meister >< Moderne. Passende MPZ-FührungFrauenpower (MS, RS, GYM, BS, Jgst. 7 – 13)Künstlerinnen (für Lehrkräfte an RS und GYM) Passender Beitrag auf Xponat Porträt Informationen zum MuseumEinige Werke von Marianne von Werefkin findest du in der Online-Sammlung des Lenbachhauses und in der Ausstellung „Gruppendynamik“ im Lenbachhaus. Abbildungsnachweis Titelbild: Marianne von Werefkin, Selbstbildnis (Ausschnitt), um 1910, Tempera, Lackbronze auf Papier auf Karton, 51,4 x 34,2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (nicht ausgestellt), CC BY-SA 4.0

Biergarten – Legespiel

Der Berliner Max Liebermann (1847 - 1935) war von den Biergärten fasziniert, als er in München lebte. Im Münchner Biergarten trafen sich Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten: die reiche Dame, die Kinderfrau und ihr Kind, die arme Witwe, der feine Herr, der einfache Soldat und viele mehr. Das beeindruckte Liebermann so sehr, dass er daraus ein Gemälde mit vielen Figuren schuf. Ziehe die Motive ins Bild. Nur an der richtigen Stelle rasten sie ein und vervollständigen so das Bild. Wenn du mehr über das Gemälde und Max Liebermann erfahren willst, klicke HIER. Oder du besuchst das Original, das derzeit in der Alten Pinakothek ausgestellt ist. In dem Beitrag "Iss was!? - Im Biergarten" findest du viele Informationen rund ums Essen und Trinken im Biergarten. Abbildungsnachweis Titelbild: Max Liebermann, Münchner Biergarten (Ausschnitt), 1884, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Gestalte deinen eigenen Spitzweg!
Ausschnitt aus Carl Spitzweg, Kunst und Wissenschaft, Ein Maler sitzt auf einem Gerüst und malt ein Madonnenbild auf eine Hausfassade.

Carl Spitzweg entwirft in seinem Bild "Kunst und Wissenschaft" ein Idealbild einer Kleinstadt im frühen 19. Jahrhundert. Für die "Kunst" steht der Fassadenmaler, für die "Wissenschaft" der Bücherwurm, der sich in ein Exemplar aus dem Bücherstand vertieft. Beim folgenden Spiel kannst du mit Motiven aus dem Bild deine eigene Variante gestalten. Ziehe die Motive vom Rand in das Bildfeld. Für jedes Motiv steht eine gewisse Ablagezone zur Verfügung, es rastet nicht an einer bestimmten Stelle ein. Die Motive können sich auch überlappen. Dabei ist dasjenige, dass als letztes ins Bildfeld gezogen wurde, immer das vorderste. Da es kein Richtig oder Falsch gibt, dient das Feld "Überprüfen / Wiederholen" nur dazu, alle Motive wieder an den Rand zu versetzen. Wenn du HIER klickst, kannst du sehen, wie Spitzwegs Gemälde aussieht. Passende MPZ-FührungSammlung Schack Sehnsuchtsbilder (RS ab Jgst. 7, MS ab Jgst. 7, GYM ab Jgst. 7) Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Spitzweg, Kunst und Wissenschaft, um 1880 (Ausschnitt). © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Gesichter tauschen
Büglerin
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Sein Gesicht in ein berühmtes Gemälde zu montieren, gehört zu den beliebtesten Bildmanipulationen im Internet. Von dem Gemälde "American Gothic" (1930) von Grand Wood gibt es viele solcher Montagen. Umgekehrt werden auch gerne Gesichter von Kunstikonen wie Mona Lisa und Vincent van Gogh in eigene Bilder eingefügt. In unserem Experiment tauschen wir die Gesichter in zwei französischen Gemälden aus, um feine Unterschiede von Zeitstilen und gesellschaftlicher Repräsentation sichtbar zu machen. Dazu erhält eine reiche Bankierstochter, porträtiert von Jaques-Louis David während der Französischen Revolution, das Gesicht einer armen Büglerin, gemalt von dem Impressionisten Edgar Degas rund 80 Jahre später. Da sich die Gesichtsformen, die mandelförmigen Augen und die roten Münder auf den ersten Blick ähneln, fügt sich das Gesicht der Büglerin gut ein. Das Gesicht der Anne-Marie-Louise Thélusson ist leicht stilisiert: begradigte Nase, Püppchen-Mund und Schönheitsfleck auf der mit Rouge betonten Wange. Trotz weicher, ästhetischer Malweise spiegelt sich im Gesicht der Büglerin ihr harter Alltag wider. Dabei hat sie durch ihren verschlafenen Blick und den Kussmund eine sinnliche Ausstrahlung. Ihr Gesicht verleiht Davids edlem Arrangement den Charakter eines Rollenspiels. Edgar Degas, Die Büglerin (Ausschnitt), um 1869, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum Mit einem Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Gimp) ist es gar nicht so schwierig, ein Gesicht auszutauschen: - Das Austauschgesicht zuschneiden und vor einem transparenten Hintergrund mit einen weichen Radierpinsel freistellen.- Als Ebene über dem Vorlagenbild laden.- In die passende Position verschieben und die Größe skalieren.- Das Gesicht der Büglerin ist zuletzt vertikal gespiegelt, damit es sich besser in den Kopf von Madame Thélusson einfügt. Die Technik, Köpfe auf andere Körper zu setzen, gab es bereits im antiken Rom. Die Köpfe der Kaiser wurden in vorgefertigte Büsten eingesetzt oder jeweils ausgetauscht. Porträtmaler im Barock malten bekleidete Figuren auf Vorrat und fügten bei Auftrag nur noch das Gesicht ein. Im 19. Jahrhundert verwendeten Fotografen Kulissen mit Öffnungen für die Köpfe. So trugen die Leute auf dem Bild teure Kleidung, die sie sich im Leben gar nicht leisten konnten. Mit den folgenden Links findest du weitere Information zu den Künstlern David und Degas sowie zu den beiden Gemälden auf der Website der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Oder noch besser: Schau dir die Originale in der Alten Pinakothek an! Abbildungsnachweis Titelbild: Edgar Degas, Die Büglerin (Ausschnitt), um 1869, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Mit Tricks gefilmt – der Film
Mimik
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Wenn du einen Film machen möchtest, hast du jede Menge Möglichkeiten: Du kannst mit einem Handy, Tablet oder Laptop filmen, mit einer Videokamera oder einer normalen Digitalkamera, die eine Filmfunktion hat …Vor ungefähr 100 Jahren, als Karl Valentin seine Filme – damals noch ohne Ton – aufnahm, gab es noch nicht so viele Möglichkeiten. Doch die Grundbedingungen waren dieselben: Wer einen Film drehen will, braucht eine Story, eine Kulisse und mindestens eine*n Darsteller*in – eine*n Schauspieler*in, eine Puppe oder eine beliebige andere Figur.Am Beispiel von Karl Valentin wollen wir uns einmal ansehen, wie aus diesen Elementen ein Film entstehen kann. Alles aus einer Perspektive: Karl Valentin im Homeoffice Momentan sind viele von uns im Homeschooling oder im Homeoffice. Einer, der mit Sicherheit die alltäglichen Probleme und Ärgernisse beim Lernen oder Arbeiten von zu Hause aus mit wenig Mitteln und doch sehr eindrucksvoll hätte darstellen können, ist Karl Valentin. Der Münchner Humorist, Komiker und Stückeschreiber war unter anderem ein Pionier der Filmkunst. Seine ersten Filme entstanden in der Zeit des Stummfilms. Darin gelingt es ihm, durch seine schlaksige Figur wie eine lebendige Karikatur aufzutreten und im Stil des Slapsticks komische Situationen zu schaffen. Oft zeigen seine Filme die Tücken des Alltags oder drehen sich um ganz gewöhnliche Gegenstände. Seine Figuren schrammen auf fast schon tragische Weise meist nur knapp an großen Katastrophen vorbei.Ein Beispiel für einen frühen Film Karl Valentins ist der Einakter „Der neue Schreibtisch“. Dieser ca. 1913 entstandene Film ist Valentins erste Atelierproduktion. Eingerahmt von zwei Straßenszenen spielt die Haupthandlung an nur einem Schauplatz: in einer Schreibstube. Hier tritt Karl Valentin als eine Art Sekretär oder Schreiber mit Federkiel hinter dem Ohr auf.Doch um wirklich mit der Schreibarbeit anfangen zu können - um quasi im Homeoffice durchzustarten -, fehlen Karl Valentin noch der richtige Schreibtisch und ein passender Stuhl, die aber gerade geliefert werden.Ob Karl Valentin im Homeoffice glücklich wird, und ob du seine Gefühle und Gedanken auch ohne Ton verstehst, kannst du hier selbst testen: https://www.youtube.com/embed/ngq4G0LArPE Du siehst: Die komplette Szene ist mit einer fest montierten Kamera aus nur einer Perspektive aufgenommen. So kannst du auch filmen: Du musst nur deine Kamera in einer festen Position halten, z.B. mithilfe eines Stativs. Oder du klebst dein Handy mit einem Klebestreifen auf einem nicht beweglichen Untergrund waagrecht oder senkrecht fest. Kein Ton – und trotzdem deutlich! Ist es nicht toll, wie es Karl Valentin schafft, mit ganz wenigen Requisiten so viele komische Effekte zu erzielen - durch seine Bewegungen, seine Gestik und Mimik? Dieser Kampf des Menschen mit den alltäglichen Problemen – hier zwischen Mann und Möbel – ist etwas, das Karl Valentin besonders überzeugend darstellt.Sieh dir einmal dieses Bild an: Ratschkathl. © Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln. Nachlass Karl Valentin Überlege: Was drückt Valentin hier aus? Und wie macht er das?Bevor du selbst mit dem Filmen beginnst, mach noch ein paar Vorübungen:Schneide Grimassen, um ein bestimmtes Gefühl auszudrücken oder eine Reaktion bzw. Haltung darzustellen. Mach davon ein Selfie und schicke es an einen Freund oder eine Freundin. Kommt er/sie dahinter, was du mitteilen wolltest? Natürlich kann dein Freund/deine Freundin dasselbe ausprobieren und auch dir Selfies zuschicken. Außerdem kannst du HIER sehen und ausprobieren, wie sich Stimmungen in Gesichtern durch die unterschiedliche Gestaltung von Mund, Nase oder Augen zeichnerisch ausdrücken lassen. Schwerathlet. © Valentin-Karlstadt-Musäum Versuche nun, mit deinem Körper eine bestimmte Stimmung, Haltung oder Reaktion auszudrücken. Auch hier kannst du wieder Selfies machen und an jemanden schicken. Wenn du nicht selbst als Hauptdarsteller*in auftreten möchtest, kannst du auch Zeichnungen oder bewegliche Figuren anfertigen und mit wenigen Strichen bzw. Handgriffen Gefühle oder Gesten darstellen. Und nun zu deinem Film: Wie du eine Kulisse für deinen Film bauen kannst, weißt du bereits.Installiere nun dein Handy, dein Tablet oder eine andere Kamera so, dass du diesen Ort aus einer geeigneten Perspektive filmen kannst.Wenn du für den Film eine Figur benutzt, gib ihr einen Gesichtsausdruck, der die Stimmung, die du darstellen möchtest, zeigt. Einer beweglichen Figur (z.B. Playmobil oder Lego) kannst du auch eine bestimmte Körperhaltung geben. Ebenso kannst du eine Figur mit einem sprechenden Gesichtsausdruck und einer bestimmten Körperhaltung zeichnen.Mit diesen Figuren oder Zeichnungen kannst du nun einen Stop-Motion-Film drehen. Das funktioniert ganz ähnlich wie beim Daumenkino, nur digital. Du brauchst dafür eine Spezial-Software, die du dir aus dem Internet herunterladen kannst. Oft gibt es kostenlose Einsteigerpakete, auch fürs Handy.Für Stop-Motion-Filme platzierst du deine Figur/Zeichnung in der Kulisse und machst ein Foto. Dann veränderst du die Figur/Zeichnung minimal und machst das nächste Foto, veränderst sie wieder, machst erneut ein Foto und so weiter, bis du die Story fertig erzählt hast. Mit der Software baust du die Einzelbilder zu einem Film zusammen. So entsteht aus vielen winzigen Veränderungen an einem Bild oder in einer Szene ein ganzer Film. https://www.youtube.com/embed/WZBx9c2S1s0 Nun brauchst du nur noch eine Story für deinen Film. Wie du die entwerfen kannst, erfährst du HIER. Übrigens: Neben seinen Filmen hat Karl Valentin sehr viele lustige Texte geschrieben. Zum Abschluss kannst du dir anhören, wie er als Sprachakrobat tätig ist. – Klicke dafür auf das Bild: © Valentin-Karlstadt-Musäum Informationen zum MuseumWenn du mehr über Karl Valentin erfahren willst, dann besuche doch einfach mal das Valentin-Karlstadt-Musäum. Abbildungsnachweis Titelbild: Barfußtänzerin bei Karl Valentin (bearbeitet). © Valentin-Karlstadt-Musäum. Nachlass Karl Valentin, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Mit Tricks gefilmt – das Buch

Wer einen Film drehen will – sei er auch noch so kurz – braucht eine Story. Und ein Drehbuch. Die Museen bieten mit ihren Schätzen dazu wunderbare Anregungen! Wie du im Museum Storys und Anregungen für dein Drehbuch findest? - Ein paar Exponate aus dem Lenbachhaus liefern dir wertvolle Tipps. Lustig, fröhlich, traurig, ernst … Eine Figur hat viele Gesichter. Je nach Gesichtsausdruck und Körperhaltung kann sie ganz unterschiedlich wirken. Mit einer Wortwolke wollen wir sehen, ob alle gleicher Meinung sind. Klicke HIER und gib mindestens drei Adjektive ein, die zum Wesen dieser Figur passen. Lade anschließend die Website neu. Du kannst auch mit deiner Handykamera diesen Code scannen! Thomas Theodor Heine, Teufel, vor 1904, Bronze, 40 x 23 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Foto: Lenbachhaus, Simone Gänsheimer, CC BY-SA 4.0 Nimm nun die Adjektive als Start für eine Geschichte! Nutze sie, um den Charakter der Figur zu beschreiben. Auch wenn die Figur in Bronze gegossen und damit unbeweglich ist, erweckt sie den Eindruck, irgendwohin zu gehen. Woher kommt sie? Wohin will sie? Gibt es ein Gegenüber?Wenn du bereits eine eigene Figur angefertigt hast, dann erfinde nun eine Geschichte, die zu dieser Figur und ihrem Charakter passt. Schau dir dazu deine Figur noch einmal ganz genau an! Auf der Bühne inszeniert Die Zuschauer im Vordergrund – als Rückenfiguren von hinten gezeigt – nehmen uns mit in den Theatersaal. Doch die Hauptrolle spielen die Figuren auf der Bühne. In grünen Gewändern vor roter Kulisse – kräftiger könnte der Kontrast nicht sein. Mit diesem Komplementärkontrast brachte die Künstlerin das Bild zum Leuchten.Doch was wird gespielt? Was erzählen uns die Kostüme? Was die Gesten? Erdenke dir eine Handlung, die genau zu dieser Szene führen könnte! Marianne von Werefkin, Marionettentheater – im Vordergrund Jawlensky und Marianne von Werefkin, 1917/18, Gouache, Tempera auf Papier, 24 x 32,2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, CC BY-SA 4.0 Rein und raus … Als Wassily Kandinsky sein Esszimmer malte, dachte er bestimmt nicht daran, dass es uns einmal Ideen für einen Film liefern könnte. Doch der menschenleere Raum wirft Fragen auf, die uns dazu anregen können, eine Geschichte zu erfinden:Zwei Türen stehen offen, der Stuhl ist leer. Wer könnte durch welche Tür kommen, wohin sich bewegen, was ansehen oder in die Hand nehmen, wen treffen, was erzählen? Schau dir die Details genau an und denk dir etwas aus! Wassily Kandinsky, Interieur (Mein Esszimmer), 1909, Öl auf Pappe, 50 x 65 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957, CC BY-SA 4.0 Gestalte selbst einen Bühnenraum – Tipps dazu gibt es HIER – und gehe ähnlich vor: Woher und wohin können deine Figuren gehen? Bringen sie etwas mit? Stell gegebenenfalls noch Ausstattungsstücke her, die für deine Story wichtig sind! … und neu gemixt Wie schnell sich eine Geschichte verändern kann, zeigt dieses Experiment: Ordne die Bestandteile eines Gemäldes von Paul Klee zu einem Bild. Verschiebe sie und probiere verschiedene Varianten aus! Wenn du fertig bist, mach einen Screenshot und speichere ihn ab. Vergleiche nun dein Werk mit „Rausch“ von Paul Klee. Wie unterscheiden sich die beiden erzählten Geschichten? Paul Klee, Rausch, 1939, 341 (Y 1), Wasserfarbe, Öl auf Jute, 65 x 80 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, CC BY-NC-SA 4.0 In der Kürze liegt die Würze Manche Filme eignen sich auch dazu, als Dauerschleife – also in einem Loop – gezeigt zu werden. Ein Still aus Ceal Floyers Video „Unfinished“ von 1995 lässt schon erahnen, wie der Film weitergeht … – und warum er sich so gut eignet, als Loop gezeigt zu werden. Wer den Film sieht, wird sich vielleicht an eine Situation erinnern, in der sie oder er selbst die Daumen gedreht hat, oder an einen Menschen, der das immer mal wieder macht. Und schon geht der Film im Kopf weiter! Nun ist dein Film dran! Wie du beim Erfinden deiner Story vorgehst, bleibt dir überlassen. Du hast verschiedene Möglichkeiten:• Du hast bereits eine Figur, erfindest dazu eine Geschichte und baust die passende Kulisse dazu. Oder:• Du hast eine Geschichte im Kopf, stellst die entsprechende(n) Figur(en) her und baust die Kulisse. Oder:• Du lässt dich von deiner Kulisse anregen zu einer Geschichte und schaffst dazu die passende(n) Figur(en).• Wenn du noch eine zündende Idee brauchst, dann lass den Zufall mitspielen. Schreibe dazu auf ein paar Zettel Adjektive, die die Art deines Filmes beschreiben: lustig, kurios, traurig, komisch, … Steck die Zettel in einen Beutel und ziehe blind.TIPP: Noch mehr Ideen für eine Geschichte gibt es HIER. Nun geht es an die Detailplanung:• Falls du keinen Stummfilm drehten möchtest: Steht der Text?• In welche Richtung bewegt sich welche Figur vor deiner Kulisse?• Welche Farben soll der Film haben?• Sind noch Requisiten notwendig?• Mach dir auch mal eine Zeichnung von einer geplanten Szene! Sobald alle Vorbereitungen fertig sind, geht es los. Film ab! Passende MPZ-Online-VeranstaltungMusPad: Tanzende Formen, fantastische Träume und farbige Klänge. Künstler*innen um den Blauen Reiter (GS ab Jgst. 2, MS bis Jgst. 8, RS bis Jgst. 8, GYM bis Jgst. 8) Passende MPZ-FührungGrüne Nasen, gelbe Kühe und der Blaue Reiter (MS, RS, FöS, GS, GYM, Horte, Inklusionsklassen, BS)Wassily Kandinsky – auf dem Weg der Abstraktion (MS, RS, GS, GYM, Horte, BS)Erzählen, schreiben, dichten ... (GS ab Jgst. 3, MS bis Jgst. 7)Passender Beitrag auf XponatExpertentipp Informationen zum MuseumDie Sammlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus gliedert sich in drei Sammlungsbereiche: 19. Jahrhundert, Der Blaue Reiter sowie Kunst nach 1945. Entdecke die Werke dieser Städtischen Sammlung online! Abbildungsnachweis Titelbild: Marianne von Werefkin, Marionettentheater – im Vordergrund Jawlensky und Marianne von Werefkin (Ausschnitt), 1917/18, Gouache, Tempera auf Papier, 24 x 32,2 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, CC BY-SA 4.0

Mit Tricks gefilmt – Eine prächtige Kulisse
Sternenhimmel

Ein Film kann überall gedreht werden: auf der Straße, im Park, in einem Museum oder in einem einzigen Zimmer. Den Möglichkeiten für ein entsprechendes Setting sind keine Grenzen gesetzt. Ähnlich wie in den großen Filmstudios kann man natürlich auch eine Filmkulisse bauen. Der folgende Ausflug in eine prächtige Künstlervilla kann dir als Anregung dienen, eine Fantasie-Filmkulisse zu entwerfen.Lass uns eine kleine Reise in die Zeit um 1900 unternehmen. München war damals eine boomende Kunststadt. Viele bekannte Künstler versuchten ihren Ruhm in prächtigen und palastähnlichen Villen zum Ausdruck zu bringen. Zu ihnen gehörte der Maler und Bildhauer Franz von Stuck, der sich 1897/98 in der Prinzregentenstraße eine große, extravagante Villa mit einzigartiger Innenausstattung errichten ließ. Die Innenräume dienten Franz von Stuck als Ort der Inszenierung, wenn er Besuch empfing.Werfen wir einen Blick in den Musiksalon im Hause Stuck: Alle Wandflächen und die Decke sind bemalt und größtenteils auch künstlerisch ausgestaltet. In den verschiedenfarbigen Wandfeldern finden sich Gemälde, Reliefs oder rankende Fantasiepflanzen. Zum Thema des Musiksalons passt besonders gut die Geschichte des antiken Sängers Orpheus, der mit seinem zauberhaften Gesang selbst die wildesten Tiere zähmen konnte. Die kostbaren Möbel sind eigens für den Raum geschaffen und scheinen optisch mit den Wänden zu verschmelzen. Musiksalon mit Orpheus-Wand. © Museum Villa Stuck, Foto: Wolfgang Pulfer Raffiniert gestaltet Franz von Stuck auch den Übergang von der Wand zur Decke. Die flächige Wandgestaltung wird hier plötzlich dreidimensional. Aber Vorsicht: Es handelt sich nur um eine optische Täuschung! Im oberen Drittel der Wand „erheben“ sich plötzlich dreidimensionale Pfeiler, auf denen eine Pergola, ein sogenanntes Schattendach, aufliegt. Solche Dächer werden seit der Antike für die Gestaltung schattiger Terrassen oder Gänge in herrschaftlichen Gartenanlagen verwendet. Durch die Balken der Pergola kann man im Musiksalon den Sternenhimmel erkennen. Letztendlich weiß der Betrachter nicht mehr genau, wo die Grenze zwischen Decke und Wand verläuft. Befinden wir uns noch in einem Innenraum oder bereits in einem Garten? Derartige malerische Spielereien, die die Andeutung von Dreidimensionalität erzeugen, nennt man auch Scheinarchitektur. Musiksalon mit Pan-Wand. © Museum Villa Stuck, Foto: Wolfgang Pulfer Der Musiksalon ist eine prächtige Kulisse für Konzerte und ein Raum für die Selbstdarstellung des Hausherrn - oder auch der Hausherrin. Man stelle sich vor, wie Mary von Stuck hier mit Klavierbegleitung vor Publikum gesungen hat!Lass dich nun vom Musiksalon der Villa Stuck inspirieren und baue deine eigene kleine Filmkulisse! Mit Pappe, bunten Papieren, Abbildungen aus Zeitschriften, Klebstoff und Schere kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen. Inspiration für Kulissen. © Museumspädagogisches Zentrum, Fotos: Judith Schenk Vielleicht schaffst du es sogar, ein paar Tricks oder optische Täuschungen einzubauen, damit deine Bühne besonders prächtig, faszinierend oder einfach „realistisch“ wirkt? Zum Beispiel solltest du im Hinblick auf das anschließende Filmen darauf achten, dass die Größenverhältnisse zwischen dem Raum und den Figuren, die du darin bewegen möchtest, in etwa stimmen. Zudem solltest du deine Kamera – sei es das Smartphone, ein Tablet oder ein Notebook – so aufstellen, dass sie mit dem oberen Rand der Raumkulisse abschließt. Passende FührungenWohnen, arbeiten und feiern: Ein Künstler und sein Haus (MS bis Jgst. 7, RS bis Jgst. 7, GS, GYM bis Jgst. 7, Horte)Programm für Deutschklassen: Ein Haus voller Fantasie (Deutschklasse GS, Deutschklasse MS Jgst. 5-6) Informationen zum MuseumDie historischen Räume der Villa Stuck gewähren einzigartige Einblicke in eine Künstlervilla um 1900. Darüber hinaus werden Wechselausstellungen zur Kunst des 19. bis zum 21. Jahrhundert präsentiert. Abbildungsnachweis Titelbild: Decke im Musiksalon (Ausschnitt). © Museum Villa Stuck, Foto: Jens Weber

Mit Tricks gefilmt – die Figur
Scharfrichter
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Um eine Geschichte zu erzählen, brauchen wir Protagonist*innen - also Personen, die sozusagen die Handlung „zum Leben erwecken“. In Film und Theater übernehmen Schauspieler*innen diese Rolle(n). Wahrscheinlich fallen dir dazu auf Anhieb die Hauptdarsteller*innen deiner Lieblingsfilme ein. Nun, Geschichten können auf unterschiedliche Art und Weise erzählt werden – nicht nur in Film und Theater, mit „lebendigen“ Darsteller*innen. Auch sogenannte Spielfiguren – also Marionetten, Handpuppen, Stab- und Schattenspielfiguren - verkörpern unterschiedlichste Charaktere in Theaterstücken. Eine der bekanntesten Figuren in Deutschland ist sicher der Kasperl, der in vielen Ländern die Rolle des Spaßmachers übernimmt, aber natürlich überall einen anderen Namen hat. Von links nach rechts: Franz von Pocci, Marionette "Professor Fleischmann", Münchner Marionettentheater, 1861. © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Puppentheater / Schaustellerei, Foto: Ernst Jank; Emil Preetorius, Schattenspielfigur „Riese“, Schwabinger Schattenspiel, 1908. © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Puppentheater / Schaustellerei; Till de Kock, Handpuppe "Kasperl", Puppenbühne der Verkehrspolizeiinspektion München, um 1965. © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Puppentheater / Schaustellerei Figurentheater – kein „Kinderkram“! Falls du glaubst, das alles wäre nur „Kinderkram“, dann hast du dich getäuscht: Die ersten Kasperlstücke waren derbe Unterhaltung für Erwachsene, gespielt als Straßentheater auf Volksfesten und Märkten. Schattenspielfiguren, die Erwachsene und Kinder unterhalten, haben sich ausgehend von Asien über die ganze Welt verbreitet.  Bis heute gibt es Figurentheater für Erwachsene, bei dem Spielfiguren und Schauspieler*innen zum Teil gemeinsam auf der Bühne auftreten. Fingerspielfigur Collage. © Museumspädagogisches Zentrum Auf der Bühne agieren - genau das wollen wir hier auch. Und zwar nicht mit Schauspieler*innen, sondern mit einer einfach herzustellenden Papierfigur, die wir als Collage aus alten Illustrierten, Postkarten oder Flyern anfertigen. Die Inspiration Marionetten aus den 1970er und 80er Jahren, die damals in einem Theater für Erwachsene aufgetreten sind, dienen dir als Inspirationsquelle. Die Spielfiguren sind vielleicht auf den ersten Blick ungewöhnlich, da sie sich von denjenigen des traditionellen Marionettentheaters unterscheiden. Der Künstler Ben Vornholt hat sich für seine Marionetten von der Kunst der 1920er Jahre inspirieren lassen. Marionette „Drahtkorb-Kopf“, Ben Vornholt, „Die Klappe. Das Kabarett an Fäden“, 1973. © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Puppentheater / Schaustellerei, Foto: Ernst Jank Also, ich darf vorstellen: Unsere Figur heißt „Drahtkorbkopf“-Marionette. Der übergroße Drahtkorbkopf mit den intensiv blickenden, kugelrunden Augen lenkt sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Körper, Arme und Beine wirken dagegen fast verschwindend klein und zart. Die Proportionen der Marionette sind, wie oft auch in der modernen Kunst, bewusst nicht naturgetreu. Wie wirkt sie dadurch auf dich? Ist der Blick frech und vorwitzig oder eher besserwisserisch? Die Augen scheinen zu sprechen. Spricht auch der Mund, der nur ein kleiner roter Strich ist? Typen, Rollen und Charaktere gesucht! Wenn du der Figur deine Stimme leihst, was würde diese Marionette wohl sagen? Was für eine Rolle könnte sie spielen? Ist sie lustig und frech, nett und freundlich oder …? Notiere dir deine Ideen auf einem Ideenzettel.Vergleiche nun diese Figur mit einer anderen Drahtkorbkopf-Marionette. Zunächst scheinen sich die beiden sehr ähnlich zu sehen. Doch der Ausdruck beider Figuren ist unterschiedlich. Wodurch entsteht dieser Ausdruck? Und wie verhalten sich Kopf, Kinn, Hals und Körper in ihrer Gestaltung zueinander? Die Drahtkorbkopf-Marionetten traten einst in dem Göttinger Theater „Die Klappe. Kabarett an Fäden“ auf, einem Theater für Erwachsene. Gespielt wurden oftmals nur kurze, kleine Szenen und keine abendfüllenden Stücke. Sie waren pantomimisch. Lediglich Klanggeräusche und Musik begleiteten die Aufführungen. Die beiden szenischen Stücke unserer Marionetten hießen „Typen“ bzw. „Konversation“. Welche „Typen“ haben die beiden Drahtkorbkopf-Marionetten wohl verkörpert und welche Konversation, welche Unterhaltung, haben sie miteinander geführt?Ganz zum Schluss lassen wir noch eine weitere Marionette auf der Bühne auftreten. Es ist das „Gelbe Wesen“. Wie gefällt es dir? Marionette „gelbes Wesen“, Ben Vornholt „Die Klappe. Das Kabarett an Fäden“, 1985. © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Puppentheater / Schaustellerei, Foto: Ernst Jank Welche Geschichte oder welches Gespräch wird sich nun unter den drei Marionetten entwickeln? Notiere deine Ideen. Deine Papierfigur Und nun zu deiner Figur. Wie soll sie aussehen und welche Rolle wird sie spielen? Oder hast du vielleicht sogar schon eine Geschichte, eine Story, für die du eine Figur schaffen möchtest? Notiere dir drei Adjektive, die deine Spielfigur charakterisieren. Deine Papierfigur gestaltest du als Collage aus verschiedenen Abbildungen und Materialien.Du brauchst:• Alte Illustrierte, Flyer, Postkarten - alles, was in die Papiertonne müsste• Eine normal große Schere und noch eine zweite, kleinere Schere• Klebstoff, am besten einen Klebestift• Ein festeres Papier, z. B. Fotokarton, oder alte Verpackungen, z. B. eine Müslischachtel• Buntstifte• Weiteres Recyclingmaterial zum Gestalten und Verzieren• eventuell einen Schaschlikspieß und ein Kreppklebeband Und so geht’s:Suche in alten Zeitschriften, Prospekten, Postkarten usw. verschiedene Abbildungen von Menschen und schneide sie aus: kleine, große, dünne, schicke, sportliche, … - je unterschiedlicher, desto besser. Tiere und Gegenstände sind ebenfalls gut geeignet. Achte darauf, dass die Bilder nicht zu klein sind, da du immer nur einen Teil der Figur verwendest. Aus den Abbildungen die einzelnen Gliedmaßen - wie Kopf, Arme, Bauch, Hände oder auch weitere Details wie Füße oder Nase - ausschneiden Dann versuche daraus eine Figur zu legen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Ein kugeliger Gegenstand wird zum Bauch, eine Giraffe liefert den Hals, der Kopf gehört einer Frau, die Nase einem Ameisenbär usw. Probiere mehrere Varianten aus. Wenn du eine Figur geschaffen hast, die dir gefällt, klebe die Einzelteile auf einen festen Fotokarton auf. Alternativ kannst du dafür auch alte Verpackungen wie etwa Müslischachteln verwenden. Fehlt noch etwas? Dann male doch noch weitere Details dazu und schneide deine Figur anschließend aus. Du kannst sie mit weiteren Materialien, z. B. mit alten Geschenkbändern, Zitronennetzen oder Perlen, ausgestalten. Das Spiel mit der Figur Ob du deine Papierfigur nun mit einem Finger spielst oder mithilfe eines Stäbchens als Stabfigur, hängt von deiner Kulisse ab. Bei einer Schuhschachtelkulisse z. B., die eine Rückwand hat, kannst du die Figur nur mit einem Stab von oben führen. Bei einer hinten offenen Kulisse kannst du die Figur auch als Fingerspielfigur gestalten.Fingerspielfigur:Schneide dazu ein kleines Loch – z. B. für den Zeigefinger oder den kleinen Finger - in die Figur. Das Fingerloch kann der Bauchnabel oder die Zunge sein. Tiefer als auf Höhe des Bauchnabels sollte das Fingerspielloch nicht ausgeschnitten werden, sonst verliert die Figur das Gleichgewicht! Du kannst offen auf einem Tisch spielen oder auch verdeckt hinter einer Leinwand, dann entsteht ein Schattentheater. Fingerspielfigur Collage. © Museumspädagogisches Zentrum Stabfigur:Für eine Stabfigur benötigst du noch ein Holzstäbchen, z. B. einen Schaschlikspieß, und ein Klebeband zum Befestigen des Holzstäbchens an der Figur. Den Stab etwa in der Körpermitte festkleben. Er zeigt entweder nach oben oder nach unten - je nachdem, ob du die Figur von oben oder von unten führen möchtest. Das hängt von deiner Kulisse ab. Passender Beitrag auf XponatFigurenspiel, CollagePassende MPZ-FührungSo ein Theater mit dem Schatten – Schattentheater und Puppenspiel im Museum und hinter der Bühne (GS, FöS, Horte)Informationen zum Museum Im Münchner Stadtmuseum kannst du dir die verschiedensten Dauerausstellungen ansehen, darunter auch die Sammlung Puppentheater/Schaustellerei. Abbildungsnachweis Titelbild: Thomas Theodor Heine, „Ein „11 Scharfrichter“-Abend am Mittwoch 15. Juni 1927“ (Ausschnitt), 1927. © Münchner Stadtmuseum

Ideen für die Zukunft
Futuro
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Ein UFO in der Stadt? Auf der Wiese vor der Pinakothek der Moderne findest du das FUTURO – ein „Tiny House“, wie wir es heute nennen würden. Der finnische Architekt Matti Suuronen entwarf dieses mobile Kunststoffhaus ursprünglich als Skihütte, komplett ausgestattet mit Küche, Bad, Schlaf- und Wohnraum, und schnell elektrisch beheizbar. Kaum zu glauben, dass das FUTURO schon über 50 Jahre alt ist! Die Zukunftsvision für mobiles Wohnen, die Matti Suuronen hier in den 1960er Jahren verwirklichte, besitzt auch heute noch Aktualität! FUTURO ist seriell produzierbar, bietet funktionales und zugleich komfortables Wohnen auf einer Fläche von (nur) 25m², ist gut isoliert, und der Auf- oder Abbau aus 16 Bogensegmenten gelingt in nur zwei Tagen. Durch den Stahlrohrrahmen, auf dem das Kunststoffgehäuse aufliegt, ist es für jedes Gelände geeignet und hält sogar Erdbeben und Stürmen stand.Das Münchner FUTURO Haus, das du dir zu bestimmten Zeiten (wann genau, erfährst du HIER) auch von innen ansehen kannst, ist bis auf eine umlaufende Bank leer. Wie könnte eine nach heutigen Maßstäben zukunftsweisende Möblierung aussehen? Nachhaltigkeit ist das Thema unserer Zeit, und viele Designerinnen und Designer liefern hier spannende Ideen. Schau dir unsere Auswahl aus dem reichen Bestand der Neuen Sammlung – The Design Museum an. Schiebe den Regler unter dem Bild von links nach rechts und erfahre mehr zu diesen Objekten: Deine Meinung ist gefragt! Hast du andere Vorschläge oder Ideen für zukunftsweisende Produkte oder Themen, um die sich Designer*innen deiner Meinung nach kümmern sollten? Trage deine Ideen hier in unserer Wortwolke ein. Wenn Vorschläge öfter genannt werden, erscheinen sie entsprechend größer. Du kannst auch mit deiner Handykamera diesen Code scannen! Robotic und KI Ein spannendes Zukunftsthema ist auch die Robotic und die KI, die Künstliche Intelligenz. Dazu stellen wir dir den Roboterassistenten „GARMI“ vor, der an der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) der Technischen Universität München (TUM) entwickelt wurde. Diese fünf Bilder geben dir einen Einblick, wo GARMI überall eingesetzt wird: Wenn du mehr zu GARMI erfahren willst, schau dir diesen kurzen Film an. Softwaretools und Architektur Welchen Einfluss Computer auf unsere gebaute Umwelt – die Architektur also – haben, zeigt noch bis zum 06.06.2021 die Sonderausstellung Die Architekturmaschine des Architekturmuseums der TUM, die du auch online besuchen kannst. Computer werden für den Entwurf oder die Berechnung komplizierter Tragwerke genutzt. Sie sind aber auch ein Medium, um Entwürfe zu präsentieren, sie zu erklären und zu bewerben. Mehr dazu findest du HIER. Doch wo geht die Reise noch hin? Zeitreise Reise in die Zukunft und stell dir vor, dein Zuhause wäre mit nachhaltigen Möbeln ausgestattet. Und jetzt kommen noch digitale Medien und künstliche Intelligenz (KI) dazu: Du sitzt in deinem Zimmer und steuerst mit Sprache oder Gesten … Was würdest du dir wünschen? Einen Roboter, der dir Getränke bringt, während du Hausaufgaben machst? Urlaubsbilder, die an die Wand projiziert werden? Den Film deiner Wünsche oder das, was du für Schule, Berufsausbildung oder Studium lernen musst, aufbereitet als Augmented Reality (AR), als erweiterte Realität, die computergenerierte Informationen einblendet?Brauchst du dein Handy überhaupt noch? Und wie würde das die Ausstattung deines Zimmers verändern? Lass dich von Keiichi Matsudas Video Hyper-Reality inspirieren. Keiichi Matsuda, Hyper-Reality, 2016. © Keiichi Matsuda – zu sehen in der Sonderausstellung „Die Architekturmaschine“ des Architekturmuseums der TUM Begib dich in Gedanken auf die Straße und überleg dir, wie die Häuser aussehen würden, wären sie mit all den bunten Bildern deiner Vorstellungen überlagert. Zeichne ein Bild dieser Welt und teile es, wenn du magst, via Facebook oder Instagram. Verwende den Hashtag #MPZzukunft. Nachhaltigkeit Möchtest du mehr erfahren zum Thema Nachhaltigkeit? Dann kannst du dich hier über die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN informieren oder deinen ökologischen Fußabdruck bestimmen. Informationen zu StudiengängenInteressieren dich Design, Architektur, Robotic und KI? Dann informiere dich über Zugangsvoraussetzungen und Studiengänge an Universitäten und Hochschulen. Einige Beispiele erhältst du über diese Links:MSRM, Architektur Bachelore of Arts, Master Robotics, Cognition, Intelligence, Bachelor of Engineering - Robotik, Bachelor Architektur, Bachelor of Arts Design Passende digitale MusPadsMusPad: Nachhaltigkeit – unsere Spuren auf der Erde (BS, GYM, MS, RS)MusPad: Design – Form, Funktion, Fantasie, Future (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS) Passende MPZ-FührungenFokus Nachhaltigkeit: Designobjekte in der Diskussion (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS)Nachhaltig bauen (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS)Architekturmuseum aktuell (MS, RS, GS ab Jgst. 3, GYM, Horte, BS)Fortbildung für Lehrkräfte: Fokus Nachhaltigkeit: Designobjekt in der Diskussion Informationen zu den MuseenDie Neue Sammlung – The Design Museum präsentiert den neuen Ausstellungsbereich X-D-E-P-O-T ab September 2021 und zeigt von 16.07.2021 bis 18.09.2022 eine spannende Ausstellung zu KI und Robotic mit interaktivem Laboratorium in der Pinakothek der Moderne.Das Architekturmuseum der TUM hat eine umfangreiche Sammlung zur Architektur vom 16. Jahrhundert bis heute. Die Ausstellungen zu wechselnden Themen werden jeweils in der Pinakothek der Moderne präsentiert. Abbildungsnachweis Titelbild: Matti Suuronen, FUTURO Haus (Ausschnitt), 1965/68. © Die Neue Sammlung – The Design Museum, Foto: A. Laurenzo

Architektur und Storytelling
Architekturmaschienen
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Architektur will gebaut, Architekturwettbewerbe wollen gewonnen werden. Um erfolgreich zu sein, müssen Architekt*innen ihre Ideen gut präsentieren. Immer häufiger sind hier auch Softwaretools im Einsatz. Und Storytelling als Methode. Jana Čulek, Hilma af Klint Museum. A Temple for the Pictures, 2017. © Jana Čulek / Studio Fabula – zu sehen in der Sonderausstellung „Die Architekturmaschine“ des Architekturmuseums der TUM Auf den ersten Blick wirkt das Bild wie ein abstraktes Gemälde oder eine Collage. Es zeigt eine stark abstrahierte Landschaft, ein Gebäude im Zentrum, davor eine blonde Frau in Jeans als Rückenfigur. Der blaue Himmel mit ein paar weißen Wolken, das ärmellose Oberteil der Frau, die Schatten der Bäume, die einen hohen Sonnenstand vermuten lassen, vermitteln eine positive Stimmung. Die Reihe schlanker Bäume links, dazu zarte Gräser lassen an wunderbare Spaziergänge erinnern. Die Atmosphäre scheint fast wichtiger als das Gebäude, um das es geht. So funktioniert Storytelling in der Architektur.Entstanden ist das Bild im Rahmen eines Architekturwettbewerbs für einen Museumsbau – ein Museum zu Ehren der schwedischen Malerin Hilma af Klint (1862 – 1944). Es erzählt gewissermaßen eine Geschichte, die gute Laune macht, ist aber auch Teil des Entwurfsprozesses. Die kroatische Architektin Jana Čulek verwendete dazu Software, die speziell für das Ingenieurwesen entwickelt wurde, ebenso wie handelsübliche Tools für Grafik und Bildbearbeitung. Inspiration für die Gestaltung fand sie in den Gemälden von Hilma af Klint.Drei weitere Bilder ergänzen die Darstellung des Entwurfs.Übrigens: Werke von Hilma af Klint waren im Winter 2018/2019 in der Sonderausstellung Weltempfänger im Kunstbau des Lenbachhauses zu sehen. Probiere es selbst einmal! Entwirf mit kostenfreien Softwaretools ein Haus – vielleicht zu Ehren deiner Lieblingskünstlerin / deines Lieblingskünstlers – und erzähle in deinem Entwurf eine kleine Story! Erzähle von glücklichen Momenten und fröhlichen Menschen, die dieses Haus besuchen.TIPP: 3D-Objekte lassen sich nicht nur mit teurer Software für Profis entwerfen. Kostenfrei geht es z. B. mit der Open-Source-Lösung blender. Oder fertige deinen Entwurf als Collage aus farbigen Papieren an! Fotografiere die fertige Collage und bearbeite das Foto vielleicht auch noch mit einem digitalen Bildbearbeitungsprogramm. Architektur und Computer Was haben Computer und Architektur sonst noch miteinander zu tun? - Eine ganze Menge! Erkunde einige Beziehungen in der Ausstellung „Die Architekturmaschine“ des Architekturmuseums der TUM – in den Räumen der Pinakothek der Moderne oder online von zuhause aus! Passende MPZ-Führung Architekturmuseum aktuell (MS, RS, GS ab Jgst. 3, GYM, Horte, BS)Informationen zum Museum2021 zeigte das Architekturmuseum der TUM die Ausstellung Die Architekturmaschine. Einen Einblick in die Ausstellung bieten ein digitaler Rundgang in englischer Sprache sowie der Audioguide. Abbildungsnachweis Titelbild: Jana Čulek, Hilma af Klint Museum. A Temple for the Pictures, 2017. © Jana Čulek / Studio Fabula – zu sehen in der Sonderausstellung „Die Architekturmaschine“ des Architekturmuseums der TUM

#MPZblätter
MPZblaetter

Was hat Kunst mit Natur zu tun? In unserer Osterferien-Aktion erfährst du digital allerhand über Blüten, Blättern und Ranken in den Münchner Museen. Wir stellen euch Schätze aus vier Museen vor, schauen uns Pflanzen ganz genau an, enträtseln Gemaltes und kunstvoll Gestaltetes. Es gibt Anregungen zum Beobachten, Zeichnen, Entwerfen, Malen, Kleben etc. Und so entstehen auch gleich neue Seiten für dein ganz persönliches MPZ-Album. Folgt uns auf Facebook oder Instagram! Dort werden wir auch alle neuen Aktionen verlinken. Wenn ihr uns eure Kunstwerke zeigen wollt, verwendet den Hashtag #MPZblätter. VON TULPEN, LILIEN UND GRASHÜPFERN OBSTBLÜTEN IM MUSEUM FRÜHLING IM BOTANISCHEN GARTEN TAPETE VERSCHLISSEN - ANSTRICH ERWÜNSCHT? Abbildungsnachweis von links nach rechts: 1) Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0; 2) Tischlampe „Apple Blossom“, Ausführung: Tiffany Studios New York, um 1902-1906. © Bayerisches Nationalmuseum München, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum; 3)Blütenfelder. © Botanischer Garten München-Nymphenburg; 4) Residenz München, Salon der Königin Therese. © Bayerische Schlösserverwaltung Abbildungsnachweis Titelbild: siehe Bildnachweis Beitrag. © Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Bilderübergänge

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Vicent van Gogh (1853 - 1890) im Süden Frankreichs, in Arles, und nahe Paris, in Auvers. Wie sich seine Art zu malen und seine Bilder zu komponieren in einem Jahr veränderte, lässt sich an zwei Gemälden in der Neuen Pinakothek ablesen: "Blick auf Arles" (1889) und "Ebene bei Auvers" (1890). Schieb den Regler unter dem Bild von links nach rechts und erlebe in fünf Schritten, wie der "Blick auf Arles" kontinuierlich in die "Ebene bei Auvers" übergeht. Auch Zwischenstufen sind möglich, denn der Regler rastet nicht ein. Die Gemälde lassen sich gut überblenden, weil van Gogh Leinwände im gleichen Format verwendet. Farbgebung und Malweise ähneln einander, wobei die Pinselstriche in der "Ebene bei Auvers" über die ganze Bildfläche deutlicher sichtbar werden. Dagegen verändert sich Van Goghs Verhältnis zum Motiv: Im "Blick auf Arles" konzentriert er sich noch auf Gegenstände - Baumstämme, blühende Bäume, Stadtsilhouette. In der "Ebene bei Auvers" dominieren unterschiedlich texturierte Felder, was abstrakter wirkt. Am deutlichsten unterscheidet sich der Bildaufbau: Baumstämme, Schilf und Stadtrand bilden ein räumliches Gitter. In der "Ebene bei Auvers" wird die ganze Bildfläche ohne Unterbrechung in unterschiedliche Zonen "gefeldert". Mehr über die Gemälde und Vincent van Gogh erfährst du auf der Website der Bayerischen Staatsgemäldesammlung. Passende MPZ-FührungTürkis, Knatschblau und das Spiel mit dem Licht – die Malerei des Postimpressionismus (GS, MS, RS, GYM, Horte, BS) Information zu dem MuseumWenn du die originale Farbigkeit der Gemälde kennenlernen willst, sieh sie dir doch in der Alten Pinakothek in München an, wo sie derzeit ausgestellt sind. Abbildungsnachweis Titelbild: Vincent van Gogh, Blick auf Arles (Ausschnitt), 1898, Ebene bei Auvers (Ausschnitt), 1890, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

#MPZnachhaltig
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Das MPZ nimmt die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit zum Anlass, das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus zu rücken. Die Plattform MPZ-digital stellt dazu verschiedene Inhalte unter den Rubriken Entdecken und Ausprobieren vor. Lehr- und Erziehungskräfte erhalten hier praktische Impulse zur Umsetzung mit Kindern und Jugendlichen. Auch Familien können Angebote nutzen, um sich gemeinsam spielerisch mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.Mitmachen kannst du von Zuhause aus, oder wo immer du Internetzugang hast. Teil deine Ergebnisse auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig. Die Beiträge stehen hier zur Verfügung mit jeweils leicht verständlichen Informationen zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen: UNSERE "ZWEITE HAUT" UNSER ÖKOLOGISCHER FUSSABDRUCK NACHHALTIGKEIT UND DESIGN? GLAS – NACHHALTIG? UNTERWEGS AUF NACHHALTIGEN SOHLEN MYGREENCITY – WIE GRÜN IST MEINE STADT? Abbildungsnachweis von links nach rechts: 1) Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum; Grafik: Fabian Hofmann; Dahinter: Alexandra Bircken, New Model Army (Ausschnitt), 2016, Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen. © Alexandra Bircken; 2) Schablone und Fotografie Gras. © Museumspädagogisches Zentrum; 3) Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum; Blick in die Ausstellung „Thonet & Design“ (Ausschnitt), Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo); 4) Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum; Fotografie Saal (Ausschnitt) © Bayerische Schlösserverwaltung; 5) Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum; Grafik: Fabian Hofmann; Fotografie dahinter: „Not und Tugend“. Schuhe der Notzeit aus Stroh und Wolle, 1940/45; vegane Sneakers aus Heu bzw. Zunderschwamm (Ausschnitt), THIES 2017. © Münchner Stadtmuseum; 6) Christian Steinicken, Wilhelm von Breitschwert, München aus der Vogelschau, Blick in südöstlicher Richtung (Ausschnitt), um 1880. © Münchner Stadtmuseum Abbildungsnachweis Titelbild: siehe Abbildungsnachweis Bildgalerie Beitrag, Bearbeitung: © Museumspädagogisches Zentrum, München

Bildermix
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Als der junge Maler Ludwig Richter 1824 in seinem Traumziel Rom ankam, faszinierte ihn im Atelier von Joseph Anton Koch ein Gemälde: der "Schmadribachfall". Solch ein Bild wollte er auch malen und machte sich sofort an die Arbeit. Heraus kam sein erstes großes Gemälde: der "Watzmann". Da die Gemälde im Stil so verwandt sind, lassen sich Motive gegenseitig austauschen. Der folgende Bildermix kann die Augen für die feinen Unterschiede öffnen. Entdecke, welche Motive im Mix nicht so recht zueinander passen. Schieb dazu den Regler unter dem Bild nach rechts und die Originale erscheinen über dem Mix. Durch glückliche Umstände hängen heute beide Gemälde in einem Saal der Alten Pinakothek. Passende MPZ-FührungRomantik und Realismus (MS, RS, GYM jeweils ab Jgst. 8, BS) Informationen zum MuseumMit den folgenden Links findest du weitere Information zu Koch und Richter auf der Website der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Oder noch besser: Schau dir die Originale in der Alten Pinakothek an! Abbildungsnachweise Titelbild: Joseph Anton Koch, Der Schmadribachfall, 1822, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0 und Ludwig Richter, Der Watzmann, um 1824, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum, Alfred Czech

Kleine Überraschungen bei Thusnelda
Ausschnitt aus Carl von Pilotys "Thusnelda im Triumphzug des Germanicus". Die Germanin schreitet mit erhobenen Haupt an der Tribüne des römischen Kaisers vorbei.
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Der Maler Carl von Piloty wurde im 19. Jahrhunderts für seine riesigen Historienbilder berühmt. "Thusnelda im Triumphzug des Germanicus" misst rund 5 x 7 Meter! Nach der verlorenen Schlacht im Teuteburger Wald unternahm der römische Feldherr Germanicus einen Vergeltungsfeldzug. Die Gefangenen und die Beute führte er in einem Triumphzug 17 n.Chr. in Rom vor. Unter ihnen war Thusnelda, die Frau von Hermann dem Cherusker. Wenn du auf die Ausrufezeichen im Bild klickst, bekommt du Informationen zu Personen und Dingen auf dem Bild sowie den Inspirationsquellen und Absichten des Malers. In ihnen spiegelt sich das Geschichtsverständnis des Historismus und der nationalen Begeisterung im deutschen Kaiserreich. Dieser Link führt dich zur Abbildung in der Onlinesammlung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, wo du weitere Informationen zum Bild findest. Informationen zum MuseumAuf der Internetseite der Neuen Pinakothek kannst du einmal schauen, was es sonst noch in diesem Museum zu sehen gibt. Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Theodor von Pitoty, Thusnelda im Triumphzug des Germanicus, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bildmanipulationen: © Museumspädagogisches Zentrum, Alfred Czech

Tapete verschlissen – Anstrich erwünscht?
Residenz München, Salon der Königin Therese
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Wie sieht dein Zimmer aus? Ist es weiß gestrichen oder farbig gestaltet? Oder liebst du Tapeten, vielleicht mit Muster oder eher einfarbig? Um unsere Wohnung zu gestalten, holen wir uns Ideen und Anregungen in Wohnzeitschriften, Tipps zum Stylen im Internet oder in Einrichtungshäusern.Heute bummeln wir durch ein edles „Einrichtungshaus“ der Extraklasse, durch die Residenz von München, genauer durch den Königsbau. Das ist natürlich kein „Einrichtungshaus“, sondern das Stadtschloss der bayerischen Könige. Wir schauen uns dort jedoch keine kunstvollen Möbel oder andere wertvolle Einrichtungsgegenstände an, wie edle Kerzenleuchter, exklusive Porzellanvasen oder glitzernde Kronleuchter. Bei uns geht es um Tapeten – oder vielmehr Wanddekorationen.König Ludwig I. wollte in seinem neuen Königsbau auf keinen Fall altmodische Tapeten, etwa aus Stoff, haben. Er war ein großer Freund des antiken Griechenlands und Italiens. Sein Königsbau sollte an einen italienischen Palast erinnern. Der König und sein Architekt Leo von Klenze haben sogar Reisen nach Italien, etwa nach Pompeji, unternommen, um sich dort von den Wandmalereien inspirieren zu lassen.Leo von Klenze entwarf daher eine Raumgestaltung, bei der die Wände mit gemalter Architektur, Wandbildern und ornamentalen Mustern geschmückt wurden. Die Wandbilder erzählen Geschichten von griechischen und deutschen Schriftstellern. Die Architektur wie auch die Bilder sind mit unterschiedlichen Ornamenten – wie etwa Blattranken, Fabelwesen und Blütenmustern – verziert und eingerahmt. Im wunderbaren Salon der Königin Therese kannst du das gut erkennen. Zarte Blattranken umschlingen die zierlich gemalten Säulchen. Ranken, die sich zu kleinen spiralförmigen Kreisen formen, rahmen die Bilder. Wir nennen diese Ranken aus Spiralen Volutenranken. Wenn du genau hinschaust, entdeckst du weitere Motive, zum Beispiel kleine Engel auf Blattgirlanden, Fabeltiere und Maskengesichter. Im Ankleide- und Schlafzimmer des Königs sind die Volutenranken besonders gut zu sehen. Der Beginn und Abschluss der Ranken wird oft durch besondere Motive, etwa durch einen Greif oder ein anderes Fabelwesen, betont. Manchmal ist auch die Rankenmitte hervorgehoben. Oftmals wiederholen sich die einzelnen Motive und ergeben eine gleichmäßige Abfolge, die dann Musterrapport heißt. Volutenranken rahmen die farbigen Wandflächen Volutenranken mit Greif und geflügeltem Mischwesen, Blattgirlanden und Musterrapporte zieren die Wände von links nach rechts: Schlafzimmer des Königs Ludwig I., Detail und Ankleidezimmer des Königs Ludwig I., Detail. © Bayerische Schlösserverwaltung Und wie könnte dein Muster aussehen? Schau dir die Bilder genau an und suche dir zwei Lieblingsmotive aus. Am besten nimmst du Bleistift und Papier und zeichnest die Motive ab. Oder du entwirfst eigene Pflanzenornamente. Dazu kannst du im Frühling auch in einen Park gehen oder in den Botanischen Garten. Auch Leo von Klenze hat zunächst auf Musterblättern vorgezeichnet. Das Motiv, das er am häufigsten verwendete, war die Palmette, die an ein Palmblatt der Fächerpalme erinnert. Ein anderes beliebtes Motiv ist der Lotos, der seinen Ursprung in der Lotosblüte hat. Beide Ornamente wurden bei einem Musterrapport mit Volutenranken zu einem sogenannten Fries verbunden. Das kannst du bei den folgenden beiden Abbildungen sehen: Auf dem linken Bild ist der Palmetten-Lotos-Fries hellblau und hellgrün gestaltet, auf dem rechten rot und grün. Das rechte Bild zeigt oben außerdem noch eine blaue Volutenranke mit einer hübschen Lotosblüte. Rechts Mitte: Lotos und Palmettenfries in hellblau/grün Leo v. Klenze, Mustersammlung Ornamentik, II. Heft, Tafel XII, München 1823. © Bayerische Schlösserverwaltung Oben: Volutenranke mit Lotosblüte Leo v. Klenze, Mustersammlung Ornamentik, II. Heft, Tafel VI., München 1823. © Bayerische Schlösserverwaltung Und nun kannst du aus deinen Motiven Muster zusammenstellen:Du brauchst:• Bleistift• Buntstifte oder Filzstifte• Lineal• Schere• Schmierpapier für deine Skizzen• DIN-A4-Blatt oder Zeichenblockblatt (du kannst auch farbiges Papier nehmen)Und so geht’s:Wähle dir aus deinen Skizzen zuerst zwei deiner Lieblingsmotive aus. Für einen Musterrapport müssen sich die Motive in einer gleichmäßigen Reihenfolge abwechseln. Am einfachsten ist es, wenn du dazu ein DIN-A4-Blatt in Längsstreifen von 5 cm Breite schneidest. Dann faltest du in einem weiteren Arbeitsschritt den Papierstreifen in ebenfalls 5 cm große quadratische Abschnitte. Nun hast du sechs kleine Quadrate, in die du abwechselnd deine beiden Motive einzeichnest. Überlege dir, wie du die beiden Motive in den Quadraten miteinander verbinden kannst. Eine Ranke eignet sich gut, um deinen Musterrapport zusätzlich zu verzieren und zu gestalten. Für einen längeren Rapport, zum Beispiel aus drei Motiven, nimmst du einfach ein größeres Zeichenpapier. Anstelle von weißem Papier ist auch farbiges Tonpapier möglich. Zum Schluss kannst du deine Musterideen und Rapportstreifen in dein MPZ-Album einkleben.  Anleitung Muster. © Museumspädagogisches Zentrum Passender Beitrag auf XponatDetailfocus, ObjektbeschreibungInformationen zum MuseumWenn du das Stadtschloss der Münchner Kurfürst*innen und König*innen entdecken möchtest, dann besuche doch einmal die Münchner Residenz. Im Königsbau von Ludwig I. und Therese kannst du auch den prächtigen Thronsaal und die kostbaren Möbel bewundern. Abbildungsnachweis Titelbild: Residenz München, Salon der Königin Therese (Ausschnitt). © Bayerische Schlösserverwaltung, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum

Von Tulpen, Lilien und Grashüpfern
Madonna im Blumenkranz

Ein üppiger Blumenkranz schmückt das große Gemälde. Schneeglöckchen, Milchstern und Tulpen, Vergissmeinnicht und Walderdbeere, Rosen, Pfingstrosen und Stockrosen, blaue Iris und weiße Lilien, Flieder und Schneeball, Schachbrettblumen und vieles mehr lässt sich entdecken! Mit feinstem Pinsel sind all die Blumen gemalt, wirken fast echt. Wir können uns vorstellen, dass der Blumenkranz wunderbar duften würde, wäre er echt. Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitt), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Doch könnte dieser Kranz so überhaupt existieren? Konnte Jan Brueghel d. Ä. (sprich: der Ältere) diesen Kranz zum Malen so vor sich haben? Die gemalten Pflanzen blühen zu unterschiedlichen Zeiten, Frühblüher und Sommerblumen stehen direkt nebeneinander: Besonders früh im Jahr blühen Schneeglöckchen, im späteren Frühjahr dann Tulpen und Vergissmeinnicht. Bei Pfingstrosen macht es ja der Name schon deutlich – auch wenn Pfingsten nicht immer auf den gleichen Tag fällt –, Flieder und Schneeball blühen etwa Ende Mai, Stockrosen im Sommer … Drei Ausschnitte mit Pfingstrose, Schneeball und Schachbrettblume aus: Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitte), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum Hirschkäfer gesucht! Wer genau hinsieht, entdeckt in dem Blumenkranz aber auch jede Menge Getier! Winzig klein – in ihrer realen Größe – gemalt sind Marienkäfer, Hirschkäfer und Maikäfer, Libellen, verschiedene Schmetterlinge und Raupen, Heuschrecken, Fliegen und, und, und … Mach dich auf die Suche!Wenn du in der Alten Pinakothek bist und vor dem Gemälde stehst: Denk daran, dass du nicht zu nahe an das Kunstwerk herantreten darfst. Damit du die Details noch besser sehen kannst, forme mit deiner Hand eine Art Fernrohr und durchsuche so nach und nach den Kranz aus der Ferne. Teamarbeit Der Blumenkranz ist nicht das Hauptmotiv auf dem Gemälde. Er rahmt ein Bild im Bild, das Maria und das kleine Jesuskind zeigt. Putten – das sind Engel, die wie kleine Kinder aussehen – tragen diesen Kranz. An der Malweise lässt sich schon erahnen, dass zwei Maler am Werk waren: Peter Paul Rubens hat die Figuren gemalt, den Blumenkranz aber hat er von seinem Freund Jan Brueghel d. Ä. malen lassen. Denn Brueghel war spezialisiert auf das Malen von Blumen. Er wird deshalb sogar „Blumen-Brueghel“ genannt, was ihn vom Rest der Maler-Familie Brueghel unterscheidet. Im 17. Jahrhundert waren Maler oftmals spezialisiert auf ein besonderes Thema. Deshalb kam es manches Mal vor, dass ein Gemälde von zwei Spezialisten gemeinsam gemalt wurde. In diesem Fall begann Rubens zu malen, dann kam der Blumenkranz von Brueghel dazu. Zum Schluss fügte Rubens noch die Putten hinzu und verbreiterte dafür sogar nochmal die Holztafel, auf der das Bild gemalt ist. Tulpen heiß begehrt Ausschnitt mit Tulpen aus: Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitt), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum Als die „Madonna im Blumenkranz“ entstand, waren Tulpen wahre Kostbarkeiten. Über die Türkei kamen sie aus Asien bis in die Niederlande. Manche Züchtung war so gefragt, dass Höchstpreise für einzelne Zwiebeln gezahlt wurden. So konnte eine einzige Zwiebel einer seltenen Sorte – es gab nur 12 Zwiebeln davon – schon mal so wertvoll sein wie ein ganzes Haus.Heute hingegen werden Tulpen in den Niederlanden auf riesigen Feldern angebaut, um dann in Massen zu oft viel zu günstigen Preisen verkauft zu werden.Noch mehr zu Tulpen erfährst du HIER. Weiße Lilien Im Blumenkranz fällt rechts eine Stelle besonders auf. Hier sind auffällig viele weiße Lilien an einer Stelle angeordnet. Und sie sind nicht irgendwo, sondern etwa auf Augenhöhe von Maria und ihrem Sohn. Weiße Lilien bringt auf vielen Gemälden der Erzengel Gabriel mit, wenn er Maria verkündigt, dass sie schwanger ist und Christus gebären wird. Rosen und mehr Begib dich auf eine virtuelle Reise durch die Alte Pinakothek und schau dich um, auf wie vielen Kunstwerken Blumen zu finden sind! Findest du die unten abgebildeten Gemälde auf deiner virtuellen Entdeckungsreise? Bei einigen Bildern musst du genauer hinschauen! Sie sind mal nur ganz klein am Boden, im Hintergrund rankend, auf üppigen Seidenkleidern oder Thema des Gemäldes. Mehr über das Gemälde mit dem wohl schönsten Rosenkleid in der Alten Pinakothek erfährst du HIER. Zeichnen, schneiden, kleben … Blumen zu Festtagen, zum Geburtstag, zum Muttertag, oder einfach als Gruß für einen lieben Menschen: Darüber freuen wir uns immer! Lege dir deshalb schon einmal einen Vorrat an selbstgemachten Grußkarten, Blumenbildern oder -kränzen zur Deko an. Oder gestalte eine Seite in deinem MPZ-Album. Du brauchst:• Dunkles Papier- am besten etwas festeres – in Schwarz, im Format DIN A5 (für das MPZ-Album) oder im Postkartenformat DIN A6• Farbige Papierreste oder Ausschnitte aus allem, was in die Papiertonne müsste• Einen schwarzen und einen weißen Stift• Schere• Klebstoff So geht’s:• Zeichne die Umrisslinien verschiedener Blüten auf farbiges Papier. Als Vorlage dienen dir die Natur, Fotos oder Bilder in Bestimmungsbüchern.• Setze mit einem weißen Stift „Lichter“ auf die Blüten, damit sie plastischer wirken• Schneide jede Blüte einzeln aus.• Ordne die Blüten eng nebeneinander auf dem dunklen Papier an – sie können sich überlappen und halb verdecken oder über den Untergrund hinausragen.• Ist noch Platz für Stängel und Blätter? Dann zeichne diese auf grünes Papier, schneide sie aus und füge sie ein.• Wenn alles richtig liegt, dann wird geklebt.• Wenn du magst, zeichne noch Insekten dazu.• Dreh deine Karte um und schneide alles weg, was über deine Karte hinaussteht. Gestalte einen Blumenkranz zur Deko, eine Karte als Blumengruß, der nie verblüht, oder eine Seite für dein MPZ-Album. © Museumspädagogisches Zentrum Du hast keine Lust zu zeichnen oder meinst, Blumen nicht zeichnen zu können? Dann schneide sie einfach aus! Werbeprospekte und Zeitschriften sind voll davon: Auf Bettwäsche und Kleiderstoffen, neben Möbeln, als Schmuck für den Balkon … Schiebe deine fein ausgeschnittenen Gewächse auf einem Blatt Papier in- und übereinander, bis dir die Anordnung gefällt, und beginne erst dann zu kleben. Ab geht die Post! Verschicke einen Blumengruß im Kuvert an Freunde oder Verwandte. Wenn du dich von deinem Kunstwerk nicht trennen magst, mach ein Foto davon und versende deinen Blumengruß digital. Oder teile ihn auf Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #MPZblätter. Tipp: Du möchtest wissen, wie all die wunderschönen wild wachsenden Pflanzen heißen, die dir beim Spaziergang oder einer Wanderung durch Wiesen, Wälder, Aulandschaften oder an der Küste begegnen? Dann blättere in einem Bestimmungsbuch oder nutze die kostenfrei App Flora Incognita der Universität Ilmenau: Fotografiere die Pflanze und du erfährst den Namen, Besonderheiten, Blühzeiten und mehr. Gleichzeitig unterstützt du damit ein Forschungsprojekt. Passende MPZ-Führung Ein Fest der Sinne (GS Jgst. 1 - 2, Horte)Ein Fest der Sinne (Kinder ab 5 Jahren)Passender Beitrag auf XponatDetailfokus, Ich sehe was, was du nicht siehstInformationen zu den MuseenDie Alten Pinakothek in München ist eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Zu sehen sind Werke vom Mittelalter bis zum Spätbarock aus den Beständen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Abbildungsnachweis Titelbild: Peter Paul Rubens mit Jan Brueghel d. Ä., Madonna im Blumenkranz, um 1616/1618, Eichenholz, 185 x 209,8 cm (Ausschnitt), Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum

Obstblüte im Museum
Tiffany Leuchter

Im Frühling beginnen die Pflanzen zu sprießen und die Obstbäume beginnen zu blühen. Hast du dir einen blühenden Apfelbaum schon einmal genauer angeschaut? Bei vielen Apfelsorten sind die Blütenblätter weiß mit einem Hauch Rosa. Die eigentlichen Blätter des Baumes sind noch nicht in voller Größe entwickelt und leuchten in besonders frischem Grün. Genau davon haben sich vor knapp hundert Jahren auch amerikanische Künstler*innen inspirieren lassen. Sie haben eine Tischlampe erfunden, die tatsächlich an einen blühenden Apfelbaum erinnern soll. Genannt haben sie sie „Apple Blossom“ (Apfelblüte). Seit den 1890er Jahren entwickelte sich ein neuer, moderner Kunststil, der gerne Einflüsse aus der Welt der Pflanzen in die Kunst aufnahm. In Deutschland gab man ihm den Namen „Jugendstil“. Das Bayerische Nationalmuseum hat viele wunderschöne Jugendstilobjekte aus der Zeit um 1900. Unter anderem diese extravagante Lampe. Sie wurde in New York hergestellt und war um 1900 sehr beliebt und sehr teuer. Mit Sicherheit hast du erkannt, dass die Lampe einem Baum nachempfunden ist. Der Lampenfuß aus Bronze ist wie ein Baumstamm mit Wurzeln und Rinde gestaltet, der Lampenschirm aus unterschiedlich farbigem Glas erinnert an die Krone eines blühenden Apfelbaums. Die einzelnen kleinen Glasscheiben sind mit Hilfe von Metallstegen miteinander verbunden. - Ein herrlicher Miniatur-Apfelbaum, den man auf ein Beistelltischchen oder eine Kommode stellen kann!Besonders schön ist die Lichtwirkung durch das unterschiedlich farbige Glas. Mit einfachen Mitteln kannst du die Glastechnik z.B. für ein kleines Fensterbild nachahmen. Dazu benötigst du: • einen dünnen Karton oder Tonpapier in DIN A5 (es darf nicht lichtdurchlässig sein)• Transparentpapier• Schere• Kleber• Schmierpapier für deine Skizzen Bastelmaterialien Kleines Fensterbild Materialvorlage und kleines Fensterbild. © Museumspädagogisches Zentrum Und so geht´s:Skizziere auf einem extra Blatt Papier deine Blumen oder Blätter, die du in das „Fenster“ einfügen willst. Nimm dazu Vorbilder aus der Natur oder gestalte Phantasieblumen. Das Skizzenblatt kann später Teil deines MPZ-Album werdenÜberlege dir, wie groß dein Motiv werden soll, damit es gut auf deinen Karton passt.Zeichne auf den Karton oder das Tonpapier eine Fläche auf. Achte dabei darauf, dass ein Rand von ca. 1 – 1,5 cm stehen bleibt: der spätere „Fensterrahmen.“ Anschließend schneidest du die vorgezeichnete Fläche aus, am besten mit einer kleinen spitzen Schere. Dann schneidest du ein weißes Transparentpapier in DIN-A5-Format aus, um es später auf den Fensterrahmen aus Karton/Tonpapier aufkleben zu können.Nun schneidest du aus unterschiedlich farbigem Transparentpapier die Blütenblätter, Stängel und Blätter entsprechend deiner Skizze aus und klebst sie auf das weiße „Fenster“ auf. Um die Wirkung der dunklen Metallstege wie bei der Lampe zu erhalten, kannst du zum Schluss noch mit einem dicken schwarzen Filzstift die einzelnen farbigen Blattschnipsel umranden.Klebe oder hänge dein Kunstwerk an ein Fenster und du wirst einen ähnlichen Effekt erzielen wie bei der „Apple Blossom“-Lampe. Zum Schluss kannst du dein Kunstwerk in dein MPZ-Album einkleben. Informationen zum MuseumDie hier vorgestellte Lampe findest du im Bayerischen Nationalmuseum. Abbildungsnachweis Titelbild: Tischlampe „Apple Blossom“, Ausführung: Tiffany Studios New York, um 1902-1906. © Bayerisches Nationalmuseum München, Bearbeitet: Museumspädagogisches Zentrum

Tierisch … Von kleinen und großen Hunden
Möpse

Magst du Hunde oder hast du eher Angst vor ihnen? - Keine Angst, die Hunde, die wir dir im Folgenden vorstellen wollen, beißen nicht. Streicheln kannst du sie leider auch nicht, da sich alle im Folgenden gezeigten Hunde in Münchner Museen befinden. Viele würden sich aber bestimmt schön weich und wuschelig anfühlen, während andere ein eher borstiges Fell haben.Gerade in Zeiten von Corona legen sich viele Menschen ein Haustier zu. Deutschlandweit leben gegenwärtig über neun Millionen bellende Vierbeiner, Tendenz steigend. Hunde gehören damit zu den beliebtesten Haustieren und sind seit Jahrtausenden Freund und Begleiter des Menschen. Es gibt sogar spezielle Friedhöfe, in denen nur Hunde und andere Haustiere beerdigt werden.Kannst du dir vorstellen, dass es in den Münchner Museen eine Vielzahl an Hunden gibt? Natürlich sind es keine lebenden Hunde, denn die sind in Museen nicht erlaubt. Von der Antike bis zur Moderne - Hunde wurden in der Kunst immer wieder dargestellt: als treue Begleiter auf Porträts, zur Hervorhebung der sozialen Stellung, als Helfer bei der Jagd oder als eigenständige, zentrale Motive. Auch Spielzeughunde finden sich in den Beständen der Münchner Museen. Das folgende Memory zeigt dir eine Auswahl an unterschiedlichen „Museums-Hunden“: Hast du dir, wenn du unterwegs bist, schon einmal die unterschiedlichen Hunde genauer angeschaut? Es gibt unglaublich viele verschiedene Hunde: kleine und große, reinrassige und sogenannte Promenadenmischungen, folgsame und unfolgsame, leise und laute, freche und bissige … Weltweit gibt es heute etwa 800 Hunderassen. Welche kennst du? Fallen dir 10 verschiedene ein?Hunde teilen über ihre Körpersprache und ihre lautlichen Äußerungen sehr viel über ihre Gefühle und Stimmungen mit. Sie können glücklich, ausgelassen oder aggressiv bellen, knurren oder winseln. Hättest du Lust, den „Museumshunden“ eine Stimme zu geben? Passt ein fipsiges Bellen zu einer Dogge oder ein tiefes Knurren zu einem Mops?Welches Tier soll fröhlich, welches eher ärgerlich oder drohend klingen? Klicke auf die unterschiedlichen Hundegeräusche und lass dabei deiner Fantasie freien Lauf: Welches Bellen passt am besten zu dem Bild? Informationen zu den MuseenDie hier vorgestellten Hunde stammen aus diesen Museen: Bayerisches Nationalmuseum und Bayerische Staatsgemäldesammlungen. Abbildungsnachweis Titelbild: Möpse aus Meißner Porzellan (Bearbeitet), Johann Joachim Kaendler, zwischen 1734 und 1747. © Bayerisches Nationalmuseum, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Schnee
Van de Velde, Eisbelustigung, Menschen laufen auf einen zugefrorenen Wallgraben Schlittschuh.

Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erlebten die Menschen in Europa eine "Kleine Eiszeit". Die Känale in Holland froren in den sehr kalten Wintern dauerhaft zu. So nutzten Kinder und Erwachsene die Eisflächen zum Schlittschuhlaufen. Auch die Künstler entdeckten die schönen Seiten des Winters und begannen Winterlandschaften zu malen. Esaias van de Velde: Eisbelustigung auf dem Wallgraben, 1618, Alte Pinakothek, Inv. Nr. 2884, Bayerische Staatsgemäldesammlungen Maler wie Pieter Bruegel d.Ä. oder Lucas van Valckenborch stellten nicht nur den Schnee auf dem Boden und den Dächern dar, sondern ließen es in ihren Bilder auch schneien. Lucas van Valckenborch, Winterlandschaft, 1586, Wien, Kunsthistorisches Museum Vielleicht willst du es auch einmal in einem Winterbild schneien lassen. Das ist mit Hilfe eines digitalen Bildprogramms wie dem kostenlosen GIMP gar nicht so schwer. Lade das Programm von der Website von GIMP herunter, öffne es und folge der Anleitung unter dem Bild. Schiebe dazu den Regler unter dem Bild Schritt für Schritt nach rechts. Klicke auf Schneemaske 1 und Schneemaske 2, um sie herunterzuladen. Informationen zum MuseumEin Klick auf die Abbildung von van de Velde führt dich zu der Onlinesammlung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Oder noch besser: Sieh sie dir im Original in der Alten Pinakothek an! Abbildungsnachweis Titelbild: Esaias van de Velde, Eisbelustigung auf dem Wallgraben (Ausschnitt), Inv. Nr. 2884, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum, Alfred Czech

Tierisch … Henne, Hahn und Ei
Carl Wilhelm Freiherr von Heideck, Haus in Athen (Ausschnitt),

Museen sammeln. Das ist zumindest eine der Aufgaben, die Museen haben. Dabei sind Museen oft spezialisiert – beispielsweise auf Gemälde oder Skulpturen, Gefäße der Antike oder archäologische Fundstücke, Maschinen, Spielzeug oder Fingerhüte, Fotografien, Tierknochen oder Steine und vieles andere mehr. Allein in Bayern gibt es über 1300 Museen! Und trotz der Verschiedenartigkeit der Kostbarkeiten, die in den einzelnen Museen gesammelt werden, finden sich manche Motive und Themen immer wieder. Und zwar in ganz unterschiedlichen Museen. Hühner gesucht! Sabine hat eine besondere Leidenschaft für Hühner – lebende Hühner. Immerhin zählen Hühner zu den häufigsten Haustieren! Deshalb haben wir uns in einigen Museen und deren Online-Sammlungen auf die Suche gemacht, ob auch dort wohl Sabines Lieblingstiere zu finden sind. Und wir haben jede Menge entdeckt! Hennen, Hähne, Küken …So finden sich Hühner auf zahllosen Gemälden, in ihren typischen Bewegungen und mit wunderbar schillerndem Gefieder gemalt. In manch einem Bild spielen sie die Hauptrolle, sie dienen zur Belebung einer ländlichen Szene oder tummeln sich an den Nebenschauplätzen in weihnachtlichen Krippen. Manchmal sind sie auch Teil eines Stilllebens, liegen hier – oft bereits gerupft – fertig zur Zubereitung in der Küche auf dem Tisch. Und schon fällt uns die Hühnerbraterei auf dem Oktoberfest ein. – Ein Foto davon aus dem Jahr 1921 gibt es im Münchner Stadtmuseum. Wenn du auf die Bilder klickst, vergrößern sie sich. In einer Ölskizze festgehalten Genial beobachtet und meisterhaft realistisch gemalt, lange bevor Fotos eine Hilfe hätten sein können Eine sogenannte „Kraienköppe“ – das ist eine besondere Hühnerrasse – ist auch dabei … mehr zu diesem Gemälde. Lebloses zum Stillleben angeordnet Unterm Tisch und auf dem Spieß … Zur Duftwolke des Münchner Oktoberfestes gehören Brathendl einfach dazu von links nach rechts: Hubert von Heyden, Henne mit zwei Küken (Studie), um 1897, Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (nicht ausgestellt), CC BY-SA 4.0; Melchior d' Hondecoeter, Hühnerhof, Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlungsbestand Alte Pinakothek (nicht ausgestellt), CC BY-SA 4.0; Jacob Jordaens, Der Satyr beim Bauern, um 1620/21, Leinwand auf Eichenholz aufgezogen, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0; Carl Schuch, Stillleben mit gerupftem Huhn, um 1885, Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlungsbestand Neue Pinakothek (nicht ausgestellt), CC BY-SA 4.0; Rundkrippe mit Verkündigung an die Hirten, Anbetung und volkstümlichen Szenen (Ausschnitt), Neapel 2. Hälfte 18. Jahrhundert © Bayerisches Nationalmuseum München; Philipp Kester, Münchner Oktoberfest – Hühnerbraterei, 1921, Fotografie, Gelatineentwicklungspapier, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Kester (nicht ausgestellt), CC BY-SA 4.0 Ein gebratenes Hendl gibt es aber auch in dem Gemälde „Schlaraffenland“ aus dem 16. Jahrhundert von Pieter Bruegel d. Ä. zu sehen. Es hat die gleichnamige Geschichte von Hans Sachs zum Thema. Im Schlaraffenland, so heißt es hier, flögen gebratene Hühner herum und den Faulen sogar direkt in den Mund. – Bei Bruegel liegt allerdings das gebratene Huhn nur auf dem Tisch. Pieter Bruegel d. Ä., Das Schlaraffenland, 1567, Eichenholz, 51,5 x 78,3 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Krähen, picken, gackern ... Die alten Griechen waren vom Kampfverhalten der Hähne fasziniert, die ihre Rivalen aus dem Revier vertreiben. Deshalb sind Hahnenkämpfe sogar auf Vasen der Antike abgebildet. von links nach rechts: Vase mit Hahnenkampfszene, Bandschale des Tleson-Malers, Ton, 550-530 v. Chr., aus Athen, gefunden in Tarent. Staatliche Antikensammlungen, München Foto: © Renate Kühling, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek; Ernst Andreas Rauch, Goldener Hahn (7), 1958, München, Borstei, Foto: © Museumspädagogisches Zentrum; Hühner im Freilichtmuseum, Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee © Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee; Hubert van Heyden, Geflügelhof, um 1900, Öl auf Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (nicht ausgestellt) CC BY-SA 4.0 Dass aber Hähne nicht nur kampflustig sind, sondern auch Frieden stiften können, zeigt sich in der Münchner Borstei: Dort steht auf einem Sockel ein goldener Hahn, der an Alexander Puschkins „Märchen vom goldenen Hahn“ erinnern könnte. Es handelt davon, dass Hühner vor nahenden Feinden warnen. Denn sie können über ihre Füße Schwingungen im Boden spüren. Richtig Leben bringen Hühner in manch ein Freilichtmuseum. Dort kannst du sie beobachten beim Gackern, Picken und Sandbaden. Aufgeregte Hühner © Museumspädagogisches Zentrum Denn seit den alten Römern gehörten Hühner über Jahrhunderte zu einem Garten dazu und trugen so zur Ernährung der Bevölkerung direkt vor Ort bei. Ei, Ei ... Zugegeben: Auf unserer Suche haben wir auch manchmal um die Ecke gedacht. Denn welche Rolle spielen denn Hühnereier für uns? Wir essen Eier hart- oder weichgekocht – im Schlaraffenland würden wir sie direkt aus der laufenden Schale löffeln –, wir braten Spiegeleier, backen mit Eiern Kuchen oder stellen damit Nudeln her. Durchschnittlich isst jede(r) Deutsche pro Jahr etwa 230 Eier! – Grund genug, einmal darauf zu achten, wo die Eier herkommen, wie die Hennen leben und wo sie für uns die Eier legen!Doch aus Ei lässt sich noch viel mehr herstellen. Farbe zum Beispiel. Wird Farbpigment mit Ei angerührt, erhält man sogenannte Tempera. Wie wunderbar diese zarten Farben auch noch nach fast 600 Jahren strahlen, kannst du in der Alten Pinakothek bewundern: Fra Filippo Lippi, Verkündigung Mariae, um 1443/45, Tempera auf Pappelholz, 205,8 x 187,9 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Aber auch in der Impfstoffherstellung spielt Hühnereiweiß eine wichtige Rolle. Wir sind sicher: Auch hierzu gibt es in einem Museum, das sich mit Medizingeschichte auseinandersetzt, ein passendes Exponat. Hühnergötter, Deutsches Meeresmuseum Stralsund, Foto: © Jan-Peter Reichert, Deutsches Meeresmuseum Und übrigens: Damit die Hühner im Stall gut geschützt sind und gut legen, wurden mancherorts „Hühnergötter“ aufgehängt. So werden Feuersteine genannt, bei denen im Meer Kalkeinschlüsse ausgewaschen wurden, so dass ein Loch entstand. Solche Steine findest du an Nord- und Ostsee oder zum Beispiel auch im Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. Entwirf deine Hühner-Ausstellung im Modell! Stell dir vor, du planst – als Ausstellungs-Kurator*in – eine Sonderausstellung zum Thema Hühner. Überlege dir, welche Objekte aus welchen Museen du gerne ausstellen würdest. Welche Themen möchtest du in deiner Ausstellung behandeln, was den Besuchern mitteilen?Stöbere in Ausstellungskatalogen oder Online-Sammlungen verschiedener Museen, schau dich bei Museumsbesuchen, im Stadtraum oder in der Wohnung um. Was könnte zum Thema Hühner passen?Du brauchst:• Papier• Karton• Knetmasse oder Schokoeiereinwickelmetallfolie• Stifte, Schere, Klebeband• Schuhkarton(s), dein Puppenhaus, falls du dieses hierfür verwenden darfst, oder Ähnliches So geht’s:• Dein Puppenhaus oder der Schuhkarton dienen dir als Ausstellungsräume im Miniformat. Überlege, wie groß deine Exponate im Modell werden dürfen, damit sie in diese „Räume“ passen.• Fertige entsprechend kleine Zeichnungen von den Exponaten an, male Rahmen darum und schneide sie aus.• Forme dreidimensionale Exponate – Skulpturen zum Beispiel – als kleine Figuren aus Knetmasse. Bau einen kleinen Sockel aus Karton dazu.• Sortiere deine „Exponate“ nach Themen.• Nutze dein Puppenhaus oder einen Schuhkarton, um deine Ausstellung aufzubauen.• Probiere aus, ob an mancher Wand ein Hintergrund aus farbigem Papier gut wäre.• Jetzt brauchst du nur noch Publikum. Lade dazu Spielfiguren in deine Ausstellung ein! Ausstellungsaufbau im Schuhkarton. Mit Skizzen nach Pablo Picasso, Jacobus (Jacomo) Victors, Philipp Kester, Pieter Bruegel d. Ä. und Mario Sala, Bozetto nach Ernst Andreas Rauch © Museumspädagogisches Zentrum Noch mehr entdeckt? Noch viel mehr Exponate rund um das Thema Hühner sind in den verschiedensten Museen zu finden! In Kunstmuseen, Medizinhistorischen Sammlungen und, und, und … Teile deine Entdeckungen auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZtierisch. Aber Vorsicht! Nicht alle Objekte in Museen dürfen einfach fotografiert werden! Mach also auch mal eine Skizze oder sende eine Textnachricht. TIPP: Genug über Hühner erfahren? Dann mach dich bei deinem nächsten Museumsbesuch mal auf die Suche nach deinem persönlichen Lieblingstier und lass dich anregen, so jede Menge Neues über dieses Tier herauszufinden! Passende MPZ-FührungGeflügelte Drachen, zahme Löwen oder die Kuh im "Wohnzimmer". Tiere auf Bildern in der Alten Pinakothek (Horte, MS bis Jgst. 6, RS bis Jgst. 6, GYM bis Jgst. 6, FöS, GS)Welche Krippe ist die schönste? – Die Krippensammlung des Bayerischen Nationalmuseums (Horte, GS)Informationen zum MuseumDie hier vorgestellten Hühner stammen aus diesen Museen: Alte Pinakothek, Bayerisches Nationalmuseum, Deutsches Meeresmuseum, Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee, Münchner Stadtmuseum, Staatliche Antikensammlungen, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau. Mit dem Museumsportal findest du Museen in deiner Nähe. Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Wilhelm Freiherr von Heideck, Haus in Athen (Ausschnitt), 1838, Leinwand, 69 x 47 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München (nicht ausgestellt), URL: https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/haus-in-athen-30016533, CC BY-SA 4.0

Geschenkpapiere selbst gemacht!
Geschenkpapier

Tut euch zu zweit, besser zu dritt oder zu viert zusammen, dann macht das Gestalten von Geschenkpapieren besonders viel Spaß! Wie immer inspiriert uns ein Objekt aus einem Museum, diesmal ein Gemälde von Wassily Kandinsky aus der Pinakothek der Moderne. Inspiration Kunst Wassily Kandinsky, Träumerische Improvisation, 1913, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Pinakothek der Moderne, München (Zuletzt aktualisiert am 15.09.2020) Schaut euch dieses Bild einmal genau an. Welcher Name oder Titel würde euch dazu einfallen? Schreibt gerne eure Ideen in unsere Wortwolke, so sehen wir, wie viele unterschiedliche Ideen es gibt! Du kannst auch mit deiner Handykamera diesen Code scannen! Wahrscheinlich kommt ihr auf viele Ideen, die in ganz unterschiedliche Richtungen gehen! Kein Wunder! – Denn die vielen bunten Farben, unterschiedlichen Formen, Striche, Punkte und ihre Verteilung im Bild regen die Fantasie sehr stark an. Es ist ein abstraktes Bild, das nichts aus der realen Welt abbildet. Die Farben und Formen und ihre Zusammenstellung lösen aber Bilder oder Assoziationen in uns aus, die ganz unterschiedlich sein können. Wassily Kandinsky nennt dieses Gemälde „Träumerische Improvisation“. Improvisation, improvisieren – das bedeutet, etwas spontan und kreativ zu tun. Nicht geplant, sondern eher spielerisch. Das Adjektiv „träumerisch“ verstärkt diese Absicht noch. Wassily Kandinsky hat mit dieser Art der Malerei vor über 100 Jahren eine ganz neue Kunst geschaffen. Mit der Technik des Improvisierens gestaltet ihr jetzt gemeinsam außergewöhnliche Geschenkpapier-Bilder! Nützlich wäre dafür ein größerer Tisch, den ihr am besten mit Zeitungspapier abdeckt. Tragt die hier abgebildeten Materialien zusammen. Vielleicht möchte sich auch jemand um eine passende Musik kümmern? Altpapier wie Packpapier, Papiertüten, Einwickelpapiere z. B. von Bäckereien, Bleistifte, Buntstifte, Wachsmalkreiden, Pinsel, Schere, Frottage-Materialien (z. B. Küchenreiben, Siebe, raues Holz, Obstnetze etc.), Wollreste, Schnüre. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr Große Papiere, Packpapier oder aufgeschnittene Papiertüten legt ihr so auf den Tisch, dass ihr gleichzeitig von verschiedenen Seiten daran arbeiten könnt. Kleinere Papiere lasst ihr zur Weitergestaltung von einem Platz zum nächsten wandern, so dass immer Gemeinschaftspapiere entstehen.Tipp: Zu starke Knicke bei aufgeschnittenen Papiertüten lassen sich gut glatt bügeln. Als erstes Frottage! Das braucht ihr: Aufgeschnittene Papiertüten, Packpapier, Einwickelpapiere und Frottage-Materialien wie Küchenreiben, Siebe, Gemüsenetze, raues Holz u. a. Legt alle Frottage-Materialien unter die Papiere. Mit flach geführten Wachsmalkreiden übertragt ihr die unterschiedlichen Strukturen auf eure Papiere. Jetzt zeigen die Papiere eine farbige Grundmusterung, die sich prima weitergestalten lässt! © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr Geschenkpapiermotive dazu! Für wen und für welchen Anlass macht ihr denn euer Geschenkpapier? Ist es ein Geburtstag? Eine Hochzeit? Ein religiöses Fest? Oder einfach ein Zwischendurch-Geschenk, mit dem ihr jemandem eine Freude machen wollt? Überlegt, welche Motive, Zeichen, Symbole euch für den Anlass, die Person oder das Geschenk einfallen! Blumen, Glückskleeblätter, Tiere, Herzen, Smileys …??? Vielleicht habt ihr auch einige Backförmchen, die sich vom Motiv her eignen? Dann könnt ihr auch die verwenden. Mit verschiedenen Buntstiften oder Wachsmalkreiden zeichnet ihr eure Motive auf die Papiere, groß, klein, verstreut oder gehäufelt – so wie es auch Wassily Kandinsky in seinem Bild gemacht hat. Tauscht immer wieder die Plätze, damit die Papiere von allen Seiten gestaltet werden. © Museumspädagogisches Zentrum , Foto: Andrea Feuchtmayr Collage für Löcher, Risse und mehr Hat euer Papier vielleicht an einigen Stellen Löcher oder Risse oder habt ihr Lust, das Papier mit der Collagetechnik weiter zu gestalten? So geht‘s: Altpapierreste gestaltet ihr zuerst wieder farbig und gemustert mit der Frottage-Technik. Schneidet verschiedene Motive aus. Um Löcher zu reparieren, müssen die Motive ein ganzes Stück größer sein als die kaputten Stellen. Mehlkleber herstellen Zum Kleben verwendet ihr selbst hergestellten, umweltfreundlichen Mehlkleber! So könnt ihr nicht wieder verwendbares Geschenkpapier ohne Bedenken in die Papiertonne werfen. Und so könnt ihr Mehlkleber selbst herstellen. Schiebt dazu den Regler unter dem Bild Schritt für Schritt nach rechts und folgt der Anleitung unter den Bildern. Verpacken ohne Klebefilm Auch Päckchen packen könnt ihr umweltfreundlich ohne Plastik-Klebestreifen! Wie es geht, erfahrt ihr, wenn ihr den Regler wieder nach rechts schiebt und der Anleitung unter den Bildern folgt!Tipp: Zu zweit und mit 4 Händen geht’s einfacher! Geschenk zu groß, Papier zu klein? Da hilft ein Falz! Zwei Papiere könnt ihr mit einem Falz zu einem großen Papier zusammenfügen. Der Falz lässt sich dann auch gestalterisch für euer Päckchen nutzen. So geht’s: Sicher werdet ihr mit euren außergewöhnlich verpackten Geschenken viel Freude bereiten. Toll, was man aus Altpapier so zaubern kann! Und gleichzeitig habt ihr nachhaltige, umweltfreundliche Recyclingverpackungen hergestellt! Denkt auch nach dem Feiern ans Recycling, werft nur Papier in die Altpapiertonne und nur diejenigen Papiere, die sich nicht weiterverarbeiten lassen. Bestimmt gibt es ja bald wieder eine Gelegenheit, mit selbst gestaltetem Geschenkpapier jemandem eine Freude zu bereiten.Viel Spaß bei euren von Wassily Kandinsky inspirierten Geschenkpapier-Improvisationen! Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr

Tierisch … Drachen suchen
Drachen_Dachreiter

Drachen kennst du vielleicht aus Geschichten oder Filmen. In Wirklichkeit gibt es sie nicht. Es sind Fantasietiere. Schon vor ganz langer Zeit haben die Menschen sie sich ausgedacht. Es gab manches, was die Menschen nicht beherrschen konnten: Feuer und Wasser zum Beispiel, oder Krankheiten und Hungersnöte. Dann stellten sie sich diese Dinge als Drache vor. Und wer einen Drachen zähmen oder besiegen konnte, war besonders tapfer, mutig und stark. In China dagegen gilt der Drache als Zeichen für Glück und Macht. Dort ist er auch ein Tierkreiszeichen. Alle zwölf Jahre gibt es ein Drachenjahr (zuletzt 2012). Auch in den Münchner Museen und an manchen Orten in der Stadt „hausen“ Drachen. Sie warten darauf, entdeckt zu werden. Geh mit auf die Suche! Film "Der Kampf gegen die Drachen. Krankheiten und Epidemien in München" (Ausschnitt). © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Zeno Legner, Falk Müller Wassily, Georg und der Drache Der Heilige Georg ist der bekannteste Drachenbekämpfer und wird oft als Ritter in Rüstung dargestellt. Beim Memo-Spiel war er auch auf einem bunten Gemälde dabei. Das Bild stammt von Wassily Kandinsky, einem berühmten russischen Maler. Er wurde 1866 in Moskau geboren, wuchs dort auf und lebte auch lange Zeit in München und Murnau. Auf seinen Bildern ist immer wieder der Heilige Georg zu sehen. Warum wohl? Die Drachen-Karten helfen dir dabei, der Antwort auf die Spur zu kommen. Der Drache und der Blaue Reiter Kandinsky sah also Georg und den Drachen häufig in seinem Leben an verschiedenen Orten. Der Heilige Georg ist in vielen Ländern der Welt bekannt. Sein Zeichen ist eine weiße Fahne mit rotem Kreuz. Das ist die Fahne von England. Viele mächtige Herrscher nahmen sich Georg zum Vorbild. Kannst du dir vorstellen, warum?Kandinsky und seine Kollegen wollten anders malen als die Künstler*innen vor ihnen. Zusammen mit Franz Marc sammelte Kandinsky Bilder und Aufsätze, die ihre Kunst erklären sollten. 1912 erschien diese Sammlung als Buch (Almanach). Die beiden Maler gaben ihm den Titel "Der Blaue Reiter". Franz Marc liebte nämlich Pferde, Kandinsky Reiter. – Und beide liebten die Farbe Blau. Hier siehst du das Titelbild. Wassily Kandinsky hat es entworfen.Was zeigt das Bild? Kannst du etwas erkennen?Schiebe den Regler nach links und es erscheint ein Hinterglasbild von Wassily Kandinsky, welches das gleiche Motiv zeigt. Es wird dir sicher helfen, die einzelnen Elemente auf dem Titelblatt besser erkennen zu können. Welche Einzelheiten, die du auf dem Hinterglasbild siehst, hat Kandinsky auf dem Titelblatt „Der Blaue Reiter“ weggelassen? Du kannst prüfen, ob du richtig liegst. Ziehe einfach die zwei passenden Blasen in die leeren Lösungsblasen. Jetzt kennst du dich schon gut mit Drachen aus und kannst weiter auf die Suche gehen. Tipp: Schau doch mal beim „Wurmeck“ am Münchner Neuen Rathaus vorbei!Du kannst auch selbst fantasievolle Drachen gestalten. Ein paar Anregungen bekommst du hier. – Klicke einfach auf die folgenden Bilder: Drache als Stiftehalter Einen feuerspeienden Drachen basteln MPZ-Online-VeranstaltungMusPad: Vom Haustier bis zum Fabelwesen – Tierdarstellungen in der Kunst (MS, RS, GYM, Jgst. 5 – 11) Passende MPZ-FührungGrüne Nasen, gelbe Kühe und der Blaue Reiter (Horte, Inklusionsklassen, FöS, MS, RS, GS, GYM)Wassily Kandinsky – auf dem Weg der Abstraktion (Horte, MS, RS, GS, GYM)Geflügelte Drachen, zahme Löwen oder die Kuh im "Wohnzimmer". Tiere auf Bildern in der Alten Pinakothek. (Horte, FöS, MS bis Jgst. 6, RS bis Jgst. 6, GS, GYM bis Jgst. 6)Programm für Deutschklassen: Tierische Welten – die Darstellung von Tieren in der Kunst (Deutschklasse MS Jgst. 5-6, Deutschklasse GS,)Glücksdrache aus China und Japan (MS bis Jgst. 7, RS bis Jgst. 7, GS, GYM bis Jgst. 7) Informationen zu den MuseenIn diesen Museen findest du die Drachen: im Münchner Stadtmuseum und in der online-Sammlung des Münchner Stadtmuseums, im Lenbachhaus, der Staatlichen Münzsammlung, dem Bayerischen Nationalmuseum, dem Museum Fünf Kontinente und dem Schloss Lustheim. Abbildungsnachweis Titelbild: Dachreiter (Bearbeitet), China, Shandong, 17. Jh.. © Museum Fünf Kontinente, Foto: Marianne Franke, Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Tierisch – leuchtend – bunt
Franz Marc, Kühe, rot, grün, gelb,

Bunt und bewegt Franz Marc, Kühe, rot, grün, gelb, 1911, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, CC BY-SA 4.0 Eine gelbe Kuh!? Irgendwie fröhlich und energiegeladen wirkt sie, wie sie von links ins Bild springt. Dazu ein rotes Kalb und ein grünes Rind – ob männlich oder weiblich, lässt sich schwer sagen. Vielleicht eine Familie? Franz Marc malte die Tiere in einer bunten Umgebung, die die Bildfläche füllt. Dabei verwendete er für Körper und Landschaft vor allem weiche Formen. Er malte die Tiere in ihren typischen Bewegungen und kombinierte verschiedene Körperhaltungen in einem Bild.Als Franz Marc vor über hundert Jahren Tiere in bunten Farben malte, ganz anders also als ihre natürliche Farbgebung wäre, mag das für das Publikum seltsam gewirkt haben. Heute leben wir in einer Welt voller Farben: Spielsachen, Kleidung, Farbfotos, bunte Gegenstände, Werbeplakate … und schätzen Marcs Bilder als wichtigen Schritt auf dem Weg der Abstraktion.Weshalb Franz Marcs Bilder so leuchten, hat einen einfachen Grund: Er wählte Farben, die sich ganz besonders steigern, und kombinierte geschickt. Solche Überlegungen hat er auch schriftlich festgehalten. Zudem setzte er helle Farbflächen neben dunkle, die in die Tiefe gehen. Farbexperimente Probiere es aus! Leg dir eine Farbsammlung an, indem du aus Werbeprospekten, Zeitschriften oder Papierresten einfarbige Farbflächen ausschneidest – möglichst alle im selben Format, z.B. 3 x 3 cm. Oder male verschiedene Farbfelder in diesem Format auf ein Papier (drück dabei fest auf!) und schneide diese aus. Jetzt brauchst du noch einen weißen und einen schwarzen Untergrund. Kombiniere die Farbkärtchen unterschiedlich. Wie bringst du die Farben besonders zum Leuchten? © Museumspädagogisches Zentrum Farbkontraste Treffen helle und dunkle Farben aufeinander, erstrahlt die helle vor der dunklen. Ganz besonders aber leuchten zwei Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen. Das wird als Komplementärkontrast bezeichnet. Schau dir das Gemälde „Kühe, rot, grün, gelb“ noch einmal genau an! Entdeckst du Stellen, an denen die Komplementärfarben (fast) direkt nebeneinander stehen? Und wo gibt es Hell-Dunkel-Kontraste? Gut getarnt Wassily Kandinsky, Die Kuh, 1910, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung, CC BY-SA 4.0 Hast du die Kuh schon entdeckt? Oder vielleicht sogar mehrere Rinder?Im Vergleich zu Marcs Gemälde „Kühe, rot, grün, gelb“ erscheint bei Wassily Kandinsky die gelbe Kuh im Vordergrund ganz anders. Sie ist gut versteckt im Getümmel der Farben und Formen. Farbige Flächen bilden eine Landschaft mit Hügeln und Bergen, wie Kandinsky sie in Oberbayern kennenlernte. Er kombinierte diese aber mit goldenen Kuppeln, die typisch für seine Heimat Russland sind. Mit diesem bunten Hintergrund verschmilzt die Kuh fast. Welche Flächen gehören wohl zur Kuh, welche zur Umgebung? Exotisch bunt? August Macke, Zoologischer Garten I, 1912, Öl auf Leinwand, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, CC BY-SA 4.0 Während Franz Marc Tieren meist die Hauptrolle in seinen Bildern gab, spielen bei August Macke auch Menschen eine wichtige Rolle. Daher überrascht es nicht, dass er Tiere im Zoo malte, wo Menschen Tiere aus fernen Ländern beobachten können, und auch die Besucher mit ins Bild nahm. Offensichtlich faszinierte Macke das bunte Gefieder der Vögel, die dort zu sehen waren: Papageien, Kakadus und Flamingos. Zusammen mit den Büschen, Bäumen, Wasserflächen und Zäunen komponierte er bunte Zoobilder. Hier zog er mit dunkler Farbe Konturlinien, Umrisslinien also, um den Figuren in den ineinander übergehenden Farben eine klare Form zu geben. Deutlich wird das bei den Herren, die allesamt Hüte – sogenannte „Melonen“ – tragen, und bei den beiden Tierköpfen am unteren Bildrand. – Vor allem bei den Ohren der Antilope links. Macke – Marc – Kandinsky Die drei Gemälde von Wassily Kandinsky, Franz Marc und August Macke sind in einem engen Zeitraum entstanden: 1910, 1911 und 1912. 1911 ist das Jahr, in dem Wassily Kandinsky und Franz Marc als Herausgeber und Redakteure an einem Almanach – also einem Jahrbuch – mit dem Titel „Der Blaue Reiter“ arbeiteten. Bereits 1910 hatte Franz Marc August Macke kennengelernt, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband.Die Künstler tauschten sich über ihre Ideen aus und entwickelten damit ihre eigene Malweise weiter. Typisch für die Zeit stellten alle drei in ihren Werken die Welt abstrakt dar – nicht realistisch also, wie wir sie kennen.Welches der drei Bilder gefällt dir besonders? Kannst du deine Wahl begründen?Noch mehr Gemälde der drei Künstler findest du im Lenbachhaus. Jetzt bist du dran! Franz Marc, Mandrill, 1913, Aquarell, Tempera, Bleistift, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, CC BY-SA 4.0 Gestalte ein bunt leuchtendes Bild mit Tieren und FormenDu brauchst:• Ein Blatt weißes Papier, z.B. im Format DIN A5• Farbstifte, Wachsmalkreiden oder andere Farben, mit denen du besonders gerne malst• Ggf. ein Blatt dunkles Papier, das etwa größer ist als das weißeUnd so geht’s:• Welche Tiere möchtest du malen?• Suche dir Fotos als Vorlage, die diese Tiere in bewegter Körperhaltung zeigen.• Entscheide, ob du den Tieren die Hauptrolle geben magst, oder ob du sie lieber im Bild verstecken möchtest, und male die Tiere entsprechend groß.• Zeichne zuerst die Umrisse der Tiere nur schwach.• Überlege, ob runde oder eckige Formen zu diesen Tieren besser passen.• Zeichne entsprechend passende Linien und Formen als Hintergrund.• Fülle das Bild mit bunten Farben, drücke dazu fest auf und lass keine Stelle frei!• Wenn du weiße Stellen im Bild haben möchtest, male auch diese an – mit weißer Farbe.• Denke auch an den Einsatz von Komplementärkontrasten, damit dein Bild richtig schön leuchtet.• Möchtest du die Umrisslinien noch einmal nachziehen? Tipp: Du kannst die Wirkung deines Bildes noch steigern, indem du es auf ein dunkles Papier aufklebst, das etwas größer ist, oder indem du einen dunklen Rahmen malst. Folgt uns auf Facebook oder Instagram! Dort werden wir auch alle neue Aktion verlinken. Wenn ihr uns eure Kunstwerke zeigen wollt, verwendet den Hashtag #MPZtierisch. MPZ-Online-VeranstaltungMusPad: Die Welt der Tiere (GS, ab Jgst. 2)MusPad: Vom Haustier bis zum Fabelwesen – Tierdarstellungen in der Kunst (MS, RS, GYM bis Jgst. 11) Passende MPZ-FührungGrüne Nasen, gelbe Kühe und der Blaue Reiter (Horte, Inklusionsklassen, MS, RS, BS, FöS, GS, GYM)Von gelben Kühen und blauen Pferden (Kindergarten, ab 4 Jahren)Bunte Tierwelten – von Fleckvieh, blauen Pferden und schrillen Vögeln (Fortbildung für Pädagogisches Fachpersonal)Bunte Welten, grüne Nasen und der Blaue Reiter (Fortbildung für Lehrkräfte aller Schularten) Informationen zum Museum In der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München ist die weltweit größte Sammlung zur Kunst des Blauen Reiter zu finden. Einen wunderbaren Einblick in diese Sammlung bietet die Website Der Blauer Reiter des Lenbachhauses sowie die Online-Sammlung des Museums. Abbildungsnachweis Titelbild: Franz Marc, Kühe, rot, grün, gelb, 1911, Öl auf Leinwand (Ausschnitt), Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, CC BY-SA 4.0. Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Geheime Geschichten – Lucys Rätselbilder

Die schottische Künstlerin Lucy McKenzie (*1977 Glasgow) bringt in ihren Werken oft Verschiedenes zusammen: Zeiten, Orte, Stile, Themen und Personen. Dabei schlüpft sie gerne in Rollen und arbeitet wie eine Detektivin: Heraus kommt etwas vollkommen Neues, das ihr auch hilft, unsere heutige Welt besser zu verstehen! „Es ist die pure Lust daran, in der Haut von etwas oder jemandem  zu stecken, das beziehungsweise den man aufregend findet.“L. McKenzie im Interview mit J. Proctor, in: Really Old? 10 Jahre Museum Brandhorst, München 2020, S. 55. „Es ist eine wirklich schöne Erfahrung, sich anzuschauen, was all diese Dinge im Grunde verknüpft. [...] Es ist ein echtes Rätsel, aber es ist mein Rätsel, und es ist toll, all diese Elemente zusammensetzen zu können und das Rätsel so vielleicht zu lösen.“ L. McKenzie im Interview mit J. Proctor, in: Really Old? 10 Jahre Museum Brandhorst, München 2020, S. 50. Lucy McKenzie, Rebecca, 2019, Udo und Anette Brandhorst Sammlung. © Lucy McKenzie. Foto: Mark Blower. Courtesy the artist and Cabinet, London Was beschäftigt dich? Gibt es Dinge, die für dich eine besondere Bedeutung haben? Bist du dir selbst oder anderen vielleicht manchmal ein Rätsel? Wie kannst du deine Persönlichkeit ausdrücken? Sammle Objekte, Symbole, Zeichen, Texte, Bilder, die etwas mit dir zu tun haben oder dich interessieren. Erstelle daraus ein Bild und schaffe so deine eigene geheime Geschichte. Du kannst zeichnen, malen oder mit Collage arbei­ten – deinem persönlichen Rätselbild sind keine Grenzen gesetzt! Stelle dein Bild deinen Freund*innen vor! Welche Symbole verstehen deine Freund*innen ohne deine Erklärung? Wo brauchen sie einen Hinweis von dir? Welche Bildelemente sollen dein Geheimnis, ein Rätsel bleiben?Schau mal, was Johanna beschäftigt...  Und Lust auf ACTION?Kreative Anregungen zum Denken, Diskutieren und kreativen Gestalten findest du auf unseren ActioncARTS, eine Kooperation mit dem Museum Brandhorst: ActioncART: Geheime Geschichten - Rätselbilder, Inspirationsquelle Passende MPZ-Führungen"Food for the mind" – sehen, denken, diskutieren (ab 8. Jgst. MS, RS, Gym, BS)Kunst ist politisch! – Ist Kunst politisch? (GS ab 3. Jgst., MS, RS, Gym, BS, Horte)Moderne Kunst als Inspiration für Geschichten – imaginieren, improvisieren, dichten (GS, MS, RS, Gym, BS) Informationen zum MuseumEinige Werke von Lucy McKenzie findest du in der Sammlung des Museums Brandhorst. Abbildungsnachweis Titelbild: Lucy McKenzie, Rebecca (Ausschnitt), 2019, Öl auf Holz , 206,1 × 108,3 cm , Udo und Anette Brandhorst Sammlung. © Lucy McKenzie. Foto: Mark Blower. Courtesy the artist and Cabinet, London; Bearbeitung: Museumspädagogisches Zentrum

Die bunte Welt der Muster!
Zwei Stoffmusterbücher

Was wäre unsere Kleidung ohne farbige Drucke und Muster? Ganz schön langweilig, oder? Die bunte Welt der Muster! Baumwollpiquékleid mit Petticoat aus den 1960er Jahren. © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg – kurz tim - wimmelt es nur so von bunten Mustern und bunt bedruckten Stoffen!Auf diesem Kleid aus den 1960er Jahren blüht beispielsweise eine ganze Blumenwiese aus roten und schwarzen Blütenranken.Das Kleid ist schon über 60 Jahre alt und stammt aus der sogenannten „Wirtschaftswunderzeit“. Das ist die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Den Menschen in Deutschland ging es wieder besser, sie hatten nach den harten Kriegsjahren ein großes Nachholbedürfnis. – Auch in der Mode.Die Stoffe aus dieser Zeit waren kunterbunt und voller üppiger Muster. Der Pariser Designer Christian Dior erfand in den 1950er Jahren den sogenannten "New Look", was übersetzt „Neues Aussehen“ bedeutet. Die Damen trugen glockenförmige, wadenlange Röcke aus fließenden Stoffen und mit einer “Wespentaille". Diese ist wirklich nach der Wespe benannt, die eine extrem schmale Taille hat.Unter den Röcken trugen die Damen Petticoats aus Tüll. Diese bunten Unterröcke ließen die Kleider noch glockenförmiger aussehen. Muster Muster Muster! Blätter, Blumen, Kringel, Kreise, Quadrate, Vierecke und Rauten, sogar ganze Obstkörbe oder wilde Tiere gibt es auf den bunten Textilien im tim zu entdecken.Besonders viele Muster findest du in unserer „Schatzkammer“. Dort liegen über 500 Musterbücher. Darin stehen keine Geschichten zum Vorlesen. Die Bücher sind über und über mit kleinen Musterstücken aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei beklebt.Über 1,5 Millionen verschiedene Muster aus 250 Jahren gibt es hier zu bestaunen. Musterbuch aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei. © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Wenn du mal hier im tim bist, dann kannst du selbst zum Designer werden und diese Muster zum Leben erwecken. Mit Hilfe eines Computers überträgts du die Muster auf unsere Grazien – das sind über vier Meter hohe Damenfiguren, die dann jeweils das Muster anziehen, das du an einem Touchscreen ausgewählt hast. Digitale Muster auf über vier Meter hohen Grazien (Damenfiguren) in der Dauerausstellung des tim. © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) Vielleicht hast du jetzt Lust bekommen, auch ein Muster zu entwerfen? Hier kannst du dich austoben! Kreative Anregungen und Hintergrundinformationen Willst du wissen, wie Muster auf Stoffe kommen? Oder möchtest du vielleicht sogar selbst ein paar Muster entwerfen? Dann hol dir das neue Mitmach-Heft „Mit Fussel durch das tim“! Es hält für dich auch viele weitere Rätsel und Geschichten rund um Textilien, Kleidung und Mode bereit. Du kannst es dir hier downloaden.Auch in unserer aktuellen Sonderausstellung mit dem Titel „Amish Quilts meet Modern Art“ haben sich viele Muster versteckt. Wenn du ganz genau hinschaust, dann kannst du in den farbenfrohen Quilts eine Menge solcher Strukturen entdecken! Quilts sind bunte Bettdecken, die in der Ausstellung nicht auf dem Bett liegen, sondern als Kunstwerke an der Wand hängen. In einem spannenden Entdecker-Video kannst du dich auf eine faszinierende Reise durch die Sonderausstellung im tim begeben. HIER erfährst du unter anderem, wer die Amish People sind und was gemusterte Bettdecken mit zeitgenössischer Kunst zu tun haben. Informationen zum MuseumWeitere Informationen zum tim und seinen Vermittlungsangeboten findest du HIER. Für diejenigen, die das tim gerne digital erkunden möchten, steht ein Audioguide mit spannenden Textilgeschichten bereit, die Augsburger Schülerinnen und Schüler entwickelt haben. Abbildungsnachweis Titelbild: Zwei Stoffmusterbücher aus einer ehemaligen Augsburger Stoffdruckerei. © Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim)

Nebel
Casper David Friedrich, eine Mittelgebirgslandschaft am Morgen, in denen der Nebel aus den Tälern aufsteigt.

"Wenn eine Gegend sich in Nebel hüllt, erscheint sie größer, erhabener und erhöht die Einbildungskraft und spannt die Erwartung gleich einem verschleierten Mädchen." So beschreibt der romantische Maler Caspar David Friedrich (1774 - 1840) die Wirkung des Nebels in seinen Gemälden. Wenn du die Atmosphäre veränderst, verändert sich auch die Stimmung eines Bildes. Das sensibilisiert dich dafür, wie der Künstler Licht und Wetter als Gestaltungsmittel eingesetzt hat. Mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm „GIMP“ kannst du einfach Nebel in Bilder einfügen. Dazu musst du weder ein Künstler noch ein digitaler Experte sein. Lade das Programm kostenlos auf der Website von GIMP herunter, öffne es und folge der Anleitung unter dem Bild. Schiebe dazu den Regler unter dem Bild Schritt für Schritt nach rechts. Hier findest du weitere Beispiele zur Anregung. Wenn du die „ungefilterten“ Gemälde sehen und mehr über sie wissen willst, klicke auf die Bilder. Sie führen dich auf die Website der Alten Pinakothek der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Nebelmanipulation: Joseph Anton Koch: Der Schmadribachfall Nebelmanipulation: Carl Blechen: Bau der Teufelbrücke Nebelmanipulation: John Christian Dahl, Frederiksholm Kanal in Kopenhagen Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Alten Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Passende MPZ-FührungRomantik und Realismus (MS, RS, GYM jeweils ab Jgst. 8, BS) Informationen zum MuseumSieh dir doch die Bilder im Original in der Alten Pinakothek an. Abbildungsnachweis Titelbild: Caspar David Friedrich, Riesengebirgslandschaft mit aufsteigendem Nebel (Ausschnitt), um 1820, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Alfred Czech

Unterwegs auf nachhaltigen Sohlen

„Zeig mir deine Schuhe … und ich sage dir, wer du bist!“ – Egal ob Sneakers, Wanderschuhe, Flip-Flops oder Adiletten: Welche Schuhe ich gerne trage, sagt viel über mich selbst und meinen Charakter aus. Schuhe spielen eine wichtige Rolle für uns, denn sie tragen uns wortwörtlich durchs Leben und schützen oder schmücken unsere Füße. Hast du ein oder mehrere Paar Lieblingsschuhe? Und warum liegen sie dir so am Herzen? In der Mode- und Textilsammlung des Münchner Stadtmuseums befinden sich einige hundert Paar Schuhe. Sie zeigen uns, welches Schuhwerk die Menschen früher getragen haben und wie diese Schuhe hergestellt und behandelt wurden. Jedes Paar erzählt eine andere Geschichte. Was können uns diese Schuhe wohl über ihre Entstehung und Herstellung verraten? „Not und Tugend“. Schuhe der Notzeit aus Stroh und Wolle, 1940/45 (hinten), vegane Sneakers aus Heu bzw. Zunderschwamm, THIES 2017 (vorne). © Münchner Stadtmuseum Die Bedeutung von Schuhen für den Menschen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert: Während man früher froh sein konnte, als normaler Bürger überhaupt Schuhe zu besitzen, quillt unser Schuhschrank heute über und es gibt Schuhe für jeden nur erdenklichen Anlass. Weltweit werden im Jahr durchschnittlich 3 Paar neue Schuhe gekauft, in Deutschland sind es 5 und in den USA sogar 7. Wie viele Paar Schuhe befinden sich in deinem Kleiderschrank? Hast du dir eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie und woraus sie hergestellt werden? Schließlich wachsen Schuhe nicht auf Bäumen … Für Lederschuhe muss als erstes der Rohstoff, also das Leder, gewonnen werden. Dieses besteht aus Häuten und Fellen von Tieren, die oftmals unter sehr schlechten Bedingungen gehalten werden. Damit das Leder haltbar, geschmeidig und dicht wird, muss es gegerbt werden. Dafür verwendet man fast immer Chemikalien, die schädlich für Menschen und Umwelt sind. Viele Arbeiterinnen und Arbeiter tragen trotzdem keine Schutzkleidung. Hier siehst du, wie es in einer Gerberei aussehen kann. Arbeiter in einer Gerberei, © INKOTA-netzwerk/ Change Your Shoes/ GMB Akash © ema_11 auf Pixabay Heute werden viele unserer Schuhe nicht aus Leder, sondern künstlich hergestellt. Diese synthetischen Materialien sind zum Beispiel PVC, Kunstleder oder Plastik. Vor allem die Sohlen der Schuhe sind meist aus Plastik und werden an den Schuhschaft geklebt. Die dabei benutzten Klebstoffe sind hochgiftig und daher schlecht für die Gesundheit der Menschen, die diesen Arbeitsschritt durchführen. Außerdem entsteht durch den Abrieb der Sohlen sogenanntes Mikroplastik. Das sind winzige Plastikteilchen, die kleiner als 5 Millimeter sind und sich durch die Luft in der Umwelt verteilen. Diese Partikel sind oft nicht größer als Sandkörner und haben die verschiedensten Farben und Formen, wie man auf diesem Bild sehen kann. Mikroplastik. © Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Quelle Fischwarm schwimmt durch Plastikverschmutzung, Mikroplastikpartikel im Meerwasser. © iStock by Getty Images. Autor: dottedhippo (Ausschnitt) Das Mikroplastik landet also auf dem Erdboden, in Flüssen und Meeren und wird dort von Lebewesen, zum Beispiel von Fischen, aufgenommen. Viele dieser Fische landen später auf unserem Teller und mit ihnen gelangt das Mikroplastik in unsere Mägen. Forscher gehen sogar davon aus, dass die Weltmeere in etwa 30 Jahren mehr Plastik als Fisch enthalten werden! Plastik ist also ein sehr großes Problem für die Umwelt und damit auch für unsere eigene Gesundheit. Viele Schuhfabriken befinden sich in Asien. Die Menschen dort arbeiten oft viele Stunden am Stück, ohne Pausen. Wenn sie krank werden, bekommen sie keinen Lohn oder verlieren sogar ihren Arbeitsplatz. Außerdem sind die Gebäude, in denen sie arbeiten, nicht sicher. In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe von Fabriken eingestürzt und dabei wurden Menschen schwer verletzt. Obwohl das Risiko für die Näherinnen und Näher also sehr hoch ist, werden sie meistens schlecht bezahlt. Viele von ihnen können mit dem geringen Lohn sich selbst und ihre Familien kaum ernähren. Immer mehr Menschen gehen daher auf die Straße, um gegen diese Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Ihre Proteste werden oftmals gewaltsam beendet. Protestierende Arbeiterinnen. © INKOTA-netzwerk/ Change Your Shoes Eingestürzte Textilfabrik Rana Plaza 2013 in Bangladesch. Einer der schwerwiegendsten Unfälle der internationalen Textilindustrie mit mehr als 1000 Toten und über 2000 Verletzten. Quelle: iStock by Getty Images, Autor: Farid_Ahmed Auf diesem Schuhsohlen-Diagramm siehst du, dass bei einem Laufschuh, der 120 Euro kostet, nur etwas mehr als 2 % des Endpreises in die Löhne der Arbeiterinnen und Arbeiter fließen. Das wären in diesem Fall knapp 2,50 Euro. Dem Markenkonzern fallen dagegen 26 Euro zu. Er erhält somit neben dem Einzelhandel, der wiederum Ausgaben für seine Beschäftigten und für die Ladenmiete hat, den größten Teil des Gesamtpreises. Die kleinste Summe landet hingegen bei den Menschen, die unter sehr schlechten Bedingungen für uns die Schuhe herstellen. Das ist alles andere als fair! Wertschöpfungskalkulation eines Laufschuhs. © SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene. Ziel 8 der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN, Quelle Wie du gerade erfahren hast, ist die übliche Herstellung von Schuhen meist alles andere als nachhaltig. Denn nachhaltig handeln heißt, sich so zu verhalten, dass alle Lebewesen auf der Erde jetzt und in Zukunft gut leben können. Das bedeutet, wir müssen nicht nur Rohstoffvorräte und die Umwelt schonen, sondern auch gerecht wirtschaften und friedlich miteinander leben. Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen 17 Ziele festgelegt, um die Welt nachhaltiger zu gestalten. Ziel 8 soll eine menschenwürdige Arbeit für alle garantieren. Leider orientieren sich viele Unternehmen nicht an diesem Ziel. Andererseits gibt es aber auch Schuhmarken, die nicht auf Masse produzieren, sondern Qualität, die Einhaltung von Menschenrechten und den Schutz der Natur über ihre Profit-Interessen stellen. Einige solche nachhaltig produzierende Markenlabels kommen aus München. Sie sind auch mit Modellen in der Schuhausstellung des Münchner Stadtmuseums vertreten. Hier gibt es zum Beispiel Sneakers aus Pilzen, Steinen oder Milch zu sehen, die das Münchner Label Nat-2 herstellt. Kannst du die Schuhe den Materialien zuordnen? Bestimmt wunderst du dich, wie aus solchen außergewöhnlichen Materialien Schuhe entstehen können. Das Pilzleder wird beispielweise aus dem Zunderschwamm gewonnen, der an Birken und Buchen wächst. In einem aufwendigen Verfahren wird der per Hand gesammelte Pilz viele Monate lang getrocknet, anschließend geschält und in Kombination mit Materialien wie Kork, Biobaumwolle und Velourleder aus recycelten PET-Flaschen zu Sneakers weiterverarbeitet. Auch der Schieferstein kann so weich, leicht und flexibel gemacht werden, dass man ihn als Schuhmaterial verwenden kann. Milch-Sneakers werden aus Milch hergestellt, die im Handel nicht mehr verkauft und weggeschüttet werden würde. Aus einem in der Milch enthaltenen Eiweiß entsteht durch chemische Prozesse eine Faser, die zu einem Milch-Filz verarbeitet wird. HIER siehst du: Wenn man kreativ und innovativ denkt, ist in Sachen Nachhaltigkeit vieles möglich! Möchtest du nun deinen eigenen nachhaltigen Schuh designen? Mit dem Online Shoe Creator der Schweizer Menschenrechts-Organisation Public Eye geht das ganz einfach. Du als Designer*in kannst dabei selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen du deine Schuhe herstellen lassen würdest. So sieht der von mir designte nachhaltige Schuh aus. Und wie ist es mit deinem Modell?! The Shoe Creator. © Public Eye. Quelle Was können wir aber tun, um die Schuhproduktion nicht nur virtuell, sondern auch in der Realität nachhaltiger zu machen? Fallen dir ein paar Möglichkeiten ein? Wir könnten zum Beispiel beim Einkauf darauf achten, dass unsere Schuhe unter fairen und umweltschonenden Bedingungen hergestellt sind. Verschiedene Zeichen, auch Siegel genannt, informieren darüber, welche Schuhe und Kleidungsstücke nachhaltig produziert wurden. Hier siehst du drei Beispiele solcher Nachhaltigkeits-Siegel. Auf ihrer Rückseite befinden sich Informationen zu den Kriterien der Siegel. Wie du gesehen hast, steckt in so einem Schuh jede Menge Arbeit von vielen Menschen. Wir sollten deshalb die Schuhe, die wir haben, gut behandeln und pflegen. So bleiben sie uns länger erhalten. Aber auch aus alten, abgetragenen Schuhen lassen sich noch tolle Sachen machen. In unserem Beitrag Upcycling! Schuhe bewegen – Schuhe gestalten findest du zum Beispiel eine Anleitung, wie du alten Sneakers ein neues Design verpassen kannst. Drachenschuh. © Museumspädagogisches Zentrum, Fotos: Rosalie Werkmeister Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Informationen zum MuseumBeim Besuch der Dauerausstellung "Typisch München" des Münchner Stadtmuseums kannst du an den verschiedensten Stellen Schuhe entdecken, die dir etwas über die Geschichte unserer Stadt und ihrer Menschen verraten: von eisernen Kuhmaulschuhen einer Ritterrüstung über die spitzen Schnabelschuhe der Moriskentänzer bis hin zu den seidenen Kreuzbandschuhen, die der bayerische König Ludwigs I. bei seiner Krönung trug. Anmerkung für Lehrkräfte, Museumspädagog*innen und Vermittler*innenSchuh- und Textilexponate bieten vielfältige Möglichkeiten, das Thema Nachhaltigkeit gemeinsam zu erörtern. Neben ökologischen Aspekten spielen in der Schuhproduktion auch die Bereiche Wirtschaft und Soziales eine zentrale Rolle und können an den Exponaten veranschaulicht werden. Hier lassen sich die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen auch gut einbinden. Mögliche SDGs, die im Zusammenhang mit den Schuhen besprochen werden können, sind die Ziele 6, 8, 9, 10, 12, 13, 16 und 17. Abbildungsnachweis Titelbild: Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum; Grafik: Fabian Hofmann; Fotografie dahinter: „Not und Tugend“. Schuhe der Notzeit aus Stroh und Wolle, 1940/45; vegane Sneakers aus Heu bzw. Zunderschwamm (Ausschnitt), THIES 2017. © Münchner Stadtmuseum;

Unsere „zweite Haut“
Hinter eine schwarzen Schabone in Form einer stilisierten Welle: Eine Gruppe von vier kopflosen Schaufensterpuppen mit Kleidung aus diversen Materialien in Hautfarbe und Rot
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Sind das Models, die uns eine neue Kollektion vorführen? Alexandra Bircken, New Model Army, 2016Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Alexandra Bircken Wie wirken die kopflosen Schaufensterpuppen auf dich – jede für sich und alle gemeinsam? Alexandra Bircken, New Model Army, 2016, Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Alexandra Bircken Stell dir vor, du könntest die Figuren umstellen – welche Anordnung würdest du wählen? Wie würde sich die Wirkung verändern? © Alexandra Bircken (Detail) Die kopflosen Puppen hat Alexandra Bircken (*1967) zusammengestellt und bekleidet. Sie ist eine bekannte deutsche Künstlerin und Bildhauerin, die u.a. an der Akademie der Bildenden Künste in München unterrichtet. Auch auf der berühmten Kunstausstellung in Venedig, der Biennale, waren schon Arbeiten von ihr zu sehen. Die lebensgroße Skulpturengruppe ist im Münchner Museum Brandhorst ausgestellt. Welchen Titel würdest du diesem Werk geben? Alexandra Bircken hat es „New Model Army“ genannt. © Alexandra Bircken (Detail) „Neue Model Armee“ – Die Kleidung scheint aber alles andere als neu und makellos zu sein? Wenn du genauer hinschaust, kannst du erkennen, dass es sich um Reste von gebrauchter, abgewetzter Motorradbekleidung und von Nylonstrumpfhosen handelt. Was verbindest du mit solcher Kleidung? Wie fühlen sich die Materialien an? Welche Eigenschaften haben sie? Alexandra Bircken arbeitet mit verschiedensten, meist bereits benutzten Materialien und stellt daraus ungewöhnliche und überraschende Kombinationen zusammen. Oft sind es Materialien mit gegensätzlichen Eigenschaften: robust-zart, grob-fein, luftundurchlässig-luftig, rau-glatt, hart-weich, starr-flexibel, kühl-warm, blickdicht-durchsichtig – wie Motorradbekleidung und Nylonstrumpfhosen! Das schafft Spannung und Überraschungsmomente und regt zum genauen Hinsehen und Nachdenken an: Sie kombiniert zarte mit festen Schichten und erzählt so Geschichten von Schutz und Verletzlichkeit.Museum Brandhorst (Hrsg.): PostcART zu A. Bircken, 2019. Die PostcARTs liegen im Museum Brandhorst zum Mitnehmen aus. Ich kombiniere oft Elemente, die sonst nicht zusammengehören, teilweise um die bestehende Ordnung oder Hierarchie aufzubrechen und eine neue Geschichte zu erzählen.A. Bircken im Interview mit E. R. Linn u. L. Wolff: Stretch, in: Kaleidoscope Nr. 31, 2017/18, S. 75. Übers. S. Theil. Die Haut ist das größte Organ des Körpers, voller Nervenenden. Sie ist die Oberfläche, die die Außenwelt sieht […] Wir wollen unsere Haut schützen. Unser Zustand des Glücks und der Gesundheit ist in unsere Haut gezeichnet oder sogar eingeschrieben.A. Bircken, ebd., S. 74. © Alexandra Bircken (Detail) Alexandra Bircken geht es also auch um Kleidung als „zweite Haut“ - um die Frage, welche Bedeutung Kleidung für uns hat und ob sie uns schützen kann. Wärmen und unsere Haut „schützen“ können Nylonstrumpfhosen nicht, doch verschaffen sie uns den Anschein einer glatten, gleichmäßigen Haut. Sie „schützen“ also vor Blicken auf unsere wirkliche Haut. Lederne Motorradanzüge hingegen schützen unsere Haut vor Verletzungen - mit der Haut eines anderen Lebewesens. Hast du ein Kleidungsstück, das dich oder andere besonders (be-)schützt? © Museumspädagogisches Zentrum Welches Kleidungsstück könnte man vielleicht in der Zukunft brauchen: eines, das Superkräfte verleiht, das hochtechnologisch ist oder das einen Schutzschild für den Menschen bildet? NEW MODEL ARMY 2, 3, 4 … Hast du Lust, eine eigene „New Model Army“ zu gestalten, zum Beispiel für (Glieder-) Puppen?Mit welcher Schutzhaut möchtest du die Figurinen versehen? Soll die „Haut“ sie stärker machen?Wähle hierfür am besten auch zwei Upcycling-Materialien, d. h. Materialien, die du wiederverwendest: alte Kleidung, Stoffreste, Verpackungen etc.: © Museumspädagogisches Zentrum Suchst du dir wie Alexandra Bircken zwei Materialien aus, die sich aneinander reiben, die gegensätzlich sind?Wie hat die Künstlerin die Materialien verbunden?Bei ihr wirken die Verbindungen, die Nähte, fast wie Narben, oder?Verbinde deine gewählten Materialien mit Fäden, Stecknadeln, Knöpfen, Tackern, Drähten, Büroklammern … © Museumspädagogisches Zentrum Und so kann das dann aussehen ... © Museumspädagogisches Zentrum MPZ-Album Gerne kannst du vorab, wie echte Künstler*innen und Modedesigner*innen auch, Entwürfe zeichnen und dir ein Gestaltungskonzept überlegen. Eine Vorlage findest du HIER. © Museumspädagogisches Zentrum Zum Schluss fehlt vielleicht noch ein Titel für dein Werk. Viel Spaß beim Gestalten und Upcyceln!Wir freuen uns auf deine Ideen und Werke: Teile sie mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig! MODE – NACHHALTIG? Rate mal, was Alexandra Bircken gemacht hat, bevor sie sich der bildenden Kunst zuwandte? Sie arbeitete als Modedesignerin, hat sich dann aber bewusst der bildenden Kunst zugewandt. Welche Möglichkeiten eröffnen sich dadurch für sie? Was könnte der Unterschied zwischen den Berufen der Künstlerin und der Modedesignerin sein? Wusstet du, dass die Modeindustrie zum Teil ein sehr undurchsichtiges und „unsauberes“ Geschäft ist? Vor allem, wenn es um Fast Fashion geht, eine schnell und billig, meist unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produzierte Mode? © MPZ Für die Herstellung einer Jeans zum Beispiel benötigt man ungefähr 8000 Liter Wasser. Das ist eine riesige Menge, mit der man etwa 53 normal große Badewannen füllen könnte. Eine solche Jeans hinterlässt damit einen großen „Wasserfußabdruck“. Diese Bezeichnung verwenden wir in Anlehnung an den „ökologischen Fußabdruck“. Wir drücken damit aus, wieviel wertvolles Wasser zum Beispiel bei der Produktion einer Jeans verbraucht wird. Außerdem werden durch das Färben und Waschen von Kleidung Grundwasser und Flüsse verschmutzt, es gelangt Mikroplastik hinein und auch das Leben im und unter Wasser wird gefährdet. Und wir, was können wir tun? Wie können wir dazu beitragen, dass die Modebranche nachhaltiger wird? Auf Siegel achten, die eine faire Produktion der Kleidung garantieren. Und vielleicht nicht jeden Trend mitmachen und Klamotten wegwerfen, weil sie gerade nicht mehr „in“ sind? Kleidung selbstbewusst länger tragen oder einfach upcyceln! Schreib uns deine Meinung und Ideen auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig! Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Mehr zum Ziel Nummer 14 (SDG 14) „Leben unter Wasser“ HIER. Kreative Anregungen und HintergrundinformationenActioncARTs: Das MPZ hat in Kooperation mit dem Museum Brandhorst sogenannte ActioncARTs für die Nutzung im Unterricht an weiterführenden Schulen entwickelt. Drei davon beschäftigen sich mit den Werken von Alexandra Bircken: Unsere zweite Haut I (deutsch/englisch), II (deutsch/englisch), III (deutsch/englisch) Passende MPZ-FührungenExperimentieren zu zeitgenössischer Kunst (FöS, GS, MS, RS, GYM, BS, Horte)"Food for the mind" – sehen, denken, diskutieren (MS, RS, GYM ab Jgst. 8, BS)Schauen, staunen, selber bauen! Mit jungen Kunstforscher*innen ins Museum Brandhorst (FöS, GS, MS, RS, GYM bis Jgst. 7, Horte) Mehr über das MuseumDie „New Model Army“ solltest du dir unbedingt auch im Museum Brandhorst ansehen, denn da wirkt die lebensgroße Skulpturengruppe am allerbesten. Ab 28. Juli sind dort noch mehr Werke von Alexandra Bircken in einer großen Einzelausstellung zu sehen.Für die Älteren unter euch und eure Eltern: Ein spannendes Gespräch über die „New Model Army“ findest du HIER. Abbildungsnachweis Titelbild: Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum, Grafik: Fabian Hofmann; Dahinter: Alexandra Bircken, New Model Army (Ausschnitt), 2016, Foto: Haydar Koyupinar, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen. © Alexandra Bircken

Wiesn 1810 – live

Stell dir vor, du schlenderst bei strahlendem Sonnenschein über die Theresienwiese, ein Lebkuchenherz um den Hals und eine Tüte mit gebrannten Mandeln in der Hand. Es duftet nach Hendl und Popcorn, aus allen Ecken ertönt Musik und du überlegst, ob du als nächstes lieber zum Riesenrad, zur Achterbahn, zum Flohzirkus oder zum „Schichtl“ ins Illusionstheater gehst … Leider ist das nur ein Traum, denn das Oktoberfest findet 2020 wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Doch wir sorgen dafür, dass du noch ein bisschen weiterträumen kannst. Denn wir haben etwas für dich, was es eigentlich gar nicht gibt: eine Rundfunkreportage live von der Münchner „Wiesn“! Und zwar aus dem Jahr 1810. Damals gab es noch lange kein Radio und auch noch kein Oktoberfest, wie wir es heute kennen. Dafür aber eine riesengroße Hochzeitsfeier! Der bayerische Kronprinz Ludwig I. heiratete - und ganz München stand fünf Tage lang Kopf: überall Straßenfeste mit Musik, Tanz und kostenloser Verpflegung für alle sowie als krönender Abschluss ein großes Pferderennen! Bei dem darfst du nun „live“ dabei sein. Hör genau zu, dann kannst du im Anschluss sicher unsere Quizfragen beantworten! Radioreportage zur Wiesn 1810. © Museumspädagogisches Zentrum, Autorin und Sprecherin: Ruth-Maria Eicher Unsere Reporterin hatte recht mit ihrer Vermutung: Wegen des enormen Erfolgs fand ab 1810 jedes Jahr im Herbst ein Pferderennen statt. Und rund um das Rennen entwickelte sich auf der Wiese ein Volksfest mit Buden und später auch mit immer mehr Fahrgeschäften. Außerdem wurde die Wiese tatsächlich nach der Braut von 1810 benannt.  Passende MPZ-FührungenMünchner Stadtmuseum Geschichte(n) vom Oktoberfest und Wiesnzauber im Museum – ein königliches Brautpaar und krachende Schießbuden (GS, FöS, Horte) Informationen zum MuseumWillst du noch mehr über das Oktoberfest wissen? Dann bist du im Münchner Stadtmuseum genau richtig! Spannendes und Lustiges findest du in der Ausstellung „Typisch München“ und der Sammlung Puppentheater/ Schaustellerei. Abbildungsnachweis Titelbild: Wilhelm von Kobell, Das Pferderennen auf der Theresienwiese am 17. Oktober 1810, 1811, GM-IIb/33. © Münchner Stadtmuseum

Starke Farben – Paul Gauguin

Der Maler Paul Gauguin liebte intensive Farben. Sein Gemälde "Die Geburt" von 1896 wird vom intensiven strahlenden Gelb beherrscht. Es hängt zur Zeit in der Alten Pinakothek in München. Im folgenden Experiment kannst du ausprobieren, wie das Bild wirkt, wenn das Bett, auf dem die junge Maorifrau liegt, eine andere Farbe hat. Schiebe dazu den Regler unter dem Bild langsam von links nach rechts: Mehr über das Bild und den Maler erfährst du HIER. Passende MPZ-Führung: Türkis, Knatschblau und das Spiel mit dem Licht - die Malerei des Postimpressionismus (GS, MS, RS, GYM, Horte, BS) Informationen zum MuseumWenn du die originale Farbigkeit des Gemäldes kennenlernen willst, besuche es doch in der Alten Pinakothek in München. Abbildungsnachweis Titelbild: Paul Gauguin, Die Geburt (Ausschnitt), 1896, Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0, Bearbeitung: Alfred Czech

#MYGREENCITY – Wie grün ist meine Stadt?

Der Englische Garten, der Olympiapark und die Isarauen: Unsere Stadt hat viele grüne Oasen, in denen man sich so richtig wohl fühlen kann. Doch wie grün ist München wirklich und wie sah es hier früher aus? Um das herauszufinden, begeben wir uns auf eine Zeitreise in das München vor 500 Jahren. Wir finden uns schnell in der mittelalterlichen Stadt zurecht, da viele große, zum Teil bis heute wichtige Gebäude und Plätze bereits zu dieser Zeit bestanden. Du erkennst sie bestimmt wieder, wenn du dir das folgende Stadtmodell anschaust, das im Münchner Stadtmuseum ausgestellt ist. Es zeigt München im Jahr 1570. Der Bayerische Herzog Albrecht V. wollte damals allen seine Macht demonstrieren und erteilte dem Straubinger Schreinermeister Jakob Sandtner den Auftrag, sehr genaue Holzmodelle von den fünf Hauptstädten seines Landes anzufertigen. Neben München wurden daher auch Landshut, Ingolstadt, Straubing und Burghausen in Modellen abgebildet. Die Originale sind heute im Bayerischen Nationalmuseum zu sehen. Das Modell aus dem Stadtmuseum ist eine vergrößerte Kopie des Originals. Doch etwas fehlt in diesem Modell: die von Sandtner fein geschnitzten Bäume in den vielen Stadtgärten! Wenn du den Regler schiebst, kannst du unser schönes, buntes Modell mit den vielen Grünflächen betrachten. Das Blaue sind übrigens die Hauptstraßen und -plätze. Wie du sehen kannst, war München im Mittelalter eine sehr grüne Stadt. Es gab zahlreiche Gärten: mehr als 460 innerhalb der Stadtmauer! Die Grünflächen wurden damals ganz verschieden genutzt: als private Gärten, in denen Obst und Gemüse angebaut und Vieh gehalten wurdeals Klostergärten, um (Heil-)Kräuter anzupflanzenals Lustgärten, in denen man spazieren gehen, sich erholen und die Sinne erfreuen konnte In den meist schmalen, langgezogenen Obst- und Gemüsegärten hinter den Wohnhäusern baute die ärmere Bevölkerung das Notwendigste an, was sie zum Leben brauchte. Diese Menschen hatten nicht genug Geld, um Lebensmittel auf dem Markt zu kaufen, sie mussten sich weitgehend selbst versorgen. Ein Wohnhaus mit großem Garten deutete also vor 400 Jahren nicht wie heute auf Reichtum hin, sondern eher auf Armut. Zur Erholung wurden diese Privatgärten wohl kaum genutzt. Das Betreten von Lustgärten wie dem Münchner Hofgarten war zu dieser Zeit nur dem Adel erlaubt. Auf dem Gemälde von Peter Jakob Horemans aus dem Jahr 1749 siehst du einen prachtvollen Garten, der im 16. Jahrhundert vor dem Sendlinger Tor entstanden war. Peter Jakob Horemans, Das La-Rosée-Schlösschen, 1749, © Münchner Stadtmuseum Der kunstvoll angelegte Park mit Hecken, Brunnenanlage und Gartenpalais gehörte einer adeligen Familie. 1754 übergaben die Besitzer Garten und Schlösschen der Kirche. Von da an pflegten Klosterschwestern den Park. Auch während dieser Zeit war das Betreten des Gartens streng geregelt und nicht für jeden erlaubt. Dass die Münchner Parks nicht für alle Bürger und Bürgerinnen zugänglich waren, änderte sich mit dem Englischen Garten, der Ende des 18. Jahrhunderts in München entstand. Der Name leitet sich von dem damaligen neuen Gartenstil aus England ab, der dem Vorbild der Natur folgte und sich stark von den symmetrischen französischen Barockgärten unterschied. Der große Park war damals aber nicht nur wegen seines Erscheinungsbilds eine Neuheit. Er war und ist bis heute ein „Volksgarten“, den jedermann betreten darf. Englischer Garten mit Monopteros, © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Georgina Allison Phillips Heute ist es selbstverständlich, dass alle Leute in Parks gehen und sich dort erholen können. Grünflächen in der Stadt sind für alle da. Man achtet heute bei der Stadtplanung sogar besonders auf ausreichend Grün, weil es gesund ist für die Menschen, die in der Stadt leben. Wie viel uns diese grünen Erholungsgebiete in der Stadt wert sind, können wir dadurch zeigen, dass wir unsere Parks und die Isar sauber halten. Leider denken nicht alle Menschen daran! Ramma damma im Englischen Garten, © Museumspädagogisches Zentrum In den Parks werden immer wieder Aufräum- und Müllsammel-Aktionen angeboten, bei denen jeder mitmachen darf. Vielleicht hast du Lust, gemeinsam mit deiner Schulklasse an so einer Aktion teilzunehmen? HIER kannst du dich darüber informieren. Am besten ist es jedoch, jeder achtet von vornherein auf seinen eigenen Müll und hinterlässt die grünen Oasen unserer Stadt so sauber, wie er sie gerne selbst vorfinden möchte. Nachhaltigkeit https://17ziele.de/ Dass unsere Stadt sauber, grün und menschenfreundlich gestaltet sein soll, ist eines von 17 Nachhaltigkeitszielen, die die Vereinten Nationen bis 2030 weltweit erreichen wollen. Das Ziel Nummer 11 besagt, dass Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gemacht werden sollen. HIER findest du mehr zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache. Informationen zum MuseumWenn du mehr über das Stadtmodell von Sandtner, die Nutzung der Grünflächen und die Geschichte unserer Stadt erfahren möchtest, besuche gerne das Münchner Stadtmuseum. Anmerkung für Museumspädagog*innen, Vermittler*innen sowie LehrkräfteAnhand des mittelalterlichen Stadtmodells können verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit thematisiert werden. Neben der Grünflächennutzung können beispielsweise auch Fragestellungen zur sozialen Gerechtigkeit, Gesundheit und Mobilität oder zu Müllaufkommen und -vermeidung behandelt werden. Auf diese Weiße lassen sich anhand eines Exponats verschiedene Nachhaltigkeitsziele veranschaulichen. Das sind beim Stadtmodell vor allem die Ziele 4, 11, 13 und 15 der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Abbildungsnachweis Titelbild: Christian Steinicken, Wilhelm von Breitschwert, München aus der Vogelschau, Blick in südöstlicher Richtung (Ausschnitt), um 1880. © Münchner Stadtmuseum

Nachhaltigkeit und Design?

Hat Nachhaltigkeit mit Design zu tun? Ist der Bereich Design denn wichtig, wenn wir die Klimakrise vor Augen haben und jetzt und in Zukunft verantwortungsvoll leben und handeln wollen? Was ist überhaupt mit Design gemeint? Um diese Frage zu klären, schauen wir uns einmal dieses Foto an. Die Neue Sammlung – The Design Museum, Eingangswand, Design Vision. Foto: Rainer Viertlböck Hier siehst du die Eingangswand der Neuen Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne. Sie zeigt dir, was ein Designmuseum sammelt und ausstellt: Möbel, Fahrzeuge, Sportgeräte, Elektrogeräte. Noch viel mehr kannst du entdecken, wenn du das Museum einmal selbst besuchst, zum Beispiel Geschirr, Schmuck und bald auch wieder Computer und Handys. Sehr viele Dinge, die uns im Alltag ständig begegnen, gehören also zum Bereich Design. Wo bist du gerade? Schau dich einmal bewusst um: Gibt es in deinem Blickfeld irgendetwas, das nicht produziert und gekauft wurde? Bei mir auf dem Schreibtisch liegt zum Beispiel ein Stein, den ich an der Isar gefunden habe. Alles andere – meine Tasse, der Stuhl, auf dem ich sitze, mein Schreibtisch, das Smartphone, der Blumentopf am Fenster usw. – wurde von irgendwem entworfen und produziert, kam dann in den Handel und landete schließlich in meinem Büro. Und vielleicht gelangt eines dieser Objekte sogar irgendwann einmal in ein Designmuseum? Wie hängen nun aber Design und Nachhaltigkeit zusammen? Das schauen wir uns jetzt anhand einiger Beispiele genauer an. Aber so viel schon vorweg: Designerinnen und Designer treffen bereits beim Entwurf eines Produktes wichtige Entscheidungen für oder gegen Nachhaltigkeit! Blick in die Ausstellung „Thonet & Design“. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo) Michael Thonet, Stuhl Nr. 14, c. 1856. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo) Gebrüder Thonet, Stuhl Nr. 13, c. 1860. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo) Diese Stühle kannst du in der Ausstellung „Thonet & Design“ sehen. Der Schreiner Michael Thonet hat sie zwischen 1830 und 1860 entworfen und gebaut und dabei die Technik, Holz zu biegen, weiterentwickelt. Michael Thonet ist für dieses sogenannte Bugholzverfahren berühmt geworden. Vor allem der Stuhl Nr. 14, den du in der Mitte abgebildet siehst, ist auf der ganzen Welt bekannt. Unter der Nummer 214 wird dieser Stuhl, leicht verändert, heute immer noch von der Firma Thonet produziert. Stühle aus gebogenem Buchenholz sind sehr gute Beispiele für nachhaltiges Design. Viele, die einen solchen Stuhl kaufen, schätzen an ihm … – ja was eigentlich? Was fällt dir ein, gerade auch, wenn dir Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit wichtig sind? Trage deine Stichwörter hier in unserer Wortwolke ein. Aspekte, die oft genannt werden, erscheinen dabei immer größer. Du kannst auch mit deiner Handykamera diesen Code scannen! Michael Thonet hat herausgefunden, dass sich Buchenholz unter Dampf biegen lässt, und so eine neue Herstellungstechnik für Stühle und andere Möbel entwickelt. Wie du auf diesem Foto siehst, trocknen die Holzleisten in Formschienen und behalten dauerhaft ihre gebogene Form. Bugholzverfahren, Biegeform Armlehne. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo). Ein-Kubikmeter-Kiste mit Einzelteilen von 36 Stühlen des Modells Nr. 14. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo). Eine tolle Erfindung! Denn mit dieser neuen Technik entsteht ein Stuhl, der sehr wenig Material braucht, der leicht, aber stabil, haltbar und damit langlebig ist. Die einzelnen Teile - beim Stuhl Nr. 14 sind es fünf - werden verschraubt. Das geht schnell und einfach. Auch für den Transport ist das praktisch, da die Stühle platzsparend in Einzelteilen verschickt werden. So können 36 Stühle in einer 1m³ großen Kiste untergebracht werden, was Verpackungsmaterial und Transportenergie einspart. Außerdem gründete Michael Thonet seine erste Firma in der Nähe großer Buchenwälder, um die Transportwege für das Material kurz zu halten. Regionale Herkunft ist uns heute vielleicht vor allem bei Produkten aus der Landwirtschaft wichtig. Aber auch die Industrie kann, zum Beispiel bei der Möbelherstellung, auf regionale Produktion achten und damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Damit ein Stuhl nachhaltig ist, muss er auch lange verwendet werden. Das heißt, er sollte nicht nur haltbar und praktisch sein, sondern uns natürlich auch lange gefallen. Designer und Designerinnen entwerfen ganz unterschiedliche Stühle. So steht uns eine große Auswahl zur Verfügung, wenn wir einen Stuhl kaufen wollen. In der Ausstellung Thonet & Design findest du zum Beispiel diese drei Stühle: Eddie (Edelhard) Harlis, Stuhl ST 664, 1954. Gebrüder Thonet, Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo). Stefan Diez, Stuhl 404, 2007. Thonet GmbH. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo). Verner Panton, Freischwinger Nr. 275, 1956. Gebrüder Thonet AG 1965. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo). Die drei Designer verwenden hier sogenanntes Formsperrholz, das mit einer besonderen Technik hergestellt wird: Mehrere dünne Holzlagen, Holzfurniere, werden rechtwinklig übereinandergelegt und in einer Formpresse mit viel Druck und Hitze verleimt. Nach dem Trocknen behält das Formsperrholz seine Form dauerhaft und ist auch sehr belastbar. Das zeigt der rot lackierte Stuhl von Verner Panton, der komplett aus Formsperrholz hergestellt ist. Wenn du dich darauf setzt, federt der Stuhl ein wenig nach, da die Sitzfläche nicht von Hinterbeinen gestützt wird. Solche sogenannten Freischwinger werden meistens aus belastbarem Stahlrohr gebaut. Verner Panton hat jedoch erkannt, dass das auch mit dem nachhaltigen Werkstoff Formsperrholz funktioniert. Mit Formsperrholz lassen sich bequeme Holzstühle herstellen, da sich ihre Form an unseren Körper anpassen lässt. Das siehst du auch gut bei der Sitzfläche und Rückenlehne des schwarz lackierten Stuhls von Stefan Diez oder bei der hellgelb lackierten Sitzschale von Eddie Harlis. Design hat also sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Nachhaltige Materialien, neue Erfindungen und wenig Energieverbrauch bei Produktion und Transport schützen unser Klima. Und wir als Konsumenten können uns hier ebenfalls einbringen: Wir alle können entscheiden, was und wie viel wir kaufen, verbrauchen oder wegwerfen, und ob wir manches teilen oder selber machen, anstatt es zu kaufen. Das Spannende dabei ist, dass unser Kaufverhalten langfristig auch die Produktion beeinflussen kann! Das ist so wichtig für unsere Zukunft, dass auch die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung in Ziel 12 eine nachhaltige Produktion und verantwortungsvollen Konsum fordern! Kennst du diese 17 Ziele? HIER erfährst du mehr! MPZ-Album Werde selbst zur Designerin oder zum Designer und erfinde verschiedene Formvarianten für die Rückenlehne eines Stuhls (ein Beispiel von Thonet siehst du oben in der Abbildung von Stuhl Nr. 13). Dazu druckst du dir die Vorlage (Pdf zum Download) aus und schneidest sie in der Mitte durch. Entweder denkst du dir alleine sechs Formideen aus oder du fragst jemanden, ob er oder sie mitmacht. Am besten verwendest du einen weichen Bleistift. Oder entwirf mit Papierstreifen ein nachhaltiges Modell für ein Möbelstück, das dann aus Formsperrholz hergestellt werden könnte. Schau dir dazu unseren Film an. © Museumspädagogisches Zentrum Teile deine Ideen mit uns auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZnachhaltig. Fortbildung für LehrkräfteFokus Nachhaltigkeit: Designobjekte in der Diskussion (MS, RS, BS, GS, GYM) Passende Beiträge auf XponatStuhl, Konstruktion Passende MPZ-FührungenFokus Nachhaltigkeit: Designobjekte in der Diskussion (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS) Informationen zum MuseumWenn du dich für Design interessierst, ist Die Neue Sammlung – The Design Museum genau das Richtige für dich! Ein Teil der über 100 000 Dinge, die dieses Museum besitzt, ist in der Pinakothek der Moderne ausgestellt. Abbildungsnachweis Titelbild: Blick in die Ausstellung „Thonet & Design“. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo) (Ausschnitt)Alle Fotos dieses Beitrags: Courtesy Die Neue Sammlung – The Design Museum.

Glas – nachhaltig?

Woraus wird Glas gemacht? Das Glas, das für Flaschen, Gläser und Fensterscheiben, für Spiegel, Glühbirnen und Schmucksteine gebraucht wird.Glas wird aus Sand gemacht. Der Sand muss sehr stark erhitzt werden, bis er flüssig wird. Wenn die Schmelze erstarrt, entsteht ein durchsichtiges, zerbrechliches Material. Grundbestandteile von Glas: Sand, am besten feiner Quarzsand (unten), Kalk für Härte und Beständigkeit (rechts), Soda für eine tiefere Schmelztemperatur (links), ggf. unterschiedlich viel Altglas (oben).© Deutsches Museum, München, Archiv, CD_64415 Die Herstellung von Glas erfordert viel Energie. Früher kam sie aus der Verbrennung von Holz, dafür wurden ganze Wälder gerodet. Heute werden fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle eingesetzt – Rohstoffe also, die nicht unbegrenzt vorhanden sind und bei ihrer Verbrennung viel CO2 freisetzen. Zudem wird ein sehr feiner weißer Quarzsand verwendet, der auf dem Weltmarkt mittlerweile auch knapp wird. Sog. Onion-Flasche, 17,3 cm hoch, niederländisch, um 1715.© Deutsches Museum, München, Archiv, CD_62946 Grünglasproduktion im bayerischen Glashüttenwerk Wiegand-Glas (mit 98 % Einsatz von Recyclingglas), Bildquelle: Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG Die Herstellung von Glas hat sich von der Antike bis zur heutigen Massenproduktion stark verändert. Früher konnte ein Glasbläser nur wenige Flaschen pro Tag herstellen und Glas war ein wertvolles, seltenes Produkt. Heute werden mit modernen Maschinen Tausende von Flaschen pro Stunde produziert. Glas ist zu einem Massenartikel geworden, der scheinbar unbegrenzt verfügbar ist. Glas als Statussymbol Fassade von Herz Jesu in München. © Museumspädagogisches Zentrum © Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de Glasgemälde (Hl. Petrus), aus Kloster Hauterive in der Schweiz (um 1340/1350).© Bayerisches Nationalmuseum Kronleuchter in den Reichen Zimmern der Residenz München.© Museumspädagogisches Zentrum Schau dich in deiner Umgebung um: In vielen Städten findest du moderne Gebäude mit riesigen Glasfassaden oder Kirchen mit bunten Fenstern. In Museen und in alten Schlössern, zum Beispiel im Bayerischen Nationalmuseum, in der Münchner Residenz oder in Schloss Nymphenburg, entdeckst du wertvolle Gläser, Glasgemälde, Kronleuchter und prachtvolle Spiegel. Wie gefallen dir diese Glas-Kunstwerke? Schon immer ist Glas ein Zeichen von Reichtum gewesen. Viele Menschen bewundern und bestaunen Schöpfungen aus Glas, die glänzen, glitzern, funkeln oder spiegeln. Glasgefäße – in Form gebracht © Museumspädagogisches Zentrum Auch in unserem Alltagsleben finden und gebrauchen wir ständig Glas. Vor allem, um etwas darin aufzubewahren. Im Supermarkt oder im Drogeriemarkt findest du eine unüberschaubare Vielzahl an Flaschen und Gläsern in unterschiedlichsten Formen. Wie ist das bei den Produkten, die in Glas abgefüllt sind: Sind bestimmte Glasformen fest mit Markennamen oder Inhalten verknüpft? Was meinst du: Warum bieten die Firmen so viele verschiedene Flaschen an? Es wäre doch einfacher und billiger, nur wenige Formen zu produzieren! Hast du schon mal ein Produkt gekauft, weil dir die Flasche oder das Glas gut gefallen hat? Wie würdest du eine Flasche gestalten, die sich gut verkauft? Probier es doch einmal aus! © Museumspädagogisches Zentrum Du brauchst: Stifte und Papier Überlege dir zuerst, welchen Inhalt deine Flasche oder dein Glas haben soll, z.B. Wasser, Öl, Essiggurken, Parfüm oder etwas ganz anderes.Wie soll dein Glas aussehen: schön, wertvoll, elegant, gemütlich, praktisch, schlank oder bauchig, bunt oder einfarbig, altmodisch oder modern? Soll das Glas oder die Flasche leicht oder schwer sein, handlich, eckig oder rund?Zeichne nun deine Flasche oder dein Glas. Passen Form und Farbe zum Inhalt? Vielleicht kannst du dir jetzt noch besser vorstellen, dass sich das Aussehen einer Flasche auf unser Kaufverhalten und damit auf den Konsum auswirkt. Und du kannst verstehen, warum die Hersteller so viele verschiedene Formen von Glasbehältern produzieren. Sie entsprechen damit unseren Wünschen und Erwartungen. Dadurch, dass es so viele Flaschenformen gibt, wird jedoch das Pfandsystem ziemlich kompliziert. Nur ein kleiner Teil der im Handel befindlichen Flaschen ist deshalb überhaupt in dieses System eingebunden. Der Rest muss in einem Prozess, der erneut viel Energie verbraucht, recycelt werden. Am besten überhaupt kein Glas?! © Museumspädagogisches Zentrum Du hast die Qual der Wahl! Es gibt so viele verschiedene Formen von Wasserflaschen! Über die Qualität des Wassers sagen sie jedoch gar nichts aus. Weißt du, woher zum Beispiel in München das beste Trinkwasser kommt? – Aus dem Wasserhahn! Es ist hier gar nicht nötig, Flaschen zu schleppen, sie herumstehen zu haben und auch noch extra dafür zu bezahlen. Erkundige dich, wie die Trinkwasserqualität an deinem Wohnort ist. Vermutlich kannst auch du dir Arbeit und Geld sparen und das Wasser aus dem Hahn trinken! Auf diese Weise kannst du auch Energie und CO2 sparen, weil keine Glasflaschen hergestellt und transportiert werden müssen . Aber oft ist es auch hilfreich, Glas zu verwenden. Gegenüber Plastik und manchen Metallen hat es klare Vorteile: Es ist absolut geschmacksneutral, verändert den Geschmack des Inhalts nicht und sondert keine Schadstoffe ab. Braunes Glas schützt den Inhalt zudem vor Licht. Frische Milch oder Medikamente sind dann länger haltbar. Und wie gehen wir mit gebrauchtem Glas um? – Mehrmals verwenden und recyceln! Wirfst du Glasgefäße und Flaschen in den Glascontainer und lässt sie recyceln? Oder kaufst du, wenn möglich, Pfandflaschen, die gereinigt werden und mehrmals verwendet werden können? © Museumspädagogisches Zentrum Kennst du diese Zeichen? © Museumspädagogisches Zentrum Sie stehen für: Mehrwegflasche mit Pfand 8 oder 15 Cent,wird mehrmals genutzt Recycling Container, wird einmal genutzt und dann eingeschmolzen und wieder zu Glas recycelt Allgemeines Recyclingsymbol, GL steht für Glas, 70 für Weißglas, 71 für Grünglas und 72 für Braunglas © Museumspädagogisches Zentrum Nachhaltigkeit Die größte Gefahr für das Klima auf unserer Erde ist der hohe CO2-Ausstoß. Mit der Verwendung von Pfandflaschen von regionalen Anbietern leistest du einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) vereinbart, um unsere Erde zu schützen. Unter Ziel 13 werden Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels empfohlen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen mit Erklärungen in leichter Sprache findest du HIER. Passende Beitrag auf XponatFlasche, Konstruktion einer Flaschenform Passende MPZ-FührungenGlas – Konsum und Nachhaltigkeit (GS, RS, GYM, jeweils bis Jgst. 7)Mittelschulprogramm: Glas – Konsum und Nachhaltigkeit (MS bis Jgst. 7) Informationen zum MuseumIn der Glasabteilung des Deutschen Museums kannst du mehr über die Herstellung und Verwendung von Glas erfahren. Abbildungsnachweis Titelbild: Schablone. © Museumspädagogisches Zentrum; Fotografie Saal (Ausschnitt). © Bayerische Schlösserverwaltung

Sprache verbindet – Briefgeheimnisse

Wann hast du das letzte Mal einen Brief geschrieben, vielleicht sogar mit Füller und Tinte, oder einen erhalten? Vielleicht war es auch nur eine Postkarte aus dem Urlaub? Heute sind Briefe eine Seltenheit geworden. Stattdessen schreiben wir E-Mails, verwenden Messenger-Dienste oder soziale Medien. Häufig und gerne versenden wir Kurzmitteilungen mit Emojies. Welchen Wert hatte ein Brief vor dem digitalen Zeitalter? Dass er als etwas Besonderes galt, mit dem man verantwortungsvoll umgehen musste, siehst du schon daran, dass er immer in einen Umschlag, ein Kuvert gesteckt, fest verschlossen und damit „geschützt“ wurde.  Haben Briefe ein Geheimnis? Hast du schon einmal vom „Briefgeheimnis“ gehört? Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 10, heißt es: „Das Briefgeheimnis … [ist] unverletzlich“.  Das bedeutet, dass niemand ohne deine Zustimmung Briefe öffnen und lesen darf, die du schreibst oder erhältst. Ein Brief ist also etwas ganz Privates, ein „Geheimnis“ zwischen Absender und Empfänger sozusagen. Doch nicht immer und überall wurde und wird dieses Grundrecht auch tatsächlich gewahrt.    Kuvert (Vorder- und Rückseite) von einem Brief Erika Manns an ihren Bruder Klaus, geschrieben am 28.06.1943 in London, mit Luftpost nach Amerika. © Monacensia im Hildebrandhaus, Nachlass Erika Mann, Briefe, Signatur EM B 231 Schau dir den Briefumschlag genauer an. Was ist daran merkwürdig? Auf der Vorder- und Rückseite findet sich eine Banderole, also ein Papierstreifen, der übergestreift oder aufgeklebt wurde, mit dem englischsprachigen Hinweis, dass diese Post unterwegs geöffnet wurde. Das Kuvert enthielt einen Brief von Erika Mann an ihren Bruder Klaus. Die beiden waren die ältesten Kinder des berühmten Schriftstellers Thomas Mann, der zur Zeit des Nationalsozialismus zusammen mit seiner ganzen Familie Deutschland verließ und ins Exil ging. Die Geschwister Erika und Klaus arbeiteten während des Zweiten Weltkriegs für das amerikanische Militär, das zu dieser Zeit alle Briefe vorab öffnete. Man wollte durch die „Zensur“ verhindern, dass Nachrichten verbreitet und Geheimnisse verraten wurden, die den USA im Krieg möglicherweise geschadet hätten. Das Briefgeheimnis wurde hier also ganz offensichtlich und mit Bedacht verletzt!  Der Brief von Erika Mann enthielt jedoch gar keine geheimen Informationen. – Du kannst es selbst nachlesen, wenn du unter monacensia-digital auf das Feld Download klickst. Nähere Informationen zu Erika und Klaus Mann findest du auf dem Literaturportal Bayern.Bis heute wird das Briefgeheimnis in manchen Ländern nicht geachtet. Diktaturen z.B. versuchen, dadurch Beweise gegen scheinbar verdächtige Personen zu sammeln. Kennst du Länder, in denen das passiert?  Briefumschläge als Schutz und Versteck Welches schützenswerte Geheimnis steckt denn in diesem Briefumschlag? Seth Price, Image Rights Style Bag (Bildrechte-Muster-Tasche), 2012, Photo by Ron Amstutz. © Seth Price Der Briefumschlag in XXL, 1,22 x 2,43 m groß – noch größer als dein Bett also, ist aufgerissen! Was steckte in diesem XXL-Kuvert wohl drin? Ein Riesenbrief? Eine überdimensional wichtige Nachricht? Oder irgendjemand? Passt du selbst oder deine Freunde hinein? Woher kommt dieser Briefumschlag? Ist das Kuvert überhaupt aus Papier? Oder eher aus Stoff? Seth Price, Image Rights Style Bag (Bildrechte-Muster-Tasche - Ausschnitt), 2012, Photo by Ron Amstutz. © Seth Price Vielleicht kannst du erkennen: Es ist tatsächlich aus Stoff, und zwar aus Leinen. Was verbindest du mit Leinen? Etwas zum Anziehen oder eine Leinwand zum Malen? Seth Price, Image Rights Style Bag (Bildrechte-Muster-Tasche - Ausschnitt), 2012, Photo by Ron Amstutz. © Seth Price Wie fühlt sich Leinen an? Was sind das für seltsame kleine Klappen links und rechts am Umschlag? Sind das Taschen? Ist dieses Briefkuvert vielleicht eine Art Kleidungsstück? Vor Ort könntest du unseren Mega-Briefumschlag natürlich leichter erforschen: Es ist ein Kunstwerk aus dem Museum Brandhorst, eine sogenannte „Soft-Skulptur“. Sie ist tatsächlich „soft“, d.h. so weich, dass man sie wie ein Kleidungsstück falten und immer wieder in neuer Form ausstellen kann. Der US-amerikanische Künstler Seth Price (*1973) arbeitet und experimentiert mit verschiedenen Materialien und entwirft auch Mode. Zur Idee des Briefumschlags hat er sogar eine ganze Kollektion geschaffen. Besonders beschäftigen ihn die Veränderungen in unserer digitalen Welt, in diesem Fall die Frage, wie es im Internet mit der Sicherheit unserer Nachrichten, dem Datenschutz, aussieht. Gibt es auch schützende „Briefumschläge“ für das Netz? digitale Briefumschläge als Symbol für „Post“, „versenden“, Nachrichtenprogramme Welche „Hüllen“ schützen unsere Nachrichten und uns dort? Verschlüsselst du Botschaften, die du im Netz verschickst? Laut Gesetz fallen Emails ebenfalls unter das Briefgeheimnis. Sie dürfen nicht einfach von Dritten geöffnet und gelesen werden. Anders ist es dagegen bei Nachrichten, die über WhatsApp, SMS, Messenger oder andere Chat-Dienste versandt werden. Sie gelten nicht als „verkörpertes Schriftstück“ und stehen daher nicht unter dem „Schutz“ des Briefgeheimnisses. Wenn du nicht willst, dass deine digitalen Botschaften von Dritten gelesen und weiterverbreitet werden können, musst du also selbst die Initiative ergreifen. Achtest du genau auf die Inhalte deiner Nachrichten und darauf, wem du sie über welche Kanäle zusendest? Schau dir nun das Muster des Innenfutters einmal genauer an: Ist dir ein derartiges Muster schon einmal begegnet? Man nennt es Sicherheitsmuster, zum zusätzlichen Schutz und Verbergen des Inhalts! Briefumschlag mit Sicherheitsmuster Sicherheitsmuster mit Zahlen © Museumspädagogisches Zentrum Was würdest du in diesem Umschlag verschicken? Geld? Eine geheime Botschaft? Entwickle dein eigenes Sicherheitsmuster! Wählst du auch Buchstaben? Oder lieber Zahlen, Symbole, geometrische Formen …? Von Hand geschriebener Brief. Sieht der nicht toll aus? Rosalies Buchstabenmuster Rosalies Zahlenmuster © Museumspädagogisches Zentrum Welche Wege gibt es noch, Botschaften zu verschlüsseln? Hast du eine Geheimschrift oder -sprache, die du vielleicht auch mit jemandem teilst? Sende uns dein Sicherheitsmuster, deine geheime Botschaft, einen Brief in deiner Geheimschrift! – Vielleicht können wir sie ja knacken!? Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Passende MPZ-Führungen:Literatur und Politik – Das literarische München zur Zeit von Thomas MannVerboten, verbrannt, vertrieben ... Münchner Schriftsteller im ExilModerne Kunst als Inspiration für Geschichten – imaginieren, improvisieren, dichten "Food for the mind" – sehen, denken, diskutieren Informationen zu den MuseenWeitere spannende Kunstwerke der Sammlung Brandhorst kannst du dir digital ansehen oder am besten direkt im Museum. Denn nur dort können die Kunstwerke mit dir „sprechen“! Ein Interview mit dem Künstler Seth Price findest du HIER.Die Monacensia im Hildebrandhaus öffnet die Künstlervilla mit Garten am Isarhochufer allen, die das literarische München entdecken, erforschen und erleben wollen. Mit dem Projekt Monacensia-Digital macht die Monacensia erstmals ihre Archivalien weltweit zugänglich. Abbildungsnachweis Titelbild: Abbildung Seth Price, Image Rights Style Bag (Bildrechte-Muster-Tasche), 2012, Photo by Ron Amstutz. © Seth Price

Iss was!? – Auf geht´s zum Dessert!
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Zum Abschluss noch etwas Süßes? Doch was hat dieser Miniaturgarten aus edlem Nymphenburger Porzellan damit zu tun? Es handelt sich um einen sogenannten Dessertaufsatz, also einen Tischschmuck, den man erst aufstellte, wenn das Dessert serviert wurde. Dessertaufsatz. © Bayerisches Nationalmuseum Die Nachspeise bildete in der Regel den Höhepunkt eines barocken Festmahls. Für das Dessert bevorzugte man Tafelaufsätze mit Figurenschmuck oder kleinen Landschaften. Bevor solche Gebilde aus Porzellan hergestellt werden konnten – das europäische Porzellan wurde erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts „entdeckt“ – hatte oft der Hofkonditor die Aufgabe, den Tafelaufsatz aus eingefärbtem Zuckerwerk, Butter oder Marzipan anzufertigen. Geschickte Zuckerbäcker waren daher bei Hofe sehr gefragt. © Bayerisches Nationalmuseum Auf unserem Tafelaufsatz siehst du eine vornehm gekleidete, höfische Gesellschaft, die durch einen französischen Garten lustwandelt. Stell dir einen langen Tisch vor, in dessen Mitte das Gärtchen stand. An den Seiten der Tafel befanden sich die Gedecke für die Gäste und dazwischen Platten voll von köstlichen Kuchen, Konfekt, kandierten – d.h. in Zucker eingelegten – Früchten und vielem anderen. Hast du Appetit auf etwas Süßes bekommen? Dann teste doch unser Rezept für einen köstlichen Schokoladenkuchen! Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Informationen zum MuseumIm Bayerischen Nationalmuseum kannst du dir diese prunkvollen Schätze im Original ansehen, außerdem Musikinstrumente, Bauernmöbel, gewaltige Wandteppiche und noch viel mehr! Eine Besonderheit: In diesem Haus passen die Räume hervorragend zu den Kunstwerke, die darin ausgestellt sind. So macht man eine Zeitreise, durchschreitet niedrige mittelalterliche Gewölbe, riesige Kirchensäle oder versteckte Wendeltreppen. Abbildungsnachweis Titelbild: Dessertaufsatz (Ausschnitt). © Bayerisches Nationalmuseum

Iss was!? – Tafelzier und Gaumenschmaus
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© Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler Welche Form des Essens hat dir im Film am besten gefallen: Pizza to go auf der Wiese, Frühstück zu Hause, Brotzeit im Biergarten oder ein Galadinner mit vergoldetem Besteck, Silbergeschirr und edlem Porzellan? Wie wäre es, an der festlich gedeckten Tafel Platz zu nehmen? Wie würdest du dich fühlen, wenn dann mit Pauken und Trompeten das Festmahl serviert wird? Das silberne Gedeck (mit Teller und Besteck) gehört zum imposanten Hildesheimer Tafelsilber, das heute im Bayerischen Nationalmuseum zu bewundern ist. Friedrich Wilhelm von Westphalen, Fürstbischof von Hildesheim, hatte es um 1760 von Augsburger Goldschmieden anfertigen lassen. Ursprünglich umfasste es 600 Einzelteile. Friedrich Wilhelm musste sogar einen Kredit aufnehmen, um das Service bezahlen zu können! Filmstill: Hildesheimer Tafelsilber im Bayerischen Nationalmuseum (Detail). © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler Die meisten Fürsten an den europäischen Höfen ließen derartiges Silbergeschirr, das auch noch zusätzlich vergoldet sein konnte, für repräsentative Festmahle anfertigen. Sie wollten damit Rang und Macht zur Schau stellen. Dies verdeutlichen auch die Wappen auf Tellern und Besteck. Die Musik, die du im Film beim Auflegen des Silbergedecks hörst, ist ebenfalls etwas ganz Besonderes. Die Noten zu dem kurzen barocken Stück haben Museumsfachleute auf dem Hildesheimer Tafelsilber entdeckt. Sie sind in einen der großen, dekorativen Aufsätze eingraviert, die in der Mitte der Tafel stehen. Hildesheimer Tafelaufsatz mit Details. © Bayerisches Nationalmuseum Nach dem eingravierten Stück ertönen beim Blick über die Silbertafel Pauken und Trompeten. Auch Letztere sind etwas Besonderes. Sie sind aus Silber und stammen aus derselben Zeit wie das Tafelsilber und -porzellan. Du kannst sie im Bayerischen Nationalmuseum in Saal 89 anschauen. Ist dir im Film aufgefallen, dass auf der festlichen Tafel keine Gläser stehen? Warum wohl? Vielleicht erinnerst du dich an die Szene, in der einem Gast ein Glas gereicht wird. – Auf einem silbernen Tablett, einer sogenannten Kredenz. Er nimmt das Glas, trinkt daraus und stellt es wieder auf die Kredenz zurück.Was wäre dir lieber? Das Glas selbst vom Tisch nehmen zu können oder es immer wieder auf Anforderung angereicht – kredenzt - zu bekommen? Kredenz mit Pokal. © Bayerisches Nationalmuseum, Foto: Matthias Weniger Nach dem Hauptgang wird das Dessert serviert. Diesmal auf edlem Porzellan, das der französische König Ludwig XV. dem bayerischen Kurfürsten Karl Theodor geschenkt hat. Farbige Porzellane wurden wegen ihrer Empfindlichkeit im 18. Jahrhundert vor allem für den ersten Gang oder das Dessert verwendet. Dafür brauchte man meistens kein Messer. Sonst wäre vielleicht die empfindliche Bemalung des Porzellans zerkratzt worden! Und welche Art zu essen würdest du nun heute bevorzugen: speisen wie ein barocker Fürst an der Silbertafel, picknicken auf der Wiese, gemeinsam am Familientisch oder im Biergarten sitzen? Teile ein Bild auf Facebook oder Instagram, wie du am liebsten isst. Verwende dazu den Hashtag #MPZisswas Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Informationen zum MuseumIm Bayerischen Nationalmuseum kannst du dir diese prunkvollen Schätze im Original ansehen, außerdem Musikinstrumente, Bauernmöbel, gewaltige Wandteppiche und noch viel mehr! Eine Besonderheit: In diesem Haus passen die Räume hervorragend zu den Kunstwerke, die darin ausgestellt sind. So macht man eine Zeitreise, durchschreitet niedrige mittelalterliche Gewölbe, riesige Kirchensäle oder versteckte Wendeltreppen. Abbildungsnachweis Titelbild: Filmstill, zu sehen: Hildesheimer Tafelsilber im Bayerischen Nationalmuseum. © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler

Iss was!? – Was kommt in die Kanne?
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Was trinken du und deine Familie am liebsten zum Frühstück: Tee, Kaffee oder Kakao? Erst vor etwa 300 Jahren wurden diese Heißgetränke bei uns bekannt. Weißt du, aus welchen Ländern die Rohstoffe für diese Getränke ursprünglich kamen? – Teeblätter, Kakao- und Kaffeebohnen transportierte man mit Schiffen von weit her, aus China, Südamerika oder von der arabischen Halbinsel, nach Europa. Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie teuer sie deshalb waren? Aufgrund ihrer anregenden Wirkung wurden sie zunächst als Arzneimittel betrachtet. Doch im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden Kaffee, Tee und Kakao schnell zu Mode- und Luxusgetränken für Hof und Adel. Kurfürst Max III. Joseph mit Joseph Ferdinand Graf von Seeau (Salern), George Desmarees, 1755, Inv. ResMü.G 55. Residenz München. © Bayerische Schlösserverwaltung, München Hier siehst du Kurfürst Max III. Joseph, der im Hausmantel in seinem Appartement in der Münchner Residenz sitzt. Der Graf von Salern hat ihm soeben auf einem „Tablett“ – einer sogenannten Kredenz – eine Tasse mit einem dampfenden Getränk gereicht. Was es wohl ist? – Tee oder Kaffee? – Am Morgen hat der Kurfürst vermutlich einen heißen Kaffee getrunken. Sieh dir auch einmal an, wie er die Tasse hält ... – Wahrscheinlich möchte er mit seinem Kaffee ein bisschen „angeben“. Kopie nach Charles Andrée van Loo, Haremsdame (Ausschnitt), um 1747, ResMü.G1081. Residenz München. © Bayerische Schlösserverwaltung, München Die Geliebte des französischen Königs Ludwig XV., Madame de Pompadour, inszeniert sich auf diesem Gemälde nicht nur mit Kaffee, sondern zugleich als eine Art „Haremsdame“ im orientalisch anmutenden Kostüm. Sie ruht auf einem gelben Kissen und lässt sich von einer Dienerin Kaffee in einem feinen Porzellantässchen servieren. Exotisch ist hier also nicht nur der Kaffee, der über die Türkei und Wien bis nach Frankreich kam, sondern die gesamte Inszenierung. Surtout mit Teeservice. Surtout, Silber, vergoldet, Johann Engelbrecht, Augsburg, um 1732/33. Teeservice, Porzellan, Muffelfarben und Gold, Meißen, um 1723/24, Malerei in Teilen Johann Gregorius Höroldt zugeschrieben. Inv.-Nr. ResMü.K.II.Mei.196-206 (WL), Residenz München. © Bayerische Schlösserverwaltung, München Mit den modischen Heißgetränken entwickelten sich neue und kostbare Trink- und Serviergefäße. Edles Porzellan importierte man zunächst aus China. Nachdem es auch in Europa gelungen war, Porzellan selbst herzustellen, wurden dort die ersten Services in Meißen produziert, häufig nach Vorbildern aus China und verziert mit chinesisch anmutenden Motiven. Das wunderschöne Teeservice aus Meißen auf dem gestuften, silbervergoldeten Podest, einem sogenannten „Surtout“ (franz., sprich "Sürtu"), stand auch früher schon in der prächtigen Grünen Galerie der Residenz. Wenn du auf das Bild klickst, kannst du dir die Teekanne, die Zuckerdosen und Tassen genau anschauen. Das Teeservice war nicht nur sehr edel, sondern auch sehr kostbar. Meint ihr, dass es häufig benutzt wurde? – Wohl kaum. Es diente am Münchner Hof allein dazu, Luxus und Reichtum zur Schau zu stellen. Für den alltäglichen Gebrauch verwendete man einfachere Services. Der Tee wurde am Nachmittag bei einer Teezeremonie genossen, er muss aber zu Beginn „gallenbitter“ geschmeckt haben. Man wusste nämlich nicht genau, wie man den Tee zubereiten sollte. Getrunken hat man ihn anfänglich aus henkellosen Tassen, den sogenannten Koppchen. Oder man „schlürfte“ ihn aus der Untertasse!Prinzessin Maria Anna von Sachsen, die Frau Max III. Joseph, besaß in der Residenz sogar ein eigenes Teekabinett. Doch nicht nur Tee und Kaffee, sondern auch der Kakao hatte eine ausgeprägt bittere Note, wenn man nicht ausreichend Zucker hinzufügte. Am Münchner Hof wurde Kakao anscheinend nur selten genossen. Aber vielleicht trinkst du ihn gerne? Was kommt in welche Kanne? Für Kaffee, Tee und Kakao benutzte man speziell geformte Kannen und Tassen. Schau doch einmal in eurem Geschirrschrank nach: Vielleicht findet sich da ein Tee- und ein Kaffeeservice? Du wirst sicherlich Unterschiede bemerken! Der gemahlene Kaffee wurde früher in der Kanne mit kochendem Wasser aufgebrüht oder sogar aufgekocht und schäumte dabei. Damit man sich bei der Zubereitung nicht am heißen Kaffee verbrannte, sind Kaffeekannen höher und schlanker als die bauchigen Teekannen. Die Tülle – also der Ausguss – der Kaffeekanne sitzt sehr weit oben. So gießt man den Kaffeesatz, der sich am Kannenboden absetzt, nicht mit in die Tasse. Kaffekanne mit Chinoserien, Nymphenburg um 1760/67. © Bayerisches Nationalmuseum Für einen Tee wurden die Teeblätter mit heißem Wasser aufgegossen. Durch die bauchige Form der Teekanne konnten sich die mit Wasser aufgesogenen Teeblätter gut ausbreiten. Die Tülle sitzt unten am Kannenrand, so dass die oben schwimmenden Teeblätter möglichst nicht in die Teetasse gegossen wurden. Teekanne aus Teeservice. Surtout, Silber, vergoldet, Johann Engelbrecht, Meißen, um 1723/24, Inv.-Nr. ResMü.K.II.Mei.196 (WL), Residenz München, Porzellansammlung. © Bayerische Schlösserverwaltung, München Früher hat man den Kakao in speziellen Kannen zubereitet. Manche Kannen hatten ein Loch im Deckel, in dem ein Quirl steckte, mit dem man das Getränk umrühren konnte. Der Griff der Kakaokannen befand sich immer seitlich an der Kanne, so dass man sich bei der Zubereitung nicht die Finger verbrannte.Und solltest du nach all dem Kakao nun Appetit darauf bekommen haben, dann bereite dir doch selbst einen zu! Aber achte beim Einkauf des Kakaopulvers darauf, dass er aus fairem Handel kommt und wenn möglich auch noch biologisch hergestellt wurde. Bei diesen Produkten bekommen die Menschen, die den Kakao produzieren, einen „fairen“ Preis. Schokokanne aus Schokoladen Solitaire mit Stoffdekor, Frankenthal um 1770. © Bayerisches Nationalmuseum Im folgenden Spiel erfährst du, wie die Pflanzen aussehen, aus denen Tee, Kaffee und Kakao hergestellt werden, also die Rohstoffe. Die werden verarbeitet zu Produkten, die du im Laden kaufen kannst. Und kannst du dich noch erinnern, welches Getränk in welche Kanne kommt? Ziehe die Rohstoffe und zugehörigen Produkte neben die geeigneten Kannen. Ein kleines Kannenkunstwerk Bestimmt gibt es auch bei dir zuhause jede Menge Kannen oder Kännchen. Wähle die Kanne mit der schönsten Form oder deine Lieblingskanne aus und lass dich zu einem abstrakten Kunstwerk für dein MPZ-Album anregen! Du brauchst: 1 Bogen dickes, weißes Papier im Format DIN A4, aus dem Zeichenblock zum Beispiel1 Blatt weißes Papier im Format DIN A4, Druckerpapier zum Beispiel1 Bogen farbiges Tonpapier im Format DIN A5BleistiftGeodreieckSchereWachsmalkreide oder BuntstifteLocherKlebstoff So geht’s: Zeichne mit einem Bleistift so groß wie möglich (!) auf das dickere weiße Papier (DIN A4) den Umriss der Kanne – am besten zuerst den Bauch, dann den Henkel, die Tülle zum Ausgießen und den Deckel.Auf das dünnere weiße Blatt zeichnest du in der Mitte mit dem Geodreieck ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 13 x 13 cm.Schneide das Quadrat so aus, dass ein Fenster entsteht. Dazu knickst du das Blatt erst einmal und schneidest nur innerhalb des Rahmens.Lege nun das Papier mit dem Fenster auf die Umrisszeichnung und suche durch Verschieben und Drehen nach einem Ausschnitt, der dir gefällt. Es sollte möglichst eine Stelle sein, wo mehrere Linien ein interessantes Bild ergeben.Halte die beiden Bögen fest aufeinander und zeichne die Umrisse des Fensters auf deiner Kanne nach.Jetzt malst du alle Teilflächen, die innerhalb des eingezeichneten Rahmens liegen, jeweils einzeln poppig bunt aus.Schneide das fertige Bild aus.Wähle ein farblich passendes Tonpapier im Format DIN A5 aus, halte es im Querformat und loche es links. Klebe nun dein Bild darauf. Mal sehen, ob deine Familie erkennt, was die Inspiration für dein Kunstwerk war … Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Passende Beiträge auf XponatTeekanne, Tasse, Genussmittelpflanzen Passende MPZ-FührungenExklusiv Wohnen – Fürstenleben im 18. Jahrhundert (GS, MS, RS, FöS, GYM, Inklusionsklassen, BS, Horte)Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen (GS, MS, RS, FöS, GYM, BS, Horte) Informationen zum MuseumDie beiden Gemälde und der Großteil der kostbaren Serviceteile stammen aus der Münchner Residenz. Du solltest dir die Gegenstände unbedingt mal in den originalen Räumen ansehen! Im Residenzmuseum siehst du zahllose Gänge und Zimmer voller atemberaubendem Prunk! Abbildungsnachweis Titelbild: C. Van Loo/Umkreis, Haremsdame (Ausschnitt), um 1747, Residenz München. © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen;Abbildungsnachweis Kannen im Zuordnungsspiel von oben nach unten: Schokokanne aus Schokoladen Solitaire mit Stoffdekor, Frankenthal um 1770. © Bayerisches Nationalmuseum; Kaffekanne mit Chinoserien, Nymphenburg um 1760/67. © Bayerisches Nationalmuseum; Teekanne aus Teeservice. Surtout, Silber, vergoldet, Johann Engelbrecht, Meißen, um 1723/24, Inv.-Nr. ResMü.K.II.Mei.196 (WL), Residenz München, Porzellansammlung. © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

Iss was!? – Im Biergarten

Gehst du auch gerne mit der Familie in den Biergarten? Wir packen hierfür den Korb, den Rucksack oder die Fahrradtasche mit allerlei Leckerbissen. Was alles rein muss, ist jedem selbst überlassen. Keinesfalls fehlen dürfen traditionell eine karierte Tischdecke, Brotzeitbrettl und Besteck, Radieserl, frisches Bauernbrot, Butter und Salz sowie Salat, Tomaten oder Essiggurken. oben: No 1, 2, 5: pixabay; alle anderen Galeriebilder: © Museumspädagogisches Zentrum Und Obazda natürlich! Den machst du am besten schon einen Tag vor dem geplanten Biergartenbesuch. Das Rezept dafür findest du HIER – es passt natürlich in dein MPZ-Album. Dass wir in München im Biergarten selbst mitgebrachte Speisen essen dürfen, haben wir König Max I. Joseph zu verdanken. Er erlaubte 1812 mit der Biergartenverordnung den Bierbrauern, von Juni bis September das frisch gebraute Bier in den Gärten direkt über den Bierkellern zu verkaufen. Speisen verkaufen durften sie jedoch nicht. Seither bringen die Münchner ihr Essen einfach selbst mit. Das gehört auch für uns heute zu einem Biergartenbesuch einfach dazu. Dass in den Biergärten meist Kastanien stehen, hat übrigens auch einen Grund. Denn sie hielten mit ihrem dichten Blätterdach die Kellerräume kühl. Diese wurden, lange bevor es elektrisch betriebene Kühlschränke und Kühlmaschinen gab, auch im Sommer noch mit den Eisblöcken kalt gehalten, die im Winter aus dem gefrorenen Wasser des Nymphenburger Kanals geschnitten worden waren. Max Liebermann, Münchner Biergarten, 1884, Bestand Neue Pinakothek [derzeit ausgestellt in der Alten Pinakothek], Bayerische Staatgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0 Wie es vor knapp 140 Jahren an einem schönen Sonntag in einem Münchner Biergarten ausgesehen haben könnte, zeigt ein Gemälde des Berliner Malers Max Liebermann. Hier trafen sich Menschen aus allen Schichten - egal ob Dienstpersonal, Handwerker oder vornehme Herrschaften. Und alle waren fein herausgeputzt. Die Blaskapelle hat Liebermann aber wohl frei erfunden, weil die nämlich damals im Biergarten gar nicht erlaubt war. Liebermann ging es also nicht unbedingt darum, eine Situation realistisch abzubilden, wie es eine Fotografie könnte. Vielmehr wollte er die Stimmung, die Atmosphäre einfangen. Wer weiß, welche Details er noch erfunden hat? Nimm doch bei deinem nächsten Biergartenbesuch Stifte und einen Skizzenblock – oder dein MPZ-Album – mit und lass dich dort zu einem Bild anregen! Wie unterscheidet es sich von Liebermanns Gemälde? Teile dein Biergartenbild auf Instagram oder Facebook und verwende den Hashtag #MPZisswas Und wenn du ausprobieren magst, welche Rolle die Kinder und ein paar andere Gäste in Liebermanns Gemälde spielen, klicke HIER. Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Informationen zum MuseumEigentlich gehört Max Liebermanns Gemälde in den Sammlungsbestand der Neuen Pinakothek. Weil diese aber aufgrund von umfassenden Sanierungsmaßnahmen geschlossen ist, ist es derzeit in der Alten Pinakothek zu Gast. Abbildungsnachweis Titelbild und Obazda: Filmstills, © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Veronika Hafner, Moritz Dehler

Iss was!? – von Markt und Makrele

Die gemalten Früchte und Gemüsesorten aus der Alten Pinakothek sehen köstlich aus – findest du nicht auch? Vielleicht hast du Lust bekommen, eines der leckeren Rezepte auszuprobieren, zum Beispiel den grünen Power Smoothie? Um die Zutaten einzukaufen, kannst du entweder zu einem Supermarkt um die Ecke oder zu einem Obst- und Gemüsestand in deinem Viertel gehen.Und vergiss den Einkaufszettel nicht! Obst- und Gemüsestand, Spielzeug, um 1925/30, Holz © Münchner Stadtmuseum Viel schöner ist natürlich ein Besuch auf einem Wochen- oder Bauernmarkt. Dort werden vor allem regionale Früchte und Gemüse der jeweiligen Saison verkauft. Der große Vorteil dieser Produkte ist, dass sie keine weiten Transportwege hinter sich haben und deshalb besonders frisch sind. Außerdem werden sie nicht erst in Plastik verschweißt, das wir dann zu Hause gleich wieder in den Müll werfen. In München gibt es in jedem Viertel Wochenmärkte, die jeweils an einem bestimmtenTag in der Woche stattfinden. Und HIER findest du den Markt in deinem Viertel. Der berühmteste und auch der älteste Markt Münchens ist der Viktualienmarkt, der außer sonntags jeden Tag geöffnet hat. Vielleicht warst du schon einmal dort und hast all die Düfte von Kräutern, frischem Obst, Käse, Backwaren und Gewürzen geschnuppert. Hier bekommst du auch frische Eier, Fleisch, Fisch … und auch Blumen dürfen auf einem Markt nicht fehlen! © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Judith Schenk Der Name „Viktualienmarkt“ leitet sich übrigens von dem alten Begriff für Lebensmittel – „Victuailles“ – ab. Früher war es ein Bauernmarkt, heute sozusagen ein riesiges Feinkostgeschäft unter freiem Himmel. Vor etwa 200 Jahren wurde der Viktualienmarkt auf seinen heutigen Platz hinter dem Alten Peter verlegt. Der alte Marktplatz, der sich auf dem heutigen Marienplatz befand, war inzwischen zu klein geworden. Der Marienplatz hieß sehr lange Zeit nur „Markt“ oder „Marktplatz“. Und so sah der Viktualienmarkt vor etwa 200 Jahren aus – die Bauern, Fischer und Kaufleute boten hier als sogenannte „fliegende Händler“ ihre Waren an. Sie hatten keine festen Stände, sondern verkauften nur an manchen Tagen in der Woche Gemüse, Obst, aber auch Eier oder Geflügel, die sie auf einem Karren transportierten. Wenn du den Regler in der Mitte des Bildes greifst und verschiebst, kannst du die Gemälde von 1835 (links) und 1860 (rechts) vergleichen. Bei dem rechten Bild von 1860 kannst du die überdachten Stände der Händler bereits gut erkennen. Es sind natürlich nicht so viele wie heute, da in München damals weniger Menschen lebten, und das Warenangebot war nicht so groß. Heutzutage gibt es auf dem Viktualienmarkt auch einen Biergarten, wo man seinen Hunger stillen kann. Dort kannst du allerlei köstliche Speisen wie einen Leberkäs mit Kartoffelsalat, Münchner Weißwürste mit frischer Breze oder einen Obazden verzehren. Oder schmeckt dir ein Schweinebraten mit Knödel und Kraut am besten? Münchner Spezialitäten findest du übrigens auch im Münchner Stadtmuseum. Hier kannst du sie allerdings nicht verspeisen, sondern dir nur Appetit holen. Schau doch einfach mal selber vorbei – das Museum ist ganz in der Nähe vom Viktualienmarkt. In der dortigen Ausstellung „Typisch München“ gehst du in den 1. Stock. Dort „begegnet“ dir ein Sushi-Laufband. – Aber nicht mit asiatischen Speisen. Hier drehen sich Leberkässemmel, Steckerlfisch, Obazda und viele andere Münchner Köstlichkeiten vor deinen Augen. Du möchtest wissen, welche Gerichte sich noch auf dem Sushi-Laufband befinden? Dann versuch es mit folgendem Spiel. Ziehe dazu die Begriffe auf die passenden Bilder. Solltest du nun endgültig Appetit bekommen haben, dann schau doch einmal bei unserem Biergartenbeitrag vorbei. Dort wartet ein Rezept für einen Obazden auf dich. Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Informationen zum MuseumDas Münchner Stadtmuseum bietet eine große Bandbreite an Dauerausstellungen. Dazu gehören die stadthistorische Ausstellung "Typisch München!" und die darin integrierte Ausstellung "Migration bewegt die Stadt. Perspektiven wechseln". Außerdem gibt es noch die Sammlung Puppentheater/Schaustellerei, die Ausstellung "Nationalsozialismus in München" sowie die Sammlung Musik. Außerdem kannst du regelmäßig Sonderausstellungen zu verschiedensten Themen besuchen, unter anderem aus der beachtlichen Sammlung Fotografie und der Sammlung Mode. Abbildungsnachweis Titelbild: © Münchner Stadtmuseum

Iss was!? – Apfel und Karottengrün
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Duftende Quitten, knackige Kirschen, Johannisbeeren, Zwetschgen, Erbsen und Bohnen, Knoblauch, Spargel, Pilze, Artischocken und jede Menge Kürbisarten … Beim Anblick des Gemäldes von Frans Snyders läuft einem das Wasser im Mund zusammen! Es lassen sich die verschiedensten Obst- und Gemüsesorten finden. Sie werden in Porzellanschalen oder Körben präsentiert oder liegen einfach auf dem Boden. Hast du schon entdeckt, was die Meerkatze gerade klaut? Frans Snyders, Obst- und Gemüseladen, um 1625/30, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 Frans Snyders kannte wohl all das, was er in seinem riesigen Bild gemalt hat, denn sein Vater hatte eine Art Feinschmeckerrestaurant. Nimm dir einen Meterstab oder ein Maßband und prüfe mal, ob das Gemälde irgendwo in deiner Wohnung Platz hätte – es ist 2,03 m hoch und 3,38 m breit! Die Szene ist also genau so groß gemalt, wie sie in echt wäre. Hast du eine Idee, warum es aber gar nicht sein kann, dass Snyders all die leckeren Dinge so vor sich stehen hatte, als er das Bild gemalt hat? Überleg mal, zu welcher Jahreszeit die einzelnen Obst- und Gemüsesorten jeweils reif sind! Warum aber sind auf dem Gemälde, das vor knapp 400 Jahren in den Niederlanden gemalt wurde, zwar Trauben, Zitronen und sogar ein Granatapfel zu sehen, aber weder Ananas noch Bananen? Und woher kommen eigentlich diese Früchte und wie lange gibt es sie schon bei uns? Hinweis: Diese Pflanzen wachsen auch im Gewächshaus des Botanischen Gartens München-Nymphenburg! Lass dich von Snyders Gemälde anregen, selbst leckere Speisen und Getränke zuzubereiten! Wir lassen uns von dem Gemälde zu einem grünen Power-Smoothie, einem feinen Rote-Rüben-Salat und einem fruchtigen Blitz-Eis inspirieren. Findest du alle Zutaten im oberen Gemälde? Die Zwiebeln sind in der Zimmerecke gut versteckt … Die Rezepte kannst du auch ausdrucken und in dein MPZ-Album heften. © Museumspädagogisches Zentrum Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Passende Beitrag auf XponatStillleben Passende MPZ-FührungenZwiebeln, Quitten und Melonen (GS, Horte)Zwiebeln, Pflaumen und Zitronen (Kindergartengruppen mit Kindern ab 5 Jahren) Informationen zum MuseumDie Bayerischen Staatsgemäldesammlungen verfügen über einen reichen Schatz an barocken Stillleben. Zu bewundern sind diese in der Alten Pinakothek in München, in den Zweiggalerien oder in der Online-Sammlung unter dem Stichwort „Stillleben“. Abbildungsnachweis Titelbild: Frans Snyders, Obst- und Gemüseladen, um 1625/30, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0

Iss was!? – Freche Früchte
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Wenn der Bauer einen Satyr als Gast mit nach Hause bringt, wird schnell das weiße Tischtuch aufgelegt. Und weil der Satyr eingeladen ist, um sich aufzuwärmen, gibt es etwas Warmes zu essen. Der Gast hat die große Schüssel bekommen, der Bauer die kleine, die er in seiner linken Hand hält. Alle anderen müssen erst einmal warten. - Wie deckt ihr euren Tisch, wenn Gäste kommen? Jacob Jordaens, Der Satyr beim Bauern, um 1620/21, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 Weil aber der Satyr etwas Komisches, ihm Unheimliches beobachtet hat, hat er den Löffel fallen lassen, ist aufgesprungen und verlässt im nächsten Moment den Raum. Der Bauer hatte nämlich seine Hände mit seinem Atem erwärmt, später aber das heiße Essen auf dem Löffel kalt geblasen. Dass Menschen offenbar kalt und warm blasen können, ist dem Satyr unsympathisch. Gemalte Früchte und andere Kostbarkeiten Eigentlich ist in diesem Gemälde von Jacob Jordaens eine Fabel erzählt: „Der Satyr und der Mensch“ von Aesop. Uns interessiert hier aber vor allem das Stillleben – also die Anordnung von leblosen Gegenständen - in der Mitte des Gemäldes. Hier ist der Tisch mit einem weißen Tuch bedeckt, darauf eine Schüssel und ein Löffel, der über den Rand des Tisches hinausragt und fast hinunterzufallen droht. Dazu ein Korb voller Früchte. Die Maler waren vor 400 Jahren wahre Meister darin, Dinge und Materialen so zu malen, dass sie wie echt aussehen! Und viele zeigten, was sie konnten, indem sie besonders schwierig zu malende Materialien in ihren Gemälden darstellten. Abraham van Beyeren, Großes Stillleben mit Hummer, 1653, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0 Kannst du all die süßen Früchte entdecken, Dinge, die nach Meer riechen könnten, etwas, das leise tickt? Dinge, die klirren würden, wenn man sie anstößt? Was würde sich weich, samtig oder kalt anfühlen? Was war vor fast 400 Jahren wohl ganz besonders wertvoll? Was könnte schon ganz bald verderben? Und woher stammen all die Kostbarkeiten? Viele haben einen weiten Weg hinter sich.Prunkstillleben werden solche Gemälde genannt, die ganz besondere Kostbarkeiten zeigen. Oft findet sich darin auch etwas, was fast vom Tisch fällt, bereits vertrocknet ist und damit darauf hinweist, dass wir die Kostbarkeiten nicht ewig haben werden.Aber es geht in einem Stillleben nicht nur um die Dinge selbst, es geht immer auch darum, wie sie angeordnet sind. Kannst du das Dreieck entdecken, in dem sich die meisten der Kostbarkeiten zusammenschließen? Gestalte dein eigenes Stillleben als poppige Collage oder buntes Pop-Up! © Museumspädagogisches Zentrum Du brauchst: weißes Papiereine alte Zeitschrift oder bunte Papierresteschwarzes (oder dunkles) Tonpapier - für die Collage im Format DIN A5, für das Pop-Up-Stillleben im Format DIN A4; TIPP: Wenn du kein Tonpapier hast, kleb einfach zwei dünne Blätter aufeinander!KugelschreiberBleistiftevtl. FarbstifteSchereKlebstoffLocher So geht's: Zeichne zuerst mit Bleistift oder Kugelschreiber von verschiedenen Früchten – Beeren, Obst oder Feldfrüchten – nur die Umrisse auf ein weißes Papier. Achte dabei auf die Größe! Wie groß ist z. B. eine Himbeere im Vergleich zu einer Birne oder einer Wassermelone? Deine größten Früchte sollten nicht höher als 10 cm sein!Die Maler zeigen uns die Früchte manchmal auch von innen – Melonen zum Beispiel. Lass dich inspirieren!Schneide die gezeichneten Früchte aus. Das sind nun deine Schablonen.Lege die Obst- und Gemüseschablonen auf bunte Ausschnitte aus einer Zeitschrift oder farbige Papierreste und fahre den Umriss mit einem Kugelschreiber nach. Lege die Schablonen erneut auf und zeichne weitere Früchte.Schneide so mehrere Früchte einer Sorte aus.Wenn du willst, kannst du noch Details einzeichnen. Collage © Museumspädagogisches Zentrum, Fotos: Rosalie Werkmeister Für die Collage legst du deine Früchte auf das Tonpapier (DIN A5 im Querformat). Sie sollten sich überschneiden. Schiebe sie also übereinander, bis zwischen den Früchten kein Hintergrund mehr zu sehen ist.TIPP: Schau dir das Große Stillleben mit Hummer nochmal genauer an: Wie sind hier die Früchte, die Metallschalen und Gläser angeordnet? Auffällig ist, dass dazwischen kaum Hintergrund durchblickt. Und dass die Anordnung nach rechts immer höher wird. Probiere das auch bei dir einmal aus!Schneide noch ein farbiges Papier aus, das die Tischdecke darstellen könnte. Vielleicht auch ein paar Teller oder Schüsseln.Wenn alles richtig liegt, klebst du es nach und nach auf – lass dazu die Einzelteile so lange wie möglich an ihrem Platz liegen!Um die Früchte dreidimensional wirken zu lassen, kannst du noch auf alle Früchte weiße Glanzlichter aufsetzten – immer rechts oben oder immer links oben.Loche deine Collage links und hefte sie in dein MPZ-Album.Wenn du magst, teile deine Collage auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZisswas Pop-Up Schwierigkeitsgrad: Für Geübte! © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Rosalie Werkmeister Für das Pop-Up brauchst du zusätzlich noch verschiedene Papierstreifen (schwarzes Tonpapier oder auch Streifen aus einer Zeitschrift), die sich in der Breite nach deinen Früchten richten und zwischen 8 und 18 cm lang sein sollten.Falte dein schwarzes Tonpapier (DIN A4) zur Hälfte, so dass sich eine Klappkarte im Format DIN A5 ergibt.Wenn das Pop-Up ins MPZ-Album soll, klappe die Karte wieder auf. Auf der oberen Hälfte zeichnest du links einen Streifen von 2 cm Breite ein und schneidest dieses Feld weg. Die untere Hälfte lochst du danach links (s. Foto).Forme die Streifen zu Ringen und klebe diese zu.Wenn die Klebung fest ist, drücke den Ring flach und fahre die Knicke nach.Klappe den Ring wieder auf, drücke ihn an einer anderen Stelle nochmals flach und fahre die Knicke wieder nach. Jetzt hast du eine Art offenen Kasten (s. Foto).Verfahre mit mehreren Streifen so und achte darauf, dass du unterschiedliche Kästen erhältst.Klebe deine Früchte jeweils an die Kästen, so dass die Unterkante direkt mit einem Knick abschließt – sehr kleine Früchte solltest du vorher zu Gruppen zusammenkleben.Klebe die Früchte mit den Kästen direkt in den Knick des Tonpapiers, indem du den Papierstreifen an der Unterseite auf die untere Hälfte, die Rückseite auf die obere Hälfte klebst.Tipp: Wenn du etwas tüfteln magst, dann überlege zunächst, wo deine Früchte sein sollen und falte die Papierstreifen entsprechend. Ansonsten überlasse es dem Zufall.Weitere Früchte kannst du auch an andere Früchte oder in mehreren Etagen ankleben.Gut trocknen lassen. Dann die Karte schließen und nochmal flach drücken.Wenn du deine Karte nun aufklappst, stehen die Früchte frech im Raum. Fotostillleben Schwierigkeitsgrad: Für Einsteiger! Du kannst ein Stillleben natürlich auch fotografieren. Stelle ein paar Schachteln auf einen Tisch oder Schrank, drapiere ein Stück Stoff – eine Tischdecke oder ein Halstuch zum Beispiel – darüber, ordne Obst und Gemüse aus der Küche interessant an und lege noch ein paar Gegenstände, die dir persönlich wichtig sind, dazu. Achte darauf, ob der Hintergrund und das Licht passen. Mach ein Foto, vergleiche dein Ergebnis mit den Gemälden der Alten Meister und korrigiere gegebenenfalls die Anordnung für ein weiteres Foto. Noch mehr zu entdecken ... Wenn du auf die Bilder klickst, vergrößern sie sich. Finde die schimmlige Orange, etwas, das gleich vom Tisch fällt, und ein hohes Glas, das sich im Hintergrund versteckt. 300 Jahre später wurden aus Stillleben abstrakte Bilder in bunten Farben und vereinfachten Formen. Das Stillleben ist hier an den Rand gerutscht und Teil eines sog. Genrebildes, das in diesem Fall eigentlich die Kinder zum Thema hat. von links nach rechts: Juriaen van Streeck, Stillleben mit Mohr und Porzellangefäßen, um 1670/80, Bayerisches Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0; Alexej von Jawlensky, Stillleben mit Früchten, um 1910, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Gabriele Münter Stiftung 1957, CC BY-SA 4.0; Bartolomé Esteban Murillo, Die Pastetenesser, um 1675/82, Bayerisches Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Du hast Appetit bekommen? Den Rest der Ferienaktion findest du unter Iss was!? - essen, speisen, tafeln .... Passende Neitrag auf XponatStillleben Passende MPZ-FührungenEin Fest der Sinne (GS Jgst. 1 - 2, Horte)Ein Fest der Sinne (Kindergartengruppen mit Kindern ab 5 Jahren)Rauschender Seidentaft und andere Kostbarkeiten (GS ab Jgst. 3, MS, RS, GYM, BS, Horte) Informationen zum MuseumIn der Alten Pinakothek sind viele wunderbar gemalte Stillleben und jede Menge Gemälde, in denen Stillleben in die Szene eingebaut sind, zu finden. Die kleinformatigen Stillleben lassen sich in den für Gruppen unzugänglichen Kabinetten entdecken. Abbildungsnachweis Titelbild: Jacob Jordaens, Der Satyr beim Bauern (Ausschnitt), um 1620/21, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek München, CC BY-SA 4.0

Der arme Poet ist ausgezogen
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Carl Spitzwegs "Armer Poet" (1839) wohnt unter dem Dach in einer kleinen Kammer. Wie armselig seine Behausung ist, fällt erst so richtig auf, wenn er ausgezogen ist. Ziehe am Anfasser links in der Mitte am Rand und schiebe den Balken langsam nach rechts. So siehst du Stück für Stück, welche Besitztümer er hinterlassen hat. Finde auch heraus, was genau er alles mitgenommen hat. Passende Beitrag auf XponatDer arme Poet ist ausgezogen Informationen zum MuseumWenn du mehr über den Armen Poeten wissen willst, gehe auf die Webseite des Museums. Oder besser, sieh dir das Original in der Sammlung Schack an. Abbildungsnachweis Titelbild: Carl Spitzweg, Der arme Poet (Ausschnitt), 1839, derzeit Sammlung Schack, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Karl Valentin – wortwörtlich

Weißt du, was ein „Sprachkünstler“ ist? Und kannst du dir vorstellen, wie man einer wird? Wir stellen dir hier einen berühmten Künstler vor, der mit Sprache regelrecht jonglierte und dadurch die Menschen zum Lachen brachte: Karl Valentin. Er kam 1882 in München auf die Welt und hieß eigentlich Valentin Ludwig Fey. Die ersten Schritte hin zu seiner Karriere als Humorist, Komiker und Stückeschreiber, wie er sich selbst nannte, beschreibt Karl Valentin so: „Falk und Fey, Möbeltransportgeschäft in der Münchner Vorstadt Au, Entenbachstraße 63 im ersten Stock links, dort erblickte ich, Valentin Ludwig Fey, das Licht der Welt. Mit vier Jahren absolvierte ich den Kindergarten, mit sechs Jahren steckte man mich widerspenstig in die Volksschule an der Klenzestraße. Meine Schulzeit war für mich eine siebenjährige Zuchthausstrafe, so gern ging ich in die Schule. Hierauf kam ich in die Lehre, in die Möbelschreinerei von Jos. Hauhuber in Haidhausen, und hobelte, sägte, leimte, nagelte – bis ich Geselle wurde. Als solcher verdiente ich mir dann fünf Jahre lang wöchentlich 20 bis 25 Mark. Nachdem ich auch noch bei verschiedenen anderen Münchner Schreinermeistern Gastspiele gegeben habe, entwendete ich bei dem letzten Meister einen Nagel, schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreiner für immer auf.“  Karl Valentin bei Tonaufnahmen, © Valentin-Karlstadt-Musäum Bei Valentins Humor fällt besonders auf, dass er genau auf das hört, was die Menschen sagen. Er nimmt die Sätze auseinander, zerlegt sie in einzelne Wörter und nimmt dann jedes Wort für sich in seiner Bedeutung wörtlich. Damit will er uns darauf hinweisen, welchen Unsinn die Menschen im Alltag oft von sich geben. Karl Valentins erstes sehr erfolgreiches Stück heißt „Das Aquarium“ und entstand im Jahr 1907. Hör es dir einmal an, dann bekommst du einen Eindruck davon, wie sein Humor und sein „Sprachwitz“ funktionieren. Klick einfach rein: In dieser Podcast-Reihe des Bayerischen Rundfunks findest du eine Menge weiterer Beispiele seiner Kunst. Informationen zum MuseumMöchtest du mehr über Karl Valentin erfahren, dann besuche doch das ganz besondere Musäum an einem ganz besonderen Ort, nämlich im taubenumflatterten Turm des Isartors. Dort kannst du sogar den Nagel entdecken, an den Karl Valentin seinen Schreinerberuf hängte. Abbildungsnachweis Titelbild: © Valentin-Karlstadt-Musäum

Was wimmelt da am Marienplatz?

Wenn du heute ein Bild vom Münchner Marienplatz machen möchtest – kein Problem. Ein Klick am Handy oder Fotoapparat – fertig! Vor 400 Jahren dagegen musste ein solches Bild gemalt werden. Es dauerte Wochen und Monate, bis ein Künstler den Platz mit seiner quirligen Atmosphäre auf die Leinwand gebracht hatte. Bevor er sich an die Arbeit machte, kramte er deshalb zuerst einmal in seinen Erinnerungen: Was habe ich auf diesem Platz in der letzten Zeit Interessantes gesehen oder erlebt? Welche Geschichten möchte ich über diesen Ort erzählen? Möglichst viel von dem, was ihm dazu einfiel, packte der Künstler dann in sein Bild hinein. Das fertige Gemälde bildet daher nicht wie ein Foto einen bestimmten Augenblick ab, sondern liefert dir eine Fülle von Geschichten, Erlebnissen und Bildern, die frühere Zeiten in deinem Kopf lebendig werden lassen. Ein solches Bild vom Marienplatz, der früher einfach nur „Markt-“ oder „Schrannenplatz“ hieß, kannst du im Münchner Stadtmuseum sehen. In welchem Jahr es gemalt wurde, findest du sicher heraus, wenn du dir das Gemälde ganz genau anschaust. Anonym, Der Marktplatz in München zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, 1634. © Bayerisches Nationalmuseum (Dauerleihgabe an das Münchner Stadtmuseum) Lass uns nun eine kleine Reise zurück in die Zeit machen, in der das Bild entstanden ist. Wir befinden uns mitten im „Dreißigjährigen Krieg“. In ganz Europa streitet man darum, welches die „richtige“ Religion ist: katholisch oder evangelisch? Die Anhänger des evangelischen Glaubens nennt man auch „Protestanten“. Ein protestantisches Heer unter der Führung des gefürchteten Schwedenkönigs Gustav Adolf hat das katholische München 1632 – 2 Jahre vor der Entstehung unseres Bildes also – belagert und besetzt. Die Stadt soll geplündert und in Schutt und Asche gelegt werden. Aber die Münchnerinnen und Münchner können das verhindern, indem sie ein gigantisches Lösegeld auftreiben: 300.000 Reichstaler! Zum Dank für den kampflosen Abzug der Truppen, für das sogenannte „Wunder von München“, wird sechs Jahre später die Mariensäule auf dem Marktplatz aufgestellt. In diesem „Wimmelbild“ verstecken sich noch viel mehr solche Geschichten: spannende, grausame und lustige! Löse die folgenden Rätsel und Suchaufgaben, klicke auf den entsprechenden Playknopf im Bild und höre mehr dazu… Wenn du noch ein bisschen in der Zeit reisen möchtest, dann schau dir doch auch einmal an, wie der Marienplatz vor etwa 250 Jahren ausgesehen hat. Was hat sich seit dem Dreißigjährigen Krieg verändert? Und wie sieht es an der gleichen Stelle heute aus? Joseph Stephan, Schrannenplatz gegen Nordwesten. © Münchner Stadtmuseum Der Münchner Marienplatz heute.© Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Judith Schenk Informationen zum MuseumMöchtest du die Zeitreise fortsetzen und wissen, wie es in München früher ausgesehen hat? Dann bist du in der Ausstellung „Typisch München!“ im Münchner Stadtmuseum richtig. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Judith Schenk

Sprache verbindet – Kunst als Impuls

Kunstwerke bieten uns jede Menge Anregungen – zum Beobachten, Nachdenken, Gestalten … Sie können uns aber auch Ideen zum Erzählen, Schreiben oder Dichten liefern. Probiere es einfach aus! Hier stellen wir dir Kunstwerke aus dem Lenbachhaus vor und geben Tipps, wie du dazu ganz leicht witzige Geschichten erfinden, ein Gedicht schreiben oder eine fantastische Kurzgeschichte verfassen kannst. Schreibe ein Gedicht zu Franz Marcs "Vögel" Franz Marc hat 1914 ein Bild gemalt, auf dem verschiedene Vögel zu entdecken sind, eine Landschaft vielleicht mit Berg und Bäumen, jede Menge kantige Formen und viele bunte Farben. Welche Vogelarten erkennst du, obwohl sie gar nicht genau wiedergegeben sind? Wie hat Franz Marc den Eindruck erzeugt, dass der Vogel in der Mitte ganz schnell flattert? Was entdeckst du sonst noch im Gemälde? An was erinnern dich die dreieckigen Formen, aus denen sich das Bild zusammensetzt? An Scherben oder eher an einen wunderbar funkelnden Kristall? - Wir finden, da steckt beides drin. Franz Marc, Vögel, 1914. © Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Miteigentum der Bundesrepublik Deutschland aufgrund Ankaufsunterstützung Versuche ein superkurzes Gedicht zu schreiben, bei dem die Anzahl der verwendeten Silben vorgegeben ist: Ein Haiku – die kürzeste Gedichtform der Welt – besteht aus nur drei Zeilen und insgesamt 17 Lauteinheiten. Eine Vorlage, in der über jedem Bogen nur eine Silbe Platz finden darf, findest du HIER zum Abzeichnen oder Ausdrucken, Halbieren und Einheften in dein MPZ-Album. Notiere ein paar Wörter, die dir zu dem Gemälde einfallen und unbedingt ins Gedicht müssen.Überlege dir, wie viele Silben diese Wörter jeweils haben.Nun musst du tüfteln: Wie schaffst du es, deine Wörter auf die drei Zeilen mit 5, 7 und 5 Silben zu verteilen?Lasse „Unwichtiges“ – Artikel zum Beispiel – einfach weg.Sätze müssen hier auch nicht vollständig sein.Verändere die Reihenfolge der Wörter, wenn sie dann besser in die Zeilen passen.Tausche ein Wort durch ein kürzeres oder längeres aus, das eine ähnliche Bedeutung hat.Schreibe dein Gedicht so auf, dass über jedem Bogen nur eine Silbe steht.Lass dir dein Gedicht von jemandem vorlesen! Lass dich von Wassily Kandinsky zu einer fantastischen Kurzgeschichte anregen! Die Formen, die Wassily Kandinsky in seinem Gemälde „Parties diverses“ zu Gebilden zusammengefügt hat, erinnern uns irgendwie an Lebewesen. An menschliche Figuren oder Tiere. Ein Umriss fasst dabei jeweils mehrere geometrische Formen zusammen, so dass wir diesen Eindruck haben. Wo sich die Formen mit anderen überschneiden, wechseln sie die Farben. Das Gemälde ist in mehrere Farbfelder unterteilt, aber die Figuren gehen an manchen Stellen darüber hinaus. Doch wo befinden sich all diese Gestalten eigentlich? Und hast du den Eindruck, dass die Figuren auf dem pastelligen Untergrund in Bewegung sind? Wassily Kandinsky, Parties diverses, 1940, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, CC BY-SA 4.0 Lass dich von Kandinskys Formen, Farben und Mustern zu einer fantastischen Kurzgeschichte anregen!  Eine Schreibvorlage u.a. für dein MPZ-Album, die jeweils Satzanfänge vorgibt, findest du HIER. Suche eine Gestalt in „Parties diverses“ aus, die die Hauptfigur in deiner Geschichte sein soll.Überlege, welche anderen gemalten Formen, Gestalten oder Dinge etwas mit der Hauptfigur zu tun haben könnten.Wo befinden sich diese Figuren?Welche Rolle spielen im Bild die kleinen Rechtecke in Reihe, die Linien, Bögen oder Punkte? Könnten sie eine Art Zeichensprache sein, die du in deiner Geschichte umsetzen kannst?Hat auch die ein oder andere Farbe eine Bedeutung?Kannst du dir Geräusche vorstellen?Und jetzt schreibe einfach los! Vervollständige dazu die Zeilen.  Erfinde eine witzige Geschichte! Hast du Lust, eine richtig witzige Geschichte zu erfinden? Die Idee dazu liefert dir das Kunstwerk „Laden 1975 – 2015“ von Hans-Peter Feldmann, das sich ebenfalls im Lenbachhaus befindet. In dem „Laden“ – das war tatsächlich 40 Jahre lang ein Geschäft in Düsseldorf! – hat der Künstler lustige, komische, außergewöhnliche und kitschige Dinge zusammengetragen und verkauft: Blechspielzeug, Modellautos, Souvenirs, Nützliches und Unnützes, Kurioses und vieles mehr. Manches hast du bestimmt schon irgendwo einmal gesehen. Schau dir an, was Hans-Peter Feldmann hier alles zusammengetragen hat und notiere drei Dinge, die du besonders lustig, komisch, witzig oder einfach toll findest! In diesem Video bekommst du einen guten Einblick.Tipp: Zum Notieren der drei Begriffe und zum Aufschreiben der Geschichte gibt es HIER ein Blatt u.a. für dein MPZ-Album (halbiert), das du ausdrucken und einheften kannst. HALT! Lies erst weiter, wenn du die drei Begriffe notiert hast! Deine Geschichte könnte sonst langweilig werden … Haben die drei Begriffe, die du in die drei Felder geschrieben hast, irgendetwas miteinander zu tun? Überlege, in welcher Reihenfolge die Begriffe Sinn machen könnten und welcher Begriff die Hauptrolle bekommt. Erfinde nun eine Geschichte, in der die drei Begriffe eine Rolle spielen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Überlege dir noch einen Titel für deine Geschichte. Schreibe die Geschichte auf oder erzähle sie einfach einer Freundin, einem Freund oder deiner Familie! Wenn du magst, kannst du auch noch ein Bild zu deiner Geschichte malen, in dem die drei Gegenstände zu finden sind, die dir hierfür die Ideen geliefert haben. Lust auf mehr? Wenn du auf den Geschmack gekommen bist und noch mehr Gedichte und Geschichten verfassen willst – diese Gemälde bieten auch jede Menge Anregungen. Klicke dich durch die folgende Galerie. Oder du suchst in der Online-Sammlung des Lenbachhauses nach Werken von Gerhard Richter, Franz Ackermann, Rupprecht Geiger, Erwin Wurm oder der Gruppe SPUR. Robert Delaunay, Fenêtres sur la ville, 1914 Paul Klee, Früchte auf Rot, 1930 Kandinsky, Wassily, Entwurf 3 zu Komposition VII, 1913 alle: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, CC BY-SA 4.0 Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Passende Beiträge auf XponatRondell (Gedichtform), Gegenstandslose Malerei (Gerhard Richter) Passende MPZ-FührungErzählen, schreiben, dichten... (GS ab Jgst. 3, MS bis Jgst. 7) Informationen zum MuseumIm Lenbachhaus lassen sich Kunstwerke vom 19. Jh. bis heute erleben. Weltberühmt ist die Sammlung „Der Blaue Reiter“. Hier sind die Gemälde von Kandinsky und Marc zu finden. Informationen findest du auch in der Online-Sammlung des Lenbachhauses. Abbildungsnachweis Titelbild: Wassily Kandinsky, Parties diverses (Ausschnitt), 1940, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München, CC BY-SA 4.0

Sprache verbindet – Sprache lernen

Bäume, Obst und Jahreszeiten. Farbe, Mode und Design. Wohnen, Stadt und Verkehrsmittel. Tiere, Uhrzeit oder Feste: für Deutschklassen und Sprachlerngruppen bietet das MPZ vielfältige Angebote in 17 Münchner Museen und im Stadtraum an. Jedes Mal steht ein Wortfeld im Mittelpunkt. Zum Thema „Wohnen“ werden z.B. die schönen Räume der Münchner Residenz unter die Lupe genommen und so der Wortschatz rund um das Arbeitszimmer, das Schlafzimmer, das Badezimmer und das Esszimmer vertieft.Ein „Bausteinkoffer“ voller Methoden und Materialien macht das jeweilige Thema anschaulich.Mit differenzierten Aufgabenstellungen wird dabei der individuelle Sprachstand der Teilnehmenden  berücksichtigt. Alle gemeinsam können so die Ausstellungsstücke entdecken und die Museumswelt erleben. So macht Spracherwerb Spaß! Aus den etwa 40 MPZ-Angeboten in den Münchner Museen haben wir zwei methodische Beispiele für Sie ausgesucht. Sie können sie auch im Unterricht einsetzen. Kommen Sie persönlich mit Ihrer Gruppe. Die Führungen sind kostenfrei. Sprache lernen mit Kunstwerken August Macke, Mädchen unter Bäumen, 1914. © Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München Deutsch als Zweitsprache und zugleich Kunst bzw. Design vermitteln sowie eigenes kreatives Gestalten ermöglichen – das gelingt vor den Exponaten der Sammlung Moderne Kunst und der Neuen Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne. Die beeindruckenden, leuchtend farbigen Gemälde der modernen Kunst regen an, die Vielfalt der Farben zu entdecken und spielerisch den Wortschatz rund um das Thema Farbe zu erweitern. Sind die einfachsten Farbnamen und der Farbkreis gelernt und auch die Abstufung in Hell-, Mittel- und Dunkelwerte verstanden, lassen sich mit Hilfe von Bildwortkarten Komposita bilden, um weitere Farbnuancen benennen zu können. Schülerinnen und Schüler erkennen zum Beispiel tannengrüne oder limettengrüne Farben im Blattwerk der Bäume, wenn sie August Mackes Gemälde „Mädchen unter Bäumen“ genau betrachten. Auch die Kleider der Mädchen werden anfangs einfach blau oder dunkelblau beschrieben, auf der Suche nach noch passenderen Farbnamen dann ozean- und himmelblau gefunden. Durch einen Klick auf die Informationssymbole im Gemälde des folgenden Spiels erscheinen einige anschauliche Beispiele, denen man die Farbkleckse am rechten Rand zuordnen kann.Folgendes Element funktioniert am besten ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Anschließende eigene Experimente im Farbmischen mit Trocken- oder Nassfarben verfestigen die Kenntnisse zu Farben und Farbkreis, zugleich machen sie den Schülerinnen und Schülern viel Spaß. Für die selbst hergestellten Farbkarten finden sie ebenfalls und häufig sehr fantasievolle Farbnamen.  Sprache lernen mit Designobjekten Die Neue Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne präsentiert eine große Vielfalt an Gegenständen: Möbel, Geschirr, Elektro- und Sportgeräte, Fahrzeuge und vieles mehr. An den Objekten können Schülerinnen und Schüler ganz anschaulich den Wortschatz zu Alltagsgegenständen lernen und vertiefen. Bildkarten und Materialproben helfen ihnen dabei. Die Objekte regen zudem an, die eigene Kreativität in Skizzen zu erproben. © Museumspädagogisches Zentrum Ein überdimensioniertes Setzregal, die Eingangswand der Neuen Sammlung – The Design Museum, stellt eindrucksvoll und als Auftakt des Rundgangs den Sammlungsbereich Design mit mehr als 30 Exponaten vor. Für die Deutschklassen oder BIK ist dies eine optimale Vermittlungssituation, da hier, immer abgestimmt auf den jeweiligen Sprachstand der Schülerinnen und Schüler, der Wortschatz spielerisch auf ganz unterschiedliche Art und Weise eingeübt werden kann. Eine einfache Möglichkeit des spielerischen Spracherwerbs zeigt unser Quiz, bei dem die Begriffe den einzelnen Objekten zugeordnet werden können. Was ist was im Setzregal? Möbel, Fahrzeug oder Elektrogerät? Ein Klick auf die Info-Symbole verrät es. Basiswortschatz lässt sich z.B. mit dem Spiel „Ich sehe etwas, was du nicht siehst und das ist…“ trainieren. Neben der Farbabfrage kann auch das Material thematisiert werden: „Was ist aus Holz?“- „Der Tisch!“ Sprachlich etwas höhere Anforderungen stellt die Aufgabe, als Antwort nicht nur das Objekt, sondern auch die damit verbundene Tätigkeit zu beschreiben: Z.B. „Was ist aus Kunststoff?“ – „Der schwarze Stuhl ist aus Kunststoff. Ich sitze auf dem Stuhl.“Folgendes Element funktioniert am besten ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Das Setzregal mit gezeichneten Objekten finden Sie hier. Die Schülerinnen und Schüler können die gelernten Begriffe eintragen und noch einmal vertiefen.  Zur Überprüfung dient ein beigefügtes Lösungsblatt mit den zugeordneten Begriffen. Die besondere Lernumgebung Museum und die beeindruckenden Originale motivieren die Kinder und Jugendlichen. Zugleich machen die Sprachspiele zu den Exponaten Freude, schaffen Erfolgserlebnisse und Selbstvertrauen. - Wichtige Voraussetzungen, die das Erlernen der neuen Sprache positiv unterstützen.  Mehr aus unserer Reihe Sprache verbindet Sprachfördernde Angebote des MPZfür Deutschklassen an Grund-, Mittel und Berufsschulen sowie Deutschlernkurse Passende Beiträge auf XponatSprache lernen mit Kunst: Farbkarten, Ich sehe was, was du nicht siehstSprache lernen mit Design: Stuhl Entwurf: Michael Thonet, Hersteller: Gebrüder Thonet, WienStuhl Nr. 14 | um 1856, Materialprobe Passende MPZ-FührungenProgramm für Deutschklassen in der Pinakothek der Moderne - Sammlung Moderne Kunst: Die Welt der Farben in der Kunst Programm für Deutschklassen in der Pinakothek der Moderne - Die Neue Sammlung: Stühle, Sessel, Teller, Tassen - besondere Dinge im Designmuseum Informationen zum MuseumIn der Pinakothek der Moderne präsentieren vier Museen zu Kunst, Design, Architektur und Graphik ihre Sammlungen. Alle vier Museen bespielt auch das interkulturelle und kostenfreie Projekt „KunstWerkRaum“, zu dem wir Sie herzlich einladen, sobald Gruppenveranstaltungen wieder möglich sind. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum

Kaleidoskop-Filter
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Das Kaleidoskop ist ein optisches Kinderspielzeug. In einem Rohr spiegeln sich kleine Gegenstände und so entstehen schöne symmetrische Muster. Mit einem Filter eines digitalen Bildbearbeitungsprogramms lassen sich diese Spiegeleffekte auf bekannten Gemälden anwenden. So entstehen ganz neue Bildwelten. Wenn du mit einer Vorlage experimentiert hast, wirst du das originale Gemälde mit ganz anderen Augen sehen. Die Bildmanipulation kannst du leicht mit dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm „GIMP“ erstellen. Dazu musst du weder ein Künstler noch ein digitaler Experte sein. Lade das Programm kostenlos auf der Website von GIMP herunter, öffne es und folge dieser Anleitung (Schiebe dazu den Regler unter dem Bild Schritt für Schritt nach rechts.): Je nachdem, wie du die Einstellungen wählst, fallen dir an dem originalen Bild jetzt ganz andere Dinge auf. DekorativAls Deckenbild angeordnet, wird deutlich, wie dekorativ das Motiv der zusammensitzenden Frauen ist. OrnamentalWenn die Figuren in den Hintergrund treten, zeigt sich, wie gut die warmen Farben mit den hellen Himmelblau harmonieren. SurrealOhne Gesichter, mit entsprechender Verzerrung entsteht ein völlig neues, surreales Bild. Friedrich Overbeck, Italia und Germania (Ausschnitte), 1828, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek Münche. © Museumspädagogisches Zentrum, Bearbeitung: Dr. Alfred Czech Hier findest du weitere Beispiele zur Anregung. Wenn du die „ungefilterten“ Gemälde sehen und mehr über sie wissen willst, klicke auf die Bilder. Sie führen dich zur Abbildung in der Onlinesammlung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Oder noch besser: Sieh sie dir im Original in der Alten Pinakothek und der Sammlung Schack an! im Filter: Gustav Klimt, Margaret Stonborough-Wittgenstein (Ausschnitt), 1905, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München Im Filter: Caspar David Friedrich, Riesengebirgslandschaft mit aufsteigendem Nebel, um 1819/20, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München © Museumspädagogisches Zentrum, Bearbeitung: Dr. Alfred Czech Passende Beitrag auf XponatKaleidoskop-Filter Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Bearbeitung: Dr. Alfred Czech; Basis für Grafik: Gustav Klimt, Margaret Stonborough-Wittgenstein (Ausschnitt), 1905, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, CC BY-SA 4.0

Original und Fälschung

Findest du die Unterschiede? Bei einem Gemälde wie den „Trauben- und Melonenessern“ von Bartolomé Estéban Murillo passt jede Einzelheit. Vieles an dem Bild fällt dir erst auf, wenn du es länger betrachtest. Daher laden wir dich zu einem kleinen Spiel ein: „Original und Fälschung“. Das erste Bild ist eine Reproduktion des Originals aus der Alten Pinakothek. Im zweiten Bild – der Fälschung – sind 12 Fehler eingebaut. Viel Spaß bei der Suche! Wenn du mehr über die „Trauben- und Melonenesser“ und andere Kinderbilder des spanischen Malers Murillo erfahren willst, gehe auf die Homepage der Alten Pinakothek in München. Vielleicht bist du neugierig geworden, wie das Gemälde im Original aussieht? Du findest es in der Alten Pinakothek. Passende Beitrag auf XponatOriginal und Fälschung – digital Passende MPZ-Führungen, in denen die „Trauben- und Melonenesser“ eine Rolle spielen:Zerlumpt, barfuß oder fein herausgeputzt – eine Begegnung mit Bauern, Bürgern oder einem Kaiser (für GS, Horte, GYM, MS, RS, jeweils bis Jgst. 7)Zwiebeln, Quitten und Melonen (für GS, Horte)Zwiebeln, Pflaumen und Zitronen (für Kindergartengruppen mit Kindern ab 5 Jahren) Abbildungsnachweis Titelbild: Bartolomé Estéban Murillo, Trauben- und Melonenesser (Ausschnitt), um 1650, Alte Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, CC BY-SA 4.0

Götter geben Rätsel auf

Wir kennen viele Darstellungen von griechischen Göttinnen und Göttern. Und einige davon können wir in München direkt vor Ort sehen: In den Staatlichen Antikensammlungen sind die Gottheiten vor allem auf Vasen gemalt, im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke finden wir Statuen von ihnen. Vielleicht habt ihr ja mal Lust, sie dort zu besuchen. Acht ausgewählte Gottheiten könnt ihr hier kennenlernen. Ihren griechischen und ihren lateinischen Namen sowie ihre Erkennungsmerkmale. Es gibt drei Schwierigkeitslevel: für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Probiert aus, wie weit ihr kommt! Wichtig: genau hinsehen! Auf den ersten Blick sehen die alle ähnlich aus ... Für Anfänger Das ist ein Memo-Spiel, wie ihr es bestimmt schon gespielt habt. Ihr dürft immer zwei Karten aufdecken. Wenn ihr ein gleiches Paar gefunden habt, erfahrt ihr, wie die Gottheit heißt und wofür sie zuständig ist. Ihr könnt den Text ganz in Ruhe lesen, denn solange er sichtbar ist, stoppt die Zeitmessung. Fangen wir an mit den Statuen. Für Fortgeschrittene Nun wird es komplizierter. Es sind immer noch dieselben acht Gottheiten. Aber die sind ja kaum wiederzuerkennen! Oder vielleicht doch? Tatsächlich hat jede Gottheit mindestens ein Merkmal an sich, das nur sie alleine trägt. Bei den antiken Statuen ist es oft abgebrochen, aber auf den Vasen und an der kleinen Skulptur kann man es gut sehen. Ordne die Symbole links den zugehörigen Darstellungen rechts zu. Das folgende Spiel funktioniert leider erst ab einer Bildschirmbreite von 700 Pixeln (Tablet, PC). Für Profis Respekt, ihr habt es weit geschafft! Nun dürft ihr euch nochmal an einem schwierigeren Memo-Spiel versuchen. Die Göttinnen und Götter bleiben dieselben, aber nun gehören jeweils ein Symbol und eine Darstellung als Memo-Paar zusammen. Einmal gefunden, verraten sie euch, warum sie dieses Merkmal mit sich tragen. Puh, das war schwer! Vielleicht habt ihr es auch ein paarmal gespielt. Dann seid ihr jetzt gut vorbereitet, wenn ihr die Vasen in den Staatlichen Antikensammlungen oder die Statuen im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke seht. Sicher erkennt ihr die ein oder andere Gottheit! Doch das war ja noch lange nicht alles: Unser Büchlein Antike Götter stellt die wichtigsten Gottheiten der Antike und ihre Geschichten vor. Es ist ein idealer Begleiter für Museumsbesuche oder für Streifzüge in eurer Umgebung. Für 5,- € könnt ihr es in der Ausstellung der Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz kaufen. Passende MPZ-FührungenAntike Götter und ihre Sagen (für GS, GYM, MS, RS, im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke)Die unsterblichen Götter (für GS ab Jgst. 3, GYM, MS, RS, in den Staatlichen Antikensammlungen) Informationen zu den MuseenWenn du mehr erfahren möchtest, besuch das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke oder die Staatliche Antikensammlungen. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, Foto: R. Hessing

Upcycling! Lampen neu gestaltet

Inspirationsquelle: Lampen von Ingo Maurer in der Neuen Sammlung – The Design Museum, Pinakothek der Moderne Heute lassen wir uns von ungewöhnlichen, oft auch lustigen Lampen von Ingo Maurer inspirieren. Die Neue Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne zeigt einige seiner Lampen in ihrer Dauerausstellung und im neu eröffneten Schaudepot X-D-E-P-O-T. Ingo Maurer war Lichtgestalter – alles, was mit Licht zu tun hat, faszinierte ihn. Oft gaben ihm ungewöhnliche Materialien oder irgendetwas, das ihm in seinem Alltag begegnete, Ideen für neue Lampen. Ingo Maurer, Lucellino Wall, 1992. Foto: Judith Schenk Seine Lampe Lucellino ist ein gutes Beispiel dafür, wie Ingo Maurer Lampen gestaltet. Er verwendet eine energiesparende LED in Form der alten Glühbirne, die ursprünglich sein Lieblings-Leuchtmittel war. An der Fassung befestigt er zwei weiße Flügelchen. Woran denkst du, wenn du diese Lampen anschaust? Ingo Maurer will ein Spiel mit Gedanken, Erinnerungen und Bildern bei uns auslösen. Auch der lautmalerische Name Lucellino, ein Wortspiel aus "luce" (italienisch: Licht) und "uccellino" (italienisch: Vögelchen) ist dafür wichtig. Links: Dagmar Mombach, Ingo Maurer + Team, MaMo Nouchies. Ysmen, 1998. Foto: Judith Schenk; Mitte: Dagmar Mombach, Ingo Maurer + Team, MaMo Nouchies. Poul Poul, 1998. Foto: Judith Schenk; Rechts: Ingo Maurer, One from the Heart, 1989. Foto: Judith Schenk Diese linken beiden Lampen zeigen Ingo Maurers Begeisterung für das Material Papier. Für die „MaMo Nouchies“, zu denen auch „Ysmen“ und "Poul Poul" gehören, wird ein spezielles, eng gerafftes Japanpapier verwendet, das sich ganz unterschiedlich formen lässt. Die Idee zur rechten Lampe kam Ingo Maurer als er den Musicalfilm „One from the Heart“ von Francis Ford Coppola sah. Ingo Maurer hat sich seine Ideen oft aus dem Alltag, manchmal aus einem Film oder einem Buch geholt. Er experimentierte gerne mit unterschiedlichen Materialien, hier zum Beispiel mit einer roten Kunststofffolie. Gestalte Deine eigene Lampe wie Ingo Maurer! Schau dir alle Lampen in deiner Wohnung an und wähle eine für dein Lampen-Upcycling aus. Achte darauf, dass es eine Energiesparlampe ist, die wenig Wärme entwickelt, damit sich deine verwendeten Materialien nicht entzünden. (Liebe Kinder: Fragt unbedingt eure Eltern, welche Lampe ihr verwenden dürft!) Bevor du beginnst, schalte die Lampe aus und ziehe den Stecker. Schau dir die Form der Lampe oder des Lampenschirms genau an. Bringt dich die Form auf eine Idee? Zu welchem Ding, welcher Figur, welchem Tier könntest du deine Lampe verändern? Lass dich wie Ingo Maurer von den eigenen Interessen anregen und probiere unterschiedliche Materialien aus. Und vergiss nicht, dir einen Namen für die Lampe auszudenken! Schau dir doch auch einmal die Lampen-Upcycling-Ideen von Andrea, Rosalie und Susanne an. Anregungen für Materialien und Werkzeuge: zum Beispiel Papiere, Zeitungen, Zeitschriften, Verpackungsmaterial, Folien, Backpapier, Wattepads, Bänder, Dekomaterial, das du in deiner Wohnung findest, Gummiringe, Schere, Kleber, Draht und Kombizange, Tacker, Locher oder was dir sonst noch einfällt. Die hohe, rechteckige Form der Tischlampe hat Andrea auf die Idee gebracht, mit Zeitungspapier und Wattepads einen "Wolkenkratzer" zu gestalten. Lampe „Wolkenkratzer“ mit Fotos des Prozesses. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr Für Rosalie hat sich in der Form ihrer Schreibtischlampe ein Tier versteckt und so ist mit zwei Zeitungspapier-Öhrchen „SchnuppSchnupp“ entstanden. Lampe "SchnuppSchnupp" mit Foto des Prozesses. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Rosalie Werkmeister In diesem Video siehst du die Idee von Susanne für eine Wandlampe aus geöltem, altem Packpapier. Diese erinnerte sie an einen schwingenden Rock. Mit Wimpern aus Joghurtbecherstreifen wurde sie zu "RocknRoll". Wandlampe aus geöltem Packpapier. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Lea Becker Filmische Anleitung. © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Lea Becker Zeig uns deine persönliche Designer-Lampe! Teile sie auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZupcycling. Mehr aus unserer Reihe "Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik" MPZ-AlbumDu hast noch nicht genug? HIER haben wir noch etwas für dich, um dein Lampendesign fortzusetzen. Passende Beiträge auf XponatLeuchte, Konstruktion, Titel finden Passende MPZ-FührungenTechnik und Design (für BS, GYM, MS, RS)Programm für Deutschklassen: Mixer, Lampe, Radio - Elektrogeräte und Technik im Designmuseum Informationen zu den MuseenEinige Lampen von Ingo Maurer befinden sich in Der Neuen Sammlung – The Design Museum, Pinakothek der Moderne. Auf der Internetseite des Museums kannst du dich über die Ausstellung von Ingo Maurer informieren und einmal schauen, was es sonst noch in diesem Museum zu sehen gibt.Wichtige Informationen für derzeitige Museumsbesuche Abbildungsnachweis Titelbild: links: Ingo Maurer, Lucellino Wall, 1992. Foto: Judith Schenk; rechts: Lampe „Wolkenkratzer“. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr

Pop Art Kurfürst
Eine SW-Kopie eines barocken Fürstenporträts ist flächig und knallbunt koloriert

Mache Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz zum Pop Art Star! Jan Frans von Douven hat ihn vor rund 300 Jahren gemalt. Drucke dir die Kopie vom Porträt aus (PDF-Download: DIN A5 für dein MPZ-Album oder DIN A4 zum Weiterexperimentieren). Diese ist extra schwarz-weiß, damit Du sie farbig gestalten kannst. Wieviele unterschiedliche Varianten fallen dir ein? Der Pop Art Künstler Andy Warhol hat etwas ganz ähnliches mit dem Porträt König Friedrichs des Großen gemacht. Sein Ergebnis kannst du dir HIER ansehen. Du brauchst: einen Ausdruck von der Schwarz-Weiß-Kopie von Jan WillemStifte oder Farben zum Gestalten, je nachdem was Du zuhause hast: z.B. Buntstifte, Textmarker, Feinliner, Kreide,… Möchtest Du Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, auch Jan Wellem, genannt einmal live sehen? Dann geh ins Bayerische Nationalmuseum. In Saal 35 der Barockabteilung begegnest Du ihm. Teile Deinen Pop-Art-Jan-Willem auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZupcycling. Informationen zum MuseumWir haben uns für diese Aufgabe vom Porträt von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz anregen lassen, das sich im Bayerischen Nationalmuseum befindet. HIER kommst du zu dem Beitrag über sein Porträt in unserer Online-Aktion „Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik“, wo du außerdem eine Anleitung für deine eigene barocke Perücke aus Altpapier findest. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum

Upcycling! Alte Meister >< Moderne

Inspirationsquelle: Madame de Pompadour aus der Alten Pinakothek "Alte Meister" nennt man die Künstler, die die Gemälde aus Mittelalter, Renaissance oder Barock geschaffen haben. Ihre Werke sind hunderte von Jahren alt und faszinieren uns doch bis heute! Ein solches Gemälde kannst du hier sehen. Gestatten, Madame de Pompadour (1721 – 1764)! Sie war eine der Modeikonen des Spätbarock, lebte am französischen Hof und war dort die einflussreichste Frau unter König Ludwig XV.   François Boucher (1703 – 1770) hat sie sogar mehrmals gemalt. Eines dieser Porträts hängt in der Alten Pinakothek – an sehr prominenter Stelle, direkt in der Flucht des großen Mittelgangs. Boucher hat in diesem Bild jede Menge Dinge versteckt, die dir etwas über die Porträtierte verraten: Sie war gebildet, konnte lesen und schreiben, zeichnen, singen und vieles mehr. Und sie interessierte sich sehr für Mode. Hier trägt sie ein üppig geschmücktes Kleid aus feinster Seide. François Boucher, Madame de Pompadour, 1756, Leinwand, 205 x 161 cm, Bayerisches Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 Sieh dir einmal diese COLLAGE aus bunt glitzernden Metallfolienstücken von Alexander Sacharoff (1886 – 1963) aus dem Depot des Lenbachhauses an! Er gilt als einer der bedeutendsten Tänzer und war mit den Künstlern rund um den Blauen Reiter befreundet. Auch er nutzte alte Gemälde, um daraus Ideen für seinen Tanz zu entwickeln. Alexander Sacharoff, Pavane Fantastique, um 1916/17, Collage, 55 cm x 44 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. © Deutsches Tanzarchiv Köln Entwirf ein Kleid, das Madame de Pompadour gefallen hätte! Du kannst Madame de Pompadour und Sacharoffs Collage als Inspiration für deine eigene Modekreation nutzen! So könnte das aussehen: Collage. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Rosalie Werkmeister Nutze dazu glitzernde Folien, in denen Schokoosterhasen, Nikoläuse oder Bonbons eingepackt waren, gebrauchtes Geschenkpapier, Taschentuchverpackungen, schimmernde Stoffreste oder was dir sonst so glänzendes unterkommt.Zeichne erst einen Umriss des Kleides oder verwende die Skizze HIER, die du zweimal ausschneidest. Eine verwendest du als Untergrund zum Bekleben. Die zweite, um die Größe der Folienstücke abzumessen.Schneide kleine Folienteile aus, die du zu einem Kleid im Stil des Spätbarock zusammenklebst. So entsteht der Eindruck von Stoffmassen, Rüschen und Schleifen. Ein Tipp zum Kleben der kleinen Folienteile: Drücke etwas Flüssigkleber auf ein Papier und ziehe vorsichtig am besten mit einer Pinzette die kleinen Folienteile darüber.Deinen Entwurf kannst du rahmen oder in deinem MPZ-Album auf eine farblich passende Seite kleben. Teile deine Collage auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZupcycling. Mehr aus unserer Reihe "Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik" Informationen zu den MuseenAuf der Internetseite des Museums Alte Pinakothek kannst du dir einmal anschauen, was es dort alles zu sehen gibt: In der Online-Sammlung der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ist Bouchers Gemälde noch genauer zu sehen. Über Google Arts & Culture siehst du die Madame de Pompadour an ihrem angestammten Platz im Museum und kannst dich weiter im Haus umschauen.Tipp: Wenn du im Suchfeld der Onlinesammlung des Lenbachhauses Sacharoff eingibst, findest du auch noch drei seiner ähnlich collagierten Bühnenentwürfe.   Abbildungsnachweis Titelbild: Von links nach rechts François Boucher, Madame de Pompadour (Ausschnitt), 1756, Leinwand, 205 x 161 cm, Bayerisches Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, CC BY-SA 4.0 und Collage. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Rosalie Werkmeister

Upcycling! Blumen … forever young
Blumenskulptur von Cy Twombly und selbstgestaltete Blumen aus Papier, Draht und einem Stock

Inspirationsquelle: Cy Twombly im Museum Brandhorst Im Vordergrund: Cy Twombly, Thermopylae (Meudon), 1992. © Cy Twombly Foundation; Im Hintergrund: Cy Twombly, Lepanto, 2001. © Cy Twombly Foundation; Foto: Susanne Theil Wie wäre es mit einer nicht welkenden Blume zum Geburts-, Valentins- oder Muttertag, passend zur Jubiläumsausstellung "Forever Young - 10 Jahre Museum Brandhorst", die zum Teil noch im Museum zu sehen ist. Inspiriert hat uns der US-amerikanische Künstler Cy Twombly (1928-2011), der es liebte, verschiedene Materialien, alltägliche Gegenstände oder Fundstücke zu einer weißen "Skulptur" zu verbinden. Vielleicht kennt ihr ihn von seinen riesigen Rosenbildern? Cy Twombly, Ohne Titel (Roses), 2008, Foto von Haydar Koyupinar. © Cy Twombly Foundation Gestalte eine nicht welkende Blume! Das brauchst du: Ast (ohne Blüten!)verschiedene AltpapiereDrahtweiße FarbeFlasche, Vase o.ä. zum TrocknenZeitung zum Unterlegen Und so geht's: Forme aus einem Papier oder mehreren eine Blüte.Befestige sie am Ast mit Draht.Tauche die Blume in weiße Farbe oder male sie an.Tipp: Gestalte mehrere Blumen und stelle sie in eine Vase! Übrigens, auch Großmütter freuen sich über Blumen! Papierblumen. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Rosalie Werkmeister "Weiße Farbe ist mein Marmor." C. Twombly Alternativ Wenn du lieber malst, kannst du wie Cy Twombly einen Pinsel an den Ast binden und mit flüssigen Farben eine oder mehrere Riesenblüten auf einen Karton malen. Und wenn du gerne schreibst oder dichtest, setz´ deine Worte wie der Künstler einfach auf, in oder neben die Blüte(n). Pinsel an Stöcken befestigt, Blütenbild. © Museumspädagogisches Zentrum Viel Vergnügen beim Gestalten und Verschenken! Teile deine Blumen auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag #MPZupcycling. Wir sind gespannt auf eure Kreationen! Mehr aus unserer Reihe Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik Informationen zum MuseumIm Museum Brandhorst kannst du deiner Mutter diese Werke von Cy Twombly selbst zeigen und noch weitere gemeinsam mit ihr entdecken. Das Museum besitzt die weltweit größte Sammlung seiner Werke! Du kannst dir auf der Internetseite einmal anschauen, was es dort noch alles zu sehen gibt. Abbildungsnachweis Titelbild: Von links nach rechts: Im Vordergrund: (Ausschnitt) Cy Twombly, Thermopylae (Meudon), 1992. © Cy Twombly Foundation; Im Hintergrund: (Ausschnitt) Cy Twombly, Lepanto, 2001 © Cy Twombly Foundation; Foto: Susanne Theil und Papierblumen. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Susanne Theil

Vom Licht verzaubert
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Gerade aufgestanden, öffnet eine junge Frau das Fenster und lässt Luft und Licht des neuen Tages in ihr Schlafzimmer. In seinem Gemälde „Morgenstunde“ versteht es der Maler Moritz von Schwind, eine alltägliche Szene durch das weiche Morgenlicht zu verzaubern. Doch welche Stimmungen entstehen, wenn das Licht schwächer wird und die Farben sich verändern? Das kannst du in der Animation sehen, wenn du den Regler unter dem Bild langsam von links nach rechts schiebst: Mehr über das Bild und den Maler erfährst du HIER. Passender Beitrag auf XponatLichtstimmungen Informationen zum MuseumWenn du die originale Stimmung der „Morgenstunde“ von Moritz von Schwind hautnah erfahren willst, besuche doch das Original in der Sammlung Schack in München. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Modell: Dr. Alfred Czech

Glühbirnen-Collage nach Ingo Maurer

Der Lichtgestalter Ingo Maurer entwarf viele ungewöhnliche, oft auch lustige Lampen. Einige seiner Lampen kannst du dir in Der Neuen Sammlung – The Design Museum in der Pinakothek der Moderne ansehen. Humorvoll und kreativ wie Ingo Maurer war, lieferten ihm häufig Dinge oder Erlebnisse aus seinem Alltag Ideen für neue Leuchten. Er experimentierte außerdem gerne mit verschiedenen Materialien und neuen Techniken. Immer wieder kehrte er aber auch zur alten Glühbirne zurück, die ihn in ihrer perfekten Form ganz besonders faszinierte. Mit zwei weißen Flügelchen ausgestattet, verwandelt sie sich hier in ein verspieltes "Lucellino", das bei uns gleich Bilder, Gedanken oder vielleicht sogar Geschichten entstehen lässt. Ganz wichtig ist dabei immer der Name, der diese Leuchte auch lautmalerisch „beflügelt“, hier ein Wortspiel aus „luce“ (italienisch: Licht) und „uccellino“ (italienisch: Vögelchen). Ingo Maurer, Lucellino Wall, 1992. Foto: Judith Schenk Lass dich jetzt von Ingo Maurer inspirieren und beginne wie er mit einer Glühbirne, um eine ganz eigene Glühbirnen-Collage zu erfinden!  Zeichne eine 5 bis 6 cm große Glühbirne, schneide sie aus und lege sie zum Beispiel auf eine DIN A5 Seite (passend zum MPZ-Album): senkrecht, waagrecht oder diagonal. Was könnte  entstehen, wenn du diese Glühbirne mit weiteren ausgeschnittenen Elementen kombinierst. Experimentiere mit Materialien, Farben und Strukturen und entwirf ein Design für eine einzigartige Lampe! Klebe alles auf und gib deiner Glühbirnenlampe einen Namen!  Du brauchst: PapierBleistift, BuntstifteSchereKleberEvtl. TackerMaterial für deine Collage, z.B. Zeitschriften oder Zeitungen, Einwickelpapiere von Schokolade u.Ä., Folien, Wollreste… Luce Ballone, Bella Luce und Lucalamaro. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr Passende MPZ-FührungenTechnik und Design (für BS, GYM, MS, RS)Programm für Deutschklassen: Mixer, Lampe, Radio - Elektrogeräte und Technik im Designmuseum Informationen zum Museum Einige Lampen von Ingo Maurer kannst du in Der Neuen Sammlung – The Design Museum, Pinakothek der Moderne, entdecken. Auf der Internetseite des Museums kannst du einmal schauen, was es sonst noch in diesem Museum zu sehen gibt. Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Andrea Feuchtmayr

Upcycling! Schuhe bewegen – Schuhe gestalten

Inspirationsquelle: Schuhe aus Münchner Museen Magst du Schuhe? Und wie sehen deine Lieblingsschuhe aus? Einfarbig oder bunt, sportlich oder schick? Zähl doch mal, wer in deiner Familie die meisten Schuhpaare hat. Du kannst eure Modelle auch nach Farben sortieren oder beispielweise nach Halbschuhen, Turnschuhen, Abend- oder Regenschuhen - oder auch nach flach, hoch, einfarbig, bunt. - Was fällt dir noch dazu ein? So entsteht vielleicht sogar eine kleine private Schuhausstellung. Das Münchner Stadtmuseum besitzt eine große Sammlung an Schuhen: für Kinder, Frauen und Männer, für Sportler*innen Tänzer*innen und Models – von uralt bis neu, von altmodisch bis modern, von verrückt bis „normal“. Auch im Bayerischen Nationalmuseum kannst du wertvolle Schuhe aus der Zeit des Barock oder Rokoko bewundern. Wie wäre es mit einem zierlichen Pantöffelchen oder einem edlen Damenschuh mit elegantem Absatz? Diese luxuriösen Schuhe wurden aus edlen grünen Seidenstoffen und mit kostbaren Stickereien für wohlhabende Damen angefertigt. Damenpantoffel Seidendamast mit Stickerei, Frankreich 1720-30. © Bayerisches Nationalmuseum Damenschuh Seidendamast mit Stickerei, Frankreich 1760 – 80. © Bayerisches Nationalmuseum Doch schauen wir uns nun ein paar neuere Modelle an, die in den 1960er und 1970er Jahren topmodern waren. - Zu der Zeit also, als deine Großeltern jung waren. Wer weiß, vielleicht wirst du ja auch in den Schuhschränken deiner Großeltern oder -tanten fündig? Oder auch in einem Second Hand Laden? Schuhe mit hohen Plateausohlen waren in den 1960er und 70er Jahren bei Frauen und Männern sehr beliebt. - Zum Beispiel der pinkfarbene sommerliche Frauenschuh mit der quietschbunten Sohle. Wie es sich wohl anfühlt, in solchen Plateauschuhen zu gehen? Manche Modestile werden nach einigen Jahren wieder modern. Auch Plateauschuhe kamen in den 1990er Jahren wieder in Mode, z.B. die schwarz-weißen Stiefel aus glänzendem Lackleder mit der gestreiften Zebrasohle. Abbildungen alle. © Münchner Stadtmuseum; oben: Slingpantolette, Stefano Marazzin, 1968/70; Damen-Plateaustiefel, No Way, El Dantes, um 1990; unten: Dr. Martens Air Wair, Modell Pascal 1460, um 1995; Flip-Flops, 2015 Du trägst wahrscheinlich lieber Turnschuhe oder flache Boots wie diesen Schnürstiefel hier. Die schwarzen Workerboots haben das Design einer Blumenwiese. Als bequemen Arbeitsschuh hat der Arzt Dr. Märtens sie entworfen, daher wurden sie nach ihm benannt. Später wurden diese Workerboots richtig modern - und sie sind es bis heute. Blumenwiese, Sommerzeit und Badespaß … Welches Modell würdest du für diese Jahreszeit bevorzugen? Vielleicht die luftigen Flip-Flops mit oder ohne Pailletten? Übrigens: Flip-Flops lassen sich besonders leicht z.B. mit Glitzersteinen neu designen. Die Leiterin der Sammlung Mode des Münchner Stadtmuseums, Isabella Belting, hat Schuhe nicht nur neu designt, sondern ein Schuhobjekt – ein kleines Kunstwerk - aus ihnen geschaffen. Mit Glasaugen, Plastikzähnen, einem Luftballon und noch vielem mehr hat sie ein Paar hochhackige Pumps so umgestaltet, dass sie an Reptilien erinnern. Und nicht nur das! Kleine Plastiksoldaten haben die Schuhe „erobert“. Was meinst du, hat das zu bedeuten? „Paradise Lost“ hat Isabella Belting ihr Schuhobjekt genannt. Wenn auch du Lust hast, aus alten Schuhen neue zu kreieren oder ein Schuh-Kunstwerk zu entwerfen, haben wir hier eine Idee für dich. „Paradise lost“, Isabella Belting, 2019. © Münchner Stadtmuseum Aus alt mach neu oder Rosalies Drachenschuh Suche dir einen passenden, gebrauchten Schuh aus. (Liebe Kinder: Bitte fragt Eure Eltern, welches Modell ihr dafür nehmen dürft!) Dann überlege dir, was zu deinem Schuh passt und wie du ihn verwandeln möchtest. Schau dir an, was du an Bastel- und Recyclingmaterial zuhause hast (Pailletten, Klebestreifen, bunte Schnürsenkel, Acrylfarben … ) Du kannst deiner Fantasie freien Lauf lassen und mit verschiedenen Materialien experimentieren. Hier siehst du zum Beispiel, wie Rosalie aus ihren Sneakers einen Drachenschuh gestaltet hat. Drachenschuh. © Museumspädagogisches Zentrum, Fotos: Rosalie Werkmeister Wenn du auch einen Drachenschuh designen möchtest, überleg dir, welche Materialien sich zum Beispiel für eine „Drachenhaut“ eignen. Soll dein Drachenschuh auch Augen, Zähne und Zunge bekommen wie bei Rosalie? Oder hast du andere Ideen?HIER geht's zur Drachenschuh-Anleitung! Zeig uns dein Schuhkunstwerk! Teile deinen Schuh auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag: #MPZupcycling . Mehr aus unserer Reihe "Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik" Informationen zum MuseumDu kannst dir auf der Internetseite des Münchner Stadtmuseums einmal anschauen, was es dort alles zu sehen gibt.Hier geht´s zu einem kurzen akustischen Rundgang durch die Schuhgeschichte mit Exponaten aus der Ausstellung "Ready to go! Schuhe bewegen", die vom 15.11.2019 bis zum 17.01.2021 im Münchner Stadtmuseum gezeigt wurde. Unter #mstmstayconnected und #mstmdahoam postet das Münchner Stadtmuseum auf Facebook, Instagram und Twitter regelmäßig Videos zu den aktuellen Ausstellungen. Abbildungsnachweis Titelbild: von links nach rechts Dr. Martens Air Wair, Modell Pascal (Ausschnitt), 1460, um 1995. © Münchner Stadtmuseum und Drachenschuh. © Museumspädagogisches Zentrum, Foto: Rosalie Werkmeister

Upcycling! In Szene gesetzt
barockes Porträt und Modell mit selbst gestalteter barocker Perücke
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Inspirationsquelle: Porträt aus dem Bayerischen Nationalmuseum Beim Fotografieren zeigen wir uns alle gerne von unserer besten Seite. Dazu setzen wir uns in Szene: mit Blicken, Körperhaltung, Kleidung, Frisuren und Accessoires. Für Models und Bodybuilder gehört das zum Beruf. Aber auch wir inszenieren uns häufig im Alltag und posen auf Gruppenfotos oder Selfies. Sich selbst für Bilder zu inszenieren gab es schon vor 300 Jahren – auch ohne Handys und Selfies. Schau Dir dazu einmal das Gemälde von Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz an, auch Jan Willem genannt. Es sollte ihn als mächtigen Herrscher darstellen. Rüstung, Perücke, Orden, wertvoller Stoff – alles auf dem Bild soll seine Macht unterstreichen. Jan Frans von Douven: Johann Wilhelm von der Pfalz. © Bayerisches Nationalmuseum Was unterscheidet ihn von heutigen mächtigen Frauen und Männern? Denk zum Beispiel mal an Königin Elisabeth II. von England oder Donald Trump. Welche Kleidung tragen sie, wie sind ihre Körperhaltung und ihr Gesichtsausdruck? Wie inszenieren sie sich auf Fotos oder im Fernsehen? Bau dir deine eigene barocke Perücke! Material: Altpapier wie Zeitungen oder ZeitschriftenBüroklammern, Tacker, Tesafilm oder einen Klebestift Wie es funktioniert, zeigt Dir unser Film. © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Lea Becker Inszeniere Deine Perücke witzig in Deiner Wohnung – z.B. auf einem Fußball, einem Teddy oder einer Lampe. Teile Deine Perücke auf Facebook oder Instagram und verwende den Hashtag: #MPZupcycling Mehr aus unserer Reihe "Upcycling! Mode – Kunst – Design – Musik" MPZ-AlbumDu hast noch nicht genug? HIER haben wir noch eine Idee für dich, wie Jan Willem zum Pop Art Star wird. Passender Beitrag auf XponatWirkungsmöglichkeiten mit Perücke Informationen zum MuseumDu kannst dir auf der Internetseite des Bayerische Nationalmuseum einmal anschauen, was es dort alles zu sehen gibt. Abbildungsnachweis Titelbild: von links nach rechts: Jan Frans von Douven, Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (Ausschnitt). © Bayerisches Nationalmuseum München und Filmstill. © Museumspädagogisches Zentrum, Film: Lea Becker

Eine Blumenvase frei nach van Gogh

Die „Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh – selbst ausprobiert Die „Sonnenblumen“ sind ein weltberühmtes Bildmotiv. Vincent van Gogh malte in den Jahren 1888/89 davon mehreren Fassungen. Eine von ihnen ist heute im Besitz der Neuen Pinakothek in München (zurzeit in der Alten Pinakothek ausgestellt). Auf den ersten Blick wirkt das Bild so gelungen. Doch du kannst seinen Aufbau besser einschätzen, wenn du dich näher damit auseinandersetzt und eigene Versuche mit dem Thema „Blumenstillleben“ anstellst. Versuche es einfach einmal – zunächst mit einer kleinen Zeichen- oder Malaufgabe: Diese Umrisszeichnung der „Sonnenblumen“ findest du HIER. Du kannst sie ausdrucken und bearbeiten. Verwende dazu Bunt- oder Filzstifte, Wachsmalkreiden, Wasserfarben oder andere Stifte, mit denen du gerne arbeitest. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Du kannst jede Farbe verwenden, die dir gefällt, und alle Arten von Blumen erfinden.Übrigens: Wenn du gerne in Schwarz-Weiß zeichnest, probiere einmal, die Felder der Blüten mit Linien, Schraffuren oder Zeichen zu füllen. Damit bekommst du einen ganz anderen Eindruck von dem Bild.Aber Achtung: Es macht mehr Spaß, wenn du dir erst danach eine Reproduktion des Gemäldes anschaust. Wenn du lieber am Computer arbeitest, lade doch die Bilddatei in ein Zeichenprogramm und male die Vorlage am Bildschirm aus.Bei dem Betriebssystem Windows kannst du Paint benutzen. Wenn du schon Erfahrungen mit Zeichenprogrammen hast, bietet sich das kostenlose Programm Krita an. Lade dazu das JPEG-Bild, lege eine neue Ebene an und male auf dieser Ebene. Wenn dir das Ergebnis nicht gefällt oder du eine neue Variation ausprobieren willst, blende die Ebene einfach aus und male auf einer dritten Ebene eine neue Version, zum Beispiel ganz bunt, Ton in Ton, in Komplementärfarben (rot - grün, blau - gelb) … Wenn du Anregungen brauchst, schaue dir diese animierten Bilder an © Museumspädagogisches Zentrum Vergleiche dein Bild mit einer Reproduktion aus dem Internet, zum Beispiel von der Webseite der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen: Es gibt aber auch noch weitere Versionen von van Goghs „Sonnenblumen“ in anderen Museen, zum Beispiel in der National Gallery in London oder im Van Gogh Museum in Amsterdam. Sicher wirst du im Internet fündig. Und vielleicht bringen dich diese Bilder noch auf ganz neue Ideen, wie du das Bild gestalten könntest. Bist du neugierig geworden, wie das echte Gemälde im Museum aussieht: wie groß es ist, wie die Farben leuchten und wie dick sie aufgetragen sind? Das Gemälde ist zurzeit in der Alten Pinakothek ausgestellt. Passende Beitrag auf XponatAusmalen Passende MPZ-FührungTürkis, Knatschblau und das Spiel mit dem Licht – die Malerei des Postimpressionismus Abbildungsnachweis Titelbild: © Museumspädagogisches Zentrum